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Hundeforum Der Hund
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Kann man einen Herdenschutzhund (Kuvasz) für Extremsituationen erziehen?

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Hallo

 

Ich habe seit  März einen Kuvasz(welpen) und habe frühzeitig angefangen, die Hündin zu erziehen.Das bezog sich  auf ihre Sozialisierung .Ich habe weiterhin versucht die Sauberkeit auf dem Grundstück (Löseplatz) zu steuern und sie an den Umgang mit der Hundeleine zu gewöhnen.Bis auf kleine Aussetzer beim Spaziergang(ziehen an der Leine bei "aussergewöhnlichen" Situationen) könnte man mit ihr als Lehrling zufrieden sein.

Wären da nicht wichtige Gehorsamkeitssituationen ! 

Ich muss dazu sagen,dass die Hündin (ohne Ablenkung) auf einen Pfiff/Ruf sofort reagiert. Treten aber Situationen ein,die für die Hündin interessant erscheinen(Unbekanntes,andere Hunde,"wichtige" Riechspuren, Bellattacken/Wachsamkeitsbellen )  ist die Gehorsamkeit gleich Null. 

Nun die entscheidende Frage ! Ist ein Herdenschutzhund in solchen Situationen erziehbar !? (wenn ja wie ?)Ich habe mit anderen Hunderassen (in der Vergangenheit)diesbezüglich keine Probleme gehabt .

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Ich würde dazu mal sagen: Willkommen in der Pubertät! In dem Alter hatten meine Hunde auch keine Ohren. Das gibt sich aber mit zunehmendem Alter, ich würde mir da noch keine Sorgen machen - Hund sichern (Schleppleine dran) und weiter am Gehorsam üben, aber keinen Zwang drauf setzen.

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Einen Herdenschutzhund muß man nicht erziehen sondern überzeugen.  :)

 

 

 

Ich muss dazu sagen,dass die Hündin (ohne Ablenkung) auf einen Pfiff/Ruf sofort reagiert. Treten aber Situationen ein,die für die Hündin interessant erscheinen(Unbekanntes,andere Hunde,"wichtige" Riechspuren, Bellattacken/Wachsamkeitsbellen )  ist die Gehorsamkeit gleich Null. 

 

Man steigert die Ablenkung immer weiter, such dir verschiedene Dinge, die die Aufmerksamkeit deines Hundes fesseln und übe konkret dein Rückrufsignal. Erst geringe Ablenkung und dann stärkere. Zur Absicherung am bestes an einer Schleppleine. Wie belohnst du sie? Was macht ihr Spaß, was schmeckt ihr gut?

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Ich bin kein Profi mit Herdenschutzhunden, aber diese Aussage von jemandem der sich mit den Rassen auskennt erschien mir sehr einleuchtend:

 

"Einen Herdenschutzhund kommandiert man nicht, man überzeugt ihn davon, dass deine Hinweise stets Hand und Fuß haben".

 

Sprich, wenn du mit dem Schema 0-8-15 der Hundeerziehung herangehst und Dinge auf Kommando+Ausführung aufbaust, wirst du bei diesen Rassen nicht sonderlich weit kommen. Es sind Wächter, die dazu gezüchtet wurden, komplett auf sich alleine gestellt eine Herde zu bewachen.

Gehorsam im Sinne von anderen Rassen (zB Schäferhund) ist einfach nicht in den Köpfen verankert.

 

Was mein oben gesagter Satz bedeuten soll ist folgendes: 

Zeige deinem Hund, dass deine Kommandos (oder Bitten ;) ) nicht sinnlos für ihn sind. Dass sie immer auch einen Grund haben, und dass du nichts erwartest von ihm, was seinem Naturel widerspricht.

 

beispiel "Komm":

Soll dein Hund wirklich kommen wenn du ihn rufst? Auch, wenn das heißt der "Gefahr" den Rücken zu zu kehren? Meinst du, einem Wachhund wie nem Kuvasz erscheint dieser Befehl logisch? Wenn nein: was kann man alternativ von dem Hund "verlangen" - ginge es nicht auch einfach, den Hund hinzusetzen/stehen bleiben zu lassen mit einem "Stop"?

 

Überhaupt - muss der Hund sich hinsetzen, wenn du es sagst? Willst du in solchen Situationen WIRKLICH dass er sitzt, oder reicht dir für das was du möchtest (zB stoppen an Straße) auch ein einfaches Stehenbleiben.

 

Umgekehrt braucht der Hund aber eben auch einen Grund, warum er auf dich hören soll. Bedeutet, dass du dich in "Gefahrensituationen" (aus Sicht des Hundes) auch vernünftig und sicher bewegen kannst. Dass du "Gefahren" auch einschätzen kannst. Bist du selbstbewusst und kannst auhc mal einen stürmischen Hund von deinem Hund wegjagen, dann hast du schon mal einen Stein im Brett. Bist du selber unsicher in Hundebegegnungen (oder Menschenmengen), besteht die Gefahr dass der Hund meint, er müsse das regeln - bei einem Kuvazs sicher nicht so ne gute Idee ;)

 

Und wenn du eben nicht sonderlich selbstbewusst bei anderen Hunden bist, dann sei selbstbewusst genug, denen die du nicht kennst eben auszuweichen.

 

Ich denke, gerade bei solchen Rassen muss man sich noch viel mehr bewusst machen, was man eigentlich will. Es sind eben keine Kuschelbären mit viel Will-to-Please, sondern eigenständige Wach-Tiere. Und wenn du sie davon überzeugst, dass du ein würdiger Chef bist der seine Sache selber gut macht, dann hast du einen sehr zufriedenen Hund an deiner Seite.

 

(ein "würdiger Chef" ist übrigens auch nur einer, der die Hinweise und Anmerkungen seiner Mitarbeiter (= Hund) erkennt. Sprich einfach den Hund ignorieren bei Spaziergängen zeugt nicht von Chefqualitäten, sondern man muss eben auch mal sehen, was der Hudn einem so mitteilen will. Schaut er sich eine Schafherde an? Oder kommt da um die Ecke ein Hund? Etc etc)

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Hallo,

Dein Kuvasz ist, wenn er im März noch ein Welpe war, noch kein Jahr alt. Da ist noch nicht viel mit Pubertät. Die Herdis sind Spätentwickler und bis sie 3 Jahre alt ist wirst Du Dich noch auf manche Verhaltensänderung einstellen müssen.

Jetzt ist es wichtig, sie an viele verschiedene Situationen zu gewöhnen. Vor allem an den Umgang mit fremden Menschen und auch Hunden. Auch wenn sie bisher lieb und freundlich ist wird sich das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Alter von ca. 1 1/2 Jahren ändern. Spätestens dann beginnen sie auch ernsthaft ihr Grundstück zu bewachen und richtigen Schutztrieb zu entwickeln.

Einen Gehorsam wie z.B. beim Schäferhund, Jagdhund oder bei den  Hütern wirst Du vergeblich erwarten. Das Augenmerk des Kuvasz liegt auf dem Schutz.  

Wir haben jetzt den dritten Kuvasz. Uns sind einige Sachen wichtig, wie z.B. der Rückruf. Allerdings gibt es auch immer wieder Kuvasz, die können keinen Freilauf genießen, eben weil der Rückruf nicht funktioniert und, oder sie Jagdtrieb haben.

 

Wir waren mit ihnen auch in der Hundeschule. Unsere Kuvasz sind weder verspielt noch verfressen. Leckerchen sind nicht besonders interessant. Das erschwert eine Ausbildung sehr. Unser Trainer meinte immer "der macht das nur ihnen zuliebe". Also oberwichtig ist eine gute Bindung an seine Familie. Dann kann man viel erreichen.

 

Aber, sieh doch mal in einem Herdenschutzhundforum rein. Da kannst Du Dir ein Bild machen wohin sie sich evtl. entwickelt.

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Ich hab zwar nur ein HSH Mix aber die hat mir deutlich gezeigt das ich sie erstmal von mir überzeuge ;) bevor sie sich auf mich einläßt

 

Die Rassen sind nun mal sehr Eigenständig und dazu werden sie ja auch gezüchtet, zudem sind sie Spätentwickler was die Sache nicht einfacher macht

 

Ich würde dir auch raten mal im HSH Forum zu schauen oder lies mal das Buch vom Thomas A. Schoke Herdenschutzhunde, ich finde das ist ein wirklich gutes Buch

 

Lg Birgit

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Hallo

 

Ich bedanke mich  für die netten Hinweise recht herzlich.Literatur hat mich etwas vorgebildet ,es ist aber doch

besser aus erfahrenem Mund einiges zum Thema zu hören.Mir ist sehr bewusst, dass dieser Hund etwas ganz anderes ist. Deshalb nochmals vielen Dank für die Hinweise.

 

LG.

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