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Hundeforum Der Hund
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Erfahrungen mit extremer Leinen- /Artgenossenagression

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Wir haben hier immer mal einen Gasthund, der so ist.

Wenn der einen anderen Hund sieht, ist der sofort auf 180.

Der tobt, bellt, knurrt, baut sich auf und ist total in Rage.

Da das ein kleiner Terriermix ist, haben wir angefangen, mit einem breiten HB zu arbeiten.

Wenn er sich reinsteigern will, wird er geknufft, und die Leine straff genommen.

Warum auch immer, aber hier hilft es.

Er ist dann zumindest ansprechbar, was vorher gar nicht war.

Ist nicht mein Hund und ich habe da nichts zu entscheiden.

Der ist schon 12 und hat nie Regeln gelernt.

Das kann man in wenigen Wochen, die er bei uns ist, nicht wieder aufholen, vor allem, wenn die Besitzer dann nach dem Urlaub nicht weiter machen.

Er hat sich auch schon mal eine Abfuhr von meiner Hündin abgeholt, während eines solchen Anfalls. Damit hatte niemand gerechnet, sonst wäre es nicht so weit gekommen.

Aber seitdem macht er es nicht mehr, wenn sie dabei ist.

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Dazu hatte ich mal einen Bericht geschrieben, der spiegelt hiervon vieles wieder....

Bericht

Du beschreibst 1:1 genau das, was Männlein und ich erlebten!

Mittlerweile ist unser Leben harmonisch. :)

Die Kurzfassung lautet:

Grundgehorsam extrem hochfahren

Langsame Gewöhnung an 1-2 sorgsam gewählte Artgenossen

Wichtigste Punkte: Rechtzeitige Korrektur, auch in Situationen, welche zunächst "gar nichts" (eben doch!) mit dem Problem zu tun haben

Änderung der eigenen Einstellung!

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Erstmal danke für die vielen Antworten.

 

Aber nochmal - ich will diesen Hund weder trainieren noch der 305te mit ner schlauen Meinung sein. Ich persönlich denke auch nicht, dass es dieses Halter-Hund-Gespann schaffen wird. Das ist auch nicht böse gemeint - das ist ein ganz, ganz tolles Zuhause - aber ich denke für diesen Hund sind die Halter nicht die Richtigen. Wobei ich mir sehr wünschen würde, dass ich Unrecht habe :(

 

Deswegen geht es mir garnicht so besonders um diesen Hund - sondern um praktische Erfahrungen mit solcher Leinenagression generell. Klar wird jeder sagen "hol dir einen Trainer" - aber was für einen? Deswegen die frage nach erolfgreich verlaufenen Therapien und bisher scheint sich mein Bauchgefühl zu bestätigen - Carolin hat mir eigentlich meine Gedanken abgenommen und auch Thomas scheint mit "hartem" Durchgreifen die besten Erfolge gemacht zu haben.

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Hier ging es nicht ohne sehr deutliche Ansagen, leider. Aber bevor der Zwerg alle anderen Hunde im Pelz hängen hat, ist das noch die humanere Art. Auf die nette Art reagiert er überhaupt nicht

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Akumas Leinenaggression überstieg meine Vorstellungskraft auch und ich dachte am Anfang, dass ich das mit Ansagen, vorausschauenden Korrekturen, etc. hinkriege. Es wurde zunächst auch ein bisschen besser, ich bin aber schon auch viel ausgewichen und habe es mir schöngeredet. Ich habe mich einfach überschätzt.

Abgeleint ging es, das macht die Leinenaggression ja aus.
Angeleint: Er sprang in die Leine, rückgerichtete Aggression beim kleinsten Zug, Speichel flog durch die Luft, der Blick war leer (ungefähr so - sind noch die Altlasten, wenn er ins Reaktive abgleitet, nur in viel harmloser), er war nicht ansprechbar, hat wie ein Irrer gebellt, hat sich kaum beruhigt (auchw ennd ie Situation schon LÄNGTS vorbei war). Beim Anblick eines nur hundeähnlichen Subjektes ist er förmlich ausgerastet.

Letztendlich habe ich es durch Situationsmanagement (Großzügiges Umrunden, nächtliche Spaziergänge, um den Hund nicht zu vielen Reizen auszusetzen, etc.) und Zeigen & Benennen gemacht, weil nachhaltiger.
Die Grundidee ist, Desensibilsierung und Gegenkonditionierung. Nach zwei Jahren darf ich sagen, dass wir auf einem erträglichen Maß sind. Der Abstand hat sich von 30 Meter auf 2 - 3 Meter verringert. Kleine Hunde werden anstandslos umrundet, selbst wenn sie ihn an"pöbeln". Mittelgroße Hunde werden meist ignoriert, große Hunde lassen sich mit meiner Hilfe umrunden, es kann durchaus sein, dass er noch knurrt und ein paar Mal bellt. Er bleibt aber ansprechbar oder lässt sich mit anderen Werkzeugen rausholen. Trotzdem wechsle ich einfach intuitiv die Straßenseite oder trage ihn auf engen Passagen vorbei oder drehe um, wenn ich das Gefühl habe, dass er die Situation nicht meistern kann. Auch werde ich mein Leben nicht damit zubringen, ihm "Neutralität" beizubringen. Er darf Artgenossen registrieren und ich werde sie positiv belegen. Ich weiß aber auch, dass das extrem anstrengend ist, ich mit löchrigen Klamotten nach Hause gekommen bin oder mit blutigen Wunden, weil r einfach nach hinten geschnappt hat, wenn ich mich vom Auslöser mit ihm entfernen wollte.

(Auch eine sehr bewusste Ernährung hat uns unterstützt. Wie das Aussehen kann, ist HIER gut beschrieben, es geht darum, dass das Tryptophan, eine Art Vorstufe zum Stimmungsaufheller Serotonin, auch ins Gehirn gelangt! Gerade Rohfleischfütterer sollten sich das unbedingt durchlesen!)


So eine angelegte Straße im Gehirn lässt sich nicht vollends abreißen und neu bebauen. Diese Straße bleibt für immer. Wir können nur Ausfahrten anlegen und dem Hund beibringen, diese auch zu nutzen. Es kann aber dennoch vorkommen, dass der Hund de Straße weiterheizt. Rutscht der Hund ins Rektive ab, muss man schauen, welche Hilfsmittel man einsetzen kann, um den Schaden kleinzuhalten. Ob das nun eine Clickersalve ist, oder ein geworfenes Leckerli, ein konditionierter Geschirrgriff oder sonst was, muss man eben individuell entscheiden.

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