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Hundeforum Der Hund
bombo

Fristlose Kündigung des Mietvertrages wegen Hund -groß und schwarz

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Liebes Forum,

niemals hätten wir gedacht, dass es einmal soweit kommen würde, aber wir haben nun ein echtes Problem!

Seit 22 Jahren bewohnen wir in einer sehr ländlichen Gegend in Bayern eine Doppelhaushälfte. Der Komplex umfasst zwei Häuser, die dem Vater meines Mannes gehören. Immer wieder dürften wir in der Vergangenheit die Hunde (Golden Retreviers) meiner Schwiegermutter in Pflege nehmen, dafür waren wir gut genug.

2009 zog dann unser erster eigenen Hund ein, selbstverständlich wusste dies auch der Vermieter. Ein Dobermannrüde, der leider mit erst 2,5 Jahren starb. Vier Wochen nach seinem Tod zog in 02/2012 ein neuer Dobiwelpe ein. Auch dieser wurde gut sozialisiert, wir besuchten die Hundeschule und haben einmal pro Woche unseren Hundetrainer hier vor Ort. Unser Dobermann ist friedlich, Jagd nicht (auch keine Katzen), ist völlig stressfrei im Umgang mit Kindern. Es gab keinerlei Vorfälle, es liegen auch keine Anzeigen vor. Wir machen keinen Schutzdienst und unser Dobermann ist selbstverständlich nicht kupiert.

Im Nachbarhaus wohnt ein endvierziger Mann. Zudem hatten wir immer einen guten Kontakt, besonders in der Zeit seiner Scheidung war er jeden Abend bei uns zu Gast und war zum Essen eingeladen. Wir wussten, dass er sich mit seiner Ex-Frau eine erbitterte Schlacht um die Tochter liefert und mittlerweile so durch ziemlich alle Gerichtsinstanzen tingelt.

Die Anschaffung unserer Dobis begrüßte er immer sehr, er fühle sich damit auch hier in der einsamen Gegend viel sicherer. Trotzdem ließen und lassen wir niemals unseren Hund allein im gemeinsamen Vorhof. Unser Garten ist bereits seit Einzug ringsum mit 1,80m hohen Sichtschutzwänden komplett zu, unser Hund kann also auch nicht 'ausbrechen'.

Seit Mai diesen Jahres teilt sich der Nachbar nun mit seiner Ex-Frau das Sorgerecht der 8-jährigen Tochter. Diese wohnt 14 Tage beim Vater und dann wieder 14 Tage bei der Mutter in einem Nachbarort.

Diese Tochter war auch bei uns zu Besuch (wir haben Fotos) und da ist sie völlig angstfrei im Umgang mit unserem Hund, streichelt ihn auch. Unser Dobi ist immer sehr entspannt gewesen, legte sich irgendwann ab und für ihn war das Thema erledigt.

Im September maulte uns unser Nachbar dann plötzlich an, wir sollten unseren Hund gefälligst immer angeleint haben, seine Tochter habe Angst vor dem Hund. Wir vereinbarten daraufhin einen Termin mit unserem Hundetrainer gemeinsam. Dieser stellte fest, dass unser Hund völlig uninteressiert an dem Mädchen ist, sie nicht anbellt oder überhaupt berührt. Er versuchte dann unserem Nachbarn zu erklären, dass wir gemeinsam gerne einen Weg finden würden, dem Kind die Angst zu nehmen, boten gemeinsame Stunden an. Das wurde schroff abgelehnt: der Hund sein groß und schwarz, die Tochter habe Angst und will nicht kooperieren.

Nun hat mein Mann in einer ganz anderen Sache Streit mit seinem Vater (der auch der Vermieter unseres Hauses ist) und siehe da, wir bekamen ein Schreiben vom Rechtsanwalt. Im Anhang ein Schreiben des Nachbarn, seine Tochter habe Angst vor dem Hund, er und Tochter fühlen sich bedroht, denn es sei ein großer, schwarzer Hund. Daher müsse der Hund weg.

Der Rechtsanwalt erklärte weiter, dass man prinzipiell davon ausgehen müsse, ein Dobermann sei aggressiv und es demnach wohl nur eine Frage der Zeit, wann er das Kind anfällt. Bis 30.11.2013 muss der Hund verschwunden sein, andernfalls bekommen wir die fristlose Kündigung.

Woher der 'Wind weht' ist schon klar! Aber kann man tatsächlich nur aufgrund der Annahme, ein Hund könnte gefährlich sein, uns zur Abschaffung zwingen? Wir empfinden dies als Stigmatisierung einer einzigen Hunderasse, die weder in Bayern als Kampfhund gilt, noch gelistet ist.

Überhaupt sind wir über das ganze Geschehen entsetzt und haben nun Angst, unseren Hund und/ oder unser Heim zu verlieren.

Kennt sich jemand mit der Gesetzesgebung aus? Klar haben wir bereits einen Rechtsanwalt eingeschaltet, aber ich erhoffe mir hier einfach noch viel mehr Information zum Thema.

Vielen Dank für Eure Unterstützung!!!

Grüße

bombo

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Bei Streit ums Kind fällt mir gleich ein: díe Mutter hat Stress gemacht! Wenn der Hund da ist, darf sie nicht zum Vater! (Und nicht wirklich wegen dem Hund, der ist nur ein willkommener Grund! :( Klingt für mih jedenfalls so! :( )

Sind die Fronten schon so verhärtet, dass ruhige Gespräche gar nichts mehr bringen? Denn selbst wenn Ihr den Hund abgeben würdet, werdet Ihr doch Eures Lebens da nicht mehr froh, weil Ihr dem Nachbarn die Schuld daran gebt! :( :( Oder wenn Euch vom Gericht Recht zu gesprochen wird, gibt es auch weiterhin Stress mit dem Nachbarn!

Doofe Situation, keine Ahnung, wie das rechtlich aussieht! Das sollte doch Euer Rechtsanwalt am Besten wissen, denn solche Dinge wie "hab ich mal gehört" oder "ist der Freundin der Schwester eines Freundes mal passiert" hilft Euch ja auch nicht wirklich weiter!

Ich wünsche Euch viel Glück, dass sich das gut lösen läßt!

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Ganz blöde Situation...

Rechtlich stellt sich erstmal die Frage, gibt es einen schriftlichen Mietvertrag und falls ja, was steht da über Haustiere?

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Nee, die Mutter ist es nicht, mit der haben wir schon gesprochen. Die kennt unseren Hund, hat selbst keine Angst und versteht nicht, dass die Tochter Angst haben soll. Vielmehr versucht der Vater mit allen Mitteln, dass seine Tochter bei ihm bleibt, erfüllt ihr dafür jeden Wunsch...

Aber mir geht es auch um was anderes: wieso soll ein Hund, weil er schwarzes Fell hat und mittelgroß ist, automatisch ein aggressives Potential haben, ein blonder Goldie sei hingegen eine die Nachbarschaft nicht störende Hunderasse (so der O-Ton des anderen Rechtsanwaltes) ???

Ein Hund ist letztlich das Produkt seiner Erziehung!

Viele Grüße

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(bearbeitet)

Mietvertrag ist 22 Jahre alt und es steht gar nix drin zur Hunde -/ Haustierhaltung. Der Vermieter weiß aber seit 2009 (mit Erstanschaffung eine Hundes) , dass wir einen Dobermann haben. Wir waren bei ihm ja auch mehrfach mit unserem Hund zu Besuch bei ihm und/ oder er bei uns.

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Auch mein erster Gedanke war: Da geht es eigentlich um das Umgangsrecht fürs Kind.´

Ich denke das Beste ist zu versuchen eine Kompromisslösung gemeinsam mit dem Nachbarn und dem Vermieter zu suchen.

Dies könnte ein Anbieten eines Wesenstestes für den Hund, ein angeleintes Führen des Hundes ausserhalb der Wohnung/ auf dem Grundstück ( notfalls sogar ein Tragen eines Maulkorbes ) sein.

Findet man mit diesen Angeboten einen Kompromiss, so müsste derHund nicht abgegeben werden und vielleicht beruhigt sich in einiger Zeit die Lage und man kann nochmal über Lockerungen der freiwilligen Auflagen reden.

Ich kenne hier in Berlin eine Halterin eines ausgeglichenen und netten schwarzen Riesenschnauzerrüdens, die vom Nachbarn ausgehend Ärger mit dem Vermieter bekam, da der grosse schwarze Rüde eben Angst einflößte. Mit dem Kompromiss des Tragens eines Maulkorbs in Treppenhaus und Fahrstuhl wurde dem Nachbarn der Wind aus den Segeln genommen, der Vermieter war zufrieden und Frauchen und Riese haben ihre Ruhe. Und den Rüden stört der Maulkorb absolut nicht, zumal es immer nur für Minuten ist und er dann wieder ohne laufen kann.

LG Heike

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Schwarze Hunde haben da einfach Pech.

Nicht umsonst sitzen die oft länger im Tierheim, weil sich niemand interessiert.

Ist ein Phänomen, dass sich nur schwer erklären lässt.

Zum Rest, ich würde versuchen, alle Parteien an einen Tisch zu bekommen und eine Lösung zu finden.

Denn wenn es vor Gericht geht, verliert ihr auf jeden Fall.

Auch wenn die Hundehaltung dann rechtlich anerkannt werden würde, wovon ich ausgehe, da es ja jahrelang geduldet wurde, habt ihr 2 Feinde, mit denen ihr auskommen müsst.

Ein Gewohnheitsrecht liegt vor, da der Hund vom Vermieter länger als 6 Monate wissentlich geduldet wurde.

Daher würde Euch kein Gericht der Welt zwingen, zwischen Wohung un Hund zu entscheiden.

Aber der Preis ist halt sehr hoch.

Daher redet miteinander und findet eine Lösung

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Für mich hört sich das nach Einschüchterungstaktik an.

Ich würde mir ebenso einen rechtlichen Beistand (Anwalt oder Mieterbund) holen und mich dann an einen Tisch setzen. Wenn Dein Hund unauffällig ist, solltest Du keine Angst zu haben brauchen.

Irgendwie kommt mir die Sache komisch vor und ich glaube, dass da auch ein anderer Grund ist, warum da auf einmal so getrommelt wird.

Abgesehen davon - da Dein Hund auch mit dem Trainer zusammen desinteressiert war - ich glaube nicht, dass eine Kündigung auf dieser Grundlage bestand hat. Zumal - der Winter steht vor der Türe. Da setzt man niemanden einfach mal vor die Türe nur weil jemand angeblich Angst vor einem Hund hat.

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erstmal, Mietvertrag ist Mietvertrag, und bedarf keiner schriftlichen Form.

Die Fristlose Kündigung kann gar nicht rechtens sein, nicht mal ne normale Kündigung ist unter den Umständen möglich.

Widersprecht auf jeden Fall dem Ansinnen des gegnerischen Anwaltes.

also, keine Panik

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Nochmal zurück zum rechtlichen ;)

Rasse und Farbe tut nichts zur Sache. Es geht nur darum, ist Hundehaltung erlaubt oder nicht.

Wenn ein schriftlicher Mietvertrag besteht, indem keine Regelung zum Thema Tierhaltung getroffen wurde - wie in eurem Fall - wird die fristlose Kündigung nur schwer durchsetzbar sein.

Und eine mündliche Erlaubnis hat nur Gültigkeit, wenn im Vertrag keine Klausel steht, die eine Schriftformerfordernis verlangt.

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