Jump to content
Hundeforum Der Hund
gast

Streunermodus

Empfohlene Beiträge

Dann würde ich ihn erst einmal nur im Radius dieser 19,8 Meter halten. Ablenkung deinerseits ist dann halt erstmal nicht drin. Zwischendurch mal den sofort geltenden Rückruf üben. 

 

Emma fand anfangs weder Leckerzeugs noch Ballspiele oder so was beim Spaziergang toll. Aber, wenn ich mit höherer und freudiger Stimme ein Prima oder Suuuper rief, dann freute sie sich wie Bolle. Ok, mancher Spanier, der mich hörte, hat sicherlich gedacht, dass ich nicht mehr alle Latten am Zaun habe  :lol:  Das war mir aber egal. Emma kam auf diese Weise freudig zu mir gelaufen.

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ob er ohne oder mit Beute zurückkommt ist eigentlich egal. Es gibt Hunde, für die ist alleine schon das Verfolgen der Geruchsspur äusserst selbstbelohnend, selbst wenn sie nicht dabei hetzen.

 

Hihi - Deine zufälligen "Jagdabbrüche" erinnern mich an meinen ersten eigenen Hund - Dackel - der halbjährig zum ersten Mal einem Hasen nachsprintetet, auf einem geackerten, gefrorenen Feld, was bewirkte, dass ich schneller meinen neuen Cowoboystiefel ausziehen und ihm nachwerfen konnte, als er sich aus dem Staub machen. War spontan, ohne nachzudenken, einfach aus der Angst raus, ich muss ihn stoppen, sonst ist er weg. Das hat ein Leben lang gereicht. Der ist nie wieder einem Hasen nach. Hab ihn nämlich getroffen.....sorry, Basti... ;)

 

Meine Frage was genau und wie bezog sich auf: Welche konkrete Anzeichen lassen Dich auf ihn mit Rückruf reagieren und wie im Detail reagierst Du dann.

 

Meine Erfahrung mit meiner Streunerin:

Als ich sie bekam, hörte sie nichtmal auf den Namen. Menschenrufe waren für sie absolut unwichtig und sogar gefährlich. Die fand tatsächlich immer einen Weg, ihren Streuner-und Jagdleidenschaften nachzugehen. Im Tierheim hat man wegen ihr alleine den 2,2Meter Hohen Zaun mit Strom gesichert - und die Vorkontrolle kontrollierte tatsächlich, ob ich das zuhause ebenso machte.

Sie war schonmal vermittelt worden, war dort aber auch ständig ausgebüxt und wurde wieder von der TSO zurückgeholt.

Nach einem jahr besuchten wir das Tierheim wieder. Meine damaligen beiden - die Streunerin und ihr Kumpel, hüpften auf dem Parkplatz vor dem heim aus dem Kofferraum - unangeleint - und der damals die Streunerin betreuende Tierpfleger stürzte sich regelrecht auf sie, um sie zu fixieren, als sie lässig ein paar Meter zum Schnüffeln gegangen war.

Er rief sowas, wie "schnell einfangen, anhängen, sonst ist sie weg, die bleibt doch niemals freiwillig bei den Menschen".........

Ich hab ihm gesagt, wenn er nicht zufällug gerade eine katze oder einen hasen in der Hosentasche hat und ihr das vor die Nase wirft, um es zu jagen, dann kann er sie getrost loslassen. Die läuft nicht weg.

Der hat mich angeguckt, wie das 7. Weltwunder, die Maus losgelassen, die sich sofort Schutz suchend zwischen meine Beine hockte.

Es hat bei diesem Hund wochen gedauernt, bis sie überhaupt mal mentalen Kontakt mit uns Menschen aufnahm - Monate, bis sie bereit war, sich auf uns mehr als nur zum Streicheln und Füttern einzulassen - und weitere Monate, dass sie Spaß am gemeinsamen Lernen aufbaute.

 

Heute würde sie sich nur noch vom Acker machen, wenn direkt vor ihr was hochhüpft und den Jagdtrieb anknipst - ansonsten will die gar nicht mehr ausgeklinkt unterwegs sein.

Wobei sie, als ich vor Jahren  auf Kur war und von meinen Söhnen betreut wurde, die mit uns lebten, nach dem dritten Tag wieder vollkommen im Kopf ausgeklinkt war und nichtmal mehr auf den Namen hörte...............an dem Tag, als ich zurückkam (4 Wochen), guckte sie mich erstmal gar nicht an.

Am nächsten Tag war wieder alles wie zuvor - gemeinsam. 

Ich glaube, manche Hunde brauchen ne Zeit, bis sie sich wirklich ganz auf einen Menschen einlassen können - manche tuns vielleicht nie....aber wenn man ihre Leidenschaften verstehen lernt und zu nutzen weiß, kann das eine große Hilfe sein.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Aber Emma war von Anfang an ein fröhlicher Hund oder?

 

 

Mal ein Beispiel: Morgens wenn Pino merkt das es los geht, "flippt" er aus. Wenn ich mich anfangs mit ihm gefreut habe, hat er sofort aufgehört, egal wie ich es dosiert habe. Ich bin total stolz, dass wir jetzt morgens gemeinsam "bellen" = ich sage "Gassi" (freudig) und er bellt freudig. Man muss bei ihm sehr genau dosieren, um ihn nicht in sein Schneckenhaus zurück zu schicken.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ja klar, Emma war geschätzte 6 Wochen, als wir sie fanden. Sie hat also nicht die Vorgeschichte,wie Pino sie hat. Sie war aber zuerst etwas sehr ängstlich, auch gegenüber Männern. 

 

Lucky, der Streuner, war halt ca. 6 Monate als er gefunden wurde, mit Strick um den Hals. Wahrscheinlich hat er irgendwo angebunden gelebt, bis er diesen Strick durchgebissen hat. Bei der Spanierin lebte er nochmal etwa 6 Monate, bis wir ihn übernahmen. Da war er immer sich selbst überlassen und ging halt alleine on Tour.

 

Kimba, meine verstorbene Podenca, war ca. 1 Jahr, als sie zu uns kam. Sie war wahrscheinlich keine Streunerin, aber wurde auch nicht gut gehalten. Sie sah námlich alles andere als gut aus. Sie war natürlich Jagdhund durch und durch und bei ihr wäre ich anfangs über Pinos magische 19,8 Meter verdammt froh gewesen :D

Dein Beispiel vom Losgehen zeigt ja eigentlich nur, dass er bis zu dir nicht gelernt hat, Menschen zu deuten. Wahrscheinlich fand er das etwas beängstigend, wenn du dich mitgefreut hast :D 

Ach Katja, was ich von dir bisher hier mitbekommen habe, wirst du das mit Pino alles gut schaffen. Ein Hund mit Vorgeschichte braucht halt seine ganz individuelle Zeit und wir Menschen brauchen einfach auch Zeit, um unsere "neuen" Vierbeiner verstehen zu lernen. Jeder Jeck is anders..sagen die Rheinländer.

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Meine Frage was genau und wie bezog sich auf: Welche konkrete Anzeichen lassen Dich auf ihn mit Rückruf reagieren und wie im Detail reagierst Du dann.

 

 

 

Ich sehe das einfach, Details kann ich gar nicht so beschreiben. Ich rufe ihn entweder ganz zu mir oder nur wieder näher in meinen Bereich, je nachdem wie er drauf ist. Samstag war ich mit einer Freundin und Hund unterwegs und ich merkte das ich ihn jetzt quasi ständig rufen müsste, da habe ich ihn angeleint, weil ich mich unterhalten wollte. ;)

 

Pino ist wirklich mehr als alltagstauglich. Dieses Problem ist wirklich "jammern" auf sehr hohem Niveau.

 

Die Idee mit der Beschleunigung ist auf jeden Fall gut und ich werde mir mal einen Jackpot überlegen und das aufbauen. Evtl. auch mal auf Handfütterung umstellen. :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erzwingen kann mman das eh nicht.

Ich hab zB meine Hündin und ihren Kumpel die ersten Wochen ins Auto gepackt, bin zu einem großen eingezäunten, ausbruchssicheren Grundstück gefahren, hab dort einfach nur Spaß mit dem anderen Hund gehabt - und sie konnte sich weit von uns entfernen ohne auszubüxen, ihr eigenes Ding machen und aus der Distanz einschätzen , wie wir drauf sind. Das war eine ganz hilfereiche, wichtige Phase für sie, die meiner Meinung nach damals eine gute Basis dafür geschaffen hat, sich freiwillig uns anzuschließen, neugierig zu werden und Ängste abzubauen, auch meine Körpersprache und Laute einzuordnen usw. 

Aus den Augenwinkeln hab ich immer wieder beobachten können, wie sie uns beobachtet hatte, wie sie zu überlegen schien, wie sie sich aber auch immer sicherer fühlte und das Interesse am Miteinander wuchs.

Da sie anfangs aus der hand kein Futter annahm - und auch nicht von ihr initiiertes Streicheln als Gefährdung interpretierte, haben ihr Hundekumpel und ich gaaanz viel Futter einfach mal so auf unseren Wegen übrig gelassen.......

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hast Du schonmal probiert, ohne ihn anzureden, mit besonderer eigenen Begeisterung und speziellen "Jagdgeräuschen" hinter ihm einfach umzudrehen, wegzulaufen (nur paar Schritte - dann sich begeistert auf irgendwas am Wegrand stürzen und anfangen, genüsslich die "Beute" aufzufuttern?

 

DAS lieben meine eigenständigen Hundeköppe. Was meinst, wie ich in deren "Ansehen" dabei steige, wie ich als Mensch sooooo tolle Beute finde, die ich dann sogar bereitwillig unter den ankommenden Hunden teile.........ohne Kommando, ohne dass sie zuvor beim vorbeilaufen die Beute erschnuppern konnten......

Da werden die viel hellhöriger nach hinten...............

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Huhu Katja,

 

kannst du sagen, mit welcher Intention Pino sich dann entfernt?

Will er die Tageszeitung lesen, also ist im normalen Schnüffelmodus, oder meint er einfach die Welt erkunden zu müssen?

 

Was macht er, wenn er außerhalb dieses Hörbereiches ist und du bist weg? Versteckt hinter einem Baum, oder einfach mal links, anstatt rechts gegangen.

Hat er dich dann noch auf seinem Schirm und merkt das?

Merkt er das schnell, oder eher nicht so schnell und wie verhält er sich da?

 

Von Minos kann ich dir sagen, dass wir diese Distanz-Geschichte auch durch haben. Dabei ist er auch nicht jagen gegangen, sondern ganz normal schnüffeln und hat die Welt um sich herum vergessen.

Ich habe ihn dann anfangs auch immer wieder angesprochen, so dass er merkt ... Hallooo, ich bin auch noch da. Dann haben wir mit Flexi-Gurt noch mal die Grenze, die er vor darf geübt.

Dann ein Platz eingeübt, ein Schau trainiert und was weiß ich nicht alles.

 

Mein Wunsch dabei war immer, er als Hund soll auf mich reagieren und nicht ich auf ihn.

 

In der Gruppe laufend mit anderen Hunden hat er auch nicht auf mich geachtet, jedenfalls es nicht gezeigt. und dann musste entweder die Leine wieder dran, oder ich musste mich auf ihn konzentrieren und konnte das Gespräch mit der Freundin nicht richtig führen.

 

Man sagt ja immer, der Weg ist das Ziel.

Heute mit stolzen 5 Jahren macht er jetzt genau das, was ich erreichen wollte. Er bleibt von sich aus stehen, wenn Fly und ich nicht so schnell nachkommen. Er schaut sich um und guckt, läuft langsamer usw. usw.

 

Vielleicht war ich anfangs nicht klar genug, ihm zu vermitteln, was ich eigentlich will und er nahm es für selbstverständlich hin, dass ich es ihm sage, genau wie die anderen Kommandos auch! ?

 

Jedenfalls kann man auch mit sehr eigenständigen Hunden den Dreh kriegen und das wollte ich dir sagen. :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Hast Du schonmal probiert, ohne ihn anzureden, mit besonderer eigenen Begeisterung und speziellen "Jagdgeräuschen" hinter ihm einfach umzudrehen, wegzulaufen (nur paar Schritte - dann sich begeistert auf irgendwas am Wegrand stürzen und anfangen, genüsslich die "Beute" aufzufuttern?

 

....

 

 

Ich bin froh das er es mittlerweile nicht mehr gruslig findet, wenn ich ihn beim mäuseln "anfeuere". :D

 

 

Danke Emma :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

 

 

kannst du sagen, mit welcher Intention Pino sich dann entfernt?

Will er die Tageszeitung lesen, also ist im normalen Schnüffelmodus, oder meint er einfach die Welt erkunden zu müssen?

 

Ich glaube beides

 

Was macht er, wenn er außerhalb dieses Hörbereiches ist und du bist weg? Versteckt hinter einem Baum, oder einfach mal links, anstatt rechts gegangen.

Hat er dich dann noch auf seinem Schirm und merkt das?

Merkt er das schnell, oder eher nicht so schnell und wie verhält er sich da?

 

Er macht weiter sein Ding, denn er ist in seinem Modus.  :)

 

Heute mit stolzen 5 Jahren macht er jetzt genau das,

 

Dann sind es ja nur noch 4 Jahre :D

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

×
×
  • Neu erstellen...

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.