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Hundeforum Der Hund
jakomaho

Wie definiert ihr Dominanz???

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Hallo

Nochmal zurück zum Stichwort "ignorieren".

Ich spüre sehr deutlich eine (positive!) Wirkung, wenn ich - frei nach Jan Fanell & Co - bewusst Phasen des völligen Ignorierens in den Tagelablauf einbaue.

Eine Verhaltensgeste die ja auch den Hunden bzw. Wölfen abgeguckt wurde, und die der Hund offenbar auch beim Menschen versteht.

Oder seht Ihr das anders?

Hm - ob ich damit Dominanz zeige, wenn ich anfangs 5 Minuten ignoriere :???:???

Also meine Beiden, von denen definitiv immer einer dominant ist, ignorieren sich keinen 5 Sekunden wenn sie getrennt waren :Oo - und die müssen schließlich hündisch können (besser als fenell jedenfalls)!

ABER:

ich ignoriere auch. Aber aus erzieherischen Gründen. Wenn Mr. O (der "Neuzugang) zu penetrant wird und mich belagern will, wenn er bettelt, wenn ich mit vollgepackten Einkaufstüten in die Wohnung komme ....

Morgens ignorieren wir uns alle gegenseitig und sind somit alle dominant über den Schlaf :D

Ich denke, jeder ignoriert seinen Hund irgendwann....

Gruß Trial

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Hallo!

Wie soll sich Dominanz des Hundes Deiner Meinung nach Ausdrücken' wenn nicht über Dominanzgesten?

Tja, jetzt tue ich mich als Dominanz-Ungläubige im Bezug auf Hund-Mensch-Beziehungen natürlich schwer mit einem Beispiel ;) ! Aber ich versuch's mal: ich denke, ein Hund verhält sich dominant, wenn er jeden Abend knurrend und schnappend an der Schlafzimmertür steht und es damit tatsächlich schafft zu verhindern, dass jemand Herrchen oder Frauchen den Raum betritt, mit der Konsequenz, dass Herrchen/Frauchen auf dem Sofa schläft und der Hund im Bett. Denn damit schränkt er die Freiheit der betreffenden Person ein, die diese Einschränkung akzeptiert, also Dominanz (aber immer im Hinterkopf, dass es noch andere Gründe für diese Verhalten geben könnte).

Das könnte man jetzt natürlich auch als eine Art Geste sehen, womit es dann natürlich schon Dominanzgesten gäbe. Aber eigentlich vermute ich, dass ich mich nur mal wieder etwas ungenau ausgedrückt habe (das passiert mir ja soooooo selten ;););) ): im Grunde genommen wollte ich nur sagen, dass m.E. ein Hund durch das, was oft als Beispiel für Dominanzgesten genannt wird (Füße lecken, vor dem Menschen durch die Tür gehen, Besuch begrüßen, an der Leine ziehen usw.), den Menschen nicht dominiert, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass sich ein Mensch tatsächlich durch solche Kinkerlitzchen in seiner Freiheit einschränken lässt! ;)

Viele Grüße, Iris

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Hallo iris81,

Dieses Konstrukt (Schlafzimmer/Sofa) von Dir, lässt in der Tat, Gedankenspiele zu.

Z. B.:

Warum verhält der Hund sich überhaupt so?

Welche Ereignisse sind dem Ganzen vorausgegangen und haben letztendlich diese Situation herbeigeführt?

Dieses Konstrukt (Situation) hat aber mit meiner Frage nur indirekt zu tun und wird dadurch nicht beantwortet, denn Du erklärst anhand dieses Beispiels nur, was Dominanz für Dich ist oder sein könnte, aber nicht wie der Hund anders, auf alternativen Wegen für den Menschen schlüssig, seine Dominanz anzeigen könnte.

Mit anderen Worten, wie soll der Hund mit dem Menschen verbal/nonverbal „Dominanz“ kommunizieren?

Interpretiert der Mensch verbale/nonverbale Signale von Hunden falsch, stellt das doch nicht das Instrumentarium der Dominanz (Gesten) infrage, sondern ist ein Hinweis darauf, wie schwierig es für uns Menschen sein kann, den Hund richtig zu lesen.

LG Hans Georg

Verstehen stellt besondere Anforderungen, Missverstehen nicht (G. Roth).

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Hallo zusammen,

Eine kleine Nebenanmerkung:

Es gab vor längerer Zeit auch sehr heftige Diskussionen unter Wissenschaftlern: „Ist Aggression angeboren (genetisch bedingt) oder erworben (erlernt)?“ Heute zweifelt kein ernst zu nehmender Wissenschaftler mehr daran, dass sie angeboren ist.

Mit Ausnahme von Soziologen und Erziehungswissenschaftlern, die sich einfach nicht mit dieser bewiesenen und entschiedenen Tatsache abfinden können.

Jetzt werden sich einige fragen, was hat das mit Dominanz zu tun?

Man kann davon ausgehen, dass „Dominanz“ genauso wie „Aggression“ angeborene und durch Lernen modifizierbare Grundlagen hat.

Dominanz hat eine Funktion (Aufgabe) nach den Erkenntnissen der Ethologie und der Evolutions- und Soziobiologie, die daran fest zu machen ist, dass Funktionen an Strukturen gebunden sind.

So ist die Demonstration von Dominanz unter Wölfen an deren Rudelstruktur, die im Verlauf der Evolution entstanden ist, gebunden. D. h. ohne Rudelstruktur keine Funktion und somit keine Dominanz.

Welche Funktion hat nun aber die Dominanz?

In einem Wolfsrudel würden permanente Rangkämpfe zu einem großen Energieverbrauch und Risiko (Verletzungen od. Tod) und damit zur Dezimierung des Rudels führen und dessen Überleben hochgradig gefährten.

Das Ganze muss man unter dem Stichpunkt „Kosten-Nutzen-Analyse“ sehen.

Hier können wir noch einen weiteren Begriff, der in diesem Zusammenhang eine wichtig Funktion dokumentiert, einführen, „den Kommentkampf“, also ein ritualisierter Kampf im Gegensatz zum Ernst- oder Beschädigungskampf.,

Innerhalb dieser komplexen Funktionskreise stehen Kommentkampf und Dominanz in einer sehr engen Beziehung.

Dominanz ist somit, in diesem komplexen Geschehen, auch ein Element aus dem Kommentkampf, der die risikobehafteten Auseinandersetzungen auf ein möglichst niedriges Maß reduzieren hilft.

Der hier von mir in einer sehr verkürzten Form angerissene komplizierte und komplexe Sachverhalt, der auch deutlich machen soll, es gibt im Zusammenhang mit Verhalten, häufig keine monokausalen Erklärungsmodelle, denn sie sind in aller Regel in multikausale Funktionskreise eingebunden.

Nochmals verkürzt, in der Evolution bedingt eins, das Andere.

Des Weiteren habe ich versucht ein wenig die natürliche Evolution, woraus der Wolf und viel später erst der Hund entstanden ist, zu skizzieren. Was wir auf keinem Fall vergessen sollten, ab einem noch etwas vagen Zeitpunkt, ist der Wolf als Hund in das Leben der Menschen getreten, ich nenne diesen Vorgang den Beginn einer „kulturell bedingte Evolution“ die bis heute anhält.

Im Zuge dieser „kulturellen Evolution“ hat sich nicht nur der Phänotyp (äußeres Erscheinungsbild) sondern auch der Genotyp (Erbgut) des Hundes erheblich verändert. z. B. den Chihuahua (Chiwawa), die Englisch Bulldogge oder die Deutsche Dogge usw. usf.

Das hatte naturgemäß auch Auswirkungen auf sein Verhalten gehabt, unter anderem hatte sich in diesem lang andauernden Prozess die Fähigkeit des Hundes den Menschen verbal/nonverbal zu verstehen, inzwischen sogar wissenschaftlich belegt, sehr weit entwickelt, etwas in der Tierwelt Einzigartiges, leider tut der Mensch sich umgekehrt noch sehr schwer damit.

LG Hans Georg

Verstehen stellt besondere Anforderungen, Missverstehen nicht (G. Roth).

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immer wieder faszinierend, wie man alles verkomplizieren kann

nochmal lt. Wikipedia

Biologie: Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig.

Psychologie: In der Psychologie spricht man von Dominanzverhalten, wenn ein Individuum das Verhalten von einem oder mehreren anderen Individuen beherrschen bzw. kontrollieren möchte

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immer wieder faszinierend, wie man alles verkomplizieren kann

*LOL*

komm, ich teile sogar meinen köstlichen Morgen

Sehr interessant, so ein Forum...

Scheint halt doch noch lange nicht so klar zu sein mit der Existenz oder Nichtexistenz von Dominanz wie manche gerne hätten...

:D:D

LG

Rike.

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danke Rike, aber mag keine Cappu. Magst nen Earl Grey von mir? :holy:

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Hallo zusammen,

Eine kleine Nebenanmerkung:

LG Hans Georg

Verstehen stellt besondere Anforderungen, Missverstehen nicht (G. Roth).

Find ich gut das Du oft so in die Wissenschaft abdriftest :D

Danke für die Erkenntnisse :klatsch:

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Find ich gut das Du oft so in die Wissenschaft abdriftest :D

Danke für die Erkenntnisse :klatsch:

geht mir auch so!!

diese Beiträge bringen immer sehr interessante Aspekte,

außerdem mag ich die große Vielfalt hier im Forum sehr!!

=)=)

LG

Rike mit Meggie.

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Hallo zusammen,

1. Dominanz:

Dominanz bedeutet' dass in einer Zweierbeziehung A regelmäßig die Freiheit von B einschränkt bzw. sich selbst ein hohes Maß an Freiheit zugesteht, ohne dass B effektiv etwas dagegen tut, sondern B akzeptiert seine Einschränkungen. Sie ist dann gegeben, wenn A bestimmte Verhaltensweisen gegenüber B häufiger zeigt, als zufällig zu erwarten wäre. Tatsächlich ist Dominanz also wesentlich vom Verhalten des B abhängig, da dessen Reaktion die Effektivität der Verhaltensweisen von A bestimmt.[/Quote']

2. Dominanz:

s040.gif immer wieder faszinierend, wie man alles verkomplizieren kann s040.gif

nochmal lt. Wikipedia

Biologie: Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird. Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig.

Psychologie: In der Psychologie spricht man von Dominanzverhalten, wenn ein Individuum das Verhalten von einem oder mehreren anderen Individuen beherrschen bzw. kontrollieren möchte

---------------------------------------------------------------------------------------------------------

1. Macht:

Macht ist jede Möglichkeit, innerhalb sozialer Beziehungen den eigenen Willen, auch gegen Widerstände durchzusetzen mit welchen Mitteln auch immer. (f. n. Max Weber)

2. Macht:

Macht durch Zwang oder durch Belohnung meint die Anwendung von negativen oder positiven Einflüssen der Meschen gegenüber den Hunden.

Der unterschied zwischen „Dominanz“ und “Macht“ liegt klar auf der Hand.

Dominanz drückt sich in einer Art “Gentleman`s Agreement“ (Übereinkunft) der beteiligten Individuen (z. B. Hunde) aus, dadurch werden kämpferische Handlungen zur Konfliktlösung weitestgehend vermieden.

Während ein Ausdruck der Macht mit negativen (z. B. durch Zwang) oder mit positiven (z. B. durch Belohnung) Mittel erreicht werden kann.

Deshalb ist für mich die Beziehung zwischen Mensch und Hund kein Dominanzverhältnis sondern ein Machtverhältnis.

LG Hans Georg

Verstehen stellt besondere Anforderungen, Missverstehen nicht (G. Roth).

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