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Hundeforum Der Hund
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Straßenhunde

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Bitte nicht vergessen: die wenigsten "Auslandshunde" = "Straßenhunde"!

Auch dort wohnen Hunde in Familien, werden ausgesetzt/abgegeben, tlw. für den "Tierschutzmarkt" sogar extra produziert.

Und OFT sitzen dort Hunde jahrelang in Tötungen/Auffang-Lagern.

Die von der db-Tierhilfe z. B. sind "gut"! Dort ist groß-Gruppen-Haltung. So kommt es zu dem bereits erwähnten guten "Sozialverhalten".

Die "anderen" Stationen können einen Hund jedoch auch völlig kaputt machen. Da nutzt dann hier die beste PS/ES nix - die Hunde sind teilweise wirklich gestört ;-( Viele von ihnen sitzen seit Geburt in Mini-Zwingern - lernen NICHTS, außer Todesangst vor den "Pflegern" ... Oder in Radikalgruppen: nur der Stärkste beisst sich durch ...

Wie auch schon erwähnt wurde: immer schauen durch WEN die Hunde herkommen. Wie möglich sind überhaupt Beschreibungen?

Bei 800 Hunden in einer Station OHNE Personal, da kann mir keiner erzählen, dass eine "top-passende-Beschreibung" möglich wird.

Täglich liest man sie ... an ihrem ersten Tag (nach 2 Tagen im Transporter eingepfercht) im Gott-gelobten-goldenen-Deutschland entlaufen - Panik-Hunde, gleich totgefahren, erschossen oder seit Jahren schon auf der Flucht.

EINE gute Erfahrung mit EINEM Auslandshund sollte nicht zu "die tollen TS-Hunde aus Griechenland" führen. Wichtiger fände ich es, gezielt die Vereine massiv zu unterstützen, die vor Ort guten Tierschutz machen, die nicht "nur" Hunde her holen ... die nicht "nur" putzi-tutzi-beinahe-perfekte-Gerettete-derTutnixe vermitteln, sondern die offen und ehrlich über eventuelle Probleme reden, die einen Plan B) haben, falls es mal nicht klappt.

lg Yvonne (selber mit Auslandshund ;-)

ps.: Beinahe alle hier leben mit einem Partner/in. Kaum einer kommt auf die Idee via Foto aus dem I-net sich für die nächsten 15 Jahre die PERFEKTE Partnerschaft aus einem irre armen Land zu "bestellen" ;-) Und alle Gründe dagegen gelten auch für Hunde ... Daher: Ansprüche runter schrauben, viel nachdenken + nachfragen, vor allem auch die eigenen Beweggründe ! (dieser Trend zu "wer hat den schlimmsten TS-Fall" ist nämlich äußerst bedenklich)

Der letzte Tipp zur Vermittlung eines etwas schwierigen Hundes in D: Hack ihm ein Bein ab und sag, der kommt aus der Tötung. DANN wär er in Sekunden vermittelt (traurig!!!!).

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Originalbeitrag

Wenn wir uns hier über unsere Straßenhunde austauschen wäre es im Vorwege sehr schön, wenn die User, die gegen Auslandstierschutz bzw. gegen importierte Hunde sind, sich zu diesem Thema garnicht erst äußern. Das würde dieses Thema kaputt machen.

Ich fänd´s auch gut, wenn einfach nur Erfahrungen beschrieben werden würden. Die können natürlich auch negativ sein!

Unter dem Aspekt kann ich meine Mädels auch mal beschreiben. Ich hatte das sowieso mal vor - also auch für mich. :)

Ich weiß ja nicht, wer von meinen Hunden auf der Straße gelebt hat, aber bei Resa kann ich mir gut vorstellen, dass sie eine Weile allein unterwegs war. Aber alle kommen aus sehr schlechter, teilweise haarsträubender Haltung in italienischen Canili (vor allem Fricka, Alma und Resa haben so richtig die Arschkarte gezogen).

Ich stelle einfach mal die Vermittlungsfotos ein und Fotos von "nach der Vermittlung".

Berta, English Setter:

7 Jahre Tierheim, kam mit 10 Jahren zu mir und blieb 7 Jahre.

Frisch aus dem Zwinger geholt:

16116065yk.jpg

Eins der ersten Fotos bei uns:

16116069vd.jpg

Plus

  • extrem auf Frauchen fixiert
  • nur lieb, gut sozialisiert
  • konnte mit Übung alleine bleiben
  • konnte fast sofort und zuverlässig abgeleint werden
  • hat so gut wie nie gebellt - außer im hohen Alter
  • kam wunderbar in der Stadt zurecht
  • kein Jagdtrieb
  • extrem lauffreudig, also keine Couchpotatoe!
  • mein Seelenhund - eine innigere Bindung kann ich mir nicht vorstellen

Minus

  • extrem auf Frauchen fixiert :D
  • wollte am liebsten gar nicht gestreichelt werden, hat´s halt ausgehalten, wenn es sein musste :Oo
  • war super mäkelig, die dumme Nuss

Fricka, Großer-Münsterländer-Mix:

viele Jahre Tierheim, war ca. 7-8, meine Tierärztin bezeichnete sie als "stumm" = keinerlei Mimik, wie versteinert

In Rieti:

16116068di.jpg

Bei ihrer Ankunft bei uns:

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Richtig angekommen:

16116067ts.jpg

Dieses Bild wurde von italienischen "Tierschützern" als Fälschung hingestellt - die Blumen seien unecht, der Hund sei sicher schon an ein Labor verkauft worden. Das nur mal nebenbei bemerkt.

16116348sd.jpg

Plus

  • war nach kurzer Eingewöhnung der liebste, bravste, netteste und ausgeglichenste Hund, den ich mir vorstellen kann. Sie war immer "mein Fels in der Brandung".
  • absolut verlässlich, konnte überall abgeleint werden, wo nicht gerade was Leckeres im Gebüsch lag
  • konnte von Anfang an vollkommen problemlos allein bleiben
  • verträglich, freundlich, unauffällig
  • kein Jagdtrieb, im Wildpark fand sie nur den Futtertrog der Rehe interessant

Minus

  • hm..... anfangs hat sie etwas geschnappt. War aber unsere Schuld.
  • Hatte Angst vor Gewitter und Knallerei.
  • Hat sich gern durch den Zaun gequetscht und ist die Nachbarn besuchen gegangen.

Alma, Spinone-Italiano-Mix:

9 Jahre alt. Sie war 7-8 Jahre in einem Canile unter schlimmsten Bedingungen.

Alma..... Kein Mensch auf dieser Welt hätte je etwas Schlechtes über Alma sagen können, ohne ein Lügner oder ein schlechter Mensch zu sein.

Damals hieß sie noch Karen:

16116066nt.jpg

Eine Seele von Hund...

16116064qw.jpg

Plus

  • lieb und unendlich gutmütig
  • hat sich für alle verantwortlich gefühlt, vor allem für kleine, weinende Kinder
  • es ist nie ein böses Wort über ihre Lefzen gekommen
  • absolut zuverlässig ableinbar
  • kein Jagdtrieb
  • witzig und manchmal albern
  • wollte immer mit dabei sein
  • sie hat jeden Tag in einen Glückstag verwandelt

Minus

  • sie hat beim Kekse-Essen gekrümelt wie Sau

Resa, Griffon-WeißderKuckuckwas-Mix:

Seit einem Jahr hier, mittlerweile vermutlich 11 Jahre alt. Angeblich war sie 10 Jahre im Canile, aber das glaube ich nicht. Sie war sicher bei einem Jäger und eine Weile allein unterwegs.

Sie ist übersät mit Bissnarben und die Rute fehlt komplett - angeblich abgebissen. Sie wurde als resigniert beschrieben.

In ihrem schrecklichen Canile:

16116179di.jpg

Im Tierheim Aidar:

16116180ew.jpg

An der Ostsee:

16116181lj.jpg

Im Garten:

16116182ew.jpg

Plus

  • lieb und gutmütig
  • sehr verschmust, sie kann stundenlang neben einem stehen und sich kraulen lassen
  • ableinbar, aber manchmal etwas schwerhörig
  • Jagdtrieb vorhanden, aber händelbar
  • will alles richtig machen
  • bleibt problemlos alleine

Minus

  • viele gesundheitliche Baustellen, aber keine richtig schlimme (hoffentlich)
  • reagiert manchmal leicht panisch, wenn andere Hunde anwesend sind. Sie will dann einfach weg.
  • schwerhörig, deshalb muss man sie beim Freilauf manchmal einfangen. Im Großen und Ganzen achtet sie aber sehr auf uns.
  • sie ist eine Jagdsau

Ylvi, Griffon-Nivernais (-Mix):

mindestens 5 Jahre Canile, seit einem Jahr hier, ist nun etwa 7 Jahre alt. Sie hatte als einziger meiner Hunde Eingewöhnungsschwierigkeiten, brauchte aber auch nur 2 Wochen.

Im Canile:

16116184rb.jpg

Bei uns im Garten:

16116178as.jpg

An der Ostsee in der Ferienwohnung:

13969591gv.jpg

Plus

  • lieb und sanft
  • kaum Jagdtrieb
  • ruhig
  • gut ableinbar, bis auf ein paar Situationen (s.u.)
  • kann prima alleine bleiben
  • sie geht auf jeden zu und will mit allen Menschen Freundschaft schließen
  • sie ist wirklich super süß!!
  • extrem verschmust - wenn man aufhört, kommt die Pfote!
  • macht nix kaputt, außer dass sie einem bestimmten Stoffhund unbedingt die Extremitäten abreißen will (weil sie es nur bei dem schafft)

Minus

  • man kann ihr nichts abschlagen - ist das überhaupt ein negativer Punkt?
  • sie hat manchmal kurzzeitige Knalltüten-Phasen, in denen sie auf einmal überhaupt nicht mehr hört und einfach wegrennt. Das passiert nur alle paar Wochen. Heute wieder, im Wald. Sie rennt nicht weit weg, und kommt auch wieder. Wir vermuten, dass sie entweder etwas in der Nase hat (heute war es ein Gasthof, wo Leute draußen saßen) oder keinen Bock mehr hat und zurück zum Auto will. Sie hört also 100 Mal super und beim 101. Mal auf einmal nicht mehr. :think:
    Aber das ist auf hohem Niveau gejammert.
  • Egal, wie oft man sie bürstet - sie sieht immer aus wie Catweazle!

Also, ich kann nur schwärmen von den Mädels. Wirkliche Probleme hatte ich bisher noch keine. a050.gif

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Fusselnase, wunderbar gegliederter Beitrag-Neid.....

Die Verwandlung der Hunde so zu sehen ist ein wirkliches Erlebnis. Besonders Fricks`s Verwandlung beeindruckt mich!

Sehr schöne Hunde hast/hattest Du!!!!!!!!

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Danke schön! :)

Ja, bei Fricka war auch die innere Wandlung am extremsten. So etwas mitzuerleben entschädigt einen für jede Träne, die man weint, wenn sie einen wieder verlassen.

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EINE EINZIGE LIEBESERKLÄRUNG, DANKE für diesen wunderbaren Beitrag.

Ich möchte keinen einzigen Tag missen, und es war nicht nur Wunschkonzert angesagt.

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Kerstin, so schön geschrieben, ich danke dir :kuss:

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Jo, also zum Thema Straßenhunde. Zunächst: Ich würde immer wieder einen Hund von der Straße aufnehmen.

Wir haben den Lucky, jetzt 12 Jahre alt, vor ca. 11 Jahren übernommen. Er wurde mit ca. einem halben Jahr an der Múlltonne gefunden, wo er nach Futter suchte. Eine Spanierin nahm ihn auf, ließ ihn aber weiterhin streunen wie er wollte. Lucky ist ein total lieber Hund, verträglich mit wirklich allen Lebewesen. Das Streunen hat er aber nie abgelegt.

Dann war da bis vor kurzem die Kimba, Podenco, sie wurde ca. 11 1/2 Jahre alt (geschätzt). Übernommen hatten wir sie vor 10 1/2 Jahren. Sie wurde von einer Deutschen aufgenommen. Kimba hockte verschüchtert unter einem geparkten Auto. Bei der deutschen Frau war Kimba nur wenige Tage, dann kam sie zu uns.

Kimba hatte vor allen möglichen Dingen Angst: vor Plastikflaschen, Stöcken, Stühlen, Fliegen ... die Liste ist schier unendlich. Sie hatte geschwollene Lymphknoten und in den ersten Monaten dauernd Fieberschübe. Es ist nie herausgefunden worden, was da los war, in ihrem Körper.

Kimba kannte kein Kuscheln, keine Berührungen, kein Streicheln. Zu fremden Leuten ging sie jahrelang nicht hin. Hunde mochte sie überhaupt nicht. Die wurden direkt ohne Vorwarnung angegriffen.

So, mit den Jahren hat sie Besucher freundlich begrüßt und sich sogar Streicheleinheiten abgeholt. Bei uns war sie dann ganz verschmust und liebte Berührungen. Die Ängste sind geblieben, die Aggression Hunden gegenüber auch. Die Lymphknotenschwellungen waren irgendwann weg und damit auch die Fieberschübe.

Dann ist da die Emma, die wir selbst am Strand fanden. Sie war laut Tierarztschátzung 6 Wochen jung. Sie war panisch, als wir sie fanden. DAs war früh morgens. Ob sie wegen der Nacht (oder Nächten) am Strand noch Angst vor Dunkelheit hat, weiß ich nicht. Ansonsten hatte sie ihre Angst ganz schnell verloren und sich sehr sehr schnell eingelebt.

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Ich traue mich schon gar nicht mehr hier mit zu schreiben, so berühren mich die Beiträge.

Lucie selber hat bei meiner Familie immer ein Lieb-Hab-Bonus durch die Strangulierungsnarbe an ihrem Hals.

Aber auch Yerom, der Meide-Schäfer, erzogen mit einem Teletak-Halsband, vom Züchter in Deutschland, wird nicht vergessen.

Nur ist er so unendlich zurück haltend ängstlich .

Da ist die Lucie, als ehemaliger Straßenhund , so ganz anders im Nehmen, so voller erwartender Freude, als wenn doch alles nur schön sein kann.

Der deutsche Schäfer ist da soo ganz anders, abwartend, vorsichtshalber knurrend, zurück schreckend, böses ahnend.

Eigentlich müsste es doch umgekehrt sein, die geprügelte ,fast zu Tode strangulierte Straßenhündin voller Rückhaltung.

Ist aber genau umgekehrt.

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Tja, jeder Hund reagiert wohl anders. Ich wundere mich sehr oft über Hunde, die misshandelt wurden und dann so ein Vertrauen in Menschen haben. Keine Ahnung, wie diese Hunde das schaffen.

Ich denke, es liegt auch ein wenig am Grundcharakter des Hundes, wie bei uns Menschen auch. Die einen sind Sanguiniker und machen aus allem das Beste, die anderen eher melancholisch und kriegen das Erlebte kaum verarbeitet.

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Wenn ich eines von meinen Tieren gelernt habe, sie leben im hier und jetzt. Keine Vergangenheit oder Zukunft. Der Augenblick und die Intuition zählt.

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