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Hundeforum Der Hund
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Wie ich das mit der Souveränität gelernt habe

Empfohlene Beiträge

Guten Abend,

manch einer von euch wird sich vielleicht noch daran erinnern. Vor 2 1/2 Jahren habe ich hier ein Thema eröffnet, in dem es darum ging, wie ich Ruhe und Souveränität ausstrahlen kann. Hier mal der Link: Ruhe und Souveränität ausstrahlen

Durch einen Umstand erinnerte ich mich wieder daran und las mir das Thema nochmals durch.

Nun möchte ich euch berichten, wie es fast 2 1/2 Jahre später aussieht und meine Gedanken dazu niederschreiben.

Zunächst einmal abermals Danke an alle Foris und Ex-Foris, die mir damals geholfen haben :kuss:

2 Jahre sind eine lange Zeit. In dieser langen Zeit ist viel passiert. Ich habe meinen Hund von einer neuen Seite kennen gelernt. Ich habe aufgehört meinen Hund in eine Form pressen zu wollen und mich einfach auf ihn eingelassen. Und siehe da, er ist gar kein Arschloch, sondern eigentlich ganz nett ;)

Man liest hier im Forum so oft, dass man sich einfach auf den Hund einlassen soll. Doch zwischen lesen und es auch erfolgreich zu machen ist ein riesiger Unterschied. Ich kann selbst nicht genau beschreiben, wie das letztendlich funktioniert. Es ist wie eine Mischung aus einer 'Leck mich am Ärmel'-Einstellung und dem guten alten Bauchgefühl. Es hat irgendwann einfach KLICK gemacht und das in einer Situation, in der ich das nicht erwartet hätte.

Doch wenn es KLICK gemacht hat, ist es ein geiles Gefühl. Es fühlt sich an, wie wenn Tonnen an Ballast von den Schultern herunter krachen.

Ich schrieb, dass er sich nicht mit Rüden versteht. Hat er damals auch nicht. Aber jeder noch so unausgeglichene Hormonschub kriegt sich irgendwann wieder ein. Mein Hund zeigte mir, dass er durchaus höflich mit anderen Hunden, egal welchen Geschlechts, kommunizieren kann. Ich lernte seine Körpersprache kennen und sie zu deuten. Tinnu (die leider nicht mehr hier ist), würde sagen, dass wir einen gemeinsamen Takt bei unserem Tanz gefunden haben ;)

In den letzten Jahren haben wir etwas sehr Schönes erleben können. Ich durfte Odin auf seinem Weg des Erwachsenwerdens begleiten und er mich. Wir sind beide gereift und haben voneinander gelernt.

Das hat uns sehr zusammen geschweißt. Wir sind beide nicht perfekt und müssen es auch nicht sein. Ich bin nur ein Mensch und er nur ein Hund. Es gibt zwar immer noch Tage, an denen es nicht so läuft wie sonst, aber auch diese Tage gehören dazu. Nur die Tage, an denen ich mir heulend den Kopf zerbrochen habe, die gehören nicht mehr dazu.

Gelegentlich muss ich mich zwar erinnern, dass ich nichts muss, sondern alles will, doch das ist menschlich in meinen Augen. Besonders, weil sich die 'Ich muss'-Haltung bei mir ziemlich eingenistet hat (in anderen Bereichen) und ich versuche es ihr so ungemütlich wie möglich in meinem Kopf zu machen.

Ein weiterer positiver Punkt ist, dass ich Stolz zulasse. Zwar bis jetzt nur sehr wenig (Eigenlob stinkt ;) ), aber immerhin kann ich mich über Erfolge mit Odin freuen. Vieles habe ich immer als selbstverständlich hingenommen und immer nur andere HH gesehen, die besser waren. Doch Vergleiche machen ziemlich unglücklich. Zwar ertappe ich mich immer wieder dabei, es wird allerdings schon besser. Hundehaltung ist kein Wettbewerb.

Heute war ich mal wieder stolz auf ihn, weil er den gruseligen Mann im Dunkeln nicht doof angemacht hat, sondern sich an mir orientiert hat. Und das, obwohl nebendran sein Hundekumpel sich bellend in die Leine geschmissen hat. Es ist wichtig für mich diese kleinen Erfolgserlebnisse bewusst wahrzunehmen, denn das gibt Kraft.

Nun, das ist doch mehr geworden wie geplant. Ich dachte mir, hier im Forum sind täglich Themen über Erziehungsprobleme, sodass ich mal einen Erfolg teilen wollte :)

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Je eher wir unseren Hund sehen, wie er wirklich ist,

umso eher wird er so sein, wie wir es uns wünschen.

Ja, so habe ich mich lange mit Aias gefühlt, bis es endlich Klick gemacht hat. :)

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Das hört sich soooooo toll an und es freut mich sehr für euch, das ihr euren Takt gefunden habt, weiter so :klatsch::klatsch:

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Auch wenn es manchmal ein steiniger Weg ist, ist es wichtig dann zurück zu schauen um zu sehen was man erreicht hat

Ihr könnt zu Recht stolz sein :)

Lg Birgit

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Das liest sich einfach wunderbar :)

und ich kann total nachvollziehen, was du meinst! es ist ein herrliches Gefühl, wenn man sich einfach aufeinander verlassen kann...

Mit Finn ging und geht es mir ähnlich! irgendwann unterwegs hat es aufgehört kompliziert zu sein... ;)

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Originalbeitrag

Guten Abend,

manch einer von euch wird sich vielleicht noch daran erinnern. Vor 2 1/2 Jahren habe ich hier ein Thema eröffnet, in dem es darum ging, wie ich Ruhe und Souveränität ausstrahlen kann. Hier mal der Link: Ruhe und Souveränität ausstrahlen

Durch einen Umstand erinnerte ich mich wieder daran und las mir das Thema nochmals durch.

Nun möchte ich euch berichten, wie es fast 2 1/2 Jahre später aussieht und meine Gedanken dazu niederschreiben.

Zunächst einmal abermals Danke an alle Foris und Ex-Foris, die mir damals geholfen haben :kuss:

2 Jahre sind eine lange Zeit. In dieser langen Zeit ist viel passiert. Ich habe meinen Hund von einer neuen Seite kennen gelernt. Ich habe aufgehört meinen Hund in eine Form pressen zu wollen und mich einfach auf ihn eingelassen. Und siehe da, er ist gar kein Arschloch, sondern eigentlich ganz nett ;)

Man liest hier im Forum so oft, dass man sich einfach auf den Hund einlassen soll. Doch zwischen lesen und es auch erfolgreich zu machen ist ein riesiger Unterschied. Ich kann selbst nicht genau beschreiben, wie das letztendlich funktioniert. Es ist wie eine Mischung aus einer 'Leck mich am Ärmel'-Einstellung und dem guten alten Bauchgefühl. Es hat irgendwann einfach KLICK gemacht und das in einer Situation, in der ich das nicht erwartet hätte.

Doch wenn es KLICK gemacht hat, ist es ein geiles Gefühl. Es fühlt sich an, wie wenn Tonnen an Ballast von den Schultern herunter krachen.

Ich schrieb, dass er sich nicht mit Rüden versteht. Hat er damals auch nicht. Aber jeder noch so unausgeglichene Hormonschub kriegt sich irgendwann wieder ein. Mein Hund zeigte mir, dass er durchaus höflich mit anderen Hunden, egal welchen Geschlechts, kommunizieren kann. Ich lernte seine Körpersprache kennen und sie zu deuten. Tinnu (die leider nicht mehr hier ist), würde sagen, dass wir einen gemeinsamen Takt bei unserem Tanz gefunden haben ;)

In den letzten Jahren haben wir etwas sehr Schönes erleben können. Ich durfte Odin auf seinem Weg des Erwachsenwerdens begleiten und er mich. Wir sind beide gereift und haben voneinander gelernt.

Das hat uns sehr zusammen geschweißt. Wir sind beide nicht perfekt und müssen es auch nicht sein. Ich bin nur ein Mensch und er nur ein Hund. Es gibt zwar immer noch Tage, an denen es nicht so läuft wie sonst, aber auch diese Tage gehören dazu. Nur die Tage, an denen ich mir heulend den Kopf zerbrochen habe, die gehören nicht mehr dazu.

Gelegentlich muss ich mich zwar erinnern, dass ich nichts muss, sondern alles will, doch das ist menschlich in meinen Augen. Besonders, weil sich die 'Ich muss'-Haltung bei mir ziemlich eingenistet hat (in anderen Bereichen) und ich versuche es ihr so ungemütlich wie möglich in meinem Kopf zu machen.

Ein weiterer positiver Punkt ist, dass ich Stolz zulasse. Zwar bis jetzt nur sehr wenig (Eigenlob stinkt ;) ), aber immerhin kann ich mich über Erfolge mit Odin freuen. Vieles habe ich immer als selbstverständlich hingenommen und immer nur andere HH gesehen, die besser waren. Doch Vergleiche machen ziemlich unglücklich. Zwar ertappe ich mich immer wieder dabei, es wird allerdings schon besser. Hundehaltung ist kein Wettbewerb.

Heute war ich mal wieder stolz auf ihn, weil er den gruseligen Mann im Dunkeln nicht doof angemacht hat, sondern sich an mir orientiert hat. Und das, obwohl nebendran sein Hundekumpel sich bellend in die Leine geschmissen hat. Es ist wichtig für mich diese kleinen Erfolgserlebnisse bewusst wahrzunehmen, denn das gibt Kraft.

Nun, das ist doch mehr geworden wie geplant. Ich dachte mir, hier im Forum sind täglich Themen über Erziehungsprobleme, sodass ich mal einen Erfolg teilen wollte :)

Sehr schön :klatsch: du sprichst mir von der Seele!

Ich hatte mit meinem Second Hand Hundi auch so manches Thema am Anfang und wir sind gemeinsam groß geworden und heute fragen mich manche beim Gassi sogar erstaunt, wie der Hund so brav wurde.

Achja, und ich finde "Eigenlob stinkt" ist ein echt alter Glaubenssatz, der uns nur klein hält, den darfst du ruhig über Bord werfen und dich an deinen Erfolgen richtig freuen und stolz sein!! Ich finds auch klasse, dass du sagst du bist aufmerksamer und bemerkst jetzt, was eigentlich prima läuft und den Fokus dafür zu bekommen ist echt spitzenmäßig und zeigt, wie achtsam du geworden bist!!

Alles Gute weiterhin

=)

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Toll, sowas ist schön zu lesen :klatsch::respekt:

Ich kannte den "Ursprünglichen" Thread nicht, hab ihn mir gerade durchgelesen und erkenne auch mich und mein Früchtchen darin wider.

Es ist schon seltsam, dass es doch einigen so geht. :???

Ich denke das führt auch darauf zurück das einfach viel Erwartet wird von Hundehaltern.. der Hund muss das können, der Hund muss jenes können, das darf man nicht, .. und um gottes willen - nur kein gekrabbel unter Hunden! :Oo

Ich persönlich find auch je mehr man Weiss desto mehr denkt man nach. Bevor ich mich so viel mit dem Thema Hund und der Erziehung auseinander gesetzt habe, hab ich halt alles ganz unbefangen gemacht, ganz aus dem Bauch raus, je mehr ich wusste dest mehr hab ich überlegt -> Folge war das ich mich dadurch selbst total unsicher gemacht hab :wall:

So blöd&einfach es klingt - am besten aus dem Bauch raus entscheiden. Alles was passiert hat seinen Grund und fertig. Wenns nur nicht so schwierig wäre das wirklich so umzusetzen .. ;)

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Das ist das Schöne an einer gelungenen Hunde-Mensch-Beziehung, dass man gemeinsam wächst und von einander lernt!

alles Liebe

SUsi

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Haha... Ich erkenne mich und Lemmy auch zu fast 100% hier wieder :D

Irgendwann habe ich aufgehört, meinen Hund zu etwas formen zu wollen, von dem ich annahm, dass die Umwelt das möchte.

Und ich habe geschaut, was er mir von sich aus, ohne dass ich es erwarte, anbietet. Das habe ich dann angenommen - und schau an, jetzt bietet er mir das an, was ich vorher mühsam mit Befehlen hätte erzwingen müssen.

Er kann mit Rüden umgehen, ohne sie gleich anzukeifen - wir umgehen fremde Rüden dennoch lieber, aber das ist meine Entscheidung und ich möchte das eben so.

Alles ist noch nicht gelöst - wird es vermutlich auch nicht mehr - aber was solls! solange mein Hund niemandem ans Bein pinkelt oder Leute anspringt, ist es doch wirklich egal, ob er "bei Fuß" an den Menschen vorbei geht oder eben nicht. Ich bitte ihn "komm mal auf die Seite" (mit entsprechender Handbewegung natürlich :D ) und dann läuft er eben etwas seitlich. Muss er sitzen wenn wir über die Straße wollen? Nein, wozu! Er steht ja eh gleich wieder auf.

Mag gut sein, dass ich keinen perfekt erzogenen Hund hier habe - aber wir beide sind so herrlich zusammen gewachsen, dass mir das echt sch... egal ist :D

Schön, wenn du das auch so erleben kannst - vor allem deutlich schneller als ich und Lemmy :zunge:

Edit: Wow, sind viele Leute in den letzten 2 Jahren "verschwunden" :o

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