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Hundeforum Der Hund
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Mit Yoko stoßen wir an unsere Grenzen

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Hallo liebe Forengemeinde,

Ich habe ein dickes Problem mit unserer "Pflegehündin" (Ich denke nicht das sie noch vermittelbar ist, zumindest nicht mit unserem derzeitigen Problem, deswegen bleibt sie bei uns.)

Erst einmal zu uns, ich bin 21 und studiere jetzt mein drittes Semester auf Lehramt.

Wohne bei meinen Eltern in einer kleinen Stadt im Ruhrgebiet. Zu uns gehört Nuki unser 4 1/2 jähriger Boxerrüde, mit dem gibt es überhaupt keine Probleme.

Da ich selbst engagiert im Tierschutz bin und wir schon immer "Notfelle" bei uns aufgenommen haben, würde ich schon sagen das wir Hundeerfahren sind.

Nun zum eigentlichen Problem Labrador-Mix Yoko, jetzt 16 Monate alt.

Kam mit 6 Monaten aus schlechter Haltung zu uns, hat in katastrophalen Zuständen gehaust, mit 4 anderen Hunden. Wir wissen das die Hunde nur selten gefüttert wurden und teilweise mit Kabelbindern festgebunden wurden, nie rauskamen und auch nicht sonderlich gut behandelt wurden. Yoko wurde zeitweise sogar, am linken Hinterbein, an die Decke gehangen. Deshalb ist der linke Hinterfuß leicht verkümmert und sieht leicht defomiert aus, sie kommt aber super damit klar!

Nun arbeiten wir seit 10 Monaten an dem "alles Fressen" -Problem. Yoko versucht, vermutlich aufgrund ihrer Vergangenheit und aus Angst kein Futter mehr zu bekommen, alles zu fressen und wenn ich alles sage meine ich ALLES!

Obwohl sie bei uns natürlich regelmäßig gefüttert wird schlingt sie alles weg.

Draußen Eicheln die rumliegen, Äste, Steine, Papier, Plastik etc.

Alles was sie eben so findet, sie schlingt es mit einem Haps runter, was bei den oben genannten Dingen natürlich nicht ganz ungefährlich ist. Ohne Maulkorb geht draußen gar nichts!

Im Haus die selbe Problematik alles was nicht niet und nagelfest ist wird verschlungen. Wobei hier noch zu erwähnen wäre das sie an Rinderhufen z.B. nicht viel Interesse zeigt. Anfangs hat sie versucht auch diesen runterzuschlucken, hat logischerweise nicht funktioniert und dieser wurde dann liegen gelassen. Futter verteidigt sie nicht, auch nicht gegen Nuki, andere Ressourcen wie Spielzeug werden auch nicht verteidigt. Sie ist generell ein sehr umkomplizierter Hund, sehr sozial verträglich und trotz ihres Alters sehr "vernünftig", liebt Menschen und Kinder, kein Jagdtrieb, orientiert sich toll an "ihren" Menschen. Alleine bleiben kann sie auch, allerdings nur mit MK.

(Wir haben einen Gittermaulkorb mit dem die prima trinken kann, draußen muss sie allerdings einen anderen Maulkorb tragen, da sie sonst mit der Zunge Steine, Eicheln etc. aufnimmt.)

Sonst fängt sie an die Möbel zu fressen, nach essbarem zu suchen. Es ist so als ob sich ihr ganzes Leben um Futtersuche dreht. Es geht ihr um nichts anderes, nur ums Fressen!

Auf den Hinweis einer Trainierin hin haben wir ihr Futter solange nachgefüllt "bis sie nicht mehr konnte". Das traf aber nicht ein, Yoko schlang alles herunter, übergab sich und wollte sich anschließend erneut darüber hermachen.

Ich weiß das Ferndiagnosen immer schwierig sind, besonders bei so einem speziellen Fall. Denn Yoko's Verhalten ist schon krankhaft.

Aber vielleicht hat jemand Vorschläge für verschiedene Lösungsansätze, eine Art Brainstorming.

Liebe Grüße,

Sonya mit Nuki und Allesfresserchen Yoko.

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Hm, das mag vielleicht auch an der schrecklichen Vorgeschichte der Hündin liegen, andererseits hört es sich für mich aber auch ziemlich Labrador-Junghund-typisch an.

Mein Youngster ist jetzt sechs Monate alt und nahm, wenn er konnte, auch alles auf. Wie du es beschreibst; Eicheln, Vogelbeeren, Pilze, Exkremente... alles. WENN er konnte, und ich habe sehr bald dafür gesorgt dass er nicht mehr konnte.

Sprich: zunächst mal nur an der Leine gelaufen damit ich die Kontrolle behalte, alles was interessierte wurde von mir mit einem "Nein" unterbunden, bzw. wenn er es doch schon aufgenommen hatte sofort und unmissverständlich aus der Schnauze geholt. Ließ er die Dinge bei "Nein" schon liegen gab es eine besondere Belohung, also was richtig Leckeres aus meiner Hand.

Mittlerweile hat sich das schon deutlich gebessert, ich muss zwar noch aufpassen aber längst nicht mehr so viel wie vorher.

Auch meine Hündin hatte das im Junghundalter, bei ihr waren es vorwiegend menschliche Exkremente die sie interessierten und wenn sie da was in die Nase bekam war sie weg und schlang es runter bevor ich piep sagen konnte. Mit ihr habe ich ein geschlagenes Jahr sehr sehr ausdauernd und konsequent daran gearbeitet, in derselben Form wie ich es jetzt mit dem Junior tue. Und mit Erfolg.

Bleib dran, ich glaube Konsequenz ist da das absolute Mittel der Wahl.

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Nach deiner Schilderung ist es ein neurotisches Verhalten. Solche Verhalten werden stereotyp und exessiv ausgelebt wenn die Psyche irgendwann dauerhaften nervalen Spannungen nicht mehr gewachsen ist und klassische inadäquate Reaktionen kein inneres Gleichgewicht mehr herstellen können.

Ob und wieweit ein solch manifestiertes Verhalten dauerhaft umkehrbar ist, kann man im Einzelfall schwer beurteilen. Prognosen können nur nach intensiver Beobachtungen gemacht werden. Grundsätzlich möglich ist es jedoch.

Mit dem aufgesetzten Maulkorb kannst du vorerst mal das Verhalten zumindest begrenzen, löst aber das Problem nicht wirklich und fördert wahrscheinlich nur den Erfindungsreichtum des Hundes seinen inneren Zwängen nach zu gehen.

Ich würde dir einen wirklich guten Verhaltensterapheut empfehlen ( keinen der überwiegenden 08/15 Trainer ), der sich der Sache begleitet von einem Tierarzt annimmt.

Solche Neurosen können nur beeinflusst werden, wenn man sie durch andere vorübergehend ersetzt. Man bietet der Psyche quasi eine Interimslösung in einer Form, die für das Tier weniger gefährlich ist und die man selber besser kontrollieren kann. Idealerweise durch eine einfache inadäquate Reaktion ( Übersprungverhalten, Ersatzhandlung, objektübertragene Reaktion ). Funktioniert das, teraphiert man diese neue und baut sie sukzessiv ab. Ein langer Weg mit schwer einzuschätzendem Erfolg.

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Ich würde dir einen wirklich guten Verhaltensterapheut empfehlen ( keinen der überwiegenden 08/15 Trainer ), der sich der Sache begleitet von einem Tierarzt annimmt.

So sollte es eigentlich sein, ging heute morgen zu schnell:

Ich würde dir einen wirklich guten Verhaltenstherapeut empfehlen ( keinen der überwiegenden 08/15 Trainer ), der sich der Sache annimmt und von einem Tierarzt begleitet wird.

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Hi,

ich gehe mal davon aus, dass sie die Mangelsituation über einen langen Zeitraum erlebt und damit verinnerlicht hat.

Vielleicht muss man mit einer Gegensituation (Futter im Überfluß) genauso lange gegen dieses Verinnerlichung arbeiten. Also nicht nur ein oder zwei Mal, sondern über Wochen. Damit die neue Erfahrung genauso lang und eindrücklich ist, wie die alte, die überdeckt werden soll.

Halt nichts, was im Magen aufquellt. Reis, Kartoffeln, gekochte Karotten oder so.

Aber das ist nur eine Laienidee.

Gruß

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Schau dich mal bei Mogens Eliasen Fütterung um, gibt hier einen Thread von 2010 und www.

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Erstmal danke für die Antworten!

SabineG:

Es ist mir durchaus bewusst das Junghunde gerne Sachen aufnehmen, letz endlich erkundet so ein Rüpel die Welt ja mit dem Maul! Und so ein Abbruchkommando muss natürlich erstmal gelernt werden und der Junghund muss verstehen das es sich lohnt eben nichts aufzusammeln. Mit der selben Methode haben wir auch bei Nuki gearbeitet.

Ich kann mir auch durchaus vorstellen, das der Labbi in ihr das ganze nochmal verstärkt, aber als typisch Labrador würde ich das nicht bezeichnen.

Bei Yoko hat das alles nämlich ganz andere Ausmaße. Das ist nicht das typische Junghund "Oh, da riecht was gut, das ess ich mal schnell bevor Frauchen es sieht"-Verhalten. Yoko frisst alles was nicht fest ist, man kann es auch nicht als fressen bezeichnen, sie schluckt. Sie schlingt alles weg. Jeden Stein, jeden Ast, einfach alles. Dabei ist sie so schnell, da kann man gar nicht reagieren, sie schluckt ja einfach nur..

Aber ich denke du hast recht mit Konsequenz sind wir ja auch schon weiter gekommen. :)

Gerhard:

Ich vermute auch das es sich bei Yoko um neurotisches Verhalten handelt.

Wobei sie in den letzten Monaten (seit ca. 2 1/2 Monaten akzeptiert sie den MK komplett) d.h. wenn sie ihn auf hat verhält sie sich wie ein "normaler" Hund.

Ohne Maulkorb verfällt sie wieder in Rauschähnliche Zustände die man, meiner Meinung nach, gut an Jagdhunden beobachten kann. Beim Jagen schaltet ein Hund ab. Genauso ist es bei Yoko sobald der MK ab ist, ist sie ein anderer Hund und sucht verzweifelt nach Nahrung, ihre Pupillen werden enorm groß.

Das Maulkorbtraining war auch nicht einfach, sie wirkte nach dem aufsetzen apathisch. Mittlerweile weiß sie, dass wenn sie den MK aufbekommt wir kurz zusammen ein wenig Kopfarbeit machen (Tricksen) und sie dann zu ruhen hat bzw. wir dann unsere Runde beginnen.

Sie spielt, seit sie den MK akzeptiert hat, auch mit anderen Hunden und schnüffelt in der Gegend rum, was vorher nicht der Fall war. Stupides nebenher laufen und verzweifelt sein wegen dem MK waren sonst der Fall.

Wir haben ja Fortschritte gemacht, zwar winzig kleine in einem langen Zeitraum aber es sind Fortschritte.

Jetzt weiß ich nur nicht wie ich ansetzen soll, damit man das MK-Verhalten auch auf den Normalzustand ohne Maulkorb übertragen soll.

Könntest du denn einen Trainer empfehlen der sich mit solch einer Problematik auskennt? Oder mir Ansätze nennen welche Ersatzhandlung ich ihr in diesem Fall anbieten kann?

Südamerika:

Wir barfen beide. Meines Wissens nach quellt das nicht.

Wie gesagt so einen ähnlichen Ansatz haben wir schon ausprobiert, aber eben nur einmal, Yoko war völlig aufgekratzt, hat solange gefressen bis sie sich übergeben musste und wollte es wieder aufnehmen.

Ich bin mir nicht sicher wie das aussehen würde wenn wir das über einen längeren Zeitraum machen würden.

Ms. Libs: :) Danke, werd ich mal durchstöbern!

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Ich weiß ja nicht, wo du wohnst, aber ich stelle hier mal den link zu der für mich besten Hundetrainerin (oder Tierlehrerin) ein.

Vielleicht ist ja einer der Tierlehrer bei dir in der Gegend.

www.institut-feltmann.de

Ich habe zwar keine Problemhunde, hatte aber dieses Jahr das Vergnügen, ein Seminar bei Frau Feltmann zu besuchen und habe da auch Arbeit mit nicht ganz so einfachen Hunden beobachtet.

Vielleicht kann mir dir ja helfen.

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Ich würde dir einen wirklich guten Verhaltensterapheut empfehlen ( keinen der überwiegenden 08/15 Trainer ), der sich der Sache begleitet von einem Tierarzt annimmt.

So sollte es eigentlich sein, ging heute morgen zu schnell:

Ich würde dir einen wirklich guten Verhaltenstherapeut empfehlen ( keinen der überwiegenden 08/15 Trainer ), der sich der Sache annimmt und von einem Tierarzt begleitet wird.

Es gibt auch Tierärzte mit dem Zusatz Verhaltenstherapie, vielleicht wäre das auch eine Option.

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Meine laienhafte Idee wehre den Hund zu "Schnullern", d.h. ihn beim Spaziereingehen einen Gegenstand immer Tragen zu lassen. In meiner Nachbarschaft wird ein Hund "Geschnullert" weil er beim Spielen im Übersprung oft geschnappt hat nun trägt er immer einen Ball im Maul und es gibt kein Problem mehr.

Bei euch wehre ein Ball nicht gut, da er schluckbar ist, aber eine leichte Hantel oder ein entsprechend großer Dummy könnte gehen.

Damit könnte man auch Übungen machen wie, absitzen lassen den Dummy verstecken und sie zum suchen schicken und so. So könnte man, falls sie wehrend der Konzentration des Suchens nicht aus Übersprung frisst, langsam immer größere Strecken ohne Schnuller aufbauen.

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