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Hundeforum Der Hund
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Hunde sind auch eifersüchtig

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Wie geht ihr denn damit um (Frage an die Mehrhundehalter), wenn ihr euch mit einem Hund beschäftigt und ein anderer kommt hinzu und möchte mitmischen?

 

Hallo,

 

das kommt ganz darauf an, mit welcher Intention der andere Hund zu mir kommt.

 

Minos ist unwahrscheinlich menschenbezogen und könnte Dauerschmusen. Fly dagegen nicht, die sucht sich das aus (meist so gegen Abend).

Bei Minos kann ich aber ganz genau sehen, was er nun will, sprich will er mit geschmust werden, dann stellt er sich vorsichtig daneben.

Will er aber stören und mich für sich einnehmen, dann schiebt er sich zwischen Fly und mich, macht es ihr unbequem.

 

Wenn er sich benimmt, darf er mitschmusen, fängt er an zu drängeln, dann drängel ich ihn genauso ab, wie er Fly und aus die Maus.

 

Bei anderen Hunden, die wir kennen und auch bestreicheln, ist Minos dann so "pfiffig" und wendet sich dem frei gewordenen Hundehalter zu, wenn ich dessen Hund streichel. Da weiß er ganz genau, der Platz ist grad frei, also hin da und knuddeln lassen.

 

Was ich noch interessant finde ist, dass er quasi sofort Körperkontakt zu der Person aufnimmt, die ihn streichelt. Er drückt sich regelrecht an einen dran und das am Liebsten im Querformat.

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Also, mir fällt es sehr schwer, beim Hund von Eifersucht zu sprechen. Zwar ist Eifersucht, genau wie die Ressourcenverteidigung auch, immer auf Verlustangst begründet, aber Hunde haben in meinen Augen doch eine andere, oder zumindest abewandelte Verlustangst, als wir Menschen. Irgend jemand hat sich hier in seinen Ausführungen mit einem Kauknochen verglichen (danke übrigens für das Lächeln, welches mir die Vorstellung ins Gesicht gezaubert hat).

So falsch finde ich das gar nicht. Wir als Mensch und Bindungspartner sind nämlich eine, oder besse DIE Überlebensressource für den Hund. Wir sind z.B. der Futtergeber, welcher verteidigt wird. Wir sind Regler in brenzligen Situationen. Wir sind Helfer (z.B. Gesunderhaltung). Und wir sind Sozialpartner. Natürlich wird der Hund diese Ressource verteidigen. Wäre ja auch dämlich, wenn nicht.

 

Das Wort "Eifersucht" ist für mch - ganz subjektiv - sehr viel diffiziler, Menschenbezogener. Von daher würde ich dieses Wort nicht für einen Hund wählen.

 

Und kurz noch zum Streicheln von anderen Hunden als Eifersucht. Auch dies ist in meinen Augen eine Ressourcenverteidigung. Ich habe zwei Hunde. Meiner Hündin ist es völlig buggy, ob, wann und wie intensiv ich den Rüden streichele. Treffen wir aber fremde Hunde, also rudelextern, die ich streichele, würde meine Hündin, so ich sie lassen würde, aber mächtig kommentierend dazwischen fahren. Dies in meinen Augen aber nicht aus Eifersucht, sondern aus der oben beschriebenen Ressourcenverteidigung.

 

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Dazu müsste der Hund wiederum das Bewusstsein haben, uns als Überlebensressource anzusehen, was wiederum eine bestimmte Leistung beansprucht. Ein Ich-Bewusstsein, das unserem ähnlich ist. Ist da die Eifersucht, die als Konsequenz der Liebe durchaus anzusehen ist (Oxytocin/Vasopressin), nicht eine viel interessantere Betrachtungsweise?


Und wenn deine Hündin "rudel"intern das nicht zulassen würde? Holst du dann die "Dominanz" als Erklärungsversuch hervor? ;)

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Dazu müsste der Hund wiederum das Bewusstsein haben, uns als Überlebensressource anzusehen, (das tut er meiner Meinung nach auch) was wiederum eine bestimmte Leistung beansprucht.

Und wenn deine Hündin "rudel"intern das nicht zulassen würde? Holst du dann die "Dominanz" als Erklärungsversuch hervor? ;)

Wenn meine Hündin dies rudelintern nicht zulassen würde, würde ich ihr klar machen, dass sie eine Leistung zu erbringen hat, wenn sie mich als ihre Ressource sehen will. Nämlich dieses zu zulassen ;) 

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Dazu müsste der Hund wiederum das Bewusstsein haben, uns als Überlebensressource anzusehen, was wiederum eine bestimmte Leistung beansprucht. Ein Ich-Bewusstsein, das unserem ähnlich ist.

Wenn der Hund diese "Leistung" -wie du es nennst- nicht erbringen könnte /dieses "Ich-Bewusstsein" nicht hätte, wie könnte dann zB ein Rüde tagelang seine läufige Partnerin bewachen, beschützen, verteidigen?

Sind hierfür nicht dieselben Fähigkeiten nötig?

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http://mybrainnotes.com/brain-ocd-dopamine.html

Diese Äpfel-Birnen-Vergleiche verstehe ich langsam nicht mehr. Natürlich möchte ein Hund seinen Sexualpartner für sich, die Frage ist ja nur, ob ein Hund lieben kan (kann er) und wie wir in dieses Konstrukt hineinpassen. Ob er uns nur als Ressource zum Überleben ansieht (ich glaube nicht, dass er weiß, was "Überleben" ist und weiß, wenn wir ihm die Dose nicht öffnen, könnte er vielleicht verhungern, so um 5 Ecken denken... ist eine Fähigkeit, die auch erst Kinder erlernen müsen) oder ob es nicht um Eifersucht als Wechselwirkung zur Liebe geht.

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die Frage ist ja nur, ob ein Hund lieben kan (kann er)

Eine andere Frage ist, wie man "lieben" definiert.

Ich bin (wohl wie du) davon überzeugt, dass Hunde ganz ähnliche Gefühle empfinden wie Menschen. Dass Gehirn und Botenstoffe überraschend ähnlich sind, ist der eine Hinweis, den anderen haben wir ja täglich vor der Nase :)

Übrigens sehr empfehlenswert, wissenschaftlich fundiert und mit Herz + Verstand geschrieben:

http://www.amazon.de/Liebst-mich-auch-Gef%C3%BChlswelt-Mensch/dp/3938071370

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http://mybrainnotes.com/brain-ocd-dopamine.html

Diese Äpfel-Birnen-Vergleiche verstehe ich langsam nicht mehr. Natürlich möchte ein Hund seinen Sexualpartner für sich, die Frage ist ja nur, ob ein Hund lieben kan (kann er) und wie wir in dieses Konstrukt hineinpassen.

Hab eben beim Kartoffelnschälen nochmal über den Vergleich nachgedacht. Ich finde gar nicht unbedingt, dass das ein Äpfel-und Birnen-Vergleich ist.

Der Hund reflektiert ja nicht, wie wichtig ihm der Sexualpartner ist und warum, das ist angeborenes Wissen /Können.

Und ich meine, dass unsere Hunde im Laufe ihrer Entstehung, der Haustierwerdung auch uns Menschen in ihr genetisch programmiertes Wissen /Können mit einbezogen haben (evtl. mit der Voraussetzung einer gewissen frühkindlichen Prägung) und wir somit -genau wie der Sexualpartner- sozusagen in den Kreis der überlebenswichtigen Ressourcen aufgenommen wurden.

Das hat mit *Liebe* erst mal gar nichts zu tun, behaupte ich ganz pragmatisch. Man denke nur an den misshandelten Hund, der trotz allem bei Herrchen bleibt.

Liebe, ja, das mag entstehen, aber da wiederhole ich meine Frage, wie definiere ich das Wort.

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Tun geschlagene Frauen auch mal ganz gern, so böse das klingt.

Genau darauf wollte ich doch hinaus... "Der Hund reflektiert ja nicht, wie wichtig ihm der Sexualpartner ist und warum, das ist angeborenes Wissen /Können."

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Ich versteh die Kritik am Wort Eifersucht durchaus, aber ich denke, auch beim Menschen muss man zwischen Eifersucht und krankhafter Eifersucht unterscheiden. Ich denke, letzteres kommt beim Hund kaum bzw. gar nicht in der Form vor wie beim Menschen, da dies z.B. voraussetzt, dass man sich Gedanken macht, was der andere gerade tut, wenn man ihn nicht unter Kontrolle hat, die Phantasie sozusagen Blüten treibt in Richtung was war gewesen oder was könnte sein, und falls Verlassen oder Untreue vorfällt, dann auch noch Rachegelüste bis hin zu Mord etc. Ich denke, die einfache Form von Eifersucht  wie sie z.B. auch bei zwei-dreijährigen Kindern vorkommt, könnte bei Hunden durchaus vorkommen, das Gefühl zurückgesetzt zu werden, bzw. das Bedürfnis im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen zu müssen, das ist natürlich was anderes als Eifersucht zwischen Mann und Frau in seiner Extremform. Allerdings finde ich die Versuchtsanordnung in der Studie unnötig konstruiiert und somit auch nicht wirklich vergleichbar mit realen Situationen. Außerdem hab ich ein flaues Gefühl dabei, wenn ich mir vorstelle, welche Situationen nun aufgrund der Studie von HH als Eifersucht interpretiert werden, die einfach rein gar nichts mit Eifersucht zu tun haben, wie auch immer man diese nun auslegt.

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