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Hundeforum Der Hund
julchenx

Probetag in einem "Heim" für geistig behinderte Menschen

Empfohlene Beiträge

Hi,

du bist anscheinend nicht gut angeleitet / begleitet worden. Dein Bauchgefühl war richtig, dort erstmal nicht mehr hinzugehen. Denn wenn du Angst hast kann das eben auch sehr gefählich sein, weil du es ausstrahlst oder weil diese menschen, wegen einer Schädigung des Gehirns eben schlicht auch gefährliche Verhaltensweisen an den Tag legen können. Und dann gehört eine gute Ausbildung dazu, wie man damit umgeht. Und auch was für Krankheitsbilder das sind, und wie man "festkrallen von Patienten" ect, schonend abwehrt.

Dazu gibt es extra geschultes Fachpersonal.

 

Such dir einen anderen Platz und zeige dein Befürchtungen ehrlich auf, und auch deinen Willen, mit diesen Menschen zu arbeiten.

 

Viel Erfolg

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Ich bin auch HEP ;) ich antworte nachher vom Lap.

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Ich habe Praktika als Hauswirtschafterin gemacht. Einmal mehrere Wochen in einen Behindertenwohnhein für Menschen mit schweren Behinderungen und einmal eines wo einmal ein Bereich für recht leichte und ein abgeschlosser für schwerer waren.

 

Ich muss dazu sagen das das Praktika nicht freiwillig war. Ich wurde von einer Maßnahme reingesteckt weil ich eben auch mal andere Dinge sehen sollte, ob nicht doch was anderes für mich dabei ist an Berufen. Ich habe enorme Probleme mit anfassen zu lassen und dann war ich mit Leuten zusammen die ihre eigenen Körperflüssigkeiten nicht kontrollieren konnten. Wenn man reinkam roch es nach Urin. Jeden Morgen rannte mir ein Bär von einem Kerl nach, war aber glücklicherweise nie schnell genug. Die meisten Bewohner waren über Tag aber in einer Behindertenwerkstatt oder unter Aufsicht so das ich meine Arbeit einfach machen konnte. Meist war ich in der abgesperrten Küche oder über Schleichwege in der Wäscherei. Einmal entdeckte mich ein älterer Herr im Rollstuhl. Er hatte ein Problem mit der Lippe und redete wenn überhaupt extrem undeutlich. Jeden Morgen verlangte er von den Pflegern die ´Neue´ sehen zu dürfen. Manche Pfleger wussten dann das ich gemeint bin und brachten ihn in die Wäscherei. Da war er dann stunden damit beschäftigt mich zu beobachten. Einmal hat er versucht mir einen Handkuss zu geben aber sonst nichts. Wehe die Pfleger wussten nicht wer gemeint war! Da haben die aber lange Rätseln müssen weil er fortwährnend nur die Neue verlngt hat.

 

Im zweiten Behindertenwohnhein bin ich gleich ins Fettnäpfchen getreten. Ich kam rein, alle am Frühstücken und ich durfte mich setzten. Da kam eine auf mich zu und fragte wie ich heißen würde. Ganz normal. War definitiv eine Bewohnerin und ich war echt überrascht, wusste ja nicht wo ich da gelandet war ehrlich gesagt. Joa, die waren auch den ganzen Tag weg daher kein Ding. Viel schlimmer war der geschlossene Bereich. Schlüssel hatten nur die Pfleger, ich wurde zum Putzen reingelassen, die Türe viel hinter mir ins Schloss (durfte ja nicht aufstehen...) und ich war alleine. Ich bin im Eiltempo durchgerast den man hatte mir vorher auch noch schiss gemacht ala ´pass auf, wenn sich da einer in dich verliebt, die können damit nicht umgehen und ziehen dich in ihr Zimmer und....´ das erste was passierte war ein nackter Mann der mir entgegen rannte. Das war ne ganz andere Nummer wie meine Schwerbehinderten die teilweise selber nicht Mal laufen konnten! Meine güte war ich froh als ich aufhören durfte. Das war nichts für mich. Aber mein vollen Respekt an die die es können und machen. Einige Bewohner habe ich dennoch in guter und liebevoller Erinnerung wie den Herrn im Rollstuhl der mich immer einfach nur Beobachten wollte.

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Ich denke, wenn man dich dort ohne jede Anleitung und Unterstützung einfach "ins kalte Wasser" geworfen hat, dann ist diese Stelle falsch. Und so sehr dir einzelne Menschen dort auch leid tun können, es ist keinem damit geholfen, wenn du dich in den gleichen Strudel mit hineinziehen lässt. Ich denke da ganz oft an etwas, was einer der Dozenten in meinem Grundstudium (Sozialarbeiterin) damals gesagt hat: "Empathie ist unerlässlich, aber Mitleid ist der Tod jedes guten Helfens. Denn Mitleid bedeutet mit-leiden. Und ich kann niemandem helfen, wenn ich selbst leide."  Das fand ich zunächst etwas befremdlich, aber inzwischen kann ich da nur zustimmen. (Und deshalb sind zum Beispiel auch Supervisionen so wichtig, damit man eben auch wieder etwas Abstand gewinnt.)

 

Auch hat mir der Clip mit dem Pinguin-Beispiel gut gefallen. Wichtig ist, dass du für dich herausfindest, wo du wirklich richtig bist, und dich dort engagierst. Nicht überall, wo Hilfe nötig wäre und du Mitgefühl hast, bist du auch als Helfer richtig. Ich habe damals zum Beispiel für mich entschieden, dass ich nicht mit Suchtkranken arbeiten kann. Da sollte man einfach ehrlich mit sich sein und sich nicht dafür verurteilen! Eine Bekannte von mir arbeitet im Seniorenbereich, und wir erzählen uns öfter gegenseitig, wie sehr wir den Job des anderen achten - und dass wir ihn auf keinen Fall machen wollten. Ich würde auf Dauer daran zu Grunde gehen, wenn ich immer wieder dem Zerfall und Sterben liebgewonner Menschen zusehen müsste; sie meinte erst letztens, sie würde wahrscheinlich irgendwann einfach die ganzen Eltern mit ihren Kindern einfach in einen schalldichten Raum stecken und die Tür abschließen, bevor sie völlig kirre wird... Eine andere Bekannte arbeitet mit Leib und Seele beim Allgemeinen Sozialdienst, wie sie da noch ihren Glauben an die Menschheit behalten kann ist mir ein Rätsel. Kurz und gut: Finde DEINE Stärke und engagiere dich dort; vor allem anderen kannst und solltest du große Achtung haben, aber wenn es nicht dein Talent und deine Berufung ist, dann nimm das an!

 

Ob du nun in diesem Bereich richtig bist, das findest du nicht auf die Variante "schwimm oder ertrinke" heraus, sondern durch ein gut begleitetes Kennenlernen. Dafür haben die meisten Institutionen leider keine Zeit, das darf man ihnen auch nicht übel nehmen. Wenn du an so etwas Interesse hast solltest du es vielleicht über eine gute Freiwilligenagentur versuchen; hier in Frankfurt gibt es zum Beispiel das Büro Aktiv, die machen dann auch Schulungen, Reflektionstage etc. Oder vielleicht bieten bei euch auch Verbände wie Caritas, DRK, ASB oder ähnliche etwas an? In manchen Gegenden sind es auch die Kirchengemeinden, die die Freiwilligenarbeit begleiten? Auf jeden Fall würde ich bei solchen Zweifeln nicht einsam und allein durchstarten, sondern das gut und fachlich begleiten lassen.

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Ich habe ein wenig den Eindruck, du willst dich zu etwas zwingen, was einfach nicht dein Ding ist.

 

Ich habe selbst Sozialpädagogik studiert und einige Praktika gemacht und es gibt einfach Arbeitsbereiche, in denen ich nicht einsetzbar wäre. Ich kann zB sehr gut umgehen mit psychisch Kranken oder zB auch mit Suchtkranken, besonders gefallen hat mir der Arbeitsbereich mit suchtkranken Prostituierten, auch die Arbeit im Frauenhaus war voll mein Ding. Ein sehr, sehr vielseitiger, komplizierter und teilweise sogar gefährlicher Arbeitsbereich. Im Gegensatz dazu könnte ich zB auf keinen Fall mit Kindern arbeiten oder mit ganz alten Menschen. Oder auch nur bedingt mit Behinderten.

 

Ich habe den Eindruck, du hast ein schlechtes Gewissen und möchtest es wieder gut machen und dich selbst überzeugen, weil dein Mitgefühl groß ist. Aber ein großes Herz und Verständnis alleine reichen nicht. Die Arbeit mit Behinderten ist eine sehr besondere und es kann einfach nicht jeder. Das ist doch gar nichts schlimmes.

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Maico, das hat mein Sohn bei der Abschlussfahrt im Kindergarten mitbekommen. Sie hatten ja einen Jungen mit Down-Syndrom dabei. Das war für die Kinder ganz normal, sie haben mit ihm gespielt, auf ihn geachtet, er war immer mit dabei.

Nachdem sie in Gießen das Mehtematikum unsicher gemacht haben, machten sie noch einen Spaziergang durch die Stadt und gingen auf einen Spielplatz. Die Mutter dort blieb ganz ruhig sitzen, bis sie E. sah. Da schnappte sie sich ihr Kind und ging weg. Die Kiga-Kinder verstanden die Reaktion nicht und die Erzieherin erklärte es ihnen. Es war für sie trotzdem ganz fremd, weil E. ja einfach dazugehörte.

Und so ist es heute noch: keine Berührungsängste mit "besonderen" Kindern.

Es gibt gerade in solchen Einrichtungen sehr viele sehr unterschiedliche Grade an Erkrankungen. Ich bin auch nicht in der Lage, mit ALLEN umzugehen, deshalb wäre so etwas auch keine Arbeit für mich. Ich bewundere da wirklich die Menschen sehr, die das als Beruf machen!

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Im Nachhinein war das für mich eine gute Erfahrung.

Ich hatte mich natürlich auch vorher schon in meinem Freundeskreis unterhalten..

Jeder meinte "DU kannst das". So dachte ich es ja auch..

Ich hatte mich da total falsch eingeschätzt.

 

Achso,wenn ich dort angefangen hätte müsste ich nicht gleich die Pflege und direkten Kontakt übernehmen...Ich hätte einige Monate "mitlaufen" müssen.Eben um zu lernen und einschätzen zu können.

 

Ein anderer Wohnbereich wäre für mich völlig ok gewesen. Dieser wurde mir auch vorgestellt.Diese Menschen waren eben "normal",konnten reden und haben teilweise auch einen Schlüssel,um raus zu können..

 

Nur dieser Wohnbereich mit den schwerst geistig Behinderten machte mir Angst. Ich kannte z.B. keine Spitzfüße oder Menschen die einen Helm tragen müssen wegen Epilepsie.

Einer knallte sich auch immer auf den Boden und krabbelte dann weiter.. Das ist nicht schlimm.Ich frage mich wie das seine Knie so mitmachen...

 

@ Emanuela

Jaaa. Ein nackter Mann rannte auch dort rum. Es war nach dem Abendbrot und seine Art zu zeigen,das er ins Bett will...

 

Ich danke Euch für Eure Erfahrungen,die Ihr mir mitgeteilt habt

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