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Hundeforum Der Hund
Smamy

Wenn du den letzten Weg gehen musst ... bin ich bei dir!

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Ich habe mich hier angemeldet, weil ich mich allein in meiner Entscheidung fühle und ich Angst habe nicht objektiv entscheiden zu können.

 

Meine kleine Amy, ein 13 jähriges Jack-Russel-Mädchen ist jetzt seit letztem Freitag schwer krank. Am Freitag waren wir wegen schwerer Atmung beim Tierarzt, der auf Grund vom gerötetem Rachen auf einen Infekt tippte und behandelte. Nachdem sich die Atmung auch nach Antibiotika überhaupt nicht besserte, eher schlechter wurde, sind wir Samstags nochmal hin und haben geröngt. Röntgenbild zeigte leichte Wassereinlagerungen, wahrscheinlich zwischen Lunge und Brustfell. Nochmal anderes Antibiotika bekommen und Schmerzmittel und erstmal nach Haus ausruhen und Montag nochmal hin. Zustand besserte sich leider nicht. Fressen wollte sie auch nichts mehr wirklich, was ich natürlich auf den entzündeten Rachen geschoben habe. Ein bischen Joghurt mit Sahne und Wasser hat sich mehrfach getrunken. Montag dann das erschreckende Ergebnis. Nachdem das Röntgenkontrollbild vorlag sah man jetzt, dass es innerhalb der zwei Tage mehrere Wassereinlagerungen um die Lunge gebildet hatten. Sie atmet jetzt mit 10 % ihres Lungenvolumens. Nach dem Ultraschall zeigte sich auch noch eine leichte Wassereinlagerung am Herzen. Der Tierarzt hat punktiert und Flüssigkeit entnommen und diese untersucht. Zu 95 % auf Grund der veränderten Zellen in der Flüssigkeit ist wohl von einem Gewebetumor auszugehen. Er wollte das Ergebnis aber noch zur Sicherheit einschicken. Bin dann völlig fertig mit Antibiotika, Kortison und Chemo-Tabletten wieder mit dem Mäuschen nach Hause. Sie atmete immer schwerer. Ich habe mich mit ihr zusammen ins Bett gelegt, so wie sie das immer seit 13 Jahren gemocht hat. Sie hat sich an mich gekuschelt und ich habe ihr so sehr gewünscht, dass sie einfach einschläft. Die Atmung wurde auch ruhiger und ich war der Meinung, das sie sogar ganz kurz schonmal ausgesetzt hatte. Vielleicht hab ich mir das aber auch nur eingebildet. Sie hatte danach nämlich wieder ein bischen unregelmäßige Atmung und dann wieder ihre "normale" tiefe und schnelle Atmung. Ich entschloss mich Abends mit ihr nochmal zum Tierarzt zu fahren und mit ihm nochmal über eine etwaige "Heilung", Linderung der Leiden bzw. eine Erlösung zu sprechen. Er nahm sich nochmal viel Zeit, zumal Amy zwischendurch wieder besser atmete und meinte eben, dass auch das Kortison erstmal ansprechen müsste und das er vom Einschläfern jetzt abraten würde und er erst gern eine Bestätigung des Pathologen haben würde. Sie ist jetzt seit gestern Abend stationär aufgenommen und bekommt Sauerstoff.

 

Der Tag gestern war für mich die Hölle. Ich hab solche Angst, dass sie einfach einschläft und dann bin ich nicht bei ihr. Ich hab sie seit dem sie 8 Wochen war und sie hat immer bei mir mit im Bett geschlafen, immer angekuschelt mit Körperkontakt. Ich habe sie eigentlich den ganzen Tag mit ihrer 1 Jahr jüngeren Kumpelinin um mich gehabt. Auf Arbeit, im Stall überall war sie dabei. Und jetzt bin ich Hin und Her gerissen. Heute morgen war ich dann gleich wieder zu ihr gucken. Und sie hat sich so gefreut und ist an der Tür hochgehüpt. Der Sauerstoff tut ihr wohl gut. Sie bekommt etwas Infusion und gleichzeitig wird entwässert. Beides nur mäßig weil zuviel Infusion zuviel Wasser an der Lunge bedeutet, gleichzeitig aber zuviel Entwässerung nicht gut für ihren eh schon schwachen Kreislauf ist. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll. Der Sauerstoff scheint ihr gut zu tun, was sie leichter atmen lässt und das Kortison schlägt wohl auch an. Aber wenn es wirklich ein bösartiger Tumor ist, weiß ich nicht ob ich ihr eine Chemotherapie antuen soll. Und wenn sie sowieso nicht wirklich atmen kann, ist es dann lebenswert? Lass ich sie jetzt bis Ende der Woche (bis die Ergebnisse da sind) allein in stationärer Behandlung oder nehm ich sie lieber mit nach Haus und gucke wenn es schlimm wird und lasse sie dann Erlösen? Ich bin total verzweifelt und weiß einfach nicht, wie ich richtig entscheiden soll. Ich weiß, dass kann mir auch hier keiner abnehmen, aber ich weiß einfach nicht weiter. Ich möchte nicht, dass die kleine Maus vor sich hin leidet und kaum Luft bekommt, aber auch nicht, dass sie in den letzten Tagen, zwar besser atmen kann, aber soviel allein ist und im Endeffekt wahrscheinlich eh erlöst werden muss. Ich weiß einfach nicht weiter. Sie ist schon so lange 24 h Teil meines Lebens und jetzt wenns ihr schlecht geht, bin ich nicht bei ihr.

 

Auf dem Foto ist Amy die schwarze Maus und ihre Kumpeline, Smartie das weiße Mäuschen.

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Ach herrje... :( Es isr immer schlimm, wenn das geliebte Tier so schwer krank und keine Heilung in Sicht ist. Ich persönlich würde einem Hund die Chemo nicht geben wollen, zumal der Gesamtzustand ja auch schlecht ist.

So brutal es sich auch anhören mag - manchmal ist es besser, ein Tier einen Tag zu früh gehen zu lassen als einen Tag zu spät. Ich denek aber, dass du richtig (im Sinne des Tieres) entscheiden wirst - du wirst es wissen, wenn es so weit ist.

Ich drücke dich mal, wenn du magst. :knuddel

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eine Chemo würde ich ihr nicht zumuten, das bringt ihr vielleicht ein bisserl längeres Leben aber kaum mehr Lebensqualität. Was sagt denn der TA, ob du sie mit nach Hause nehmen kannst? Ist es unbedingt nötig, dass sie in der Klinik bleibt?

 Es ist schlimm, wenn der Hund so krank ist und man kann nicht helfen.

Ich drück dich auch mal aus der Ferne und wünsche dir Kraft :knuddel

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Hallo,

 

das tut mir sehr leid für dich und dein Hundchen! Wie stehn denn die Chancen mit Chemo! Was sagt denn der TA dazu?

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Es tut mit leid, dass Deine Amy so krank ist. Ich habe hier einen 15 1/2 jährigen dementen Rüden, der aber nur "alt" ist, kaum noch am Leben teilnimmt, wo sich aber alles in mir sträubt, ihn erlösen zu lassen, nur auf Grund des Alters. Und es zerreißt mir jedes Mal das Herz, wenn ich hier lese, dass viel jüngere Hunde so krank sind und ihre Besitzer nicht wissen, was sie tun sollen. Wenn Deine Amy Schmerzen hat, lass sie nicht leiden. Ich hätte meinen Hund lieber bei mir zu Hause, da sehe ich, wenn es ihm schlechter geht und ich eine Entscheidung treffen muss. Irgendwann kann auch der beste Tierarzt nicht mehr helfen. Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt.

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Ich finde es sehr wichtig, dass Deiner Kleinen Sauerstoff zugeführt wird. Der Gedanke, dass ein Hund Luft benötigt und die sich selbst nicht ausreichend zuführen kann, ist schrecklich. Für meinen Hund gab es damals keine Hoffnung und ich habe ihn frühzeitig gehen lassen, da ich keinesfalls wollte, dass er dauerhaft nach Luft japsen muss.

Frag doch Deinen Tierarzt mal, wie das mit dem Gewebetumor wäre. Der Hund meiner Kollegin (Setter mit 30 kg) hatte einen sage und schreibe 5 kg schweren Gewebetumor im Körper, der aber NICHT bösartig war und nach der sehr schwierigen OP ist der 9 Jahre alte Hund nun, nach einigen Wochen, wieder putzmunter.

Wenn das Wasser entfernt werden kann bzw. durch die Medikamente zurückgeht, sind die Chancen für die Zukunft doch gar nicht so schlecht.

Ob Chemo oder nicht würde ich vom Alter des Tieres (mit 13 ist ein Jack Russell-Terrier ja nicht alt) und der Gesamtkonstitution abhängig machen und auch die Prognose für die Zukunft berücksichtigen.

Alles Gute!

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Danke ihr Lieben für eure Anteilnahme. Das tut gut. Wir waren sie eben nochmal besuchen. Man hat sie von draußen schon kläffen gehört. Wir haben sie dann mit rausgenommen und uns auf die Wiese in die Sonne auf die Decke gesetzt. Sie war super drauf, hat vorbeikommende Hunde angeknurrt, sich den Bauch kraulen lassen und die Sonne genossen. Sie hat sich so gefreut, als sie aus ihrer Box durfte. Wir haben dann mit dem TA nochmal gesprochen und er hat nochmal bestätigt, das egal was beim Test rauskommt, kaum Heilungschancen bestehen. Der Tumor ist irgendwo an der Lunge. Er konnte ja noch nicht lokalisiert werden. Es ist also die Zeit des Abschieds und die sollte sie zu Hause verbringen. Es gibt in dieser Situation kein richtig oder falsch. Sollten wieder Atemprobleme aufkommen, fahr ich hin und wir entscheiden dann. Im Moment schläft sie seelenruhig unter ihrer Lieblingsdecke, die Fenster sind offen damit schön Luft reinkommt und sie ist entspannt. Innerlich weiß ich, das die Entscheidung richtig war. Aber schwer ist es trotzdem.

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Das tut mir leid für Euch ... ganz sicher würde ich meinen Hund nicht ersticken lassen wollen, das stelle mir einfach extrem grausam vor. Von daher wäre in einem solchen Falle meine Tendenz auch eher die, nicht bis zum letzten Augenblick zu warten, anders als bei manch anderer Situation.

Du wirst am besten wissen, wann es der richtige Moment ist, ich hatte bisher das Glück, auch den Eindruck gehabt zu haben, dass meine Hunde es mich haben wissen lassen, wenn nichts mehr ging, aber das mag auch mal anders verlaufen.

Ganz wichtig finde ich, die letzte Zeit noch so liebevoll und intensiv miteinander zu verbringen, wie möglich, denn das kann einem niemand mehr nehmen und es ist schön, wenn man auch an die letzten Tage noch schöne Erinnerungen hat.

Es ist und bleibt Mist, dass man sich trennen muss, einfach nur Mist :(

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Ich glaube, das deine Entscheidung, sie mit nach Hause zu nehmen, gut war . Ich hab das Gefühl aus deinem letzten Beitrag irgendwie heraus zu lesen, das es euch damit jetzt erst mal gut geht. Gut war bestimmt auch noch das Gespräch mit dem Arzt.

Genieße die kommenden Momente, die ihr noch habt, ganz bewusst.

Ich glaube, jetzt bist du stark genug, um den richtigen Zeitpunkt zu erkennen.

Ich schicke dir ganz viel Kraft, für das was kommt und bin in Gedanken bei dir :knuddel:

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Danke für die ganzen lieben Knuddler. Es scheint etwas geholfen zu haben. Amy scheint im Moment relativ stabil. Die Entwässerungstabletten und das Kortison scheinen anzuschlagen. Die Befunde stehen natürlich noch aus. Wär ja auch zu schön gewesen, wenn die dann schon da gewesen wären. Also bitte drückt die Daumen

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