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Hund pöbelt nach Kastration

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Hallo Community!

Ich habe das Forum über Google gefunden. Ich bin vor kurzem ins Ausland gezogen und mir fehlt jetzt etwas der Kontakt zu anderen Hundebesitzern. Ich dachte, das Internet kann mir da vielleicht helfen.

Ich hoffe es ist nicht schlimm, dass ich für meinen ein eigenes Thema aufmache, aber jeder Fall ist bestimmt individuell.

Also ich habe meinen ca. 1,5 Jahre alten Rüden kastrieren lassen, weil er einen Hoden im Bauchraum hatte, der entfernt werden musste.

Nach 1 Monat bin ich ausgewandert. Ich bin vom Land in eine Großstadt gezogen, wo der Hund jetzt auch ständig Kontakt mit anderen Hunden hat.

Es hat ganz friedlich angefangen, er hat etwas bei anderen Hunden gepöbelt und stellt seinen Kamm. Wenn ich ihn von der Leine lasse und frei mit den anderen tollen lasse, ist eigentlich alles okay.

Ich hab jetzt aber das Problem dass er vor kurzem angefangen hat Jogger anzupöbeln, das hat er vorher nie gemacht. Jetzt hat er wahrscheinlich zusätzlich Frust, weil er nicht mehr so oft von der Leine kann. Er lässt sich auch von tollenden Kindern ablenken... vorher haben die ihn nie interessiert, auch am Anfang hier in der Stadt nicht.

Die Verhaltensänderung könnte man dadurch erklären, dass er den Park vielleicht so langsam als sein Revier ansieht. Ich bin aber etwas ratlos, weil ihn scheint es nicht zu interessieren wenn ich ihn schimpfe, er macht dieses Verhalten immer wieder :wall:

Ich hab jetzt wieder angefangen ganz Konsequent ein Kommando zu machen, wenn er anfängt zu Pöbeln, also "Sitz" oder "bei Fuß", aber wie so oft scheint es ihn gar nicht zu beeindrucken wenn ich schimpfe, bzw. sobald er von der Leine ist, weiß er ganz genau dass ich nichts machen kann und geht durch. :wall:

Ich bin generell etwas ratlos, weil er scheint in abgezäunten Bereichen folgsamer zu sein, sobald er seine Freiheit riecht.. ist es aus, was sehr schade für ihn ist. Es hat sonst immer so gut geklappt dass er seine großen Runden wetzen kann auf den Wiesen, er hat sogar gute Kreise gemacht, ohne auf den Fußweg zu gehen, um die Leute zu stören. Das hab ich gerne Nachts bzw. spät abends gemacht, wenn keiner mehr auf den Wiesen ist.

Das meiste was mich eigentlich stört ist der Fakt, dass er jetzt auch Leute anpöbelt oder sie als Spielobjekt/Herausforderung sieht.

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Ich würde ihn erst mal Sichern wenn du ihn weiterhin von der Leine lassen möchtest (was ich nicht empfehlen würde) d.h Maulkorb.

Desweiteren würde ich, je nachdem wo du hin gezogen bist, mit einen guten Trainer suchen der sich euer Problem ansieht.

Ich denke das alles neu für ihn ist und er sich erst an die Situation gewöhnen muss. Schimpfen würde ich nicht mit ihm. Konsequent daran Arbeiten auf jeden fall.

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Das mit dem Hundetrainer wird nicht einfach, da ich die Landessprache noch nicht gut genug kann.

Aber wie arbeite ich konsequent daran, wenn er z. B. anfängt bei einem Jogger oder Kind zu pöbeln? Er ist darauf manchmal so konzentriert, dass er sogar meine Kommandos ignoriert. Wenn ich z. B. stehen bleibe und ihn "Sitz" machen lasse, kommt er nicht davon ab.

Es gibt auch abgezäunte Hundeparks in der Nähe, aber darin will er nicht rennen, ich weiß nicht warum. Er steht nur da und schnüffelt und manchmal winselt er auch, und ich weiß gar nicht was er hat.

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Tierazt fragen

es kann zu übermäßigen Testosteron in den Nebennieren kommen, was auch dieses Erscheinungsbild nach sich ziehen kann.

Kann durch Medikamente unterbunden werden bis sich die Nebennieren wieder normalisiert haben.

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Alles klar, danke!

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Nein, die Nebennieren werden nicht zu viel Testosteron bilden....

Ich denke eher, dass die Kastra fast gleichzeitig mit den "Kulturschock" (als Landei in die Großstadt)Deinen Hund verwirren und verunsichern. Dann "sagt" er sich: Angriff ist die beste Verteidigung... und handelt entsprechend.

Such Dir ein paar Leute, mit denen Du Dich mit deren Hunden treffen kannst, in der Regel ist es so, dass nach einem Kennenlernen das Eis schnell gebrochen ist. Er muß nicht mit jedem gut Freund werden, aber man lernt sich zu akzeptieren....

Weiterhin mußt Du auf kleine Signale achten, Deinen Hund dann ansprechen BEVOR er den anderen fixiert und zum Pöbeln ansetzt.

Wie, das hängt von Deinem Hund und Dir ab.

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dass er seine großen Runden wetzen kann

Hat er das vorher auch gemacht?

Wenn nicht, kann das ein Zeichen von Stress sein, dieser plötzliche Drang zu rennen. Oder auch mangelnde Auslastung?

Beides kann "Gepöbel" verstärken.

Wie ist euer Tagesablauf? Wieviel Zeit kannst du ihm widmen, was macht ihr in dieser Zeit?

Einen Zusammenhang mit der Kastration halte ich aber auch für möglich.

Es heißt, das Testosteron sei u.a. zuständig für Selbstsicherheit, Mut, "Selbstbewusstsein". Wenn es schwindet, werden manche Rüden unsicherer, vor allem im Kontakt mit anderen Hunden. Auch Unsicherheit kann der Grund für "Pöbeln" sein.

Wie ist das bei ihm, du kennst ihn am besten, hat sich sein Verhalten nach der Kastration geändert, mal abgesehen vom "Pöbeln"? Ist er etwas vorsichtiger, zurückhaltender geworden?

Warum ich "Pöbeln" in Anführungszeichen setze: ich stehe auf Kriegsfuß mit dem Begriff. Es klingt nach Geprole, nach Unhöflichkeit, nach Unerzogenheit

...und ist doch zumeist nur der vom Menschen unverstandene, verzweifelte Versuch des Hundes, mit einer für ihn ätzenden Situation irgendwie klar zu kommen.

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@Skita

Also positiv kann ich berichten, dass ich sogar das Gefühl habe, dass er jetzt öfter im Grünen ist. Es ist ein massiv großer Park direkt neben dem Haus, was ihn besonders stressen könnte sind vielleicht die vielen Tiere Krähen, Enten, Tauben, es sind massig viele davon im Park, außerdem viele viele Kinder, viele Jogger. Das kennt er momentan alles nur im kleineren Umfang. Bei uns aufm Dorf in der Natur hatten diese Vögel mehr Platz sich auszubreiten, deswegen waren nie so viele auf einem Haufen, hier kommen sie alle in den Park.

Die großen Runden ist er vorher schon gewetzt - er hat als Windhund ein großes Bedürfnis nach Rennen. Es war aber vorher immer sehr kontrolliert. Jetzt kommt er von seinem Ding ab, geht wie gesagt, auch Jogger an, oder rennt komplett aus der Sichtweite. Normalerweise war er immer gut auf mich fixiert, ist nie aus der Sichtweite gesprungen und hat große Kreise um mich gezogen.

@Juline

Also ich mache täglich 3x große Runden mit ihm. Was ich jetzt positiv berichten kann von gestern: Ich habe jetzt schon zwei Damen getroffen, die ca. zur gleichen Zeit mit ihren Hunden im Hundepark sind. Er hat sich gut mit den Hündinnen verstanden und schien gestern super ausgeglichen. Aber die Theorie mit dem "mangelnden Selbstbewusstsein" klingt plausibel. Er hatte gestern sofort einen Dämpfer, als eine Hündin etwas aggressiver wurde. Ich hab aber jetzt das Gefühl. Ich habe aber nun das Gefühl, dass es ihm wieder besser geht, wenn er Umgang mit Hunden hatte, mit denen er sich versteht.

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