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polar-chat.de  Der Hund
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Spaziergang mit Schrecken

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Hallo Ihr Lieben,

ich muss Euch meinen gestrigen Spaziergang mit Blümchen erzählen, der beinahe zum Albtraum wurde.

Bei uns in der Gegend gibt es eine Art Nationalpark mit viel Heide und noch mehr Wanderwegen. Viele kannte ich nicht, konnte aber ja nicht so schwer sein.

Da mein Mann aus gesundheitlichen Gründen nicht gut laufen kann, entschlossen wir uns: ich laufe mit Hund von Parkplatz X zu Parkplatz Y, wo mein Mann mit dem Auto auf uns wartet und dann fahren wir gemeinsam nach Hause.

Grobe Skizze angeschaut auf dem Parkplatz, okay...ca. eine halbe Stunde Weg...machbar für Blümchen mit kaputten Hinterpfötchen und für mich mit kaputten Gelenken ( Rheuma ).

Wir laufen los und mein Mann fährt zum Parkpatz, wo ich ankommen sollte.

Während Hundi und ich liefen merkten wir schon, dass die Sache schwieriger und offensichtlich länger wurde.

Plötzlich endete der Weg an einem geschlossenen Wildgatter, ich schon leicht panisch mit Blümchen umgekehrt. Ich hatte Angst mich so zu verlaufen, dass ich nicht wieder rauskam.

Weit und breit keine Menschenseele, habe aber nach 1,5 Stunden den Ausgangsparkplatz wieder gefunden...Mein Mann am anderen Parkplatz und er hatte kein Handy!!!!!!!

Was so eine kriminalistisch veranlagte Frau ist, die denkt sich mal so: "Frau kommt nicht an, Mann kommt an Ausgangspunkt zurück". Immer noch keine Leute, keine Autos nichts....auch kein Mann, der zurück kommt!!!!

Habe dann in meiner Verzweiflung, es regnete in Strömen, ca. 4 Grad, meine Freundin telefonisch nach mehreren Anläufen erreicht und sie holte uns mit dem Auto ab. Unser Wohnort war ca. 10 km entfernt.

Haben dann noch meinen Mann eingesammelt, der vor Sorge schon halb tot war!!!!

Mein Mann hatte deswegen gewartet, weil ein Jogger uns gesehen hatte und meinte in einer halben Stunde wären wir wohl am Parkplatz meines Mannes.

Leute, ich hatte so eine Panik und habe nicht geglaubt, dass der Regen durch Winterjacke, Rolli bis zum BH durchdringen kann,

Wir waren fertig und nass bis auf die Knochen :wall:

Habe dann erfahren, dass die Strecke ca. 9km lang war ( wenn man durchgekommen wäre ). Die sind Blümchen und ich auch " locker " gelaufen, da wir nach der Hälfte der Strecke ja umkehren mussten :D

Noch heute steckt mir der Schreck in den Gliedern aber wir haben es alle fast unbeschadet überstanden =) Heute ist Ruhetag :kaffee:

Kennt Ihr solche Horrorspaziergänge auch?

Sorry, war was lang geworden.

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Klar kenne ich solche Horrorspaziergänge auch, wenn auch nicht mit Hund.

Harrachov vor Jahren im August. Dort ist eine große Sprungschanze. Wir wollten nicht den Lift nehmen, sondern hochlaufen. Was wir nicht wußten - nach einer halben Stunde steilem Aufstieg kam aller 10m ein Graben, den man überspringen mußte. Der anfängliche Enthusiasmus war spätestens vorbei, als wir uns nach einer weiteren halben Stunde aus Kräftemangel auf allen vieren durch die Gräben schleiften, es ging ja immer weiter steil bergauf - runter wäre nur gegangen, wenn wir runtergerutscht wären, aber wir wären jedesmal in die Gräben gefallen...

Bergauf war die einzige Option.

Nach 2 1/2 Stunden mit zitternden Knien oben angelangt, sahen wir in der Ferne Wolken aufziehen, dort ist das Wetter sehr wechselhaft. Runter ging es einen schmalen steilen Schotterweg, auf dem man mehr rutschte, als lief. Wer schon mal

oben auf einer Sprungschanze gestanden hat, weiß, wie steil das ist.... Ich frage mich heute noch, wie wir das überlebt haben. In der Ferne Donnergrollen, wir die steilen Stufen an der Schanze runter und dann den Ablaufberg, steil und rutschig.

Das Donnergrollen und die schwarze Wand kamen näher und näher, erste Tropfen

fielen. Der Ablaufberg ging in eine steile Betonstraße über, die man wenigstens runterrennen konnte. Unten stand ein großer Restaurantpavillon, den wir buchstäblich in letzter Sekunde erreichten, bevor ein furchtbares Unwetter losbrach, sogar einige Scheiben des Pavillons wurden zerstört und ein Teil des Daches verschwand.

Unser "Spaziergang" dauerte 4 1/2 Stunden und es war der schlimmste meines Lebens. Weitere schlimme machten wir in Tunesien und auf Mallorca - aber ich will hier keinen Roman schreiben

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Hi,

oh ja.

Ich bin im Schneetreiben auf dem Feld von der Dunkelheit überrascht worden. Keine 3 Kilometer von den Häusern entfernt. Aber ich habe nichts, gar nichts mehr gesehen. Wusste auch nicht mehr, ob ich nun auf dem krumeligen Weg oder auf dem Feld laufe. Und in welche Richtung. Weiter auf die Felder oder in Richtung Zivilisation.

Es war g r a u e n ha f t.

Und mit der Zeit bekam ich richtig Angst. Keine Ahnung, wie lange ich Flucht aus Sibirien gespielt habe.

Aber nach einer gefühlten Ewigkeit und tiefgefrorer Nase habe ich endlich die Bäume gesehen, die den Weg zu den Häusern markierten.

Zum Glück hatte just an diesem Tag meine Fellnase das erste Mal das Leuchthalsband um. Sonst hätte ich sie an die Leine nehmen müssen und bei dem teilweise gefrorenen und glatten Untergrund wäre das echt gefährlich gewesen.

Den Gang vergesse ich nie!

Gruß

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Jau, ich hatte im Frühjahr auch sowas. Habe mich in einem Waldstück verlaufen in dem ich mich nicht gut auskenne. Und vor lauter Abbiegen war ich irgendwann komplett orientierungslos (und schon Stunden unterwegs!) .

Ich ließ mich dann mehr oder weniger von Ollie führen und sagte ihr noch (nutzbringend oder nicht?) "Such das Wasser!" .. denn dort gab es einen See, und wenn ich den gefunden hätte wäre auch die Orientierung wieder da.

Und ich war, als ich das zu meinem Hund sagte, nur noch etwa fünf Minuten vom See entfernt, wäre aber niemals von allein in diese Richtung gegangen weil ich sie für falsch hielt.

Aber ich sagte zu Ollie, sie soll das Wasser suchen und sie schlug diesen Weg ein. Ich frage mich bis heute ob sie mich wirklich verstanden hat oder ob es ein Zufall war.

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(bearbeitet)

Ja!

Vor einigen Jahren war ich wie so oft mit Hund und damals meinen Eltern im Wald unterwegs.

Ein Teil der Strecke war trocken, der andere Teil hatte Pfützen, und nicht zu knapp, was wir natürlich vorher nicht absehen konnten.

Irgendwann wurde der Weg von solch einer Pfütze regelrecht blockiert, so dass man nur mit einem großen Satz drüber kam. Mein Hund lief frei und suchte sich seinen Weg und ich hielt es für schlau, mich an einem großen alten Baum festzuhalten, um mit Schwung über diese Pfütze zu kommen.

Auf einmal wurde es warm an meiner Hand und es glitt etwas entlang.

Ich gucke, gucke wieder weg und gucke wieder, da hatte ich mir beim Festhalten am Baum mal eben ein Loch zwischen beide Finger gestoßen, hatte es aber erst mal nicht gemerkt und es blutete wie Sau.

Gott sei Dank waren meine Eltern bei mir, denn wir hatten noch eine gute halbe Stunde zu Laufen. Meine Mutter plünderte währenddessen ihre Taschentuchvorräute. ;)

Es endete dann damit, dass ich noch ins Krankenhaus musste und die Stelle genäht werden musste. Blöder Baum der ...

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Wir (ich und zwei Freundinnen) waren 1998 in Australien. Unser Campingplatz für zwei Nächte war bei einem Vorort von Sydney, etwa 5 Minuten Fahrt mit einem Bus vom Bahnhof zum CP. Abends wollten wir noch einen Film sehen, Kino am Bahnhof direkt, und als der endete, fuhr der nächste Bus erst ca 40 Minuten später.

Wir kannten ja aber den Weg! War nicht weit, nur den Berg hoch, Kurve folgen, dann rechts abbiegen zum CP. Allerdings kein Gehweg, und nur eine recht vielbefahrene Straße.

Wir dachten also (ok... ich geb zu, ICH dachte :D ) dass man ja durch den, im Tal gelegenen Nationalpark (mit gutem Fußweg) gehen könne, der müsste ja direkt unter dem CP entlang führen. Wir müssten folglich nur die nächste Abzweigung nach links nehmen, das würde uns dann nahe an den Campingplatz bringen.

:kaffee:

Nun ja, es gab keinen Weg nach links. Nur nach rechts (weiter ins Tal rein).

Also gehen wir gradeaus, denn umdrehen... nee, das wäre ja zu lang.

Je weiter man geht, desto länger wird erfahrungsgemäß der Rückweg, aber es kam und kam und kam kein "links".

Meine eine Freundin bekam schon leichte Angstanfälle, es wurde ja schon dunkel, aber Freundin A und ich als alte Pfadfinder konnten sie überzeugen, dass sich 100% kein Triebtäter nachts in den Nationalpark stellt, in der Hoffnung dass da eine oder mehrere Frauen vorbei kommen :D

Wir spielten dann "Wer bin ich" um sie abzulenken.

ENDLICH ein Weg nach links, wir kamen in ein Wohngebiet. Inzwischen war es Mitternacht (Film war um 19:30 zu Ende... :kaffee: ) und fast alles dunkel.

Klingeln?

Haben wir uns nicht getraut. Irgendwo muss ja eine Tankstelle sein!

Zu unserem Glück hat in Australien McDonalds 24/7 geöffnet, und wir krochen hundemüde hin.

Die junge Frau hinter der Theke kannte den Campingplatz allerdings nicht. Wir wussten zwar die Straße, aber so aus dem Kopf...Was ein Glück, dass dort eine Straßenkarte als Tischunterlage vorhanden war!

Die gab sie uns mit und zeigte uns noch, wo man lang muss damit wir zu der Straße kommen wo der CP liegt.

Als echte Frauen sind wir dann natürlich noch einmal rechts statt links abgebogen und mussten eine Strecke nochmal wieder zurück - ja, ich hab "geführt" :redface und dann kamen wir irgendwann (2:00 Uhr) auf dem Campingplatz an.

Also ehrlich gesagt war das für mich kein wirklicher Horror. Im Gegenteil, ich finde es heute noch und fand es damals schon sehr, sehr lustig. Aber ich war nicht alleine, ich hatte Freunde dabei und das Wetter war angenehm warm.

:D

Im Wald hab ich mich auch mal verlaufen als 19jährige. Nicht dass ich nicht wusste wo ich bin - ich wusste nur nicht mehr, wie ich von meinem Standort zum Auto zurück finde ;)

Hab dann die Försterei gefunden und dort gefragt - war aber eine lange Tour. Marlowe fand das toll :D

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@ mohammed

das ist ja witzig ( nicht das Erlebnis von Euch ) sondern, dass ich die Schanze von Harrachov kenne und vor vielen Jahren da mal war.

Mein Kopfkino hat mitgearbeitet und ich konnte mir euer Erlebnis bildlich seeeeehr

gut vorstellen !

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Fein, anastacia, dass Du die Gegend kennst, vielleicht nimmst Du das gleich mal zum Anlass, wieder mal hinzufahren und zu gucken, ob Dir die Wanderung genauso

viel "Spass" bringt, wie das bei uns war.

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Oje wie schlimm.

Fühle mit dir.

Hatte das ja im Sommer selber noch.

Hatte glaub auch ein Thema hier.

Im Grunde wollte ich mal nen neuen Weg gehen, dieser endete nach 1 stunde in einem Wendekreis mitten im Wald. Dabei war das ein Schotrerweg kein schleichweg oder so.

Ich hatte kein Bock wieder ne stunde berg auf zurück zu laufen und bin einfach in so ne Rückegasse rein. Die Richtung kannte ich ja und der weg muss ja auc gleich kommen den ich sonst gehe.

Weit gefehlt.

Ich war mitten im Busch voll schlamm mit 3 Hunden an der leine die wegen wild geruch zogen wie irre.

Kein Handynetz.

So bewachsen das ich mich grad so durch quetsche. Konnte.

Nach gefühlten 1000 std sah ich endlich den weg nur war dazwschen noch ein Anhang und ein Bach.

Aufem Hintern da runter über den Bach gesprungen blieb mein schuh stecken. Musste ihn frei schaufeln. Konnte ihn aber so nicht mehr anziehen. Also Barfuss weiter. Bis ich endlich wusste wo ich war. Dann noch mal 30min bis ich netz hatte und mein Freund anrufen konnte. HORRORTRIPP!!

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Hier! Ich mach so Sachen auch hin und wieder ;)

2010 hab ich meinen Freund das erste mal zum Wandern mitgenommen. Da die Wanderung als leicht beschrieben wurde wollten wir Anfangs nur Trekkingschuhe anziehen. Dann entschieden wir uns aber die Bergstiefel einzulaufen - zum Glück!

Wir gingen los, ein breiter Schotterweg mit vielen Familien. Dann kam eine Brücke über einen wilden Bach. Und dann ging es los. Ein schmaler, matschiger Pfad führte uns im Zick-Zack den Berg rauf. Um 17:00 Uhr waren wir immer noch nicht am Gipfel und die Stimmung kippte, mein Freund schrie mich an, er will hier nicht verrecken. Ich versuchte ihm zu erklären, das der Rückweg zwar tatsächlich noch lang war und wir den nicht mehr bei Tageslicht schaffen, aber wenn wir über den Gipfel laufen und auf der anderen Seite runter die Almstraße nehmen können. Er moserte weiter. Um 17:30 Uhr waren wir am Gipfel, er war herrlich! Kein Mensch, kein Tier und man höre nichts vom Lärm im Tal! Auf dem Rückweg mussten wir nochmal mit dem Kompass navigieren, da eine Abzweigung kam, die so nicht in der Karte war. Als es anfing zu dämmern waren wir auf der Almstraße und gingen den Rest mit Taschenlampen. Alles kein Thema.

Mittlerweile gehen wir gerne spät los und im Dunkeln zurück. So dunkel wie in den Bergen wird es in der Stadt nicht und die Ruhe ist unvergleichlich. So kann man sogar in Gebieten mit Bergbahn die Ruhe genießen, da diese spätestens um 17 Uhr ihre Arbeit einstellt. Man sollte allerdings die erschwerte Navigation und die Temperaturen nicht unterschätzen.

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