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Dein Hundeforum  Der Hund
schnauzis

Frage zum Schwarzen Russischen Terrier

Empfohlene Beiträge

schnauzis   

@ Locke : Habe erst jetzt den Facebook-Link nachgesehen, da ich nicht damit gerechnet habe dass Du gerade einen bunten verlinkt hast. Danke!

Bei den schwarz-silbernen Riesenschnauzer stellt sich der PSK als standardgebender Verein deutlich gegen noch mehr Farben als die schon vorhandenen ... und so wird nicht in Richtung dieser Farbe gezüchtet werden. Die wenigen im Ausland aus RSpfs gefallenen RSss haben ihre Liebhaber - jedoch ist mir nicht bekannt das bewusst in diese Richtung gezüchtet wird.

Ich bekenne mich als grosser Fan der RSss - und vielleicht gefallen mit daher auch die black and tan Russen da sie doch optisch viel Ähnlichkeit haben.

LG Heike

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caronna   

Sind ja ganz schöne Brocken!

Vermutlich auch nicht ganz unproblematisch, schon von der Geschichte her

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Siobhan   

Ich habe einmal einen Rüden kennengelernt, der sehr beschützend seinen Menschen gegenüber war.

Es hat so einige Trainerstunden gebraucht, damit er nicht jeden als Bedrohung ansah, der beim Spaziergang gegrüßt hat.

Das hat er entwickelt, als er erwachsen wurde. Und er war bei durchaus erfahrenen Haltern - nach deren Aussagen gibt es fort durchaus kernige Exemplare.

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Lemmy   

Hallo Heike :)

Ich kenne mich mit den Russen nicht aus, aber rein farbgenetisch gilt folgendes:

Ich hole etwas aus, falls du das schon weißt überlies die Einführung in die Genetik :D :

Ein Gen ist ein Baustein im Gefüge "Hund" (oder auch Mensch, aber wir sind ja hier bei den Hunden ;) ) Jedes Gen hat einen bestimmten Platz in der DNA - dieser nennt sich "Genort", oder Gen-Locus.

Ausprägungen eines Gens nennt man Allel - manche Gene haben nur ein Ausprägung, zB das Gen für die Bein-Anzahl ist immer gleich, oder das Gen für die Anlage von zwei Ohren. Wenn es aber Variationen gibt - zB Schlappohr-Stehohr-Kippohr - dann werden die Allele wieder interessanter.

Jedes Gen ist zusammengesetzt aus zwei Allelen - jeweils eins von der Mutter und eins vom Vater. Die Allele eines Gens können verschiedene Eigenschaften haben, zB kann der Vater eine andere Farbe als die Mutter vererben, oder blaue Augen oder oder oder.

Wenn es mehrere Ausprägungen für die Allele eines Gens gibt, spricht man von einer Serie.

hier in diesem Fall von Farbserien.

Vieles in der Hundefarb-Genetik läuft über die dominant/rezessive Vererbung. Heißt es gibt ein Allel, welches das andere "überdecken" kann. Das rezessive Gen kommt dann nur zum Ausdruck, wenn von beiden Eltern an diesen Hund eben die rezessiven Eigenschaften vererbt wurden.

Bei der Beschreibung hat man sich darauf geeinigt, dass dominante Allele mit Großbuchstaben und rezessive mit Kleinbuchstaben bezeichnet werden.

Hundefarben basieren immer auf mehreren Genen, und je nachdem welche zusammen treffen entscheidet sich, welche Farbe am Ende herauskommt.

Für die einfachere Zuordnung werden die Serien mit Buchstaben versehen, für uns interessant sind die Serie "A" und die Serie "K", welche beide sehr eng zusammen hängen.

In der A-Serie gibt es folgende Ausprägungen

Ay - sable (braun mit schwarzen Haaren) --------------- Dominant

aw - agouti ("wildfarbe" - Haare sind in sich gebändert)

at - tan points (braune Abzeichen)

a - recessive black (schwarz rezessiv)

tan-points liegt in der Reihenfolge hinter sowohl Sable als auch agouti. Da es - soweit ich weiß - keine sable-Hunde in den Ahnen der Russen gibt, spielt diese Farbe keine Rolle.

Agouti könnte eventuell eine Rolle spielen, da dies die Grundlage für die Salz/Pfeffer Schnauzer ist. Bei den Schnauzern ist das normalerweise vorhandene Rot soweit verdünnt, dass es weiß wird - folglich ist der Hund nicht rot/schwarz "wildfarben", sondern weiß/schwarz "gepfeffert". Ich lass es aber mal weg, weil es hier anscheinend nicht oft auftritt.

Tan points kommt anscheinend vor in den Ausgangsrassen (vom Rottweiler wie ich höre).

Nun kommen wir zur K-Serie. Diese hat nur drei Ausprägungen:

K = schwarz

kbr = brindle (gestromt)

k = nicht zwingend schwarz

Die A-Serie kann nur dann (und wirklich nur dann) zum Ausdruck kommen, wenn von beiden Elterntieren ein k oder ein kbr vererbt wird. Gibt es in dem Welpen auch nur ein einzelnens K, ist der Hund automatisch schwarz, egal was auf der A-Serie zu finden ist.

Also:

K/K = schwarz

K/k = schwarz

K/kbr = schwarz

kbr/kbr = gestromt aber nicht zwingend schwarz

kbr/k = gestromt aber nicht zwingend schwarz

k/k = eventuell nicht schwarz, kommt drauf an was die A-Serie so bietet

Da es keine gestromten Schnauzer oder Russen gibt, lass ich das kbr einfach mal weg ;)

Das bedeutet aber auch, dass ein k sich über Generationen "verstecken" kann, denn wenn es immer wieder "überstimmt" wird vom K, kann es sich vererben und vererben und wird erst relevant, wenn zufällig beide Eltern ein k besitzen und dieses auch vererben.

Nur dann (!) wenn dies passiert, können auch Hunde mit tan-points im Wurf fallen. (wenn kbr vorhanden ist, sind die braunen abzeichen gestromt, der Rest vom Hund bleibt aber schwarz)

Wenn man nun immer wieder mit den Eltern züchtet, bei denen tan-point Welpen aufgetreten sind, werden immer wieder tan-point Welpen entstehen (logisch ;) )

Es ist dann auch klar, dass beide dieser Hunde ein auf dem K-Genort sowohl K als auch k besitzen, also Kk sind. Für Farb-Zucht ist es wichtig, so etwas zu wissen, denn dann kann man (sollten tan-points erwünscht sein) gezielt nach einem weiteren Kk-Hund suchen.

Ich weiß gar nicht so genau, wie weit die Schnauzer untereinander (Riese, Mittel, Zwerg) noch eine Basis haben - ob die Farben, die im Zwergschnauzer auftreten auch theoretisch noch hinter den Riesen stecken können :think: Wenn ja, dann könnten theoretisch auch weiße RS fallen ;)

Da es ja pfeffer-salz (= agouti) Schnauzer gibt ist sicher, dass es auch hier und dort Schnauzer gibt, die K und k vererben können - auch wenn die Mehrheit wohl KK (nur dominant schwarz) vererbt.

Für die Zucht ist es nicht entscheidend, ob der Hund mit dem man züchtet von außen schwarz ist. Viel wichtiger wäre zu wissen, was hinter dem Schwarz verborgen steckt. Bei den Russischen Terriern steckt da anscheinend noch recht häufig die Eigenschaft für tan-points verborgen.

Agouti (= pfeffer-salz) ist übrigens dominanter als tan-points. Heißt also es würden statistisch öfter salz/pfeffer Welpen fallen als welche mit braunen Abzeichen, wenn es im Russischen Terrier noch diese Farbe zusätzlich gäbe.

Oh je, ist das konfus :D Hoffentlich verstehst du da überhaupt etwas ;)

Ich fasse zusammen:

Die schwarz/braunen Hunde kommen dann zustande, wenn die Elterntiere nicht reinerbig KK sind sondern Kk auf dem K-Genort liegen haben.

Wenn nun ein Welpe beide k's vererbt bekommt, also genetisch kk ist (die Wahrscheinlichkeiten liegen für jeden Welpen aus dieser Verpaarung bei 25%), wird dieser zeigen, was auf dem A-Locus zu sehen ist. Im Falle der Russen: tan-points.

Warum nun bei einigen Zwingern dies häufiger auftritt ist logisch: wenn man weiß, dass ein Elternteil ein rezessives k vererben kann und gezielt nach einem Rüden sucht, von dem man dies auch weiß, dann werden diese Farben dort immer mal wieder auftreten.

Einen Rüden zu finden der Kk ist ist eigentlich auch einfach: man muss nur nachschauen, bei welchen Verpaarungen in anderen Zuchten tan-point Welpen aufgetaucht sind und diesen Rüden dann für die Hündin wählen ;)

Will man das nicht, dann sollte man solche Rüden gezielt meiden - und wenn man die Farbe komplett schwarz halten will, sollte man auch die Hündin nicht mehr weiter belegen lassen, da sie ja auch ganz eindeutig Kk vererbt.

(Aber wer will schon nur eine Farbe am Hund :P )

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Juline   

:o:o:o

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Graefin   
Originalbeitrag

Sind ja ganz schöne Brocken!

Vermutlich auch nicht ganz unproblematisch, schon von der Geschichte her

Also meiner Erfahrung nach liegst du mit deiner Vermutung richtig.

Eine gute Bekannte von mir hat 2 Russen. Der jüngere der Beiden war mit Mia in der Welpengruppe und später mit seinem älteren Kumpel in den fortschreitenden Kursen.

Ich kenne die beiden Rüden nun also schon seit 5 Jahren und würde das Frauchen auch heute noch zur Begrüßung berühren oder den Hof ohne Aufforderung betreten. Die beiden würden sofort nach vorne gehen.

Die beiden Hunde sind Schmuser vor dem Herrn, wundervolle, verspielte, sanfte Riesen, auch mir gegenüber sofern Herrchen und Frauchen mir Einlass gewährt haben ... ABER ... sie machen genau das, wofür sie gezüchtet wurden: Haus, Hof und Herrchen beschützen bis zum bitteren Ende.

Diese Hunde brauchen eine unglaublich souveräne und erfahrene Führung, sonst hat man eine unkontrollierbare Waffe an der Leine.

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schnauzis   

@ Lemmy

Danke für die ausführliche Erklärung! Ich habe es mir eigentlich schon so gedacht - und bin nun zufrieden es so bestätigt bekommen zu haben.

Ich fasse mal für mich zusammen:

Da ich genug Zeit habe werde ich langfristig beobachten von welchen Elterntieren black-and-tan-farbene Nachkomen fallen ( soweit Züchter ehrlich dazu stehen :( ) und Kontakte zu Züchtern mit solchen Welpen aufnehmen um mich langfristig umzusehen woher ich eventuell mal einen solchen Hund holen würde.

Bei meinen jetzigen beiden pfeffer-salz-farbenen Riesenschnauzern habe ich auch die Zucht des Zwingers über 10 Jahre verfolgt - ehe ich mir dort erst Janka und nun auch Lilith holte.

Das Leben bietet so genug Aufgaben und Abwechslung ... und man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu :D

LG Heike

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