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Hundeforum Der Hund
Gast

Sterbefasten. Stern TV vom 30.04.2014

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Originalbeitrag

Mir geht es da wie Kerstin, auch ich möchte darüber bei einem geliebten Menschen, der sich vielleicht nicht mehr selbst dazu äußern kann, keinesfalls entscheiden müssen.

Du MUSST gar nichts, wenn du in einer Patientenverfuegung nicht als bevollmaechtigte, entscheidungstreffende Person vom Sterbenden selber eingetragen worden bist.

Als "normaler" engster Angehoerige ohne diese Klausel DARFST du mitentscheiden, WENN die Aerzte das moechten.

Ansonsten sind die verpflichtet, das Leben zu verlaengern und sich dafuer auch ueber die Entscheidungen/Wuensche der Familie hinwegzusetzen.

Meine Jugendliebe ist nach 10 gemeinsamen Jahren schwer verunglueckt.

Wir hatten eine Patientenverfuegung, da ich meine Ausbildung im med. Bereich gemacht habe und wir darueber waehrend der Ausbildung schon sehr gut aufgeklaert worden sind.

Als der Hirntod festgestellt wurde, haette er eigentlich noch eine Soll-Liegezeit gehabt, anstehende Organspende undundund.

Ich war aber bevollmaechtigt und hab alles direkt einstellen lassen. Dafuer musste ich ueber den Willen seiner Eltern, aber Dank Vollmacht ging das.

Der Grund war, dass wir diese Situationen zu Hause aber100e Mal durchgesprochen haben(auch Details), ich seinen genauen Wunsch wusste und einfach nur im Kopf hatte, dass ich fuer ihn sprechen muss, weil sein Koerper das nicht mehr kann.

Das lief ganz automatisch, es galt nur noch SEIN Wunsch!

Ich bin darueber sehr krank geworden im Nachhinein, aber inzwischen bin ich dankbar dafuer, dass ich diese "Macht" hatte.

Ich konnte ihm seinen letzten Wunsch erfuellen und alles so mit den Aerzten abstimmen, wie er es wollte. Das war auch eine schoene Erfahrung.

Seitdem kann ich nur predigen: Macht eine Patientenverfuegung, teilt einer absoluten Vertrauensperson alle Vollmachten zu und sprecht, sprecht, sprecht ueber den Tod, das Sterben und wie wann was gemacht weden soll.

Es ist fuer die Anehoerigen/Vertrauensperson im Nachhinein leichter, wenn sie nur im Sinne des Sterbenden handeln muss, anstatt sich selber den Kopf zu zerbrechen und gegen die Aerzte mit ihren Gesetzen zu kaempfen.

Und...morgen kann alles anders sein, als heute.

Das Schicksal fragt nicht um den richtigen Moment.

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Ich kann kamiko nur zustimmen. Man muss rechtzeitig daran denken und Vorkehrungen treffen. Die Patientenverfügung muss den Ärzten von Anfang an bekannt sein. Ich habe eine Kopie beim Hausarzt, das Krankenhaus verlangt von sich aus danach. Vorlagen dazu gibt es, da kann man nötigenfalls Anpassungen vornehmen.

Das gleiche gilt für die Organspende, vorher klarmachen was man geben will. Nach einem Unfall sind die Angehörigen sonst seelisch überfordert, ich bin sicher da wäre nicht mehr so ein schrecklicher Organmangel vorhanden.

Ich weiss nicht wie es in Deutschland ist, in der Schweiz sind die Ärzte verpflichtet sich an Patientenverfügungen zu halten, deshalb ist es gut wenn der Hausarzt oder sonst jemand mit der entsprechenden Kompetenz die mal angeschaut hat.

Ich bin froh, das geregelt zu haben. Es entlastet mich zu wissen, dass die Angehörigen entlastet werden.

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Mal eben OT zur Organspende ----> eine sehr informative Seite ueber die Hintergruende und Vorgehensweisen-----> http://www.initiative-kao.de/index.html

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Ich weiss nicht wie es in Deutschland ist, in der Schweiz sind die Ärzte verpflichtet sich an Patientenverfügungen zu halten

Das ist in Deutschland nicht anders.

Wenn sich ein Arzt darüber hinwegsetzen sollte ....

( z.B. Infusionen zu legen ....gegen den Willen des Patienten, und gegen den Willen derer, die im "Notfall" eine Vollmacht haben )...

.....ist das Körperverletzung ..... der behandelte Arzt würde sich strafbar machen...

Der Sterbende erhält weiter Schmerzmittel und/oder Beruhigungsmittel ... um ihm jedes Leiden trotz der "fehlenden" Lebenserhaltungsmaßnahmen zu nehmen ...

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kamiko:

Ich will hier keinesfalls eine Diskussion über Organspende beginnen.

Dennoch: Ich finde es schrecklich traurig, dass Menschen sterben müssen weil zuwenige Organe gespendet werden.

Organe die nicht mehr benötigt werden und nur beerdigt oder kremiert werden könnten jemand andern (und dessen Angehörigen!) noch viele Jahre Leben schenken. Es hat bestimmt einige Missbräuche gegeben, dennoch retten Organspenden Leben, vielleicht auch mal eines von jemanden den ich kenne.

Wenn ich tot bin brauch ich meinen Körper nicht mehr, vielleicht jemand anders.

Wichtig finde ich: sich in 'guten' Zeiten Gedanken zu machen was mit einem passieren soll, wenns einem schlecht geht oder wenn man stirbt.

Wie man sich entscheidet ist eine persönliche Sache, das soll man nicht auf die Hinterbliebenen abschieben.

www.die-entscheidung.ch

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Nebelfrei:

Ich habs gar nicht so aufgefasst, dass du eine Diskussion anzetteln wolltest. :)

Den Link hab ich gesetzt, weil die Organspende bei einem solchen Thema auch dazu kommt und ich selber mit Aerzten von Euro-Transplant stundenlang gesprochen habe, bzw. sprechen musste.

Deshalb sollte man sich zu diesem Thema auch Gedanken machen und Entscheidungen treffen, die den Angehoerigen/Bevollmaechtigten viele Gespraeche/Diskussionen ersparen koennen.

Wie wer darueber entscheidet ist eine ganz persoenliche Entscheidung, die ich auch niemandem madig machen werde. :)

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Ich habe mir das Video nicht angesehen, aber mein Opa hat das gemacht.

Meine Oma wurde dement und lag über zwei Jahre lang im Wachkoma, hatte keine Patientenverfügung und er musste das mit ansehen, wie seine geliebte Frau jahrelang an Maschinen hing.

Daraufhin schrieb er die Patientenverfügung für sich.

Und als er ins Heim kam, weil es etwas später körperlich nicht mehr ging (er litt sehr am Tod seiner Frau), aß er einfach nicht. Er verweigerte jede Nahrungsaufnahme, weil er Angst davor hatte, so ähnlich zu enden wie meine Oma.

Nach ein paar wenigen Wochen starb er dann und seine Verfügung wurde beachtet.

Es war damals sehr traurig, aber ich habe allergrößten Respekt vor dieser Selbstdisziplin. Und sobald ich merke, mit mir ist irgendwas, werde ich ebenfalls so eine Verfügung schreiben. Einen Organspendeausweis habe ich schon seit vielen, vielen Jahren und hoffe, dass man dann auch eher mal die Maschinen abschaltet, weil man nun mal gerade ganz dringend mein Herz braucht.

Dass es Euthanasie beim Menschen (offiziell) bisher nicht gibt, hat nachvollziehbare Gründe. Verwandte würden das ausnutzen oder Menschen würden in einem nicht klaren Moment den Tod wünschen, obwohl sie vielleicht nur ein Tief haben, das wieder vorübergeht. Die Patientenverfügung ist zur Zeit die einzige Möglichkeit, zumindest zum Teil über sein eigenes Leben bestimmen zu können.

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Ich gebe dir 100% recht.

Nur eine Verfügung muss man jetzt schreiben wenn man das möchte.

LgBJ

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Und sobald ich merke, mit mir ist irgendwas, werde ich ebenfalls so eine Verfügung schreiben.

[/quote)

Mach es lieber jetzt. Du koenntest auch ploetzlich verunfallen. ;)

Einen Organspendeausweis habe ich schon seit vielen, vielen Jahren und hoffe, dass man dann auch eher mal die Maschinen abschaltet, weil man nun mal gerade ganz dringend mein Herz braucht.

Niemand wird fuer ein Organ abschalten, weil sie es nicht duerfen.

Sie muessen dich am Leben erhalten, so lange, bis deine Organe aufgeben. willst du das wirklich?

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Rote Zora: Das Argument, Verwandte würde jemande aus Eigennutz in den Tod schicken, höre ich in Deutschland immer wieder (habe Verwandtschaft in Deutschland). Es ist aber nicht so, dass allein die Verwandtschaft entscheidet, due Ärzte habe auch Mitspracherecht.

Aber eben, auch da, bei den Ärzten, ist ein deutlicher Mentalitätsunterschied zwischen der Schweiz und Deutschkand. Es gibt wirklich erstaunliche Unterschiede, Sachen Ethik, Selbstverwantwortung, Leben und Tod. Zum Teil hat man in Gesprächen das Gefühl in völlig anderen Welten zu leben, auch wenn nur ein Fluss dazwischen liegt

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