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Gesunde Hunderassen

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Ich habe schon meine Zweifel, dass es nur an den bösen 'Möchtegernzüchtern' (siehe oben) liegt.

Sonst könnte man ja sagen, Rassehunde aus dem oder dem Verband sind grösstenteils gesund.

Scheint mir aber nicht so zu sein.

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wieso denn? Möchtegern-Züchter gibt es auch unter Verbands-Logo, einfach weil ein großer Verband vielleicht nicht immer so genau hingucken kann wie er sollte, oder weil es eben - wie bei allen Vereinen in Deutschland, egal ob Hühnerzüchter oder Schützenverein - eine Menge Klüngel gibt.

 

Ich habe es gerade erst in der Zeitung gelesen - Trauriger Dalmatiner-Effekt, dass es eben einen signifikanten Anstieg von kranken Hunden gibt, wenn eine Rasse in Mode kommt. Das ist also nicht nur ein gefühlter, sondern ein nachweislicher Effekt, und auch wenn man es nicht gerne hört: auch der VDH besteht nur aus Menschen. Mit allen Fehlern und Eitelkeiten und guten Seiten, die dazu gehören.

 

Ich weiß zB von einer VDH-Zucht, deren Labradore regelrecht FETT sind. Schon als Welpe werden die fett abgegeben. Da helfen dann auch die tollsten Untersuchungen nichts, wenn die Züchter der Meinung sind, man müsse den Kaufpreis pro Kilo berechnen ;)

 

Im Grunde kann man sagen, dass die Hunde, bei denen noch wirklich harte Selektion betrieben wird (sei es durch die Natur oder durch die Menschen, die einen Gebrauchshund haben wollen) wohl die gesündesten sind. Denn was nix taugt wird aussortiert. Hart aber wahr, und wenn sich wirklich rein auf die Gesundheit konzentriert wird einer Rasse und eventuell den Gebrauchswert, dann wäre mit Sicherheit auch viel weniger Mist in den Genen verankert.

 

Dann sieht aber der Cocker Spaniel vielleicht nicht mehr so aus wie Susi, und der Riesenschnauzer wird eventuell nur noch mittelgroß. Oder der Boxer hat zu große Abzeichen, etc etc.

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@Lemmy:

eben das meine ich, einfach Verband=ok, scheint halt doch nicht immer zu stimmen.

Wär ja auch zu einfach.

Fragt sich einfach, was jemand machen soll, wenn er einen möglichst gesunden Hund möchte.

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Da sich seit Erscheinen des Buches Hundezucht 2000 von H. Wachtel in all den Jahren rein gar nichts an den Praktiken der Hundezucht geändert hat, eher ist es noch schlimmer geworden, und die Ratschläge von H. Wachtel in den Wind geschlagen wurden, teils verspottet, teils nicht verstanden (der IQ bei Züchtern liegt vermutlich unter dem Bevölkerungsdurchschnitt), wird H. Wachtel zu 100 % Recht behalten und der Flaschenhals immer enger werden, umkehren ist kaum noch möglich, zumal der Wille und die Einsicht fehlt. Stattdessen halten sich die Züchter weiterhin an die Strategie des Schönredens und Vogel-Strauß-Politik, alle anderen haben immer die kranken Hunde, selber hat man nie Probleme, Hauptsache man kann mit schönen Platitüden aufwarten und sich ein plakatives Alibi verschaffen, immer schön mit viel Herzschmalz verpackt, wie sehr man doch an seinen Hunden hängt. Was wirklich abläuft, würde manch einem hier die Zehennägel aufbiegen.

 

Für mich gibt es keine gesunde Rasse mehr. Es ist fast schon Glückssache, ob man heute noch einen gesunden Rassehund bekommt und je mehr Jahre vergehen, je schwieriger wird es werden.

 

Nach wie vor wird nicht an der Verbesserung der Population gearbeitet, sondern jeder Züchter wurschtelt für sich an seiner tollen Linie herum, was nur dazu beiträgt, den Flaschenhals weiter zu verengen und das ist beim VDH nicht anders, als in anderen Verbänden. Man muss sich nur auf den Rassehundeschauen umschauen, um zu sehen, dass nach wie vor die übertypisierten Hunde favorisiert werden, statt wie so schön behauptet, aber eben nicht umgesetzt, das gesunde Mittelmaß. Beim Chihuahua geht der Trend mittlerweile wieder zu kleinklein mit hochtypischen Köpfen. Ganz abgesehen davon, was bei Ausstellungen alles im Hintergrund abläuft, bevor die Titel vergeben werden, dienen Zuchtschauen sowieso nur der Alibiproduktion. Es wird zwar vorgeschrieben geschlossene Fontanelle, aber die Kontrolle ist mehr als oberflächlich und gönnerhaft, allerhöchstens bei missliebigen Züchtern schaut  man genauer hin. Stattdessen klammert man sich fast schon zwanghaft bei der Selektion an so absurden Dingen wie Zähne, gerader Rücken, Ohr- und Rutenhaltung, die nun rein gar nichts mit Gesundheit zu tun haben.  In anderen Rassen noch viel schlimmer an Farbfehlern, wie weiße Flecken etc., wo wertvolles Genmaterial wegen Schönheitsfehlerchen verschleudert werden.All diese oberflächlichen Schönheitskriterien dürften erst dann zur Debatte stehen, wenn die grundlegenden Dinge wie Gesundheit, Wesen, Intelligenz gesichert sind!

 

Konkretes Beispiel zur Gesundheit: Bei der Rasse Chihuahua haben sich in den letzten Jahren vereinzelt (kann man an 10 Fingern abzählen) Hunde ergeben, die offiziell gPRA haben (Dunkelziffer denkbar wie immer). Ich wurde von einem Genetiker und Augenexperten angesprochen, an der Entwicklung eines PRA-Testes mitzuhelfen und sollte Züchter mobilisieren, die sich mit Blutproben beteiligen, auch gesunde Hunde, aber noch lieber erkrankte. Die Vereine haben mich ignoriert oder beschimpft (wie immer, weil ich die Rasse künstlich krank rede), die Züchter haben den Kopf in den Sand gesteckt, bis auf ganz wenige, die ich an einer Hand abzählen kann, zum Glück haben sich noch ein paar private Halter beteiligt. Dabei wäre es soo enorm wichtig, dass man die Erkrankung sofort beim Auftreten der ersten Fälle stoppt, selbst wenn es nur ein einziger Fall wäre, und nicht wartet, bis ein echtes Problem draus wird und die Gene bereits breit gestreut sind. Bei der Forschung hat sich nun herausgestellt, dass es ein weiteres genetisches Augenproblem bei der Rasse gibt, die bei Hunden sehr selten ist, aber beim Menschen häufiger vorkommt.  

 

Nach wie vor wird kein Herzultraschall gefordert, oberwohl mindestens 65 % aller Chihuahuas im Alter ab ca. 7 Jahre an Mitralklappeninsuffizienz leiden, im Alter von ca. 2,5 Jahren könnte man diese Tendenz bereits im Ultraschall erkennen und entsprechend züchterisch steuern.

 

Nach wie vor werden Chihuahuas nur vor der Zuchtzulassung einer PL-Untersuchung unterzogen, die oft vom Haustierarzt des Züchters durchgeführt wird, der selbstverständlich seinen Stammkunden nicht brüskieren will mit negativen Attesten. Mir wurde z.B. angeboten, einen solchen Tierarzt zu konsultieren, der schreibt nämlich dass "was ich will". Das sind keine Einzelfälle, sondern leider verbreitet. Kein Wunder also, dass die ganze Pseudo-Selektion zu rein gar nichts führt.

 

Syringomyelie greift immer mehr um sich, auch das wird völlig ignoriert von der Züchterschaft, zumindest die Deckrüden sollten einem MRT unterzogen werden.

 

Das Motto der Züchterschaft lautete, alles was Krankheit ist, so lange wie möglich zu negieren, um ja keine Hunde aus der Zucht nehmen zu müssen oder einem Makel anheim zu fallen.  Erst wenn ein Problem nicht mehr wegzudiskutieren ist, wird man sich offiziell dazu bekennen, dann ist es in der Regel zu spät und man kann weiter dahinwurschteln wie gehabt.

 

Mein Versuch, die Sterbedaten und -ursachen zuchtbuchmässig zu erfassen (ich war einige Jahre Zuchtbuchführerin), wurde ebenso mit Hohn und Spott beantwortet und boykottiert. Ich fände es sehr sinnvoll zu wissen, wann und woran ein Hund gestorben ist. Es ist ein großer Unterschied, ob ich eine Zucht habe, wo die Hunde im Durchschnitt mit 10 Jahren oder mit 15 Jahren sterben und wäre ein wichtiger Selektionsschritt. Interessiert aber keinen, interessant sind nur Championtitel und Welpenverkaufszahlen. 

 

Und der Chi gehört nun nicht zu den Rassen mit besonders vielen Erbkrankheiten, da gibt es ganz andere Rassen, die weit stärker betroffen sind. Ich hab bei meiner Zucht immer auf Langlebigkeit, geringsmöglichen Inzuchtgrad, Intelligenz und offenes Wesen geachtet und nur mit robusten größeren Chis gezüchtet, damit bin ich gut gefahren, allerdings ohne internationale Championtitel (ich züchte seit Jahren nicht mehr!). Der Käufer allerdings interessiert sich überhaupt nicht für Zuchtkriterien, der kauft nur nach Farbe, Größe und Preis ein. Der Käufer hätte es in der Hand, die Züchter in die richtige Richtung zu biegen, indem er viel kritischer hinterfrägt, sich mit Ahnentafeln auseinandersetzt, nach Attesten frägt, sich die älteren Generationen zeigen lässt, etc.. Tut aber keiner, hauptsache, Welpe ist billig und sofort abholbar.

 

Auch mit Mischlingen wird man nicht sehr viel besser fahren, da sie meist Produkte der 1. Kreuzungsgeneration aus degenerierten nicht selektierten Eltern sind.

 

Für mich war es ein Kampf gegen Windmühlen, den ich aufgegeben habe. Man könnte so viel erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen würden, aber man fühlt sich wie der Rufer in der Wüste. Solange es die anderen betrifft, schreien alle laut mit, aber sobald sie selbst betroffen sein könnten, wird eine Mauer der Ablehnung aufgestellt. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!

 

Meine Quintessenz. Mit Zucht hab ich nichts mehr am Hut, es ist vergebene Liebesmühe, die Hunde werden nicht gesünder, sondern kränker. Für die Zukunft nur noch Nothunde und zwar nur alte oder gehandikapte. Der Wunsch nach Welpen fördert lediglich die Produktion bei Vermehrern, auch wenn sie aus den Nothilfen kommen.

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Ja, Wachtels Buch wurde zu wenig gelesen und von noch weniger Leuten in der Tragweite verstanden. Sehr schade. 

 

so weit

Maico

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Traurig, wenn man es wissen müsste die Hunde ins Unglück laufen zu lassen. Sind halt doch nur Ware, dass diese Hunde evtl das ganze Leben, jeden Tag Schmerzen haben, was solls, Hauptsache das Bild stimmt.

Ich habe eigentlich schon gedacht, dass es ein paar problemlose Rassen gibt.

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Es gibt sicherlich noch etwas problemlosere Rassen.

 

Was mich aber auch immer etwas nervt sind die Leute  "ich habe einen Mischling (am besten nur aus 2 Rassen) weil der GESÜNDER ist!"

Ja ganz toll, ich habe einen (vermeintlichen) Dackel-Mix mit Patellalux,Mitralklappenproblem,Zahn/Augenproblem (sie wird jetzt 11 Jahre alt) ... da hat die ganze tolle Mixerei auch nichts genutzt.

Diese Pauschal-Aussage das ein Mischling gesünder ist,gilt schon lange nicht mehr..

 

Wiederum habe ich extremes Glück *toitoitoi,schnellaufHolzklopf* mit meiner weißen Schäferhündin (kaputte Rasse,kleiner Genpool ect) . Die ist 9 1/2 Jahre alt und kerngesund.

Bei ihr könnte es aber auch daran liegen das sie vermutlich noch aus einer Arbeitslinie stammt.

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Das kann schon sein.

Was mich aber jetzt, nach dem Lesen dieser Beiträge, vor allem stört, ist, dass Leuten, die einen kranken Hund gekauft haben, vorgeworfen wird, sie hätten eben nicht sorgfältig genug ausgesucht.

Offensichtlich geht das fast nicht. Schade.

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@chibambola

 

danke für deinen Beitrag

 

kleiner Blick hinter die Kulissen

 

leider erschütternd :(

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