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Hundeforum Der Hund
Gabyg

Rudelstellungen - Maike Maja Nowak neue Staffel

Empfohlene Beiträge

Zur Sendung mit Maja Nowak:

Wie auch bei anderen Hundeflüsterersendungen, fehlen entscheidende Sequenzen.

Man sieht nie den kompletten Konditionierungsvorgang und damit auch nicht die tatsächliche Einwirkung, die angewendet wird, damit der Hund auf die Zischlaute und das Handzeichen wie erwünscht im zurück bleiben oder sich zurückziehen reagiert.

Was man aber sieht, sind die veränderten Körpersignale die die Hunde zeigen. Zuerst "gehen sie nach vorne" , bevor sie von M.N. "behandelt" wurden, wenn sie Reizen bestimmten , wie zB.

Fremdhunden, Bedrängung durch Menschen usw. ausgesetzt werden.

Später haben sie dann meist sichtbar ein Halsband dran, das am oberen Teil des Halses, direkt unterhalb des Kopfes sitzt und sich ohne Zugstopp zuziehen und genau dort wo es sitzt, sehr schmerzhaft eingesetzt werden kann.

Die Körpersignale der behandelten Hund, von denen Nowak dann sagt, sie seien entspannt und würden die Führung so gut annehmen, sind meist alles andere als entspannt.

Von Züngeln, Lecken, Ohren anlegen, Pfoten heben bis hin zu Rute einziehen, sobald eine "kaum merkbare, scheinbar sanfte Einwirkung" kommt, beschwichtigen die Hunde und kommunizieren sehr deutlich: Ich achte auf das, was der Mensch macht, um schmerzhafte, erschreckenden Einwirkungen zu vermeiden.

Ja, Meideverhalten.

Meideverhalten ist aber nicht gleichzusetzen mit guter Sozialisierung und einem problemlosen Zurechtkommen mit der Umwelt.

Das KANN sich nach dem Erzeugen des Meideverhaltens durchaus noch entwickeln, wenn der Hund positive Erfahrungen macht.

Dabei kann der Hund sogar die Angst vor Strafe wieder abbauen.

Umso umweltsicherer er wird, umso weniger braucht er gedeckelt zu werden und er kann lernen, dass sich wehren (defensive Aggression) unnötig ist.

Auch offensive Aggression kann dabei entstehen, nämlich deshalb, weil der Hund durch die Einwirkungen kennenlernt, dass ein kommunizieren, sich ausdrücken untersagt und unterbunden wird. Aber prasseln dann irgendwann Reize auf ihn ein, die intensiver sind, als die Angst vor Strafe, dann wird nicht mehr gewarnt, sondern offensiv agiert.

Alles ein KANN, nicht MUSS, weil Verhalten durch sehr viele Faktoren beeinflusst wird.

Ich mag solche Vorgehensweisen, die über eine Symptomunterdrückung erwünschtes Verhalten erzeugen, nicht.Und wenn man es noch so fleißig damit rechtfertigt, der Hund braucht Führung und muss quasi zu seinem Wohl unterdrückt werden, weils "natürlich" und artgerecht sei.

Ja, der Hund braucht Führung - die kann man aber auch ohne diese Aversiveinwirkungen erarbeiten und zwar parallel mit einer Gewöhnung an Auslösereize mittels positiver Belohnung, sodass der Hund keine Veranlassung mehr empfindet, sich selbst zu verteidigen UND indem auf der Vertrauensbasis, die dabei entsteht dem Hund beibringt, dass Kommandos hilfreich sind, um sich sicher zu fühlen, sodass der Hund sich aus dem Bedürfnis der Sicherheit heraus am Menschen orientiert - und nicht aus dem Bedürfnis heraus, Strafe zu vermeiden.

In welcher "Stellung" er geboren wurde spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Sicher beeinflussen alle Eindrücke und Erfahrungen die der Welpe in den ersten Lebenswochen macht, sein späteres Verhalten, zusammen mit angeborenem Temperament und ähnlichen angeborenen Faktoren.

Die erlebten Erfahrungen der PRÄGEPHASEN bilden eine Basis, die später zum Tragen kommen kann - aber Hunde sind viel mehr als nur in irgendeine Stellung hineingeborene Positionsinhaber, welche unflexibel in dieser Stellung ein Leben lang verhaftet bleiben müssen, um ein zufriedenes Leben im Wohlgefühl leben zu können.

Zudem habe ich die Frage nach Beweisen, Langzeitbeobachtungen, Studien und das Beispiel mit den Welpen, die man von einer Amme in einem anderen Wurf großziehen lässt, deshalb hier in diesem Forum gestellt, weil hier eben auch Leute mitschreiben, die sich intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt haben und WENN es solche faktischen, fundierten Beweise geben würde, die die Rudelstellungsthese belegen können, wäre es von den Befürwortern doch ein einfaches, auf Quellen hinzuweisen.

Genauso, wie man auf fachlich fundierte Quellen hinweisen kann bzgl. Forschungergebnissen, an freilebenden Wölfen, an Forschungsergebnissen in Laboren bezüglich Lernverhalten usw.

Es steht jedem frei, wie er mit seinem Hund leben und ihn erziehen will.

Ich persönlich baue auf: Artgerechte Auslastung - artgerechte Kommunikation -Bindung - Vertrauen - Gewöhnung - Nutzung des Lernverhaltens mittels positiver Belohnung UND souveränem , konsequentem Umgang im Einfordern von Verhalten, das aus der Basis der ersten Begriffe sich entwickelnd aufgebaut wurde.

Und was ich bei Nowak und Co in den Sendungen sehe ist ganz einfach nur ein Einfordern von Verhalten mittels Strafreizen, psychischer und physischer Art - ohne sich mit dem Hund alles andere zuvor erarbeitet zu haben.

Und JA, das, was ich bevorzuge, geht auch bei Hunden, die schon verdorben, verzogen und sehr auffällig geworden sind. Man muss sie nämlich, um ihr Verhalten korrigierend zu beeinflussen, nicht über die Reizschwelle provozieren, um Aggressionen zu demonstrieren.

Ist zwar medienwirksam - hat ein guter Hundertainer aber gar nicht nötig. Der weiß, wie ein Hund bei Überschreitung der Reizschwelle reagieren wird und kann die feinen Signale lesen, die noch VOR einem aggressiven Ausbruch kommen und handelt deeskalierend und konfliktvermeidend, damit auch der Hund lernt, dass ER konfliktvermeidendn solche Situationen erleben und drauf ohne Aggressionen reagieren kann.

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Was mir in der Sendung - vorletzte Folge mit dem Dobermann - richtig gegen den Strich ging, war die Umsetzung der "Entschleinigung" nach RS

Ich habe selber bei meinen Hunden gemerkt, dass es wirklich eine gute Methode sein kann, die Hunde ruhiger und aufmerksamer zu bekommen, allerdings geht es dabei ja auch, den Hunden Zeit zu geben ihre Umwelt richtig wahrzunehmen (wenn ich es nach Rudelstellungen richtig interpretiert habe) und dies eben auch MIT dem Hund zu tun.

M.N. nun hat dies auf geschlossenem Hundeplatz mit Schleppleine gemacht und den Hund eben einfach gebremst - mehr nicht und das geht meiner Ansicht nach völlig an der eigentlichen Intention vorbei und hat damit so garnichts mehr zu tun.

(RS Leute mögen mich korregieren, wenn ich mit dieser Einschätzung falsch liege)

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Originalbeitrag

Genau das versuchen wir zu verhindern, wobei Dein Betrag dabei wenig hilfreich ist, weil unsachlich und unnötig.

Sorry. War nicht meine Absicht.

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Ich persönlich baue auf: Artgerechte Auslastung - artgerechte Kommunikation -Bindung - Vertrauen - Gewöhnung - Nutzung des Lernverhaltens mittels positiver Belohnung UND souveränem , konsequentem Umgang im Einfordern von Verhalten, das aus der Basis der ersten Begriffe sich entwickelnd aufgebaut wurde.

Ich auch.

Kann sein, dass wir darunter jeweils etwas Verschiedenes verstehen. Vielleicht ist es voneinander auch gar nicht so weit entfernt - da ich Dich und Deine Hunde sowie Euren Umgang nicht kenne und umgekehrt, kann ich das nicht beurteilen.

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Nachdem Polarchat heute im Zusammenhang mit Rudelstellungen gepostet hat, dass man nun etwas stringenter mit den "üblichen Verdächtigen" umgehen wird, anstatt zuzuschauen und irgendwann den Faden zu schließen (was bislang keinem so richtig half), möchte ich mal etwas zum Thema posten.

Mir liegt ein Statement seitens der Assistenz von Maike Maja Nowak vor:

"Frau Nowak ist [...] nicht von Frau Ertel beeindruckt, sondern vom Wiedererkennen von altem Wissen in ihrem Wissen."

Die Nowak hat ja an einem Seminar der Ertel teilgenommen. Ich kann sie in der neuen Staffel leider nicht mehr ernst nehmen. Das fatale an Rudelstellungen ist (wie auch bei Anhängern positiver Verstärkung), dass es nur ganz oder gar nicht heißt. Und so wird fast jedes Problem gleich irgendwie in Verbindung mit Rudelstellungen gebracht. Völlig gaga ist, einem Paar mit zwei Hunden zu empfehlen, einen dritten zu holen, damit eine wichtige RS-Planstelle besetzt wird. Da hat Nowak für mich die Erdatmosphäre verlassen und kreist irgendwo im Orbit rum. Schade schade, ich fand die Frau richtig gut.

Angiem1: Diese Art von Begründungen liest man immer wieder Angie. Gerade ich, der von pV-Puristen umgeben ist. Und es ist super für Dich, dass Du mit Deiner Vorgehensweise zufrieden bist und alles erreichen kannst. Ich vermute Du hast möglicherweise einfach noch nicht live erlebt, dass nicht alle Hunde für das "Kssscht" oder "Ssssss" oder überhaupt körpersprachliche Signale konditioniert werden müssen. Und das "Kschtt" nicht mal notwendig ist. Eigentlich muss das gar kein Hund. Bei manchen sollte man vorher lediglich an der Impulskontrolle und Aufmerksamkeit ggü Menschen gearbeitet haben, dann klappt das auch bei allerersten Mal. Das Bedrängen und Einschüchtern ist NICHT nötig. Das machen Trainer bei nicht aufmerksamen Hunden, um sie aus dem Modus rauszuholen, was man aber vermeiden und sehr sanft gestalten kann. Es ist halt immer eine Frage der Fähigkeiten und der Vorgehensweise des Trainers.

Ein Beispiel

Tina ist eine 4jähriger Labradorhündin. Ausgangslage: Besitzerin, Frau Wagner, ist schwanger, Tina hält sich an die meisten Regeln gar nicht: sie bellt dauerhaft, wenn es klingelt; bellt dauerhaft, wenn sie Richtung Spaziergang im Wald im Auto mitfährt; läuft sofort zur Tür und springt die Leute an, wenn es klingelt (die Zwischentür (Schwingtür) ist ganz schön zerkratzt deswegen); zieht an der Leine und läuft auf Hunde zu schnell zu; möchte in den abgegrenzten Rückraum nach einem Spaziergang nicht einsteigen, sobald das Auto offen ist springt sie rein und quetscht sich durch den Vordersitz auf die Rückbank, fertig. Bereits vom Züchter wurde Tina als sture Diva bezeichnet.

Die Hundehalter haben nach 4 (!!!) Trainern aufgegeben. Sie hätten mich nicht engagiert, wenn die Frau nicht schwanger wäre, was eine Änderung des Verhaltens notwendig macht und mich eine Freundin der Besitzerin begeistert empfohlen hätte. Trainerin 1 (damals war Tina noch sehr jung) empfahl ein Stachelhalsband. Das war das Ende der Zusammenarbeit. Trainerin 2 brachte beim zweiten Termin ein Zughalsband mit, was ebenfalls zum Ende der Zusammenarbeit führte. Wir haben es also mit Besitzern zu tun, die auf ihre Intuition hören. Sehr gut. Die dritte Trainerin war einmal da, schaute sich alles genau an und hat sich dann nie wieder gemeldet. Und dann war noch eine vierte da, die es mit Klicker versuchen wollte. Mehr weiß ich nicht darüber, aber die Hundehalter fanden das Geklicke unnatürlich und es kam dabei nach mehreren Stunden nichts Brauchbares rum, außer dass Tina auf den Klicker prima reagierte.

Und nun schätze mal ab, wie viele Studnen Du mit Deiner positiven Verstärkung benötigen würdest, um Tina das gewünschte Verhalten beizubrigen? Ich meine es ernst: Schätze mal kurz ab. In 5 Stunden schaffst Du alle genannten Probleme nicht, denke ich. 10?

Ablauf, erste Stunde: Tina begrüßte mich so, wie erwartet: Aufgrund des dauerhaften Gebells wusste ich sofort, zu welcher Außentür der Vorstandvilla ich hin musste. Bevor ich Frauchen sah, war Tina längst bei mir draußen gewesen. Zunächst besprachen wir ca. 30 Minuten lang die schon in einer Mail geschilderte Situation noch genauer und lernten uns (Menschen) kennen. Danach lernte ich Tina kennen, die mich während des Gesprächs anfangs kurz ausgiebig beschnüffelte (beschnüffeln durfte) und sich dann in einem anderen Raum ins Körbchen legte.

Ich bat Frau Wagner Tina das Halsband anzulegen und die Leine. Dann setzte ich mich in einem kleinen Abstand von ihr auf den Flurteppich. Frau Wagner saß mit etwas Abstand im Eck des großen Vorraums und sollte einfach gar nichts tun. So saßen wir da. Sie stand auf und wollte zu Frauchen, ich zog etwa 1 cm (superkurz) an der Leine. Sie drehte sich um, sofort lud ich sie per Körpersprache ein, sich wieder auf dem Teppich hinzulegen. Sie lag danach 30 cm von mir weg, während ich auf dem Boden saß. Als ich meinen Kopf irgendwann zu ihr drehte und an ihr hörbar schnüffelte, drehte sie ihren Kopf langsam weg. Daraufhin drehte ich mich vollständig von ihr weg und kratzte vor mir hin am Teppich. 30 Sekunden später fing sie erneut an, an mir zu schnüffeln und ich auch noch einmal ein wenig an ihr, aber an der Seite vorbei schauend (das alles hat nicht unbedingt sein müssen, es geht auch ohne). Erst als sie fertig war und sich erneut neben mich hinlegte, diesmal etwas näher, berührte ich sie mit dem Rücken meiner Hand an der vorderen Schulter und dann mit den Fingern kraulend unter dem Fang. Ich nahm ein kleines Leckerli aus meiner Jeanshintertasche und reichte es ihr. Aber sie schnüffelte kurz und nahm es nicht. Frau Wagner bot an, eigene Leckerlis zu holen. Ja! Ich bekam 6 ganz kleine Stückchen. Tina wurde nun neugierig. Die Nase arbeitete. Sie stand auf, kam mit dem Kopf näher. Ich schnüffelte an den Leckerlis und schloss meine Hand wieder. Sie schaute. So einen komischen Menschen hat sie wohl lange nicht (noch nie?) erlebt. Ich schnüffelte erneut an den Leckerlis. Dann schaute ich sie an. Bis sie mir in die Augen schaute. Ca. 3 Sekunden lang. Kurz. Aber für einen Hund und einen Fremden recht lang. Dann bekam sie das erste Leckerli. Das ganze gleich noch einmal: mein Finger zur Nase, sie schaut, 3 Sekunden, Leckerli. Dann stand ich auf und sagte "Komm". Das war überhaupt das erste Wort, das ich zu ihr an dem Tag sprach. Wir gingen durch das Esszimmer ins Wohnzimmer und auf dem Weg zurück ließ ich sie sich setzen, zeigte ganz sanft eine nicht einmal voll ausgestreckte Handfläche/-finger ohne ein Zischlaut und ließ die Leine fallen. Sie blieb sitzen während ich die Runde im Vorraum beendete. "Sie haben einen tollen Hund" sagte ich zu Frau Wagner. Dann schaute ich den Hund an: "Tina, komm".

Wir probierten das mit dem Klingeln. Frau Wagner ging raus, während ich mit Tina ins Esszimmer zu einem zweiten Körbchen ging. Es dauerte ungewöhnlich lange. Dann klingelte es. Ich musste gar nicht aversiv werden. Sie bellte einmal, ich gab ihr sehr sanft zu verstehen, dass das reicht. Sie bellte nicht noch mal, wollte auch gar nicht loslaufen, obwohl ich sie nicht einmal blockte oder mich sonderlich vor ihr aufbaute. Es gab weitere 4 Klingelzeichen im Abstand von ca. 20 Sekunden. Mit jeweils einmal Wuff. Jedes Mal etwas schwächer. Dann kam Frau Wagner hinein mit den Worten: "Ich dachte schon, die Klingel wäre kaputt. Was haben sie gemacht?".

Ich kürze mal ab: Sie bellte im Auto laut Frau Wagner weniger als sonst. Beim Spazierengehen schaute sie mich an, als zwei Hunde entgegen kamen. Wir kamen bis 3-4 Meter an diese ran, bis ich sie mit Hand und "ok" frei gab. Und dann, 40 Minuten später, kam das Einsteigen. "Gleich sehen sie das nächste Problem" sagte Frau Wagner, aber ich hatte das Gefühl, dass eine Note Skepsis in der Aussage lag, da sich Tina die gesamte Zeit lang anders als sonst verhielt. Wir öffneten den Kofferraum=Rückraum. Tina stand da und machte keine Anstalten hochzuhüpfen. Sie war abgeleint. Frau Wagner schaute mich an. Ich sagte "Tina" und klopfte auf die Decke im Kofferraum. Tina schaute und rührte sich nicht. Ich schob meine Finger hinter das sehr locker sitzende Halsband und zog ca. 2 cm nach vorne und ließ sofort wieder nach, hielt aber weiterhin das Halsband ohne jeglichen Zug in meiner Hand. Es dauert ca. 15 Sekunden, ohne dass wir irgendetwas taten. Dann machte Tina einen Schritt nach vorne und sprang in den Rückraum. Das war der richtige Zeitpunkt für positive Verstärkung.

Während der Fahrt in den Wald sagte die Hundehalterin zu mir: "Sie sind ungewöhnlich." Auf meine Nachfrage hin erläuterte sie: "Sie sind der erste Mann, als Trainer. Die sind eigentlich selten (laut aktueller Umfrage des Wuff sind in dem Beruf 83% Frauen tätig). Und Sie sind so ruhig und unaufgeregt. Sie sprechen auch so leise mit dem Hund. Eine Trainerin empfahl mir, hell und aufgeregt mit Tina zu sprechen". (Die Empfehlung ist übrigens richtig, wenn man einen Hund besonders motivieren oder etwas aufpushen möchte. Ich möchte aber erreichen, dass der Hund mir folgt bzw. auf mich hört, ohne dass ich ihn locken muss, außer beim Training durch das Mittel "Locken"). Ich spreche fast immer sehr leise mit Hunden.) Deshalb auch das "whispers" in meinem Firmennamen, und nicht - wie viele meinen - weil ich mich für den großen Flüsterer hielte. Quatsch!

Fazit: Weshalb hat sich Tina so anders verhalten, obwohl ich gar nicht sonderlich aversiv auf sie einwirkte (die Einwirkung war wirklich minimal) aber auch die positive Verstärkung nur sehr gezielt einsetzte? Sicherlich ist Tina aufmerksam und sensibel, keine Frage. Aber ich glaube nicht, dass es daran lag. Tina hat sich danach gesehnt, sich auf jemanden verlassen zu können, der ihr unaufgeregt aber gleichzeitig klar und im positiven Sinne beeindruckend beruhigend mitteilt, was sie tun soll und was nicht. Keine sture Diva, sondern ein leicht leitbarer Hund. Der froh ist, dass man ihm die ewigen Entscheidungen und Aufgaben abgenommen hat. Tina ist einer der tollsten Hunde, mit denen ich arbeiten durfte. Ein Traum.

Mit positiver Verstärkung wäre dieser Effekt (das Verhalten) sicherlich ebenfalls erreichbar. Jedoch erst nach vielen Übungsstunden. Dabei würde man das Verhalten von Tina irgendwann geändert haben, den Effekt der Verlässlichkeit, des Vertrauens, das Sich-gut-aufgehoben-fühlen würde man allein mit positiver Verstärkung in dieser Tiefe nicht erreichen. Das erreicht man nur mit hundegerechter souveräner körpersprachlicher Interaktion. Und positiver Verstärkung im richtigen Augenblick.

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Übrigens: artgerechte Kommunikation liegt auch im Auge des Betrachters. Für mich ist pV-Purismus eben nicht artgerecht. Das Sanfteste ist nicht gleichzeitig das Beste und das Richtige.

Artgerechte Kommunikation ist für mich mit dem Hund intuitiv umgehen zu können. Dazu gehört unbedingt auch eine angemessene Grobheit. Z.B. im Spiel, wo ich meinen Hund durchaus grober anfassen kann und er mich sogar sanft "beissen" darf. Das verstärkt gar das Vertrauen des Hundes in mich. Das muss man aber erst einmal selber erlebt haben. Dann fühlt man, wie die Beziehung noch intensiver zwischen Hund und Mensch wird.

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angiem1

Danke für deinen Beitrag, dem ich mich vollumfänglich anschliesse. Und zwar vom ersten bis zum letzten Satz.

Wie auch bei anderen Hundeflüsterersendungen, fehlen entscheidende Sequenzen.

Man sieht nie den kompletten Konditionierungsvorgang und damit auch nicht die tatsächliche Einwirkung, die angewendet wird, damit der Hund auf die Zischlaute und das Handzeichen wie erwünscht im zurück bleiben oder sich zurückziehen reagiert.

Was man aber sieht, sind die veränderten Körpersignale die die Hunde zeigen. Zuerst "gehen sie nach vorne" , bevor sie von M.N. "behandelt" wurden, wenn sie Reizen bestimmten , wie zB.

Fremdhunden, Bedrängung durch Menschen usw. ausgesetzt werden.

Später haben sie dann meist sichtbar ein Halsband dran, das am oberen Teil des Halses, direkt unterhalb des Kopfes sitzt und sich ohne Zugstopp zuziehen und genau dort wo es sitzt, sehr schmerzhaft eingesetzt werden kann.

Die Körpersignale der behandelten Hund, von denen Nowak dann sagt, sie seien entspannt und würden die Führung so gut annehmen, sind meist alles andere als entspannt.

Von Züngeln, Lecken, Ohren anlegen, Pfoten heben bis hin zu Rute einziehen, sobald eine "kaum merkbare, scheinbar sanfte Einwirkung" kommt, beschwichtigen die Hunde und kommunizieren sehr deutlich: Ich achte auf das, was der Mensch macht, um schmerzhafte, erschreckenden Einwirkungen zu vermeiden.

Ja, Meideverhalten.

Meideverhalten ist aber nicht gleichzusetzen mit guter Sozialisierung und einem problemlosen Zurechtkommen mit der Umwelt.

Deshalb ist für mich so eine Sendung niemals geeignet, etwas davon zu lernen, geschweige denn umzusetzen.

So können Sendungen mit diesem Konzept, meiner Meinung nach nur ein Ziel haben, der Unterhaltung zu dienen. Und dafür werden "Tiere" verwendet.

Wenn wir uns als Menschen zum Affen machen, indem wir uns zu peinlichsten und grossteils gefakten Serien zur Verfügung stellen, ist da eine Sachen. Benutze ich dafür Tiere, die in unserem "Besitz" sind, halte ich das für ethisch fragwürdig.

Das hat nichts mit Frau Novak persönlich zu tun, sie ist da für mich austauschbar. Das ist einfach das Konzept dieser Sendungen. Der innere Ekel, den ich dabei empfinde, ist für mich halt keine Unterhaltung. (habe ich übrigends auch bei der Supernanny so empfunden, 2 Sendungen und mir hats gereicht)

Das ist einfach das Ergebnis bei mir, nach 2 gesehenen Sendungen. Und deshalb wird auch hier bei diesen 2 bleiben.

Gruss Eva

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@Shirek: Hast Du meinen Beitrag vollständig gelesen?

Dann hättest Du gelesen, dass ich an erster Stelle artgerechte Auslastung, an zweiter Stelle artgerechte Kommunikation geschrieben hatte und die PV mit den anderen Dingen DAZU kommt, auf der Basis, den Hund artgerecht wahrzunehmen und auch zu beantworten.

Nichts anderes, ist das, was Du in Deinem Beispiel beschreiben hast, als und wie Du Kontakt zu dem Hund aufgenommen hast.

Ich bin kein PV Purist.

Klar reagieren viele Hunde auf feine Signale. Das ist ja genau das, was ich an NOWAK und Co kritisiere - dass sie das selten berücksichtigen.

Ich habe Bezug auf das genommen, was man bei Nowak sieht: DASS sie in vielen Fällen ganz einfach die Reizschwelle des Hundes im Training gezielt überschreitet, und mit Nachdruck und aversiven Reizen die Führung durchsetzt, was man deutlich an den Körpersignalen der Hunde lesen kann, was sich abgespielt hat.

Bevor ich mit einem Hund also anfange zu arbeiten, kommt die Kommunikation - und die fehlt bei Nowak.

MIR ist klar, DASS Hunde fein reagieren können, wenn man sie lässt. Verstehe nicht, was Du an meinem Beitrag falsch verstanden hast - denn Du hast da scheinbar was falsch verstanden, sonst hättest Du nicht geschrieben:

Zitat: Ich vermute Du hast möglicherweise einfach noch nicht live erlebt, dass nicht alle Hunde für das "Kssscht" oder "Ssssss" oder überhaupt körpersprachliche Signale konditioniert werden müssen. Und das "Kschtt" nicht mal notwendig ist. Eigentlich muss das gar kein Hund. Bei manchen sollte man vorher lediglich an der Impulskontrolle und Aufmerksamkeit ggü Menschen gearbeitet haben, dann klappt das auch bei allerersten Mal. Das Bedrängen und Einschüchtern ist NICHT nötig. Das machen Trainer bei nicht aufmerksamen Hunden, um sie aus dem Modus rauszuholen, was man aber vermeiden und sehr sanft gestalten kann. Es ist halt immer eine Frage der Fähigkeiten und der Vorgehensweise des Trainers..........................

..............

Und nun schätze mal ab, wie viele Studnen Du mit Deiner positiven Verstärkung benötigen würdest, um Tina das gewünschte Verhalten beizubrigen? Ich meine es ernst: Schätze mal kurz ab. In 5 Stunden schaffst Du alle genannten Probleme nicht, denke ich. 10? Zitat Ende.

Wo schrieb ich, dass ich Probleme ausschließlich über Belohnung verarbeite?????

Nirgends.

In etwa so, wie Du Deine Vorgehensweise beschreiben hast, wäre auch die meine gewesen.

Ich bestätige positiv das, was der Hund an erwünschtem Verhalten zeigt , das er zeigen kann, weil ich durch eine artgerechte Kommunikation für ihn die Situation gestalte, in der er das Verhalten zeigen KANN - anstatt, wie bei Nowak mehrfach gesehen, ihn ohne ihn wahrzunehmen und mit ihm artgerecht zu kommunizieren, ausschließlich über fordernde Kommunikation zu Verhalten zwinge.

Und was die artgerechte Kommunikation betrifft, bin ich ebenfalls Deiner Ansicht, Shirek. Artgerecht ist für mich das, was dem Hund entspricht - nicht das, was der Mensch meint artgerecht tun zu wollen.

Dem Hund entspricht weder ein ständiges gedeckelt und gemassregelt zu werden, , noch ein ständiges betüffelt und vollgestopft zu werden.

Das Verhalten zeigt deutlich, WANN der Mensch artgerecht mit ihm kommuniziert, indem er eben fein reagiert - so fein, wie der Mensch mit ihm kommuniziert.

Da gehört auch für mich dazu, körperlich präsent zu sein, nicht nur als Leckerchenautomat ständig den Abzug zu betätigen.

Nur bedeutet körperliche Präsenz nicht Gewaltanwendung oder Belohnung und Betüddeln pauschal, sondern wahrnehmen und eingehen auf das Indivuduum.

Und das vermisse ich bei vielen Hundeflüsterern...

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Das ist ja genau das, was ich an NOWAK und Co kritisiere - dass sie das selten berücksichtigen.

Ich habe Bezug auf das genommen, was man bei Nowak sieht: DASS sie in vielen Fällen ganz einfach die Reizschwelle des Hundes im Training gezielt überschreitet

Ok, super. Das sehe ich nämlich auch so.

Die Trainerinnen, die von mir da waren sind (vermutlich) gescheitert, weil sie einen gravierenden Fehler gemacht haben: Sie haben ihr Ding durchgezogen, anstatt auf den Hund einzugehen. Wahrscheinlich würden alle 3 (die vierte hat sich ja nicht mehr gemeldet) behaupten, dass sie individuell arbeiten. Behauptet gerne jeder. Individuell bedeutet aber eben nicht, das Problem geschildert bekommen und die entsprechende Antwort darauf parat haben. Sondern mit dem Hund kommunizieren, ihn in seinem Wesen erkennen und verstehen und daraufhin die richtige Vorgehensweise auswählen. Und dann muss man sie auch noch dem Menschen vermitteln können.

Bevor ich mit einem Hund also anfange zu arbeiten, kommt die Kommunikation - und die fehlt bei Nowak.

Zumindest fehlt sie in der Sendung. Wodurch ein falsches Bild der Hundearbeit vermittelt wird. Millan wird dem Anspruch überhaupt nicht gerecht (kein Wunder mit seiner Rudelführerüberzeugung). Und Nowak leider (auch wenn es bei ihr nicht ganz so schlimm ist) auch nicht.

Nur bedeutet körperliche Präsenz nicht Gewaltanwendung oder Belohnung und Betüddeln pauschal, sondern wahrnehmen und eingehen auf das Indivuduum.

Und das vermisse ich bei vielen Hundeflüsterern...

:party:

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Weiss nicht ob ich die einzige bin,

aber könnt ihr bitte mti weniger Abkürzungen arbeiten? einiges verstehe ich halt nciht. Wenn es hier aber nicht geschrieben werden darf wäre eine kurze PN nett, Danke

zB

pV-Purismus ,

RS ( das scheine ich mittlerweile wohl ein zu schätzen)

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