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Hundeforum Der Hund
KleinEmma

Kann Hunden etwas peinlich sein?

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Ich gestehe dem Hund so ziemlich alle "menschlichen" Gefühle zu, aber unterschiedlich damit umgehen tue ich auch.

Das liegt eher daran

- dass mein Hund eben nicht komplex mit mir kommunizieren und auch (vermute ich) nicht komplex denken kann, jeglicher verbaler intelektueller Austausch der verschiedenen Positionen ist nicht möglich

- dass ich vor meinem Hund meine Gefühle nicht verbergen kann, vor meinem Partner ggf schon (Wutanfall unterdrücken, der Blondine keine runterhauen, Kuchen backen gehen oder so). Mein Hund fällt nicht auf sowas rein.

- dass ich für meinen Hund verantwortlich bin, mein Mann hingegen für sich und seine Handlungen selbst, er trägt die Konsequenzen (vielleicht sollte ich ihm eine runter hauen, nicht der Blondine?) bei Fehlverhalten meines Hundes trage ich die Konsequenzen

- dass ich meinen Mann als für mich wichtiger einstufe, als meinen Hund (mein Mann zweifelt daran

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Vor einer Weile habe ich mal mit einer Kollegin über Damhirsche gesprochen.

Damhirsche haben eine sehr interessante Brunft-Weise, die sehr viel weniger "Männergesteuert" ist als die von zB Rothirschen.

 

Damhirsche legen in ihrem Revier sogenannte Brunftkuhlen an, also flache Mulden im Erdreich die sie ordentlich vollstinken mit Urin und Hormonen :D

 

Dann warten sie, bis die Weibchen kommen. Der Hirsch mit dem besten Platz für seine Mulde bekommt die meisten Weibchen, und er muss dann aber auch seine tolle Mulde gegen andere Hirsche verteidigen.

 

Dabei wird weniger gekämpft als zB beim Rothirsch sondern sehr oft laufen gleichstarke Hirsche parallel nebeneinander her und präsentieren einander das Geweih bis einer geht.

Erst wenn keiner gehen will weil beide sich gleich stark empfinden wird gekämpft.

 

Soweit alles normal.

 

Nun zu dem Gespräch mit der Kollegin.

 

Wir unterhielten uns darüber und fanden es sehr interessant dieses stark ritualisierte Verhalten, welches ja mögliche Verletzungen verhindern soll. Aber dann kamen wir zu folgendem Gedankengang:

 

Wenn ein Hirsch einen anderen herausfordert, dann nur wenn er sich ihm ebenbürtig empfindet. Junge Hirsche gehen nicht zu den großen und kämpfen mit ihnen, bzw wenn doch dann merken sie beim "Schaulaufen" sehr schnell, dass sie nichts ausrichten können.

 

Das aber muss doch auch beinhalten, dass den Hirschen bewusst ist wie stark sie selber sind, oder?

Wenn sie das Geweih eines anderen bewerten, dann müssen sie selber eine Form von Selbst-Erkennung besitzen, denn sie müssen ja den Vergleich zu sich selber herstellen damit sie nicht alle paar Stunden in einen sinnlosen und kraftraubenden Kampf treten nur um zu sehen, ob sie es doch vielleicht können.

 

 

Demnach kann ein Tier auch so etwas wie "Minderwert" erkennen, und dann wäre auch der Schritt zur Eifersucht nicht mehr so groß, oder?

 

 

:think:

 

KleinEmma:

Also ich kenne dieses hartnäckige Unterwerfen auch von einigen jungen Hunden. Diese schmeißen sich vor Lemmy dann auf den Boden und robben zu ihm, lecken und schlabbern ihm im Gesicht rum und scheinen gar nicht auf seine Drohgesten zu reagieren. Gibt es dann eins auf die Mütze, schlabbern sie nur noch mehr als zuvor.

 

Keine Ahnung wie ich das bewerten soll, ich nehme Lemmy dann zu mir und halte ihm den Hund vom Hals - aber ein bissl "doof" kommen mir die Hunde dann schon vor :D

Welpen die sich einfach nur ruhig hinlegen und beschnüffeln lassen, bzw die ohne dieses Ablecken herumspielen werden einfach ignoriert.

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Das aber muss doch auch beinhalten, dass den Hirschen bewusst ist wie stark sie selber sind, oder?

Möglich! Gute Schlussfolgerung.

Was ich mir aber auch vorstellen kann ist, dass es um mentale Stärke geht? Nur so ein Gedanke, der dieses Schaulaufen auch erklären könnte -es wird Ausstrahlung, Körperspannung, Nervenstärke gegeneinander gestellt und verglichen.

Das ist ja bei ganz vielen Varianten von Imponiergehabe ähnlich, auch wenn die Tiere ziemlich genau gleich groß sind.

Ich habe gerade so nachgedacht, Tschuli sieht auf den ersten Blick nur gleichgroße und größere Hunde als Gefahr /Konkurrenz / Bedrohung an. Kleinere nie, also muss sie sich schon über ihre eigene Größe und Stärke im Klaren sein.

Beim zweiten Blick auf Gleichgroße und Größere geht es dann aber nur noch um eben diese mentale Stärke. Da hat sie schon versucht, auf einem lammfrommen Irish Wolfhund aufzureiten :blink: ...es kann aber auch vorkommen, dass sie einem mittelgroßen Labbi staksig aus dem Weg geht (oder wahlweise ihn anplärrt), wenn der nur selbstsicher genug schaut.

 

 

Edit

sorry das war OT :)

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Für mich sind aber "sich minderwertig" fühlen und das realistische Einschätzen der eigenen Gewinnaussichten dieser Hirsche bei einem evtl. Kampf verschiedene Dinge.

Und ich glaube eben nicht, dass letzteres dann zu "Eifersucht" führt, zumindest nicht zu dem, was ich damit bezeichnen würde.

(Jedenfalls nicht bei einem Hund/Hirsch. :))

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Oliver hat sich auch schon vor nem winzigen (aber mental größenwahnsinnigen) JR auf die Erde geschmissen, der hat dann seine Vorderpfoten auf Olivers Schulterblatt gestellt (so ala Grosswildjäger mit erledigtem Löwen) und Oliver hat keinen Mucks gemacht ... da wusste Oliver noch nicht, dass er das Zehnfache wiegt und dem Knirps mal eben das Licht ausblasen könnte.

JETZT liefe es zwischen den beiden vermutlich etwas anders ab, sie vermeiden aber Konfrontationen, also genau genommen legt der JR es nicht mehr drauf an... vermutlich ist er sich zumindest über das Kräfteverhältnis im Klaren, Oliver vielleicht immer noch nicht

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KleinEmma:

Also ich kenne dieses hartnäckige Unterwerfen auch von einigen jungen Hunden. Diese schmeißen sich vor Lemmy dann auf den Boden und robben zu ihm, lecken und schlabbern ihm im Gesicht rum und scheinen gar nicht auf seine Drohgesten zu reagieren. Gibt es dann eins auf die Mütze, schlabbern sie nur noch mehr als zuvor.

 

Keine Ahnung wie ich das bewerten soll, ich nehme Lemmy dann zu mir und halte ihm den Hund vom Hals - aber ein bissl "doof" kommen mir die Hunde dann schon vor :D

Welpen die sich einfach nur ruhig hinlegen und beschnüffeln lassen, bzw die ohne dieses Ablecken herumspielen werden einfach ignoriert.

 

Mein Hund ist nicht doof :(:D 

 

Sie geht generell Streit aus dem Weg und bei anderen dominanten oder auch bei aggressiven Hunden hält sie Distanz. Diesen Hund kennt sie vom ersten Tag an, also von dem Tag an, als sie zu uns kam. Und bei ihm zeigt sie dieses denkwürdige Verhalten.

 

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Wahrhaftig, Cartolina, sehr schön geschrieben :)

Bei dir möchte man Hund sein!

 

 

Friederike und Christiane

 

eure Gedanken finde ich sehr spannend, nur eines stört mich: die Formulierung "wir /die Menschen".

 

Das ist in meinen Augen ein unzulässiges in-einen-Topf-werfen, denn ich bin überzeugt, dass es ganz viele sehr verschiedene Motive gibt, wenn Menschen versuchen, tierische Gefühle zu deuten, zu verstehen, zu benennen.

 

Der eine mag sich wirklich als die Krone der Schöpfung betrachten, der andere aber mag vielleicht nur versuchen, Ähnlichkeiten zu finden, Parallelen -und auch Unterschiede.

 

Es ist ja nicht unbedingt eine (Ab-) Wertung, wenn jemand zB sagt, dass er Tieren einen komplexen Gedankengang nicht zutraut. Oder ihnen jegliches Verständnis für Moral abspricht.

Dieses Buch über menschliches und hündisches Gefühlsleben ist übrigens ganz klasse, falls es jemand noch nicht kennt ( von der Autorin des Buches "Das andere Ende der Leine")

http://www.amazon.de/Liebst-mich-auch-Gefühlswelt-Mensch/dp/3938071370/ref=asap_bc?ie=UTF8

Irgendeine historische Persönlichkeit, ( weiß nicht mehr wer, vllt. Nietzsche oder Einstein) sagte mal : frei zitiert, Der Mensch ist sehr wohl höher entwickelt, aber edler wurde er dadurch nicht!

Dem stimme ich im vollen Umfang zu.

 

Ich bin auch der Auffassung das ein Menschenleben nicht wertvoller ist als das eines Tieres, Ein Leben ist ein Leben, auch wenn mich das selbst in einen Konflikt bringt, denn ich esse noch immer Fleisch und verdränge das ganz prima, das Wurst und Schnitzel nicht an Bäumen wachsen.

 

Was aber den Menschen unterscheidet sind seine komplexen Gefühle, und die spreche ich den Tieren weitestgehend immer noch ab. Natürlich nicht alle, aber warum sollte sich ein Hund sein Leben lang fremdbestimmen lassen wollen?

Wir als Halter bestimmen wann er frisst, was er frisst,wohin er wann gehen darf, das Sexualleben usw, also eigentlich wirklich alles.

Und der Hund wurde auch nicht gefragt, ob er überhaupt bei uns sein möchte, wir setzen das einfach voraus, das er mit uns glücklich ist...Wir suchen uns unsere Hunde nach unseren Vorstellungen aus, nicht umgekehrt.

 

Wahrscheinlich ist er auch zufrieden, das aber eben weil er seinen Instinkten folgt,nicht aufgrund seiner Gefühle! Hätte er komplexe Gefühle würde er wohl lieber frei sein wollen, und man sähe nur noch Leute die nach ihren Hunden suchen, weil die permanent weglaufen würden.

 

Wäre es anders, und Hunde hätten komplexe Gefühle, müssten wir unsere Moral nochmals hinterfragen, nämlich die warum wir Menschen zugestehen für sich selbst zu entscheiden, (also keine Sklaverei) aber Tieren dies absprechen.

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Naja stormsong, wir Menschen - und das meine ich auch so - lassen uns alle fremdbestimmen, selbst diejenigen, die glauben, selbstbestimmt zu leben. Da gibts Gesetze, gesellschaftliche Regeln usw. und an die halten wir uns weitgehen, ob das für uns gut ist oder nicht. Da helfen uns auch unsere komplexen Gefühle wenig.

 

Scheinbar gefällt es Hunden beim Menschen. Hier gibts ja viele Hunde, die keinem gehören. Der Großteil schließt sich gerne einem Menschen an. Da scheint ihm das Fremdbestimmen besser zu gefallen als die vermeintliche Freiheit.

 

Ich glaube, das eine hat wenig mit dem anderen zu tun. Vielleicht! folgt der Hund mehr seinem Instinkt als seinen Gefühlen. Dennoch hat er Gefühle und ich gehe davon aus, er hat viel mehr, als wir glauben - und auch wissen.

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Ich glaube auch, dass mein Hund mangels besserer Alternativen bei mir lebt, was soll er machen

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Naja stormsong, wir Menschen - und das meine ich auch so - lassen uns alle fremdbestimmen, selbst diejenigen, die glauben, selbstbestimmt zu leben. Da gibts Gesetze, gesellschaftliche Regeln usw. und an die halten wir uns weitgehen, ob das für uns gut ist oder nicht. Da helfen uns auch unsere komplexen Gefühle wenig.

 

Scheinbar gefällt es Hunden beim Menschen. Hier gibts ja viele Hunde, die keinem gehören. Der Großteil schließt sich gerne einem Menschen an. Da scheint ihm das Fremdbestimmen besser zu gefallen als die vermeintliche Freiheit.

 

Ich glaube, das eine hat wenig mit dem anderen zu tun. Vielleicht! folgt der Hund mehr seinem Instinkt als seinen Gefühlen. Dennoch hat er Gefühle und ich gehe davon aus, er hat viel mehr, als wir glauben - und auch wissen.

Also frei sein kann man immer noch, allerdings kostet das etwas.

Man kann sich in Brasilien in den Urwald hocken, oder in Kanada/Alaska Sibiren in die Pampa verdrücken und vollkommen autonom leben, natürlich nur unter dem Verlust von Komfort und Gesellschaftsformen...aber möglich ist es, man muss nur den Mut dazu aufbringen.

 

Natürlich haben Tiere Gefühle, da hast Du mich falsch verstanden, aber es sind nicht diese komplexen Gefühle die Menschen entwickelt haben. Wäre es so, wärst Du eine Sklavenhalterin. (ist nicht dispektilich gemeint)

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