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Hundeforum Der Hund
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Katastrophe Hundebegegnung - wie verhalte ICH mich richtig?

Empfohlene Beiträge

Hallo,

 

ich habe ein 4,5 Monate altes Hundemädchen, das (außer vor genau 6 anderen Hunden, diese würde ich sogar als ihre Freunde bezeichnen) Angst vor jedem anderen Hund hat egal wie groß.

 

Abgeleint geht sie stiften, angeleint und ein abgeleinter Hund steht plötzlich vor/neben uns (oft genug erlebt) bei mir Verstecken, an der Leine rumzerren und verheddern, quietschen, knurren. Weitergehen nicht möglich. Manche angeleinte Hunde (nicht alle aber ein paar ausgewählte Exemplare aus der Nachbarschaft) an denen wir vorbeigehen werden verkläfft.

 

Wir waren auch zweimal in einer Welpenspielstunde in einem Raum also drinnen, doch diese wurde wohl nicht so gut geführt (sie wurde von größeren Exemplaren bedrängt oder auch mal umgelaufen und reagierte mit Knurren und Zwicken darauf) und wir gehen nicht mehr dahin.

 

Habt ihr ein paar Tipps für mich wie ich angemessen auf dieses Verhalten reagiere?

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Hallo :)

Was tust du denn jetzt zur Zeit?

 

Bleibst du stehen, ziehst sie weiter, oder was?

Beschreib mal deine eigenen Aktionen wenn ihr Hunden begegnet, damit wir eine Idee haben, was man ändern kann.

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Hallo,

 

ist der andere Hund weiter entfernt und es wird nur gekläfft gehe ich weiter, ignoriere das und wechsele notfalls die Richtung, was hier auch möglich ist. Ist der andere Hund (meist abgeleint) Jedoch sehr nahe (1-2 Meter) und sie an der Leine bleibe ich stehen, da sie mir im Dreieick springt. Allerdings komme ich auch an angeleinten Hunden ohne gezerre/Gekläffe vorbei, außer der andere Hund fängt an auf mich/meinen Hund zuzuziehen dann wird auch hier gewinselt, gejault, gezerrt, versteckt.

 

LG

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Ok, danke :)

 

Also was ich generell immer empfehle ist, dass du deinem Hund Sicherheit bietest. Das heißt nicht unbedingt, Dinge zu ignorieren die ihr Angst machen (kann es heißen, kommt sehr auf den Hund an). 

 

Wenn du stehen bleibst, bist du dann hinter deinem Hund? Das wäre ja der "normale" Standpunkt wenn der eigene Hund im Dreieck springt.

Versuch mal, sie hinter dir zu halten, im Notfall noch ein paar Schritte mit ihr zurück zu gehen (also rückwärts, dein Blick hin zur "Gefahr").

 

Sie soll ja lernen, dass du ihr hilfst, aber das kann sie nicht ernst nehmen, wenn du sie nicht ernst nimmst. Also sei ein Bollwerk gegen die "bösen anderen Hunde", steh zwischen ihr und dem anderen Hund, halte wenn es geht die anderen Hunde auch von ihr fern bis sie von sich aus Kontakt aufnehmen will.

Manchmal (leider nicht immer, es gibt auch sehr merkbefreite Hunde ;) ) kann man den anderen auf Abstand halten, indem man sich selber groß macht und mit einem Ausfallschritt auf den Fremdhund zu ihm entgegen tritt (also nicht den Hund treten! ;) ) Vielleicht noch die Hand ausstrecken und ein klares "Hau ab" rufen (nur bitte nicht hektisch kreischen - das bringt meist eher das Gegenteil. Irgendso ein Hansel hatte das mal einer Frau mit Hundephobie erzählt, sie müsse so hoch kreischen wie möglich. Das hatte dann irgendwie den gegenteiligen Effekt :( )

 

Wenn sie andere Hunde von der anderen Straßenseite anbafft, nimm sie auf die Seite von dir, die dich zwischen den Hund und sie platziert. Also wenn der Hund dir rechts entgegen kommt, nimm sie auf die linke Seite, und umgekehrt. Dann kannst du außerdem im Fall dass sie wieder kläfft ihr dein Bein vor die Nase stellen, und somit verhindern dass sie an dir vorbei zieht und Theater macht. Sie soll dann auf deiner Seite bleiben, da ist sie sicher  und dann gibt es keinen Grund, sich aufzuregen (so soll das hoffentlich in ihren Kopf ;) ).

 

Man kann den eigenen Hund auch immer besser kontrollieren, wenn man ihn neben sich hat und nicht vor sich. Also wenn Hund kommt - eigenen Hund erstmal ran zu sich. Gerne mit Keks dazu bringen, dass sie freiwillig auf deine Seite kommt, denn an-der-Leine-ziehen ist oft genau das falsche (denn dann zieht der Hund automatisch gegen)

 

Wenn sie dann neben dir ist, bleib ihr Block gegen andere Hunde, gib ihr Zeit dass sie sich die Situation aus deiner sicheren Nähe angucken kann. Wenn sie tobt und bellt find ich (da gibt es aber auch viele anderen Meinungen, mach bitte nur das, was du auch selber für dich als angemessen und angenehm empfindest :) ) darf man dem Hund auch gerne mal sagen "Nein, lass das" - im Notfall auch mit einem kurzen scharfen "Ey" oder "Ksch" oder was auch immer gut wirkt. Vielleicht mit einer Berührung verbunden, ein Stups (mit dem Finger!) auf den Po oder sowas.

 

Sollte sie dann kurz aufhören und sich dir zuwenden - loben und keksen :)

 

Wenn sie sich nicht beruhigt, aus der Situation rausbringen, ohne Kommando oder Kommentar. Dann ist sie schon zu hoch im Stress und kann gar nicht mehr viel wahrnehmen. Aber auch dann: bleib zwischen ihr und dem anderen Hund.

 

Außerdem viele Spaziergänge mit Hunden die sie mag; gerne auch ältere, coole Genossen mit denen sie dann einfach lernt, dass Hund nicht gleich Stress bedeutet.

 

 

Das Ganze ist kein Wundermittel und klappt halt leider nicht von heute auf morgen. Aber generell wird es dir viel helfen, wenn du deinem Hund vermitteln kannst, dass sie bei dir sicher ist und dass du dein möglichstest tust um ihr zu helfen. Was du auch tun kannst und meiner Meinung nach auf jeden Fall solltest:

achte darauf, was sie dir so anzeigt. Also schau wohin sie guckt, beobachte ihre Mimik und ihre Ohren (die sieht man nämlcih schön von hinten ;) ) und wie sie steht, geht und sitzt.

Hunde merken viel früher, wenn jemand um die Ecke kommt, und wenn du schon frühzeitig erkennst dass da gleich ein Hund steht, hast du mehr Zeit zu reagieren und sie neben dich zu bringen. Du kannst so auch schnell Verhaltensketten bei ihr trainieren, also zB Hund kommt  - dein Hund geht neben dir weil es da Kekse gibt. Oder "Hund kommt = Keks" :D

Ebenso bei Kurven - Nimm deinen Hund bei Kurven zu dir, gehe immer mindestens gleichzeitig mit ihr um die Ecke, dann steht ein fremder Hund immer zuerst vor dir und nicht vor ihr.

 

So... soviel aus meinem Nähkasten :D Hoffe es hilft dir ein wenig.

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Das nenne ich mal eine hilfreiche antwort! Hab vielen Dank!

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So ist das, wenn Lemmy etwas schreibt ;)   :) !

 

Ich füge dem nur noch hinzu:

Übe das zu Dir kommen und keksen so oft es geht in grossem Abstand (wenn Dein Hund den anderen gerade mal wahrnimmt).

So ist sie noch nicht zu aufgeregt, Du kannst den Ablauf auch erstmal in Ruhe für Dich sortieren und trainieren und die Übung kann erfolgreich beendet werden. Anschliessend geht ihr einfach weiter in irgendeine Richtung (und natürlich NICHT an dem anderen Hund näher vorbei).

 

Ich weiss, dass das je nach Wohnlage nicht immer klappen kann, aber je öfter Du die Chance hast, das mit Abstand zu trainieren, desto selbstverständlicher wird es für Euch beide! 

 

Immerhin muss Dein Hund wieder Vertrauen fassen, dass sie nicht bei jedem fremden Hund Angst haben braucht und Du für ihre Sicherheit "bürgst".

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Hier sind noch zwei Videos zum Thema Leinenaggression von Michael Bolte

Teil 1

Teil 2

Im Prinzip der gleiche Ansatz... gegenkonditionieren, vom Hund ertragbaren Abstand beachten, Sicherheit bieten, Gefühle im Hund verändern.

Welcher Rasse gehört dein Hund an bzw. wenn`s ein Mix ist, was ist drin?

Wie und wo ist sie aufgewachsen, Tierschutz, Züchter, privat, Bauernhof?

Die Erlebnisse der ersten Wochen können sich sehr auf das spätere Verhalten auswirken, deshalb frage ich.

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So ist das, wenn Lemmy etwas schreibt ;)   :) !

Alter Schmeichler :P

 

Aber ja, das stimmt - das "rankeksen" kann man (und sollte man!) schön auf Abstand üben. Im Moment der Begegnung wird es (gerade zu Anfang) nicht funktionieren und dann macht man sich nur noch Frust, dass es nicht klappt.

 

Also Keksen üben wenn gar kein Hund da ist, dann Keksen üben wenn Hunde in der Ferne sind, dann irgendwann kann man das auch vom Hund verlangen, wenn der Reiz näher dran ist :)

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Hallo,

 

danke für eure Antworten.

 

es ist ein Chi - Mädel vom Züchter. Ich denke fast, dass es diese blöde Welpenstunde war oder zumindest mit dazu beigetragen hat :(. Die fanden das alle so putzig und lustig, wenn meine sich dann so aggro aufgeführt hat, ich allerdings nicht und habe bei der Leitung mehrmals nachgefragt... die das abgetan hat... Sie hat auch Hundefreunde ( 2 Yorki Mädels u.a.) dort verhält sie sich bei Hundebegegnungen auch souveräner.

 

LG

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Du hast das wohl ganz richtig "nicht putzig" gefunden und es ehrt die Hundeschule nicht gerade, Deine Einwände abzutun...

 

Leider bieten viele Welpenstunden gerade das nicht, was wichtig wäre: Erläuterungen des jeweiligen Verhaltens und - ganz wichtig - ein kompetentes Auge des aufmerksamen Leiters inklusive Einschätzung und Sortierung der beteiligten Hunde (das kann im Einzelfall auch ein "Vom - Platz - stellen" eines Welpen bedeuten, wenn dadurch negative Lernerlebnisse von den anderen abgewendet werden).

 

Dazu gehört auch immer die Aufmerksamkeit der Hundehalter - denn was nützt es, wenn "die/der" was erzählt und keiner hört hin?!

 

Gut, dass Du erkannt hast, dass das bei Euch nicht optimal angegangen wird und Du Deiner Chi so etwas ersparst in Zukunft.

 

Ihr VH ist noch nicht gefestigt und so habt Ihr noch viel Möglichkeit, das Negative aufzulösen und die Kleine wieder sicher zu machen.

 

@ Lemmy: hej - wenn dann SchmeichlerIN  ;)  - und nö nö...das ist einfach nur ´ne Tatsache, wenn Du geduldig und immer wieder (wie bei mir vor 2 Jahren) Leuten aus Deiner Sichtweise und auf sie zugeschnitten, Dinge erklärst. Ich finde sowas klasse und dann darf man das ja auch mal sagen, ne?!! :D

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