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Hundeforum Der Hund
Kassandra

Und plötzlich ist alles anders. Geschichte unseres Hundes

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Ich war 14 Jahre alt, als meine Eltern sich 2004 dazu entschlossen, einen Hund in die Familie aufzunehmen. Als erstes schauten wir uns im Tier die Hunde an, do dort war keiner, der uns allen zusagte.

Danach schauten wir uns Hovawart-Welpen an, die mit ihrer Mutter in einem Zwinger lebten. Die Mutter machte auf uns allerdings keinen positiven Eindruck, sie wirkte ziemlich aggressiv gegenüber Menschen zu sein und daher entschieden wir uns dann gegen diese.

Kurze Zeit später stand dann in der Zeitung, dass Berner Sennenhund-Welpen zu verkaufen waren, wir riefe sofort an und man erzählte uns, dass von den 11 Welpen nur noch ein Rüde übrig war. Am Wochenende machten wir uns dann auf den Weg und fuhren 50km. Das erste was wir von ihm sahen waren seine riesigen tapsigen Pfoten, die aus dem Pferdestall kamen. Wir waren alle sofort in ihn verliebt.

Eine Woche später holten meine Eltern ihn dann endlich nach Hause. Meine Mutter hatte immer einen ziemlichen Respekt vor Hunden gehabt und wollte sich langsam mit dem Kleinen anfreunden, doch der kleine Falko suchte die Fahrt über Kontakt zu ihr und wollte immer auf ihren Schoß, so gewöhnte sie sich schneller an ihn als geplant. Bei seiner Ankunft wog er 3,8kg aus denen nach einiger Zeit 50kg wurden.

Als Welpe wollte Falko nicht spazieren gehen und setzte sich beim Gartentor auf seinen Hintern und ich hatte große Mühe mit ihm eine Runde zu laufen.

An der Hauswand hatte meine Mutter verschiedene Rosen gepflanzt, die ihr ganzer Stolz waren, bis Falko herausgefunden hat, dass die Blüten und die Knospen ziemlich gut schmecken.

Im Jahr 2008 haben meine Eltern sich dann ein Haus gekauft mit 7.000qm Grundstück, wo er genug Platz hatte sich auszutoben (was bei ihm immer ziemlich schnell ging). Dort konnten wir schön mit ihm spazieren gehen oder einfach nur die Natur genießen. Einen Tag vor Weihnachten fand Falko mitten im Schnee ein kleines graues Kätzchen, das ich mit nach Hause genommen habe und seitdem auf den Namen Mona hört. Im nächsten Jahr bekamen wir noch ein weiteres Katzenkind dazu, mit dem Falko ein Herz und eine Seele wurde. Der Kater kam mit, wenn wir mit Falko spazieren gingen, sie lagen zusammen im Körbchen und teilten sich ein Wassernapf. Irgendwann kam der Kater leider nicht mehr nach Hause, ich denke, dass Jäger in geschossen haben, denn er war nie nachts nicht nach Hause gekommen und hinter unserem Haus war Waldgebiet.

2011 trennten sich meine Eltern und meine Mutter und ich zogen mit Falko und Mona in eine schöne Doppelhaushälfte. Irgendwann verliebte sich meine Mutter neu und wir beschlossen 2013, dass sie zu ihrem Freund ziehen wollte und ich mit meinem Freund und Falko und Mona im Haus bleiben würden. Leider kam alles anders, da der Vermieter Eigennutzung angemeldet hatte und wir uns etwas neues suchen mussten. Allerdings war es ziemlich schwer mit einem großen Hund wie Falko ein Haus zu finden. Daher wurde es leider nur eine kleine Wohnung, die auch noch an einer Hauptstraße lag, so dass unsere Katze Mona nicht einmal mehr hinausgehen konnte. Falko wurde langsam ein Senior, er bekam graue Haare um die Nasenspitze und in seinen Augenbrauen. Er konnte manchmal nicht mehr so gut aufstehen, ab und zu hinkte er kurz nach dem Aufstehen.

Anfang des Jahres haben wir dann endlich eine Doppelhaushälfte gefunden mit schönen großen Garten in der Nähe meiner Mutter, die sich schon freute ihn endlich wieder öfters zu sehen. Doch dann kam es leider alles anders.... Gerade einmal fünf Tage hatten wir mit ihm im neuen Haus.

Am Mittwoch dem 05.03.2014 war leider der Tag, vor dem ich mich Falkos Leben lang gefürchtet hatte. Am Morgen war mit ihm noch alles in Ordnung, er freute sich, als ich die Treppe herunter kam und fraß sein Futter. Ich kraulte ihn und er spielte noch mit seinem Lieblingsspielzeug. Dann bin ich zur Arbeit gefahren.

Mittags erhielt ich dann den Anruf, dass ich sofort nach Hause kommen müsse, da es Falko nicht gut gehe, er könne nicht richtig atmen, nicht mehr aufstehen und hatte unter sich gemacht. Der Tierarzt war auch schon auf dem Weg. Ich rief noch schnell meine Mutter an, damit sie auch von ihm Abschied nehmen könnte, falls es soweit sein sollte.

Er freute sich noch als er mich sah. Seine Zunge war schon ganz blau und sein Zahnfleisch war weiß. Er bekam schlecht Luft, sein Körper verkrampfte sich bei jedem Atemzug.

Der Tierarzt nannte uns dann die Möglichkeiten, die wir hatten: mit ihm in die Tierklinik zu fahren und versuchen noch irgendwas zu machen, doch er sagte auch gleich, dass es wahrscheinlich nur Quälerei für ihn sein wird und er nicht wieder auf die Beine kommen wird. Deshalb entschieden wir uns dafür, ihn gleich zu Erlösen.

Während die Narkose anfing zu wirken, schaute er immer wieder in unsere Gesichter, als ob er sicher gehen wollten, dass wir noch da waren. Dann schaute er noch einmal nach draußen in den Garten und die Sonne schien ihm auf die Nase. Als er dann nicht mehr bei uns war bekam er die letzte Spritze und sein Körper entspannte sich und er verließ uns für immer....

Der Tierarzt erzählte mir später, dass seine rechte Herzkammer nicht mehr richtig gearbeitet hat und deshalb Wasser in Lunge gepumpt worden war.

Wir haben auf dem Grundstücks meines Vaters einen schönen Platz für ihn ausgesucht, den er oft besucht hatte. Sein Lieblingsspielzeug, mit dem er am Morgen noch gespielt hat, haben wir ihm mit in das Bettlaken getan, in das wir ihn eingewickelt haben. Er sah bis zum Schluss so aus, als ob er schlafen würde. Ich kann einfach nicht glauben, dass er mich nie wieder begrüßen wird, mich spielerisch anknurrt und mit seinem Quietschi vor mir wegrennt und die vielen anderen Augenblicke... Ich bin froh, dass ich mich noch von ihm verabschieden konnte, ihm sagen konnte, wie sehr ich ihn liebe.

Er hinterlässt ein tiefes Loch in meinem Herzen, es gibt keine fünf Minuten, wo ich nicht an ihn denken muss und mir die Tränen in die Augen schießen. Wie kann es nur so plötzlich vorbei sein. Zehn Jahre wäre er dieses Jahr geworden, fast zehn Jahre, wo er immer an meiner Seite war...

Am Freitag habe ich ihm eine schöne Schale mit Blumen gebracht und habe sein Grab geharkt, er soll es schließlich schön habe

Ich liebe dich Falko, ich werde dich immer in meinem Herzen behalten wir vermissen dich alles sehr. Ruhe in Frieden mein Liebling.

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(bearbeitet)

Hallo Kassandra!

Das tut mir furchtbar Leid, dass Du Deinen Falko gehen lassen musstest! Ich wünsche Dir viel Kraft für die Zeit der Trauer!

Dein Falko ist mit Eurer Liebe über die Regenbogenbrücke gegangen und er wird in Deinem Herzen immer bei Dir sein!

Ich drücke Dich unbekannterweise mal, wenn Du magst! :knuddel

Bye-bye, Falko! smilie_girl_111.gif

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Mein aufrichtiges Beileid zu deinem schweren Verlust. Du hast eine wundervolle Liebeserklärung für deinen Falko geschrieben. Man spürt in jedem Wort eure tiefe Verbundenheit, die auch nach seinem Tod weiter bestehen bleiben wird. Der Schmerz ist in der ersten Zeit schier unerträglich aber es wird der Moment kommen, an dem du mit einem Lächeln an eure gemeinsame Zeit zurück denken kannst.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft :kuss:

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Kassandra, das tut mir so leid, dass Dein Falko gegangen ist. Ihr habt alles richtig gemacht, dass Ihr ihn habt gehen lassen und er durfte in seiner vertrauten Umgebung einschlafen. Für einen Berner hat er ein schönes Alter erreicht und

er hat ein tolles Leben gehabt und hat nicht leiden müssen. Aber in einem Punkt hast Du unrecht - er hat Dich nicht für immer verlassen. Er ist immer noch da und er wird Dir Zeichen geben, die Du bemerken wirst, wenn Du aufpaßt. Alle unsere Hunde, die jetzt auf der Traumwiese wohnen und auf uns warten, tun das.

Komm mit dorthin, wenn Du magst und zeig uns Deinen Falko.

Das Schwere ist, dass wir sie nicht mehr berühren können, nicht streicheln und herzen. Aber fühlen können wir sie und im Herzen tragen für den Rest unseres Lebens.

Mohammed mit Gusti und Bondi - und Ali im Herzen dabei

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Mein aufrichtiges Mitgefühl. Ich habe auch schon 2 Hunde gehen lassen müssen. Diese Leere ist erst mal einfach nur furchtbar. Es wird aber besser/erträglicher mit der Zeit.

Fühl' dich gedrückt, wenn du magst. :knuddel

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Hallo Kassandra,

vielen Dank für deinen Beitrag, den ich sehr bewegend finde. Es liest sich wie eine Liebeserklärung an deinen Hund.

Mein aufrichtiges Beileid. Bewahre die Erinnerung an ihn in deinem Herzen, diese kann dir keiner nehmen.

Ich wünsche dir viel Kraft...

Grüße

Oliver

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Herzliches Beileid!

Fast 10 Jahre lang hatte Falko ein schönes Hundeleben bei Euch und wurde sehr geliebt. Er lebt in Euren Herzen weiter.

Viel Kraft für die Zeit ohne ihn!

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Vielen Dank für eure netten Kommentare auf meinen Beitrag.

Das schlimmste war für mich, dass ich noch lange nicht damit gerechnet hatte. Ich wusste zwar, dass er für einen Berni schon ein ziemliches Alter erreicht hatte, doch er war immer noch so aktiv gewesen bzw. was man bei einem Berni als aktiv bezeichnen kann. Er rannte noch durch den Garten und wenn unsere Katzen mal zu heftig stritten, jagte er sie auch schon mal durch das Haus. Ich hatte geglaubt, dass ich noch zwei Jahre mit ihm hätte.

Die letzten Tage habe ich mich intensiv mit dem Thema Seele befasst, da ich die Vorstellung schon immer schrecklich fand, dass nach dem Tod nichts mehr ist.

Daher finde ich die Vorstellung mit der Regenbogenbrücke sehr erfreuend und stelle mir vor, wie Falko mit unserem Kater dort spielt und auf uns warten werden, bis wir wieder vereint sind.

Ab und zu habe ich das Gefühl, ihn in den Augenwinkeln zu sehen oder ich höre das Schaben auf dem Teppich, das er immer gemacht hat, bevor er sich hingelegt hat. Dabei denke ich immer, dass er uns nicht wirklich verlassen hat.

Was habt ihr mit den Hundesachen gemacht?

Ich wollte seine persönlichen Sachen wie sein Halsband, sein Gurt und Leine, seine restlichen Spielsachen in einer Kiste aufbewahren und sie als Erinnerung an ihn behalten. Die großen Sachen wie der Hundekorb, seine Futternäpfe und Decken wollte ich dem Tierheim spenden, da diese sowas immer gebrauchen können.

Wir wollen zwar irgendwann wieder einen Hund haben, aber der soll seine eigenen Sachen bekommen und nichts Falkos Sachen.

Liebe Grüße und danke für die :knuddel

Als Anhang habe ich noch einge Fotos von Falko zugefügt

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Ein schöner, imposanter Kerl, Dein Falko. Klar ist er noch da. Ich sehe meinen

Ali nach 1 1/2 Jahren auch immer noch auf der Couch, an der Tür, am Futternapf...

Manchmal stupst mich was an der Wade oder kratzt am Schienbein - nur meine

Beiden sind es nicht, die liegen gerade woanders. Oder ich träume so intensiv von ihm, dass ich ihn in den Armen halte, dass ich seinen Körper noch nach dem wachwerden spüre. Wirst sehen, Dein Falko meldet sich bei Dir.

Die Sachen von Ali haben wir alle noch, manches, wie die Leine, wird noch benutzt.

Ich werde sie nicht weggeben, wir haben genug Platz, also bleiben sie hier.

Ich kann sie jetzt ansehen, ohne dass mir die Tränen laufen, das war lange nicht möglich. Aber das muss jeder für sich entscheiden, was mit Körbchen & Co.

geschehen soll. Davon was ans TH zu geben, ist eine gute Idee.

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Er war immer unser ganzer Stolz gewesen und ist es auch heute noch. Die meisten, die ihn das erste Mal sahen, bemerkten immer, wie groß und mächtig er sei. Ich liebte von Anfang an seine riesigen Pfoten, seinen buschigen Schwanz, seine treuen Augen und seine braunen Augenbrauen, mit denen er einen fragend anblicken konnte.

Geträumt habe ich bisher noch nicht von ihm. Als mein Opa vor zwei Jahren gestorben ist, traf ich ihm ein paar Monate später im Traum auf einem Markt. Er wirkte wieder jünger und nicht mehr gebrechlich. An die genauen Worte kann ich mich leider nicht mehr erinnern, doch seine Worte waren tröstend für mich und es war das letzte Mal wo ich von ihm geträumt hatte.

Tagsüber spreche ich häufiger zu Falko, da ich glaube, dass er es hört. Die Tage werde ich wieder sein Grab besuchen gehen und es für ihn schön machen.

Zum letzten Bild am Strand fällt mir auch noch eine Geschichte ein. Wir wohnen an der Nordseeküste und waren öfters mit ihm dort spazieren. An einem Tag war gerade Ebbe und wir liefen einen Steg entlang, der aufs Watt hinausführte. Falko war nicht angeleint und auf einmal sah ich, wie er zum Sprung ansetzte um runter zu springen. Ich versuchte noch ihn zu erreichen, doch es war zu spät. Seine Beine waren komplett im Watt eingesunken und er schaute uns hilflos an. Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass der Boden nicht fest ist, sondern unter seinem Gewicht nachgibt. Ich rannte schnell den Steg zum Strand zurück und rief ihn dabei. Mühsam befreite er sich und es gelang im an den festen Strand zu laufen. Mein Freund hatte sich schon dabei gesehen, wie er selbst ins Watt steigen muss um Falko zu befreien.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie er ausgesehen hat. Bis auf seinen Kopf und Rücken klebte überall dunkelgraues Watt, dass nach faulen Eiern roch. Der Schwefelwasserstoff-Gehalt im Watt ist meist ziemlich hoch, daher kommt der Geruch. Am ganzen Strand war kein Schlauch oder sonst eine Wasserstelle, wo wir ihn hätten sauber machen können. Nur ein Wasserhahn, wo es eher schlecht als recht ging und die Leute uns schmunzelnd anschauten. Wir legten dann das Auto mit Decken aus und fuhren nach Hause.

Dort hatten wir leider auch keinen Wasserschlauch, deshalb hat meine Schwester Wassereimer geschleppt während mein Freund und ich Falko mit Shampoo schrubbten, was ein ziemlicher Akt war. Danach musste er eine ganze Weile im Garten liegen bleiben, bis er einigermaßen trocken war und die Rest habe ich dann abends geföhnt. Danach haben wir ihn immer angeleint, wenn wir sahen, dass wieder Ebbe war. ;)

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