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Hundeforum Der Hund
jakomaho

Wie definiert ihr Dominanz???

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Hallo an alle,

aufgrund verschiedener Beiträge haben wir uns die Frage gestellt, was ist eigentlich Dominanz bei Hunden? Also wie definiert Ihr diese, wodurch ist diese charakterisiert? Wenn es diese überhaupt gibt?

Bitte keinen " Schlagabtausch ", sondern vielleicht an Beispielen ?!

Ganz gespannt sind,

LG JaKoMaHo

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Hallo Jakomaho,

da hast Du ja ein brisantes Thema angeschnitten. Das Wort Dominanz hat ja bei vielen einen negativen Touch und es wird auch oft ein Hund als dominant bezeichnet, dessen Verhalten bei näherem Hinsehen eine ganz andere Ursache hat.

Dominanz = Durchsetzungsfähigkeit, anführen wollen, Selbstbewusstsein, Stärke

würde man diese Attribute bei einem Menschen nennen, würden dies viele als positiv bezeichnen :D man muss es ja nicht mit Gewalt in Verbindung bringen!

Bei einem Hund hingegen, sehen viele dominantes Verhalten als negativ an, da solche Hunde je nach dem mit welchem Menschen sie unterwegs sind, schwieriger zu erziehen sind.

Der eine Hundeführer schafft es ohne Probleme so einem Hund das Beste abzugewinnen und bei einem inkonsequenten Hundeführer kann es im Chaos enden.

Man darf in der Gruppenstruktur der Hunde nicht vergessen, dass es dominante Tiere geben muss als Anführer des Rudels. Diese dominanten Tiere haben es aber nicht ständig nötig, über die untergebenen herzufallen. Meist genügt ein scharfer Blick und die anderen ordnen sich unter :D

Ich vergleiche das Mal mit einem guten Lehrer, der seine Schüler allein durch seine Präsenz und sein Wissen so beeindrucken kann, dass gar keine auf die Idee kommt, den Unterricht zu stören.

Tja - bin ein bisschen abgeschweift. Über Meinungen lässt sich ja bekanntlich heftig diskutieren!

Cony

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Guten Morgen Cony,

aufgrund der " Brisanz " habe ich ja extra geschrieben " Bitte keinen " Schlagabtausch " ! "

Aber genau die verschiedenen Sichtweisen interessieren uns!

LG JaKoMaHo

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also ich finde es gibt verschiedene Arten von Dominanzverhalten bei Hunden !

Meine Eltern dachten immer ihr Hund wäre nicht dominant weil er nicht knurrt oder ;Machtspielchen macht aber Irrtum, es gibt sämtliche Arten der Dominanz, angefangen von an der Leine ziehen bis über das der Hund immer als erstes begrüsst werden möchte, tut man das nicht, wird gebellt -> auch ein Zeichen der Dominanz ! So gibts immer wieder Kleinigkeiten, wo dann doch festgestellt wird, wer auf Deutsch gesagt die Hosen an hat *grins* ! Nur weil ein Hund nicht knurrt oder so, heisst es nicht das er nicht dominat ist !!! ;)

Gruß

Susanne

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Verallgemeinert würd ich sagen: offensiver, bewusster Anspruch auf greifbare Sachen,

die das Leben schöner machen.

Bsp: "Das ist MEINS !"

oder so... ?.. ;)

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Ich finde die Definition von Wiki ganz gut -> unter Biologie!!!

Oft wird Dominanz ja verwechselt bzw. ist das Wort sehr negativ belastet, weil es oft falsch eingesetzt wird.

Ein dominanter Hund z.B. hat es gar nicht nötig, ständig zu bellen/keifen/pöbeln/andere Hunde zu unterwerfen usw.

Im Gegenteil: Er ist souverän und ruhig.

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Hallo!

Ich finde die Definition von "Dominanz" zugleich extrem einfach und extrem schwierig.

Im Hunderudel ist für mich ein dominanter Hund einer, genau die Eigenschaften hat, die Cony beschreibt, und dadurch geeignet ist, das Rudel anzuführen.

In einer Mensch-Hund-Beziehung finde ich Dominanz dagegen sehr schwer zu beschreiben. Meine Meinung zur Dominanz zwischen Menschen und Hunden geht in die Richtung von dem, was Erik Zimen geschrieben hat (auch wenn es vielleicht nicht der allerneuste Stand der Kynologie ist ;) ). Zimen ist der Meinung, dass der Mensch für den Hund so eine Art "Super-Alpha" ist, dem er sich fast automatisch unterordnet, und dass es nur ganz ganz wenige Hunde gibt, die die "Weltherrschaft", sprich die Führung des Mensch-Hund-"Rudels" anstreben.

Ich kann diese Sichtweise gut nachvollziehen, weil es mir logisch erscheint, dass der Mensch einen Vorsprung in Sachen Rudelführung hat, allein schon deswegen, weil er die Ressourcen (z.B. Futter) kontrolliert. Zimen schreibt auch, dass es keine Dominanz ist, wenn der Hund innerhalb seiner untergeordneten Position im "Rudel" seine Grenzen austestet. Ich verstehe das so, dass ein Hund, der knurrt, nicht automatisch dominant ist. Genausowenig der Hund, der, wie Susanne schreibt, an der Leine zieht, zuerst begrüßt werden will, bellt, um etwas zu bekommen oder zuerst durch die Tür geht. Meiner Meinung nach testen solche Hunde aus, wie weit sie mit welchem Verhalten kommen, denn auch ein Hund in niedriger Position versucht sich möglichst viele Freiheiten herauszunehmen.

Meinem Empfinden nach bin ich in meinem Leben noch nie einem wirklich dominanten Hund begegnet. Ich habe selbstbewusste Hunde getroffen, die auf verschiedene Weise versucht haben, ihre Interessen durchzusetzen, bei denen ich aber darin keinen Führungsanspruch erkennen konnte, und ich habe vor allem Hunde getroffen, die überhaupt keine Regeln kannten und bei dem halbherzigen Versuch ihrer Halter, ihnen doch noch Grenzen zu setzen, natürlich nicht sofort eingeknickt sind. Aber das sehe ich nicht als Dominanz an, weil die Hunde sich diese Position nicht "erkämpft" haben, sondern von inkonsequenten Besitzern in diese Position regelrecht gedrängt worden sind.

Ich will damit nicht sagen, dass es keine Hunde gibt, die Menschen gegenüber zu Dominanz neigen. Aber ich glaube, dass sehr viel weniger Hunde sich dominant verhalten, als man im Allgemeinen annimmt.

Viele Grüße, Iris

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Hallo,

ich schliesse mich Cony an "Dominanz = Durchsetzungsfähigkeit, anführen wollen, Selbstbewusstsein, Stärke"

Wobei ich denke das dies alles alleine durch "Selbstbebusstsein" ergibt. Ein selbstbewußter Hund ist stark und wenn auch nur im Kopf, natürlich kann sich ein solcher Hund durch setzen und schon deshalb wird er führen.

Da muß unsereins dann ganz tief in die Trickkiste greifen um solch einen Hund zu beeindrucken. Wenn man das schafft, hat man etwas ganz besonderes, ein wirkliches Team.

Wenn nicht, kann es einen aber auch ganz schön verzweifeln lassen.

Gruß Iris

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Hallo!

Das aufkommende Problem in der Mensch/Hund-Beziehung ist meiner Meinung nach, dass viele Hundebesitzer sich gar nicht bewusst sind, dass sie durch nachlässige Erziehung dem Hund als schwach vorkommen und der Hund dann meint, seinen Herrn zu beschützen oder die führende Rolle zu übernehmen, da der Mensch ja diese praktisch gar nicht übernimmt.

Solche Hunde sind durch diese ihnen überlassene Rolle oft so überfordert, dass sie über die Maßen gestresst reagieren und austicken.

Und der Mensch wundert sich dann auch noch über das Verhalten seines Hundes. Wie oft sieht man eine Mensch/Hund-Beziehung die vollkommen aus dem Lot geraten ist und der Mensch wundert sich auch noch darüber ?!?

Kein Wunder, wenn der Hund dann beginnt, seine Grenzen zu überschreiten.

Mir war selbst vieles nicht bewusst, was ich früher falsch gemacht habe im Umgang mit Hunden.

Das Training mit einer BHV-Trainerin hat mir da sehr viel geholfen - muss mich aber auch heute noch manchmal aufraffen, eine konsequentere und für meinen Hund einschätzbare Linie einzunehmen. Gerade unsicheren Hunden hilft es, wenn man im Tagesablauf mit Kommandos Routine und Sicherheit vermitteln kann.

Cony

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Wie ich Dominanz definiere ist uninteressant. Es ist ja bereits definiert. Und der Sinn von Definitionen ist, dass alle wissen wovon bei Dominanz die Rede ist:

Frau Dr. Feddersen hat es so umschrieben (auch nachzulesen in unserem Wiki):

Dominanz bedeutet, dass in einer Zweierbeziehung A regelmäßig die Freiheit von B einschränkt bzw. sich selbst ein hohes Maß an Freiheit zugesteht, ohne dass B effektiv etwas dagegen tut, sondern B akzeptiert seine Einschränkungen. Sie ist dann gegeben, wenn A bestimmte Verhaltensweisen gegenüber B häufiger zeigt, als zufällig zu erwarten wäre. Tatsächlich ist Dominanz also wesentlich vom Verhalten des B abhängig, da dessen Reaktion die Effektivität der Verhaltensweisen von A bestimmt.

So einfach ist Dominanz umschrieben.

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