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Hundeforum Der Hund
Quetzal

Überforderung beim Welpen vermeiden, aber trotzdem die Welt zeigen

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Hallo,

 

ich bin ganz neu hier und habe erst vor ein Paar Tagen unser neues Familienmitglied Barney in einem anderen Thread

vorgestellt. 

Er ist 13 Wochen alt und seit 3 Tagen bei uns. Er ist unser erster Welpe und wir sind, obwohl wir uns vorher recht viel

belesen haben, noch etwas unsicher im richtigen Umgang mit ihm.

Mir ist klar, dass ich nach 3 Tagen noch nicht viel von ihm erwarten kann. Er muss sich erstmal mit der neuen

Umgebung vertraut machen und lernen uns zu vertrauen. 

 

Wie ich gelesen habe, soll in der ersten Zeit erstmal gar nicht viel passieren. Nur kurz 5 Minuten raus zum Pipi machen, essen 

und viel schlafen.

Leider haben wir den Fehler gemacht und sind schon eine größere Runde mit ihm gegangen, da er sein Geschäft

einfach nicht machen wollte, und wir uns dachten, dass er vielleicht einfach mehr Zeit braucht. Das Ergebnis davon war, dass

er Zuhause total überdreht war, weil er auf der Runde einfach viel zu viele Eindrücke bekommen hat.

 

Andererseits soll man dem Welpen ja gerade in den ersten Lebenswochen, möglichst viele Dinge zeigen - fremde Menschen,

Autos, andere Hunde, etc. damit er später  keine Angst mehr davor hat.

 

Nun frage ich mich, wie man das beides denn miteinander vereinbaren soll? Einerseits darf er, wenns raus geht, nur kurz 5 Minuten 

zum Pipi machen. Anderseits soll er neue, schöne Sachen kennen lernen.

 

Natürlich braucht er seine Eingewöhnungszeit bei uns. Ich habe nur Angst, dass ich, wenn ich zu lange warte, die Phase verpasse

in der er die positiven Eindrücke besonders gut "abspeichern" kann. Diese soll ja ca. mit 16 Wochen schon vorbei sein.

 

Ich würde mich sehr über Ratschläge oder auch beruhigende Worte freuen. Mache ich mir vielleicht selber zu viel Druck und sollte

es einfach ganz entspannt angehen lassen? 

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Mach' dich nicht verrückt, ein Hund muss nicht bis zur 16. Lebenswoche alles, was es da so gibt in unserer Welt, kennengelernt haben!

Das würde ja beim besten Willen auch gar nicht gehen!:)

Wichtig ist, dass er guten und intensiven Kontakt zu seiner Familie hat und dadurch Sicherheit erfährt und Vertrauen aufbaut.

Wenn ihr mit ihm rausgeht, lieber noch nicht so weit, sondern zum Pieseln oder K..... immer an die selbe Stelle, zum "Vergnügen" dann einfach auf eine Wiese setzen (noch zu kalt :) ) oder auf eine Bank und die Welt drum herum beobachten!

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Ich habe meinen Welpen immer die Zeit gegeben, die sie brauchten und mich mit ihnen einfach hingesetzt und Dinge angeschaut.

Straßenverkehr, Menschen in Betrieb, Hunde in Betrieb, Wald, Feld, See, Tierarztwartezimmer. Ich habe sie mit allen Menschen, die das wollten, gerne Kontakt aufnehmen lassen, so auch sie das wollten, mit freundlichen Hunden auch (beim TA nicht unbedingt natürlich). Ich habe Pferde angeschaut, Enten, Schwäne...

Autofahren war immer wichtig und grundentspannend. Ich habe gerne an belebten Parkplätzen mit Hundi im Arm auf der Ladefläche gesessen und nur geglotzt, was das Zeug hält.

Da kommen immer "Ist- der- süß- Menschen" vorbei, die dann auch gerne begrüßt wurden und sich freuten. Und danach war Hundi platt. Laufstrecken habe ich kurz gehalten, lieber bin ich im Wald an Stellen gelaufen, an denen wir sitzen und spielen konnten, gerne mit anderen jungen Hunden. Die spielen lange. Und dann fallen sie um und schlafen.

 

Macht Euch einfach keinen Stress und lernt mit ihm die Welt neu kennen.

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Meine Hündin kam etwa ab der 14. Woche mit mir zur Arbeit -ging nicht anders. Ich hab sie zwar zwischendurch stundenweise in`s Auto zum Schlafen gesteckt, aber ansonsten war sie den ganzen Tag mit draußen, ich bin Gärtnerin, sie konnte erforschen, angucken, rumschnüffeln, dösen, pennen oder spielen.

Sie ist kein nervöser oder überdrehter Hund geworden, im Gegenteil, total umweltsicher, zuhause entspannt, fürchtet sich vor nichts außer vor manchen Artgenossen, aber das hat damit ja nichts zu tun.

Mit meiner ersten Hündin lief das genauso -zwei Wochen das neue Zuhause und mich /uns neue Menschen kennenlernen und dann zusammen raus in die Welt :)

Es sollen nur nicht zu viele Reize in zu kurzer Zeit auf die kleinen Würmer einprasseln. Zeit zum Verarbeiten muss gegeben sein, also vor allem genug Schlaf, auch tagsüber. Und es mag Hunde geben, die hochdrehen oder Stress-Symptome zeigen, wenn es ihnen zuviel wird -das zu erkennen und zeitig gegenzusteuern solltet ihr euch möglichst zutrauen.

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Danke für die schnellen Antworten. Das beruhigt mich schon mal sehr.

Man liest nur überall, dass der Hund möglichst früh mit allen Möglichen Situationen konfrontiert werden soll und da hatte

ich einfach Angst, dass ich jetzt eine wichtige Chance verpasse und es so später schwerer mit ihm haben werde.

Aber ich sehe ja jetzt selber, dass da anscheinen nicht der richtig Weg ist. Deshalb wende ich mich auch an euch.

 

Ich werde jetzt mal einen Gang runter fahren. Und statt um den Block, nur gegenüber auf den Grünstreifen

zum Pieseln (wenn er es denn endlich mal machen würde) gehen. Das habe ich ja vorher auch schon des öfteren gemacht,

nur, wenn ich irgendwo länger mit ihm stehe fängt er an unruhig zu werden und an der Leine rum zu ziehen weil er nach Hause will.

Wie verhalte ich mich da am besten? Nach Hause gehen weil er dann anscheinend genug hat oder hoffen, dass er sich beruhigt und

dann gehen?

 

Andrea, das mit dem einfach irgendwo hinsetzten und beobachten hört sich sehr gut an. Nur, da muss man ja auch erstmal

hinkommen. Und mit Autofahrt, dann dort hingehen etc. wird das doch dann auch ganz schön viel oder? Darf ich ihn auch mal über

längere Strecken tragen um dort hin zu kommen, damit er nicht schon komplett durch ist, wenn wir dort ankommen?

 

Was mich noch interessieren würde: Wenn ich mit ihm draußen bin und zB ein lautes Auto, ein Kind mit einem Tretroller, andere Hunde,etc.

an uns vorbeikommen, setzt er sich immer hin und beobachtet das etwas ängstlich. Gerade bei Autos merkt man ihm die Unsicherheit

sehr an. Er ist dann immer komplett fixiert auf das jeweilige Objekt und absolut nicht ansprechbar. Ich würde ihn dann gerne mit irgendwas

ablenken, damit er das ganze nur so beiläufig mitbekommt und es mit etwas Positiven verbindet. Aber er reagiert dann weder auf Leckerchen (und er ist

eigentlich sehr verfressen) noch auf Spielzeug und bewegt sich erst weiter wenn das unbekannte Objekt verschwunden ist.

Soll ich ihn einfach gucken lassen und mich freuen, dass er nicht wegläuft? Ihn dabei loben oder nicht? Wie verhalte ich mich in so einer Situation?

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wenn ich irgendwo länger mit ihm stehe fängt er an unruhig zu werden und an der Leine rum zu ziehen weil er nach Hause will. Wie verhalte ich mich da am besten?

Er ist erst 3 Tage bei euch, lass ihn heim, wenn er das will.

Er braucht noch die Sicherheit vom "Nest". Das wird sich von selbst geben, dann wird er neugierig auf die Welt werden, und dann ist auch die richtige Zeit, sie ihm zu zeigen.

Viele Welpen wollen vor der 10. bis 12. Woche nicht wirklich weit weg vom sicheren Bau, das ist normal und in der Zeit sollte nichts erzwungen werden.

Er ist dann immer komplett fixiert auf das jeweilige Objekt und absolut nicht ansprechbar....

Soll ich ihn einfach gucken lassen

Ja :)

Du brauchst ihn nicht abzulenken, warum auch, er soll ja Neues mit allen Sinnen erfassen, und Multitasking können die kleinen Kerle noch nicht. Du kannst ihm mit ruhigen Worten erklären, was das da ist, damit er spürt, du bist bei ihm, du bist ruhig, alles ist gut, keine Aufregung, keine Gefahr.

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Gib euch Zeit :)

 

Bevor ich auf etwas anderes eingehe, wenn er sich hinsetzt und etwas anschaut, lass ihn das machen bis er fertig ist. Er beobachtet das und beschäftigt sich in dem Moment damit und das ist auch gut und wichtig so. Lass ihm die Zeit, entspanne dich, hocke dich eventuell zu ihm.

 

Ansonsten, natürlich kannst du ihn tragen bis ihr da seit wo ihr hin wollt. Er kann aber auch laufen. Beim beobachten geht es nicht darum das er sich alles ansieht, sondern das er trotz der Außenreize, entspannen kann. Also kann er da auch mal einschlafen. Du kannst mit ihm jetzt schon alles machen, ihn also auch mal mit in die Stadt nehmen, mit ihm autofahren, alles woraus euer gemeinsames Leben eben besteht.

Wichtig ist dabei einfach nur nicht zu viel zu wollen.

Also in die Stadt und da ein bisschen gehen ist ok, Volksfest und Dauerlauf ist zu viel. Verstehst du wie ich das meine?

Und wichtig ist ihn schlafen zu lassen. Im Schlaf verarbeitet er alles :)

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Du bleibst ruhig und wartest bis er gedanklich wieder bei Dir ist. Dann könnt Ihr weitermachen. Er staunt halt. Vielleicht ist es ihm auch unheimlich. Aber solange er nicht in Panik gerät, darf er selbst dahinter kommen, dass solche Dinge vorkommen. Zeigt er richtige Angst mit Fluchtverhalten, würde ich kommentarlos und ruhig mit ihm ausweichen und solche gefährlichen Dinge erst mal aus größerer Distanz beobachten.

Schau ihn Dir an beim Entdecken, achte mal drauf, wie seine Ohren spielen, wie sein Blick sich verändert, ob er gähnt, sich die Lippen leckt, was die Rute macht usw.  

Bald wirst Du ein Muster erkennen und Deinen Hund lesen können. Das macht sooooooooooo viel Freude!

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Möchtest du den Hund begleiten, oder soll der Hund dich begleiten.

 

Falls er dich begleiten soll, behandel ihn wie einen Welpen, trag ihn, wenn es sein muss und lass ihr runter, wenn er spielen will oder erforschen will. Er muss nichts können ausser LEBEN kennenlernen.

 

Nur pinkeln auf dem Grünstreifen wär mir zu langweilig.

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Nun frage ich mich, wie man das beides denn miteinander vereinbaren soll? Einerseits darf er, wenns raus geht, nur kurz 5 Minuten 

zum Pipi machen. Anderseits soll er neue, schöne Sachen kennen lernen.

 

Damit ist in der Regel eher gemeint, dass Wepen noch nicht ewig im selben Trott (Geschwindigkeit) an der Leine nebenher traben sollen.

 

Mein Tipp:

1. Den Welpen die ersten 4-5 Tage erstmal Zeit geben, um sein neues Zuhause und seine neue Familie kennenzulernen (nicht gleich alle Nachbarn und die ganze Verwandtschaft zum Gucken einladen).

Das bedeutet, zum Pipi raus, mal schauen lassen, aber auch wieder rein gehen, wenn der Welpe will - zum Angucken reichen in dieser Zeit seine Menschen, sein Heim und seine Pipistelle (sein Garten, seine Straße,...)

2. Dann kann man langsam steigern, z.B. auf die nächstgelegene Wiese gehen und dort mit ihm spielen (keine Hundewiesen), sich auf einer nicht ganz so stark befahrenen Straße auf eine Bank setzen - immer in kleinen Dosen und nach und nach steigern

3. Ich empfehle gern auch immer eine GUTE Hundeschule (die ohne Druck arbeitet) und den Besuch einer Welpenschule dort

4. Absolut lesenswert das Buch: Fit for life - Was Welpen wirklich lernen müssen, von Helen Zulch

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