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Hundeforum Der Hund
csteinmueller

Verhalten während der Hundeschule

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Nun meine Frage, auf die mir die Hundetrainerin spontan auch keinen Rat geben konnte (außer dass er erregt sei) : Wie bekomme ich solche Situationen in den Griff? Wobei die Frage: was ist die Ursache? wahrscheinlich noch besser wäre.

Ich hoffe Ihr könnt mir helfen.

Vielen Dank schonmal

Christian

Ein triebiger, unausgeglichener Hund ohne klare Erziehung. Keine klaren Regeln, keine Autorität. Und dann fragst du zum "Warum"?

Der Hund macht was er will.

Was genau bewegt dich zu dieser absoluten und endgültigen Aussage? Erscheint in meinen Augen überzogen, wenn nicht gar an den Haaren herbeigezogen.

Da es aber auch konstruktive Beiträge gab, welche alle auf 1-2 Themen abzielen, habe ich mir folgenden überlegt:

1. Besuch des Hundeplatzes (umliegendes Gelände) und gemütliches spazieren gehen bzw. einige unserer Übungen.

2. Besuch des Hundeplatzes während keine Kurse stattfinden.

3. Am Sonntag ist ein Longierkurs. Ich würde zum zuschauen mit ihm hingehen, und abbrechen bevor es eskaliert.

Bevorzugt in der Reihenfolge.

Wenn ich nun davon ausgehe, dass eine mögliche Lösung des Problems das aufsuchen der Gegend / des Platzes ist. Wobei statt Spiel eher Training angesagt sein sollte. Wäre es dann nicht auch richtig anzunehmen, eventuell an der Leine / Schleppleine zu arbeiten, damit er die Gegend gar nicht mit Freilauf assoziiert?

Danke und Gruß

Christian

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Balou ist' wenn man es von ihm verlangt, sehr gelassen.

Hi erstmal :winken: und Eines vorab: Du hast einen 11 Monate alten Jungspund - der kann schon recht viel, aber Nichts ist sicher abrufbar - dazu ist er (alterentsprechend) noch viel zu "durchgeschüttelt" von allen möglichen Dingen (Entwicklung, Pubertät, Sich-Ausprobieren, Dinge kennenlernen ...etc. ).

Nichts von dem was er tut, macht er aus irgendwelchen "Machtansprüchen" heraus oder um dich zu ärgern - er KANN einfach nicht anders ... und es liegt an dir ihn zu lehren, wie er etwas besser machen kann.

Der von mir zitierte Satz oben verursacht bei mir aber ein Grumbeln im Bauch - woher weißt du, dass dein Hund auf VERLANGEN sehr gelassen ist?

Eigentlich wollte dein Hund ja etwas Anderes und gibt nur auf Kommando (Verlangen) hin Ruhe - das hat erst mal nichts mit Gelassenheit zu tun.

Gelassenheit kommt aber aus Erfahrungen, die einem helfen zu unterscheiden, wann Aktion gefordert ist - und wann eben nicht.

Mit 11 Monaten kann dein Hund noch nicht über ausreichend Erfahrung zum richtigen Einschätzen haben - und bei deinen Informationen kommt schon recht deutlich rüber, dass die Erfahrungen zumindest auf dem Hundeplatz für vielerlei Dinge gegeben wurden ... aber nicht mit Hauptaugenmerk auf Gelassenheit.

...

Lieber Gruß

Moni

Hallo Moni,

ich gehe, wahrscheinlich eher unwissend, von Gelassenheit aus, da er sich nicht abwartend hinsetzt/-legt, sondern wie eben schon erwähnt Siesta hält oder anfängt gemütlich auf seinem Knochen zu kauen. Es kann natürlich sein, dass ich da vollkommen falsch liege.

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3. Am Sonntag ist ein Longierkurs. Ich würde zum zuschauen mit ihm hingehen, und abbrechen bevor es eskaliert.

Meinst Du nicht, dass es dafür noch etwas zu früh ist? Ich würde erst mal 1 und 2 abarbeiten und ihn höchstens beim Longieren zuschauen lassen, so lange noch kein anderer Hund rennt - sonst hast Du das gleiche Problem in grün...

Und natürlich für Ruhe und Aufmerksamkeit bestätigen. Im Moment zählt jeder Blick in Deine Richtung. Klickerst Du?

Gruß Gaby

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@ Christian: Ja, vermutlich macht es Sinn, dieses Arbeiten an Ruhe und Konzentration im Hundeplatz- und Arbeitsumfeld zunächst abzusichern. Wenn Dir der Hund dann durchstartet, ist sein Verhalten ja ein großes Stück selbstbelohnend. Das würde Dich in der konstruktiven Arbeit jedes Mal ein Stück zurück werfen.

Wichtig finde ich, dass Du Dich selbst genau beobachtest, wie Du auf die Verhaltensweisen Deines Hundes eingehst. Für was bekommt er Aufmerksamkeit (und auch Gemecker ist Aufmerksamkeit), für was bekommt er eine Korrektur/Strafe bzw. wird einfach mit etwas in dem, was er vorhat, gestört, und für was bekommt er gezielte positive Verstärkung. Oftmals merkt man selbst einfach nicht, wie viel unerwünschtes Verhalten man selbst unbewusst verstärkt und somit weiter fördert.

Einen Longierkurs zu betrachten ist sicher schon ein fortgeschrittener Part. Ich kenne einige Hütehunde, die es auch nur schwer ertragen können, andere Hunde dabei erregungsfrei zu beobachten. Geh nicht zu schnell vorwärts, lieber sicher und mit viel Erfolg.

LG Anja

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Hallo,

da man doch recht häufig über das Thema stolpert, hier ein kleines Update für jene die es interessiert. Ich habe die Zuguckstunde beim Longieren ausfallen lassen.

Stattdessen habe ich einige Ratschläge befolgt.

Ich habe mir das Buch "Stressfrei über alle Hürden" gekauft. Die Fälle im Buch sind zwar oftmals Extremfälle, trotzdem habe ich Balou bei einigen Problem sehr gut wiedererkannt. Zudem haben wir mit dem Clickertraining angefangen. Nach einigen Recherchen habe ich das "Konditionieren auf den Clicker" in 1-minütigen Einheiten angefangen. 2-3 Einheiten je Tag über 3 Tage.

Im Bezug auf das "Problemterritorium" haben wir 1 Woche lang 1 x täglich den Hundeplatz besucht und außerhalb Übungen gemacht.

Nach dem aussteigen aus dem Auto 30-60 Sekunden

Clicker-/Aufmerksamkeitstraining aus dem Buch . Die Autorin nennt die Übungen Doggy-Zen (aktive Aufmerksamkeit) sowie das "Hand-Target Spiel" welches wir zuhause schon geübt hatten.

Danach gab es für ihn 10-15 Minuten Spaziergang um ein Feld, wobei das Ziel der Hundeplatz war. Genauergesagt außerhalb an der Stelle, an welcher die Hunde beim Training angeleint sind.

Dort haben wir 5-10 Apports geübt, am Ende gefüttert, Beendigungssignal gegeben und zurück zum Auto.

Die ersten beiden Tage war er beim Ankommen am Platz noch tierisch aus dem Häuschen. Allerdings auch etwas verdutzt wo denn seine Kollegen heute sind. Wir haben an diesen Tagen noch kurze Leinenarbeit direkt am Eingang gemacht. Ab dem dritten Tag dann lediglich wie oben beschrieben.

Und dann, eine weitere Woche später, war das nächste Treibball / Apportiertraining. Die Gruppe wurde zwischenzeitlich von 1 x 6 Teams auf 2 x 3 Teams aufgeteilt.

Wir haben nun das, was ich die vergangenen 2 Wochen trainiert habe, versucht einzubauen. Balou bliebt anfangs im Auto und kam auch nach jeder Trainingseinheit wieder dorthin.

Als er an der Reihe war, haben wir uns Stück für Stück Richtung Trainingsplatz vorgearbeitet. Aber immer noch außerhalb des Geländes. Anfangs noch mit Sichtschutz (Haus). Beim dritten Durchgang dann mit direkter Sicht zu den anderen Hunden. Kurz abgelenkt, gewittert, beobachtet, nicht gebellt und sofort wieder abrufbar und mit der Aufmerksamkeit bei mir.

Am Ende der ersten Trainingseinheit waren wir an der Stelle, an welcher wir geübt hatten. 3 Meter Luftlinie von den anderen Hunden entfernt. Und nur Maschendraht dazwischen. Was soll ich sagen: er war wie ausgewechselt. Zu keiner Zeit länger als 5 Sekunden abgelenkt und voller Elan beim Apportieren.

Der Erfolg konnte sich in meinen Augen sehen lassen.

Gestern dann war die nächste Übungsstunde. 4 Wochen nachdem er auf dem Hundeplatz nur rumgepöpelt und geschrien hat.

Wir fingen direkt an der Stelle an, welche 3 Meter von den anderen Hunden entfernt lag. Er war wieder kurz abgelenkt, diesmal etwas länger (15 Sekunden ca) aber danach wieder voll bei mir.

Also Übungen machen und wieder ins Auto. Die letzte Etappe in dem Kurs war die erste Einheit auf dem Platz. Zwischen Balou und den anderen Hunden war eine kleine Hütte. Ab und zu hatte er Sichtkontakt, was aber nicht problematisch war-

Sein Verhalten war ebenso positiv wie außerhalb des Geländes. Jederzeit bei mir, freudig apportiert und nicht einmal gewillt sich von mir zu entfernen.

Ich bin sehr zufrieden mit uns.

Woran der Erfolg nun liegt (Aufmerksamkeitstraining, verstärktes Arbeiten am Gelände ohne Spiel, regelmäßiges Konditionieren des Apportierens zuhause) kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich aber alles zusammen.

Die nächsten Schritte sind nun das geografische herantasten an die eigentlichen Übungsstellen und als Krönung das verweilen zwischen den Trainingseinheiten auf dem Platz. Ich denke da ist ein Anfang auf Entfernung wieder die bessere Wahl.

In 2 Wochen geht es dann dort weiter wo wir aufgehört haben.

Gruß Christian

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Danke für das update. Na, das klingt doch schon sehr gut. Die Schritt-für-Schritt Methode ist sicherlich richtig für Euch, und dann klappt das auch mit der Reizschwellenerhöhung.

Gut so!

Gruß Gaby

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Schliesse mich Gaby an. Find ich toll wie ihr nun dran arbeitet :respekt: und so wie es aussieht, dein Hund auch ;)

viel Spass miteinander weiterhin

Gruss Eva

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Danke für den Bericht. Weiterhin viel Erfolg wünsche ich Euch.

Mich würde interessieren, ob er die Reize auch ohne Ablenkung aushalten könnte.

LG Anja

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Ich denke beim nächsten Training werden wir es ausprobieren, wie er die Reize ohne Ablenkung aushält. Es ist anfangs wahrscheinlich eine Sache der Entfernung. Das merke ich auch während unserer Spaziergänge. Er kommt mit abnehmender Entfernung zu anderen Hunden der Reizschwelle immer näher.

Allerdings habe ich, bis auf eine Übung aus dem Buch, noch keine Konkreten Trainingsbeispiele gefunden die auf die Erhöhung der Reizschwelle bzgl. eines Triggers abzielen.

Im Buch "Stressfrei über alle Hürden" wird das "Guck mal da Spiel" eingeführt. Am Beispiel anderer Hunde sieht das so aus, dass der Hund im Moment des Anschauens eines anderen Hundes ein Click+Belohnung bekommt. Wobei dabei das Timing als auch die Entfernung / Reizschwelle wichtig ist.

Leider ist dies nicht so einfach kontrolliert zu trainieren. Mein erster Versuch endete sofort mit einem überschreiten der Reizschwelle, wobei 10 Meter Entfernung ganz einfach zu gering waren.

Über Anregungen zur Senkung der Reizschwelle bin ich jederzeit offen.

Gruß Christian

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Ich würde solche Themen niemals clickern, daher bin ich da der falsche Ansprechpartner. Meine Ansätze sind autoritärer und fordernder, und sie laufen über körperliche Bewegungseinschränkung. Ich bin als Mensch in solchen Situationen aktiv, nicht passiv. Greife also eher korrigierend und Ruhe fordernd ein.

Das trainiere ich mit den betroffenen Menschen zunächst an künstlichen Reizen. Also mit Dir als Kundin würde ich nicht in Hundebegegnungen gehen, sondern erst mal an ner Futterschüssel, ner Würstchentüte, nem tollen Spielie, einem bewegten Spielie und dann vielleicht meinem irgendwo sitzenden Hund arbeiten.

LG Anja

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