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Hundeforum Der Hund
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Kann man einen Hund, der schwerer ist als man selbst, sicher halten?

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Simple Frage, lange Geschichte!

Eine Freundin hat grade einen Bordeauxdoggenrüden in Pflege, dessen Besitzerin ihn unbedingt loswerden will.

 

Sie hatte 4 Bordeauxdoggen, die beiden Älteren sind die Eltern der Jüngeren, die ältere Hündin ist an ihren Herzproblemen gestorben und die beiden Jüngeren haben sie geerbt und sind jetzt beide schwer krank. Sie ist völlig überfordert mit den Hunden und will jetzt den älteren Rüden loswerden, somit hat ihn meine Freundin immer wieder mal für eine Woche gehabt und gestern hieß es jetzt, die Besitzerin nimmt ihn nicht mehr zurück. Entweder meine Freundin behält ihn oder sie fährt ihn ins Tierheim. Erpressung vom Feinsten also... 

 

Meine Freundin wohnt noch bei ihren Eltern, bis jetzt machen sie es so, dass die Eltern gemeinsam mit dem Rüden gassigehen. Er kennt das bis jetzt nämlich nicht (nur Garten) und zieht extrem und möchte auf andere Hunde "losgehen" (ich weiß nicht ob er es ernst meint). Meine Freundin wiegt 52kg, der Rüde 64kg, sie geht gar nicht mit ihm Gassi und ihre Eltern sind logischerweise dagegen den Hund auf Dauer zu nehmen, so lange sie immer nur zu zweit gassigehen können, weder Mutter noch Vater sind so kräftig, dass sie ihn alleine packen. 

 

Ich muss gestehen, dass ich selbst eher schwarz sehe, wollte aber doch mal fragen, ob es ein Hilfsmittel gibt, dass es ermöglicht den Hund sicher zu halten. Klar, Ziel wäre es ihn so zu erziehen, dass er nicht in die Leine geht, aber das klappt ja nicht von heute auf Morgen. 

 

Ihn ins Tierheim zu bringen würde meiner Freundin das Herz brechen, zumal er mit über 5 für so einen Riesen halt auch schon älter ist und aktuell bei uns in dem kleinen Tierheim 3 Doggen(mixe) warten, die allesamt jünger sind. Also keine guten Vermittlungschancen für ihn und die Besitzerin möchte sich nicht die Mühe machen ihn über eine Nothilfe etc zu vermitteln. 
Sie hatte ihn schon mal auf facebook eingestellt und es gab keine Interessenten. 

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Hallo Märzhase,

 

es gibt sogenannte "Erziehungsgeschirre", hab 2 unterschiedliche gekauft, damit mein kleiner Rabauke Leinenführigkeit lernen sollte. Ich hab sie als eher nutzlos empfunden. Und so liegen sie, nur mal testweise anprobiert, neu in der Box mit dem Hundezubehör ...

 

Leinenführig ist er inzwischen, das heißt aber nicht, dass es doch mal Gelegenheiten gibt, wo er meint, mal eben lospreschen zu wollen. Da passiert es manchmal (wenn ich es nicht spätestens gleichzeitig mit ihm bemerke), dass er mich umreißt. Unser Gewichtsverhältnis ist aber deutlich besser (ich etwas über 60 und mein Hund knapp 30). Will sagen, ich kann mir nicht vorstellen, dass das geht bei Deiner Freundin, solange der Hund nicht wirklich ein "treudoofes Lamm" ist.

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Gibt es für solche Fälle nicht die Haltis? Ich meine Gutes gehört zu haben sofern man sich ordentlich einweisen lässt.

Ansonsten - das wird nicht gut gehen. Ich habe mal knapp mehr als mein Doggen-/DSH-Mix gewogen (ca. 53 kg) - den konnte ich auch kaum bis gar nicht halten wenn er denn lospreschte. Ich gebe zu, nach kurzem Training mit Stachler war das Thema durch. Danach trug er nur noch einen LederwürgerZugstopp.

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Ja, zum Halti habe ich auch geraten, aber sie ist sich so unsicher und ich denke auch das sollte ihr ein Trainer zeigen, aber da ist dann doch die Hemmung da, für einen Hund, der einem eigentlich nicht gehört nen Trainer zu engagieren - auch wenn das dringend nötig wäre. 

Ob sie zum Stachler greifen würde weiß ich nicht, zumal ich ehrlich sage, dass sie mir zu unsicher für so ein kraftvolles Hilfsmittel ist. 

 

Von Geschirren habe ich ihr auch abgeraten, wir hatten die im Tierheim, a) brachte es keine nennenswerte Verbesserung und B) bekamen die Hunde Brandwunden in den Achseln von dem Faden der da lang läuft. Also wurden die auch dort ganz schnell entsorgt. 

 

Der eigentlichen Besitzerin würde ich gerne mal ein paar Tackte sagen aber das bringt ja auch nix :( 

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Puuh, das Kraefteverhaeltnis ist ja schon krass !

 

Ich wuerde ihn mit dem Julius K Halsband mit Griff 50mm sichern (sorry ich kann grad nicht verlinken). Das ist sehr stabil und hat auch ne Sicherung, falls die Schnalle mal knackt. Dazu ein gutsitzendes Geschirr mit breiten Gurten und eine Doppelleine, die in beides gleichzeitig eingehakt ist.

 

Ich hab diese Kombi bei Krankheit und als der Jagdtrieb noch extrem war benutzt und hatte somit gute Kontrolle ueber den Bewegungsablauf, weil du den Hund an 2 Angelpunkten packst.

 

Wenn die Gefahr besteht, dass er sich losreisst und zubeisst unbedingt nen Maulkorb drauf. Auch wenn die Leute doof gucken, aber ne Bordeaux-Dogge mit Beissvorfall kommt sonst vom Regen in die Traufe.

 

Dazu nen guten Trainer, damit der Herr mal lernt seinen Verstand zu benutzen. Den kriegst du nur ueber Mitarbeit richtig gefuehrt, Kraft hat der mehr als jeder Mensch.

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Einen Hund dieser Größe sicher zu halten ist vor allem auch eine Frage der Technik und eigenen Fitness. Das jeweilige Gewicht ist nicht so sehr entscheidend. 

Ich nehme aber mal an, dass die Freundin auch eher klein ist, dass macht es nicht leichter.

 

Kopfhalfter (Halti) mit Hilfe eines Trainers sinnvoll einsetzen.

Und der kann gleich beim Pöbeln und der Körpersprache helfen. 

 

Die Leine nicht nur in der Hand halten, sondern über den Rücken/Po/Oberschenkel (je nach Größe) führen, dann kann man sich mit dem eigenen Gewicht gegenlehnen. Wichtig ist es immer mit versetzten Beinen zu stehen (eins weiter vorne), falls der Hund plötzlich den Zug stoppt.

Zwingend gutes Schuhwerk! 

 

Am besten den Hund umlenken (seitwärts), bevor er ins Ziehen gerät und den Allradantrieb nutzen kann. 

 

Zum Vermitteln: Unbedingt schleunigst die Besitzverhältnisse klären!

Ist der Rüde Haftpflicht versichert? Auch mit Fremden? 

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Hab das zwar noch nie selbst gebraucht, aber was ist mit einem Geschirr, bei dem die Leine an einem  Ring vorne an der Brust befestigt wird.

 Wenn er dann zieht, zieht er sich sozusagen selbst in eine seitliche, instabile Körperhaltung.

 

Wie gesagt, habe nur davon gelesen, vielleicht hat hier jemand Erfahrung damit   :)

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Allein aus physikalischen Gründen ist es nicht möglich bei diesen Gewichtsverhältnissen den Hund zu halten wenn dieser Hund plötzlich mit allem was er hat los geht.

Man kann solch einen Hund führen lernen, man kann Hilfsmittel nutzen (es sollte aber einem bewusst sein, ein Hund mit richtiger Agression springt auch in den Stachel rein, ohne nennenswert langsamer zu werden).

Und wenn man weiß was kommt, dann helfen Dinge wie der richtige Stand. Oder man hält sich an Gegenständen fest.

Ich kannte ein Mädel was 3 große Listis hielt (leider nicht richtig führte). Die wurden in einen Bauchgurt geklinkt und wenn ein anderer Hund kam rannte sie zur nächsten Laterne um sich festzuklammern. Denn auf freier Strecke lief es auf eine Rutschpartie hinaus, direkt auf den fremden Hund zu. Nicht schön...

Wenn sie nicht weiß wie und keine Erfahrung hat, sollte sie den Hund vermitteln.

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Da sie den Hund ja auch nicht von heute auf morgen vermittelt bekommt ... ich würde ein Halti und ein Geschirr mit Ring vorne an der Brust verwenden. Eine doppelte Leine und in beides einhängen. Dazu noch eine ordentliche Portion Training. Denn so wie der Hund gerade drauf ist, nichts kennt etc. wird sich auch nicht so schnell einer finden der ihn will.

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Kein Mensch könnte ein Pferd führen wenn das Gewicht entscheidend wäre.

Aber wenn deine Freundin sich unsicher ist würde ich dringend abraten.

LgBJ

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