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Hundeforum Der Hund
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Panische Angst vor Pferden, was hilft?

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Ist der Junghund ansonsten sehr sensibel oder eher ein Draufgänger? Ängste können sich gut und gerne potenzieren. Mach nicht den Fehler und gehe ZU verbissen an dieses Thema heran. Wenn der Hund wirklich PANIK vor Pferden hat, und du jeden Nachmittag fortan zur Pferdekoppel fährst, steigt dir das Hundekind ggf. auch irgendwann nicht mehr ins Auto ein - weil sie weiß, was ihr dort "blüht". Je nachdem wie sensibel das Tierchen ist, wäre ich hier sehr vorsichtig.

 

Kleines Beispiel: wir wohnen in einer Spielstraßenzone und die Kids fahren je nach Saison gerne mit Skates/Rollern und solchen Wafe-Boards... es kommt nicht oft vor, aber wenn wir das Pech haben und eines der Kids gerade bei uns vorbeifährt wenn wir aus der Tür wollen - und das kurz hintereinander passiert (so zweimal die Woche) dann hat Ruby wirklich Schiss, überhaupt vor die Tür zu gehen. (ihre "Pferde" sind diese Kids auf Rollern). Würde ich das jeden Tag üben, wäre der Hund ein nervliches Wrack, was zitternd im Hausflur steht.

 

Liebe Grüße

 

die kleine Jägerin

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Noch ein weiterer Tipp: Bitte bei Begegnungen mit Reitern niemals ins Gebüsch oder gar hinterm Gebüsch/Baum stellen - sehr viele Pferde nehmen dies als "verstecken" war und reagieren mit Nervosität bis hin zu Fluchtverhalten!

 

Dein Hund ist 4 Monate alt - wie lange bist du denn immer mit ihm unterwegs?

 

Lieber Gruß

Moni

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Moinsen,

Grundsätzlich ist die Frage ob der Hund Panik, Angst oder Furcht empfindet. Damit ist unterschiedlich umzugehen.

Bei Totaler Panik musst du aus der Situation raus und den Hund in Bewegung halten. Sonst besteht die Gefahr eines Schocks.

Diese Unterscheidung zu treffen ist hier im Forum mehr als schwierig, aber trotz deiner Überschrift vermute ich, das hier Furcht das Thema ist.

Angst (als ungerichtete Emotion) ist auszuschliessen.

 

Grundsätzlich kann ein Hund nichts lernen, wenn er über Ablenkung an einem Konflikt vorbeimanövriert wird. Er nimmt diesen nämlich nicht wahr.

Damit ein Hund die Furcht vor etwas verliert muss er sich damit auseinander setzen, in einem Maße das dieses für ihn verarbeitbar ist.

 

Erregungsprozesse, wie Furcht, verlaufen in der Form einer Welle, erst nimmt die Furcht in einer Situation zu, erreicht ihren Scheitelpunkt und nimmt dann ab.

In der steigenden Furcht ist es wichtig den Hund aus der Situation nicht rauszulassen, am besten den Hund stoisch Körpernah festhalten. Nach dem Scheitelpunkt, wenn die Furcht abnimmt, schüttet der Körper Glückshormone aus, um den Organismus für das gezeigte Verhalten zu bestätigen. Hier kann der Mensch mit Lob und ruhigem Streicheln unterstützen.

 

Desweiteren würde ich ReiterInnen ansprechen, ob sie kurz Zeit haben, damit der Hund die Situation verarbeiten kann. Meine Bekannten und ich würden dies, wenn möglich, gerne tun.

 

Viel Erfolg

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Meine Hündin ist damals mit am Pferd gelaufen und es war nie ein Problem bis meine Stute sich beim putzen nach ihr gebeugt hat und sie angeschnaubt hat

Da war erstmal alles vorbei, sie hatte sich da so erschrocken

Ich hab es auch ausgesessen, sie weiterhin zum Stall mitgenommen wo sie aber frei laufen konnte und es wurd dann nach ein paar Wochen wieder besser

Versuch es mit den Tipps die du bekommen hast, wichtig ist das du immer selber viel Ruhe ausstrahlst und nicht groß auf sie eingehst

 

Lg Birgit

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Danke für die Erklärungen und Unterscheidungen von Panik, Angst und Furcht!

Dass Panik in Schock enden kann, war mir z. B. nicht klar - ein wertvoller Hinweis, der von so mancher unbedachten Handlung abhalten kann, danke dafür :)

 

Deshalb noch mal hierzu:

 

 

in einem Maße das dieses für ihn verarbeitbar ist.

 

Erregungsprozesse, wie Furcht, verlaufen in der Form einer Welle, erst nimmt die Furcht in einer Situation zu, erreicht ihren Scheitelpunkt und nimmt dann ab.

In der steigenden Furcht ist es wichtig den Hund aus der Situation nicht rauszulassen, am besten den Hund stoisch Körpernah festhalten.

 

Fett hervorgehoben von mir der Bezug von Maßhaltung und Konfrontation; in der Humanpsychologie gibt es die Begriffe "Konfrontationstherapie" und "Flooding(verfahren)", wobei Letzteres eine massive Konfrontation mit Reizüberflutung bedeutet und in der Behandlung beim Menschen eigentlich gar nicht mehr angewandt wird aufgrund der unkalkulierbaren Folgen einer solchen Behandlung.

Das sollte auch bei Tieren in jedem Fall vermieden werden!

 

Wollte ich nur noch mal hervorheben ;)

 

P.S.: ich wäre auch so eine Reiterin, die man ansprechen könnte ;) - und ich weiß immer noch nicht, wie lange mit dem Welpen/Junghund jetzt spazieren gegangen wird ...

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Sind ihm in der Prägephase (4. bis 14. Woche) auch schon Pferde begegnet ?

Alles was in der Prägephase negativ gekoppelt wird oder nicht kennengelernt wurde, ist später immer ein rotes Tuch. Prägeschäden sind nicht therapierbar.

 

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Wo hast du das denn aufgeschnappt? 

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 Prägeschäden sind nicht therapierbar.

 

Wenn dem so wäre, dann müsste mein Hund nur verkrochen in der Ecke liegen.

 

Ängstlich ist er bei vielen Dingen und es ist natürlich Arbeit dem Hund die Angst zu nehmen, aber es geht ... und bei uns immer besser und geschafft haben wir schon seeeehr viel, auch ohne Prägung.

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Zum Glück sind die allermeisten Hunde so sehr sensibel dann doch nicht.......

Negative Erfahrungen gehören zum Leben und die bleiben auch in der Prägephase nicht rücksichtsvoll vor der Tür stehen....

Ich würde auch distanzierten Kontakt zu Pferden suchen, soweit, wie "aushaltbar" für den Hund, Körperkontakt anbieten bei Unsicherheit und ansonsten "normal" bleiben :)

Und Geduld haben :)

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Meines Wissens gibt es nur eine Sache, die in späterem Leben nicht mehr nachgeholt, verändert werden kann und dies ist das Erlernen der Menschlichen Sprache.

 

Erlebtes in der sogenannten Prägephase mag teils tiefer sitzen, ist aber nicht unveränderbar geprägt. ;)

 

 

Einen Tip für Zukünftige Situationen:

 

Wenn ein Hund sich erschrickt, sollte Mensch ihn sofort im Anschluss ablenken, durch Spiel, Spass, Aktion, bevor der Hund in eine Ruhephase geht. Beispielsweise auch bevor der Hund zum Arzt transportiert werden muss.

Dies gilt für reflexhaftes Erschrecken, nicht für operantes (strategisches) Meideverhalten.

 

Begründung:

 

In der Ruhephase werden die Synapsen gebildet, es findet also ein Transfair von gemachten Erfahrungen ins Gedächtnis statt. Wobei das zuletzt erlebte am prägnanntesten ist.

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