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Wobi

Hundehalter möchte für Beißvorfall nicht aufkommen

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Hallo ihr Lieben,

vielleicht gibt es den ein oder anderen, der mir einen rechtlichen Tip zu folgendem Sachverhalt geben kann. 

 

Mein Partner und ich sind vergangenen August in ein Zweifamilienhaus eingezogen. In diesem bewohnen die Vermieter die oberen beiden Etagen. Das Haus steht in einem ca 1000qm großen und komplett eingezäunten Grundstück. Dieses ist allerdings sehr uneinsichtig. Sie züchten Hunde über den VDH in Zwingerhaltung (Ich möchte weder über den Verband, noch über Zwingerhaltung oder Rassen diskutieren). Damit möchte ich nur ausdrücken, dass ich keine Angst um mich oder gar meinen Hund hatte.

An dem Tag an dem wir uns die Wohnung angeschaut hatten kamen wir extra ein zweites Mal vorbei, um unsere Mischlingshündin (6kg) vorzustellen und zu schauen, ob das passt. Wir waren auch mit ihr im Garten und sind an den Zwingern vorbei gelaufen. Alle waren zufrieden und somit sind wir eingezogen.

Kurz nach dem Einzug verwickelte eine Nachbarin mich ins Gespräch. Sie meinte, dass vor langer zeit der Rüde der Vermieter über den Zaun gesprungen war und ihren Cavalier fast totgebissen hätte. Daraufhin wurde der Zaun erhöht! Mein Vermieter beobachtete uns offenbar und sprach mich am nächsten Tag darauf an. Er meinte, dass diese Dame Lügen verbreiten würde. Sein Hund hätte nie gebissen und ein Bekannter hätte die Dame Nachmittags noch mit einem quicklebendigen Hund spazieren gehen gesehen. Dem schenkte ich erst einmal Glauben.

 

Bislang war es immer so, dass die Hunde im Zwinger sind, es sei denn die Tore stehen offen. Das signalisierte uns, dass die Hunde frei im Garten unterwegs sind und wir somit nicht  mit Hund auf unsere Terrasse rausgehen.

 

Letzten Donnerstag kam dann alles anders. Ich schaute zur Terrassentür heraus, die Gitter waren zu, selbst die wärmeisolierenden Plexiglasscheiben waren zugemacht. Ich rief meine Kleine auf die Terrasse und sah wieder beide Hunde auf uns zustürmten. Ich rief meine zurück und wir rannten beide in die Wohnung rein, allerdings konnte ich die Terrassentür nicht schnell genug schließen. Beide stellten meine Hündin und diese hat sofort begonnen alles fallen zu lassen. Die Hündin konnte ich rausschicken, aber der Rüde hat sich festgebissen und sie in unseren Flur geschleppt. Er ließ nicht ab! ich habe aus Panik auf ihn eingeschlagen und geschrien. Der Vermieter kam irgendwann dazugeeilt, aber selbst da lies er nicht ab. Meine wurde irgendwann ohnmächtig (hörte auf zu schreien, hatte leere Augen, war steif und die Zunge hing raus) und wirkte wie tot. Deshalb lies der Hund endlich ab. Wir sind sofort zum TA. Es war haarscharf an der Luftröhre vorbei. 

 

Bislang kamen Reaktionen der Vermieter bzgl. Kostenübernahme. Hier kommen wohl auch noch Renovierungsarbeiten auf uns zu, da wir den Kot nicht mehr von der Tapete und aus den Fugen der Fließen bekommen. Außerdem hatte der Hund uns die Tapete runtergekratzt. Gemeinsam arbeite ich mit der Kleinen als Team der hundegestützten Pädagogik (zertifiziert) und weiß nicht, ob sie jemals wieder einsatzfähig ist.

Mein Partner hatte sie aufgrund seiner Nachschicht die ganze Woche nicht angetroffen und ich bin mit der Kleinen erst einmal bei den Eltern untergekommen. Heute hatten wir ihnen eine SMS geschrieben und um einen Gesprächstermin am Samstag gebeten und gefragt, ob sie es ihrer Hundehaftpflicht gemeldet haben. Es kam keine Reaktion, aber mein Partner hatte heut die Vermieterin angetroffen, die wegen der SMS säuerlich war. Sie haben nichts gemeldet, es wäre nicht ihre Schuld gewesen und sie hätten am Tag des Kennenlernens gesagt, dass ihr Rüde nicht mit kleinen Hunden könnte ( dies war nicht der Fall, sonst wären wir nie eingezogen). Den Vorfall mit dem Cavalier hatte sie heut zugegeben, obwohl ihr Gatte das vor einigen Monaten vehement abgestritten hatte.

 

Jetzt meine eigentlichen Fragen:

-Würde eine Anzeige etwas bringen? Schließlich habe ich keine Zeugen und befürchte nach der heutigen Reaktion, dass sie abstreiten werden, dass es ihr Hund war

-Kommen wir nach dem Vorfall aus unserer Mietbindung heraus?

 

Ich sollte noch erwähnen, dass ich gemeinsam mit meinem Partner an dem tag des Vorfalls noch mit dem Vermieter gesprochen hatte und er sozusagen in Anwesenheit von mir und meinem Partner zugegeben hatte, dass er die Tore geschlossen hatte und das eben alles genauso stattgefunden hatte, wie ich geschildert habe. Er hatte auch seine Hilfe bei der Reinigung angeboten, aber das hatten wir abgelehnt. 

 

Ich ärgere mich so über mich selbst. Ich war so fahrlässig mit ihr rauszugehen, ohne den ganzen Garten abzusuchen. Außerdem hatten wir auch keine Fotos von dem desolaten Zustand der Wohnung vor der großen Reinigungsaktion gemacht.

 

Vielleicht könnt ihr mir etwas weiterhelfen. Wahrscheinlich würde eine Anzeige wohl im Sande verlaufen.

 

LG Wobi

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Definitiv Anzeige erstatten! Ich würde ebenfalls noch einen Anwalt konsultieren, so ein schäbiges Verhalten geht gar nicht! Ganz schlimme Sache :( ich würde da keinen Tag mehr wohnen wollen....

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Zuerst mal: Das ist fürchterlich!

Armes Hundchen, armes Frauchen!

 

Dann: Ich würde Anzeige erstatten, wenn die Züchter nicht bereit sind, den Vorfall an ihre Versicherung zu melden. Und das würde ich ihnen auch genau so sagen. Dazu würde ich die Unterlagen des behandelnden Tierarztes als Beweis vorlegen. Außerdem werdet Ihr dem Tierarzt erzählt haben, was vorgefallen ist. Er könnte als Zeuge hilfreich sein, denn wieso solltet Ihr - mit einem frisch und schwer verletzten Hund auf dem Arm - dem Tierarzt Märchen erzählen über den Verursacher der Verletzungen? Außerdem gibt es noch die Nachbarin mit ihrem Erlebnis. Ihr habt nicht so schlechte Chancen, denke ich.

 

Gute Besserung der Kleinen!

Und Euch viel Glück!

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Meine Güte, wie furchtbar.

Wie geht es Deiner Kleinen, wird sie wieder gesund??

 

Eine Anzeige kostet nichts, die kannst Du bei der Polizei erstatten. Die ermitteln dann. Bei der Polizei trauen sich die meisten Leute nicht, zu lügen.

 

Allerdings müsstest Du dann eine private Forderung auf Schadensersatz von einem Anwalt schreiben lassen. Man kann das natürlich auch erstmal selbst schriftlich machen.

Dein Tierarzt ist ja auch Zeuge dafür, wie Dein Hund zugerichtet wurde. Zusammen mit der Nachbarin kann man das schon plausibel machen.

Es kommt ja nicht ohne weiteres ein fremder Hund in eure Wohnung. So leicht kann der Vermieter das nicht abstreiten.

 

Auch für die vorzeitige fristlose Kündigung braucht ihr wahrscheinlich einen Anwalt. Ein guter Anwalt schlägt für euch auch noch die Umzugskosten heraus, die der Vermieter dann übernehmen muss.

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Vielen Dank für die schnellen Antworten. Die machen mir etwas mehr Mut. Ja, wir haben dem TA alles geschildert und die konnten auch gleich den Impfstatus des Rüden checken, da dieser beim gleichen Arzt ist.

Mir geht es auch nicht um das blöde Geld, sondern darum, dass sie keine Reue zeigen und sich bis heute nicht entschuldigt haben. Wir dachten, dass sie selbst noch geschockt sind und deshalb wollten wir nicht gleich 2 Tage später auf der Matte stehen und nach der Kostenübernahme fragen.

Wir schauen mittlerweile auch nach einem neuen Objekt, allerdings haben wir auch noch die Mietbindung bis August

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Die kleine ist physisch schon wieder recht fit, aber psychisch schon eine kleine Katastrophe. Wir haben ja auch einen 8 monate alten Aussie, der zur Zeit sehr stürmisch ist. Den mag sie zur Zeit auch nicht ersehen.

Spätfolgen können evtl. durch das Halswirbelsäulentraumea entstehen, weshalb wir nach der Wundheilung mit Osteopathie beginnen werden

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Wenn der Vermieter euch verschwiegen hat, dass seine Hunde auf kleine Hunde losgehen, dann ist das eine arglistige Täuschung und ihr seid überhaupt nicht an eine Kündigungsfrist gebunden.

Ihr wärt ja unter diesen Voraussetzungen nicht in die Wohnung gezogen. Darum bin ich auch der Ansicht, dass euch ein Schadensersatz für den nochmaligen Umzug zusteht.

 

Berate Dich mit einem Anwallt. Das erste Gespräch ist meistens kostenlos.

Die Anwaltskosten muss der Vermieter auch übernehmen, wenn ihr im Recht seid.

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Auch ich kann nur mein Bedauern über das vorgefallene äussern, und hoffe die Kleine kommt wieder vollkommen in Ordnung, pysisch und psychisch.

 

Ich denke dass das Verhalten eures Vermieters, eine die Mietbindung aufhebt. Er hat euch mit der Lüge und seinem Verhalten getäuscht, hat seine Aufsichtspflicht verletzt und somit ist es euch nicht mehr zuzumuten dort wohnen zu müssen.

 

Das Vertrauensverhältnis wurde nachhaltig zerstört.

 

Ich weiß nicht ob da Strafrechtlich etwas zu machen ist, aber zivilrechtlich bestimmt, daher mein Rat, erst zum Anwalt und mit dem die weiteren Schritte abstimmen.

 

Viel Glück euch für die nächtse Wohnung, und nochmals gute Genesung...der Kleinen!

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PS: Falls ihr ein geringes Einkommen habt, gibt es auch Beratungs- und Prozesskostenhilfe.

Da müsst ihr gar nichts beim Anwalt zahlen.

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Das ist ja wirklich eine ganz furchtbare Geschichte. Alles Gute für Euch und vorallem für Euren Hund. :knuddel

 

Viel helfen kann ich nicht, aber ich würde auch auf jeden Fall Anzeige erstatten und das durchziehen, notfalls mit Anwalt und Prozeßkostenhilfe, aber vielleicht kommt ja doch was bei rum, vielleicht kommt ja auch der Zwischenfall mit der Nachbarin nochmal auf den Tisch und hilft Euch. Das einfach so hinnehmen würde ich nicht.

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