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Wie definiert ihr Dominanz???

Empfohlene Beiträge

Hallo Mark,

danke für diese Definition. Da wir hier aber auch viele Hundeanfänger haben, denke ich, dass diese anhand von konkreteren Beispielen mehr mit diesem Begriff anfangen könnten :D

Z. B. habe ich kürzlich mit einem Neu-Rottweilerbesitzer geredet, der mir ganz gerührt erklärt hat, dass seine Hündin abends wenn er im Sessel sitzt immer ihren Kopf auf seine Beine legt und dann Streicheleinheiten einfordert.

Er war sich gar nicht bewusst, dass man auch dieses Verhalten als dominant bzw. einfordernd sehen kann. Er meinte, es wäre ein Zeichen von Dankbarkeit der Hündin ,dass er sie aus dem Tierheim geholt hat.

Das ist nur eines der Beispiele, bei denen Menschen ein Verhalten ganz falsch einschätzen :D

Die menschlichen Interpretationen sind da sehr vielfältig :D

Cony

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Es kommt darauf an, ob es wirklich einfordernd geschieht, d.h. der Hund keine Ruhe mehr lässt, oder ob er einfach seinem sozialen Schmusebedürfnis nachkommen will. Hier ist vielfach null Dominanzverhalten gegeben.

Je nach Hund kann ich ihm auch unendlich viele Dinge zugestehen, vom auf die Couch holen bis im Bett zu schlafen. Vom Spielen auf Aufforderung des Hundes bis hin zum Schmusen.

Wenn allerdings die Balance nicht mehr gewahrt ist und der Hund mehr und mehr bestimmt was passiert oder nicht, dann wird es schwierig. Grundsätzlich kann man ihm aber, sofern man in der Lage ist gut zu beobachten und einiges an Wissen auf dem Gebiet hat, dem Hund schon jede Menge Freiräume geben. Freilich ist das allerdings für die meisten Hundebesitzer weniger sinnvoll.

Auch hat die Entscheidung was ich im Hunderudel einem Hund zugestehe direkten Einfluss auf den anderen Hund. Gestehe ich Raspu zu auf der Couch zu liegen, steigt sein Anspruch sofort gegenüber Spike in vielen Bereichen. Merklich und sofort spürbar.

Vor allen Dingen sollte man 1. sich Wissen aneignen und 2. dieses Wissen am Hund beobachten. Und genau das machen nahezu 100% der Hundebsitzer nicht.

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Dominanz zeigt sich aus meiner Sicht zu 99% in der Körpersprache anhand von Gesten.

z.B wenn ein Hund seinen Kopf auf den Rücken eines anderen auflegt und sich dabei groß macht und mit erhobener Rute wedelt.

Oder das ablecken der Füße (der Hund meines Vaters macht das z.B und wird dafür noch gelobt :Oo ) steht im Rudel nur den Ranghohen Tieren zu und gilt als dominante Geste.

Mehr Beispiele fallen mir gerade nicht ein, aber eines weiß ich: Dominanz hat nichts mit Aggresion zu tun, und nicht jedes Hundeproblem kann mit Dominanz bezeichnet oder begründet werden.

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hallo,

ich habe mich gerade durch die Beiträge gelesen,

kann mich hier gut wiederfinden mit meinen Eindrücken und Beobachtungen

bezüglich Hunde- und Hunde-Mensch-Beziehungen.

Zwei Fragen hier zu:

1. worin liegt genau der Unterschied zwischen "Grenzen testen" und "dominanten Verhalten"?

2. warum wird in neueren "Hunde-Verhaltens-Erkenntnissen" immer davon gesprochen, es gibt kaum oder kein Dominanzverhalten bei Hunden??

LG

Rike.

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Hallo!

Da stellt sich doch auch die Frage, ob da nicht manches was als dominant bezeichnet wird doch eher durch Manipulation zu ersetzen ist.

Man denke da an den Hund, der von sich aus dem Herrchen die Leine vor die Füsse wirft, weil er raus will oder der Hund, der sich vor die Türe setzt, weil er weiss, dass man ihn dann rauslässt :D

Cony

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Hallo Rike,

hallo,

Zwei Fragen hier zu:

1. ...

2. warum wird in neueren "Hunde-Verhaltens-Erkenntnissen" immer davon gesprochen, es gibt kaum oder kein Dominanzverhalten bei Hunden??

LG

Rike.

Diese falsche und unsinnige Aussage, es gibt unter Hunden kaum od. keine Dominanz, hat wahrscheinlich damit zu tun, dass irgendwelche leichtgläubigen Hundehalter/innen oder Hundetrainer/innen diese Behauptung übernommen haben, weil sie vielleicht einleuchtend und gut argumentiert wurde und dann diese irreführende Meinung unreflektiert in der (Welt) der Hunde verbreitet haben.

Sicher ist es nicht immer einfach in einer gegebenen Situation echte Dominanz zu identifizieren, besonders dann wenn keine Erfahrungen vorliegen, an denen man sich orientieren kann.

Eins ist aber sicher, überall wo es in der belebten Welt Konkurrenz gibt, gibt es auch Dominanz.

LG Hans Georg

Verstehen stellt besondere Anforderungen, Missverstehen nicht (G. Roth).

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Hallo Mark,

danke für diese Definition. Da wir hier aber auch viele Hundeanfänger haben, denke ich, dass diese anhand von konkreteren Beispielen mehr mit diesem Begriff anfangen könnten :D

Z. B. habe ich kürzlich mit einem Neu-Rottweilerbesitzer geredet, der mir ganz gerührt erklärt hat, dass seine Hündin abends wenn er im Sessel sitzt immer ihren Kopf auf seine Beine legt und dann Streicheleinheiten einfordert.

Er war sich gar nicht bewusst, dass man auch dieses Verhalten als dominant bzw. einfordernd sehen kann. Er meinte, es wäre ein Zeichen von Dankbarkeit der Hündin ,dass er sie aus dem Tierheim geholt hat.

Das ist nur eines der Beispiele, bei denen Menschen ein Verhalten ganz falsch einschätzen :D

Die menschlichen Interpretationen sind da sehr vielfältig :D

Cony

meine Dominanz besteht darin, dass ich frei entscheiden kann, ob ich darauf eingehe oder nicht. ;) Der Hund muss diese Entscheidung akzeptieren, ob sie ihm gefällt oder nicht.

Sprich, ich habe sehr wohl die Freiheit, auf diese Schmuseaufforderung einzugehen - wenn ich will.

@Hans Georg,

genau so ist es. Es passt auch gut zum Kuschel-Trend in der Hundeerziehung.

Dominanz ist ein funktionierendes System bei fast allen sozial lebenden Tieren (Mensch inklusive). Sie findet sich in der familie, in jeder sozialen Gruppe und in der Arbeit. Was daran so schlecht sein soll, dass man ihre Existenz abstreitet, entzieht sich mir.

Der Hund lernt den Mensch als Artgenossen kennen (oder wozu die Prägung?), aber soll auf einmal das ihm seit Bestehen bewährte System vergessen, wenn er mit dem Menschen umgeht? Damit ist nicht nur der Hund überfordert,

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Dominanz ist ein funktionierendes System bei fast allen sozial lebenden Tieren (Mensch inklusive). Sie findet sich in der familie, in jeder sozialen Gruppe und in der Arbeit. Was daran so schlecht sein soll, dass man ihre Existenz abstreitet, entzieht sich mir.

Der Hund lernt den Mensch als Artgenossen kennen (oder wozu die Prägung?), aber soll auf einmal das ihm seit Bestehen bewährte System vergessen, wenn er mit dem Menschen umgeht? Damit ist nicht nur der Hund überfordert,

genau daher auch meine Frage.

ohne diesen natürlichen und gesunden Drang "nach oben zu streben" kann keine sozial lebende Tierart (incl. Mensch) sich weiterentwickeln und erhalten!

Jeder gesunde Hund sollte m.E. (ähnlich wie ein Kind) den Drang haben die Grenzen zu testen, und versuchen "die Welt zu erobern". Zum Problem wird das nur, wenn die Umwelt (Rudel bzw. Menschen) dem Hund nicht in dem Maß den Rahmen und die Grenzen setzt was für das jew. Tier und seine Fähigkeiten angemessen ist !!

Daher auch die Frage nach der Unterscheidung "Grenzen testen" und "dominanten Verhalten". Der Hund denkt nicht "ich will Boss werden", klar! Aber er denkt genauso wenig "ich will ja nur mal prüfen und eigentlich nix in Frage stellen" oder so...

LG

Rike.

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nein, die wenigsten Lebewesen streben nach oben. Warum auch? Damit ist nur Arbeit und Verantwortung verbunden. Nicht jeder ist eine geborene Führungskraft.

Nur werden manche da reingedrängt, weil geeignete Führungskräfte fehlen.

Viele sind zufrieden damit, einfach ruhige Mitläufer und Helfer zu sein und die Verantwortung anderen zu überlassen.

Fortpflanzen tun sie sich trotzdem - als Schleicher :D (auch da ist der Mensch keine Ausnahme ;) )

Die WElt erobern ist wieder was ganz anderes. Das tun sie in der Sicherheit einer guten Führung, die die Kastanien aus dem Feuer holt, wenn es brenzlig wird.

Und die Qualität dieser Führung wird getestet - gar keine Frage. Schließlich vertraut man ihr sein Leben an.

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@ Rosa:

"Dominanz" bringe ich eigentlich automatisch mit dem Drang "nach oben zu streben" zusammen. Mag sein dass ich hier noch Lücken habe, aber wie ist das zu differenzieren?

LG

Rike.

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