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Hundeforum Der Hund
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Hunde leben im Hier und Jetzt

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Für mich bedeutet im hier und jetzt zu leben, in dem Augenblick sich nur mit dem auseinanderzusetzen, was gerade passiert, ohne zugleich über Dinge nachzudenken, die in der Vergangenheit oder Zunkunft legen und sich somit ablenken zu lassen, oder Schlussfolgerungen zu ziehen, Ereignissen vorzugreifen etc.

 

Beispiel, ich esse, ich konzentriere mich auf den 'Geschmack des Essens, genieße es, und denke nicht über Dinge nach, die ich noch machen muss, oder die gestern ein Problem darstellten oder gar was der ander gerade denken könnte. Zugegeben, ich bin nicht in der Lage all das immer zu leisten, ich bemühe mich darum, und es gelingt mehr schlecht als Recht. Hunde tun sich da eben leichter, weil sie nicht so komplexe Gedankengänge haben.

 

Beispiel, ich wandere, ich konzentriere mich nur darauf, einen Schritt vor den anderen zu setzen, um ans Ziel zu gelangen und ggf. genieße ich noch die Aussicht ohne Gedanken nachzuhängen, oder abzuschweifen, z.b. ob ich vergessen habe, die Heizung abzudrehen, im Job noch was vorzubereiten ist, was ich nächstes Wochenende vorhabe  etc. Wenn man lang genug so geht, kommt man in einen gewissen flow, wo man völlig abschaltet, das ist sehr entspannend. Aber unser Leben fordert nunmal auch andere Seiten von uns, z.B.Problemlösungen, und das geht meist nur durch intensives Nachdenken über vergangenes und künftiges.

 

in diesem Sinne sind uns Hunde weit voraus, weil sie eben nur eine Sache zur gleichen Zeit machen.

 

Das heitß aber nicht, dass Hunde sich jetzt im Moment nicht erinnern könnten, wenn sie einem Feind begegnen, dass er sie damals attakiert hat, oder noch eine Rechnung offen ist.  Oder dass an einer bestimmten Stelle vorletzte Woche mal eine große Bratwurst lag. Aber sie denken nicht täglich neu darüber nach, wenn sie die Wohnung verlassen, ob ihnen dieser Feind nun begegnet, schon gar nicht grübelen sie vor dem Einschlafen über Probleme nach, die morgen eintreten könnten, oder schmieden Pläne, wie sie die Wurst wiederfinden könnten, sondern sie befassen sich  erst dann damit, wenn sie ihren Feind im Moment wahrnehmen, geruchlich, vidsuell etc. erinneren sie sich und ich denke, dass sie dann auch durchaus simple Folgen/Konsequenzen absehen können.

 

ich denke, auch, dass die floskel oft überstrapaziert wird im Hundetraining, andererseits, sind wir alle nicht in der Lage permanent im hier und jetzt zu verweilen, was aber evtl. auch gar nicht so schlimm ist, denn das macht uns als Mensch nunmal aus, man muss nur aufpassen, dass man nicht zum Sklaven seiner Gedanken wird. Alles zu seiner Zeit eben.

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sondern sie befassen sich erst dann damit, wenn sie ihren Feind im Moment wahrnehmen, geruchlich, vidsuell etc. erinneren sie sich und ich denke, dass sie dann auch durchaus simple Folgen/Konsequenzen absehen können.

 

Und wie sie sich erinnern... zB meine junge Hündin hat an zwei unserer beliebten Gassistrecken am Stromzaun eine gefangen. Und jedes Mal, wenn ich nur den Parkplatz ansteuere, wird sie meidig, lässt ihr Spieli liegen, versichert sich nach allen Seiten, dass keine Gefahr droht etc.pp. Ich habe sie nur "überredet" bekommen, den Weg mit uns zu laufen, indem ich sie eng bei mir führe und ihr Schutz vor dem bösen Zaun anbiete. Es ist ein dreiviertel Jahr her, aber sie macht an diesen Stellen immer noch Terz. Also erinnern Hunde zumindest für sie negative Ereignisse sehr gut. Dann dürfte es bei den postivien auch nicht viel anders sein? :think:

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ja eben, das meinte ich ja auch, aber sie erinnern sich nicht jeden Abend zu Hause im Körbchen daran und machen Strategien für morgen oder übermorgen, sondern sie erinnern sich dann, wenn sie einen bestimmten Ort, einen bestimmten Geeruch oder ein bestimmten Gegenstand oder Lebewesen  oder Handlungskette im Moment wahrnehmen, der dem ähnlich ist oder gleicht, wie damals, als das prägende Erlebnis eintrat. Ist dann das alles nicht mehr wahrnehmbar, ist es auch schon wieder bis zum nächsten Mal aus dem Kopf, sie denken also nicht während dem Rest des Spaziergangs weiter darüber nach, sobald der Auslöser nicht mehr wahrnehmbar ist.

 

Sind sie in so einem Erinnerungsmoment unsicher, kann man ihnen helfen, indem wir nun nicht auch noch zeigen, dass wir uns erinnern und es ganz furchtbar finden, sondern uns neutral dem gegenüber verhalten und Sicherheit vermitteln oder aber entschlossen handelnd Schutz vermitteln. Wenn wir aber in Erwartung des Übels bereits selber unsicher wirken und Handlungen ergreifen, die die Angst bestätigen, ist es für die Hunde um so schwerer jetzt loszulassen.

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