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DinaSimba

Kommunikationsfehler nach "Frühkastration"

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Hallo zusammen, 

ich würde euch gerne meinen Hund und meine aktuellen Erziehungsansätze vorstellen und bin gespannt ob ihr Ideen und Anregungen habt.

 

Ich habe einen inzwischen 3 Jährigen Mischling (Rüde) aus Rumänien, jedoch passt es vom Wesen nicht in das Schema der typischen ruhigen bis ängstlichen Rumänischen Hunde, es ist sehr robust und hat einen ausgeprägten Jagdtrieb.

Die traurige Wahrheit ist, dass es leider mit 4 Monaten kastriert worden ist und massive Folgeschäden dadurch davongetragen hat, was sein Wesen anbelangt. Weder Rüden noch Hündinnen können ihn geschlechtlich einordnen, was häufig zu massiven Kommunikationsproblemen führt. Rüden besteigen ihn beispielsweise verhäuft, was inzwischen zu einer eingebrannten Konditionierung wurde. Er verbindet Rüden mit Beißerei und Erniedrigung. Solange sie ihm nicht zu nahe kommen, will er kleine Brötchen backen, was sich allerdings schnell ändert wenn einer spielfreudig auf ihn zurast. 

Die Bindung zu mir wurde mit viel Auswand vertieft und ist eine phantastische basis für weiteres Training. Momentan arbeiten wir an unterschiedlichen Übungen zum Thema Impulskontrolle, zB. mit einer Reitangel mit Wildduft, auch dies funktionier immer besser. 

 

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie geht man erziehungstechnisch an die "Problematik" ran. Ich versuche schon immer nur Kontakt zu Hunden zu haben, die ruhig sind und ist das Muster fallen, welches ihm keine Angst bereitet und möglichst viele positive Erfahrungen zu sammeln. 

 

Ich habe darüber nachgedacht öfters mal mit einigen Bekannten an der Leine spazieren zu gehen, dass man seine schlechten Erfahrungen umlenkt auf gute....

 

 

Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen und Anregungen und bin offen für andere Ansichten und Blickwinkel.

 

 

LG Dina und Simba

 

PS: der kleine auf dem Bild ist meiner, das Foto war die erste Begegnung mit der Hündin rechts von ihm. Erste Versuche waren holprig, allerdings haben die beiden sich ohne jegliches Knurren super verstanden. Es wäre schön, wenn es nicht nur bei Hündinnen, sondern auch bei Rüden der Fall wäre.

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Das wichtigste ist, viele positive Erfahrungen zu sammeln. Du kannst deinem Hund auch den Rücken stärken, indem du ihm zeigst, dass du zuverlässig einschreitest, wenn ein Rüde aufdringlich wird, und den zum Teufel jagst. Dann kann deiner selbst gelassener bleiben, wodurch einige der anderen Hunde auch weniger aufgeputscht sein werden. Das zu erlernen und wirklich auf dich zu vertrauen, dauert aber eine Weile ;)

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Es ist schwierig das wieder umzulenken aber du kannst daran arbeiten wie LuisasMami schon schreibt das du ihm da den Rücken freihälst

 

Bei uns ist es ähnlich durch eine heftige Beisserei mit einer anderen Hündin findet Kyra die Damenwelt nicht mehr so gut und wird dann auch schnell böse

Sie ignoriert die Hündinnen aber und wenn sie trotzdem belästigt wird dann schreite ich ein bevor sie agieren muss

Ansonsten schau das du mit Hunden unterwegs bist die ihm gut tun damit er da viele positive Erfahrungen sammelt, es wird auch für ihn nette Rüden geben die ihn nicht direkt versuchen zu besteigen :)

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Was vielleicht nicht schlecht wäre, wär ein Gang in eine gute Hundeschule.

Dort findet kontrollierter Kontakt statt, bei uns muss man z.B. auch nicht mit in den "Vergnügungsaulauf", wenn es für den eigenen Hund zu wild ist.

Während der Übungen sind die Hunde angeleint und so kann dein Hund lernen, dass ihm nicht jeder gleich "ans Leder" will, der ihm zu nahe kommt.

 

So wie du das angehst ist es schon ganz gut - Kontakte suchen die ruhig sind und keinen Stress machen.

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Du machst das schon sehr gut. Ich habe ebenfalls tierheimbedingt einen Frühkastraten und das selbe Problem, fremde Hündinnen knurren ihn dauernd an und Rüden bekommen kleine Herzchen in den Augen. Während seine Ausdrucksformen, ein Besteigen zu unterbinden recht moderat sind, bekommen andere Halter aber schnell Sorgen, dass es sich um einen anbahnenden Konkurrentenkonflikt handeln würde (Herzchen in den Augen übersehen) und wundern sich entsprechend über die verzückte Toleranz ihrer Hunde. Unter diesen Umständen kann man eigentlich nur ausgewählte Kontakte eingehen, da die Hunde die Verteidigungsaggression sonst schnell generalisieren und sich im Dauerstress befinden. Auch darf man die anderen Halter nicht überfordern, die haben bei spontanen Begegnungen ein Informationsdefizit. Im Rudel funktioniert es sehr viel besser wie allein, da fühlt er sich sicherer. Dem Hund Sicherheit zu geben ist sehr wichtig, auch der regelmäßige Kontakt zu bekannten Hunden gibt viel Sicherheit sich mit dieser sehr gemeinen Situation - und das sind Frühkastrationen - souveräner auseinandersetzen zu können.

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Mein lieber Oggi kennt das! Leider wurde auch er kastriert, obwohl eigentlich klar war, dass er nicht wieder zurück auf die Straße kommen würde. Aber er sollte zunächst in Rumänien vermittelt werden und da ist es ja durchaus sinnvoll zu kastrieren *seufz*. Für Oggi war es nicht gut, das ist mal sicher.

Leider ist auch er für manche triebige Rüden sehr interessant. Eigentlich kann er gut damit umgehen, indem er frühzeitig und deutlich seinen Hintern herum wirft und abschnappt, wenn er angegockelt wird, danach aber dezent beschwichtigt und ein deutliches Spielangebot folgen lässt, das er gerne bei positiver Reaktion auch in die Tat umsetzt.

Durch seinen verheilten Beckenbruch und die dadurch entstandene Empfindlichkeit im Beckenbereich sind jedoch Rüden, die ihn dennoch besteigen wollen, ein echtes Problem. Erst letztens wollte ihn ein frei laufender oversexed Golden Retriever (Blindenführhund in von Herzen gegönntem Freilauf) mehrmals besteigen. Mein Hinweis auf Oggis Beckenproblem immerhin veranlasste den blinden Halter, seinen Hund abzurufen, was nach einigen Versuchen auch gelang.

Das hilft übrigens immer, darauf hinzuweisen, dass mein Hund einen alten Beckenbruch hat! Ich gehe normalerweise bei gleichgroßen und größeren bzw. schweren Hunden sowieso dazwischen und Oggi kommt auch freiwillig zu mir, um sich beschützen zu lassen, aber gegen manche Triebhuber wird es zur Sisyphusarbeit und dann wende ich mich eben an den Halter.

Zur Not würde ich Dir das auch empfehlen. Bitte die Halter darum, ihre Hunde abzurufen, weil Dein Hund eine besondere Schwierigkeit hat (Bänderzerrung, Bandscheibenvorfall, Beckenbruch, was auch immer) und darum einfach sehr empfindlich ist. Das erspart einem unnötige Diskussionen im Sinne von "Das machen die schon unter sich aus" und ähnliche Lustigkeiten.

Aber bevor das nötig wird, solltest Du wirklich körperlich dazwischen gehen. Ich baue mich so vor meinem freilaufenden Hund auf, dass der andere Hund mich wahrnehmen muss. Ich zeige ihm mit ausgestrecktem Arm die Richtung zu seinem Besitzer und erkläre ihm deutlich "Hau ab!". Will er mich umgehen, blocke ich ihn erneut ab und wiederhole meine Aufforderung, streue vielleicht noch ein energisches "Nein!" ein u.s.w. Die meisten Hunde kapieren das sobald sie ihr Interesse mal kurz von meinem sexy Oggitierchen auf mich umgelenkt haben.

Mittlerweile sehe ich dem Gockelgang des anderen Rüden schon sehr früh an, dass Oggi ihn nicht an sich kleben haben wollen wird und bin auf dem Sprung...

Erfreulicherweise ist Oggi mit kleineren Rüden endlos geduldig, denen rennt er mal kurz weg und umspielt sie, lässt sie auch mal an sich hochklettern und findet das ziemlich lustig, er macht halt sein Spiel daraus, knallt ihnen mal einen seiner Gummifüße aufs Haupt, fordert sie zum Nachrennen auf und schaltet den Turbo ein, wenn sie ihm den Weg abschneiden wollen. Da lasse ich ihn. Wird der kleine Lästling zu aufdringlich, wehrt Oggi angemessen und verletzungsfrei ab und spielt dann fröhlich weiter.

Bei größeren, stärkeren Hunden kann ich ihm das nicht einfach überlassen. Er würde sich auch da angemessen verhalten, aber da befürchte ich einfach, dass er andere große Rüden zunehmend als Bedrohung betrachtet und das möchte ich nicht riskieren. Also schreitet Muttern ein.

 

Noch eine Kleinigkeit: Der einzige Vorteil bei diesen Konstellationen (triebiger intakter Rüde + kastrierter Rüde) ist, dass die triebigen Rüden sich dem kastrierten Rüden gegenüber beinahe immer ebenso freundlich verhalten wie sie es bei einer interessanten Hündin tun würden, d.h. zu einem Kampf kommt es äußerst selten von deren Seite aus und sie lassen sich vom Kastraten zurechtweisen - wenn auch nicht mit anhaltendem Erfolg. Dennoch sollte man es nicht einfach laufen lassen. Aber, und das ist das Gute daran, man muss auch keine übertriebene Angst haben. Und das entspannt den Menschen. Das ist gut.

Sind auf einem stark frequentierten Fleckchen Erde viele Lüstlinge unterwegs, verlasse ich den Ort umgehend.

 

Zunächst angeleint mit anderen, ruhigen, freundlichen Hunden zu laufen, ist gut. Freundliche Menschenunterhaltungen und selbstverständlich entspannte Hunde wirken gerade auf angstmotivierte Hunde sehr beruhigend. Kommt einer zu nahe, bringe Dich unaufgeregt räumlich zwischen ihn und Deinen Hund, möglichst noch bevor Spannung zwischen den Hunden und an den Leinen entsteht. Was Dein Hund lernen wird, ist, dass er bei Dir Sicherheit findet.

Dann würde ich einen sicheren Rückruf erarbeiten, der Dir die Möglichkeit gibt, Deinen Hund auch im Freilauf rechtzeitig aus potentiell stressbelasteten Situationen abzurufen. Ist er bei Dir, bildest Du wieder den Schutzschirm für ihn. Nach einer Weile wird er Dich von allein aufsuchen, wenn es ihm mulmig wird.

Mit sehr gut kommunizierenden und friedfertigen Rüden kann er dann lernen, dass er nicht gleich auf Verteidigung schalten muss und dass Weggehen genügt, um in Sicherheit zu sein.

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Vielen vielen Dank euch allen!!!!!

Ich habe selbstverständlich schon einen Hundetrainer und schon kommenden Mittwoch einen nächsten Termin mit Einzeltraining.

Hundeschule hat er schon hinter sich und hört alleine so gut wie es eben machbar ist :-D eine perfekte Konditionierung werde ich bei ihm nie erreichen, aber er ist abrufbar und hat ein Abbruchsignal!

Ich werde es mal versuchen mich an der Leine (er ist kein Leinenpöbler) mich mit einigen Rüden zu treffen, bei denen ich weiß, dass sie sehr ruhig sind und bei denen ich auch die Besitzer kenne.

Aktiv dazwischen zugehen, habe ich soweit noch gar nicht probiert, ich habe ihn immer abgerufen und ihn rausgeholt, allerdings klingt er natürlich schlüssig sich vor den anderen Hund zu stellen und diesen zu vertreiben. 

Wie Andrea auch die Erfahrung gemacht hat, hat mein Rüde mit kleinen Hunden NIE ein Problem. Ich war mit 4 hormongesteuerten Rambo Jack Rüssel spazieren :-D die sind super süß und gut erzogen, aber die Rasse ist eben sehr aktiv! Es ist ihm egal was die kleinen machen; die können hochspringen und alles machen ohne dass es auch nur eine minimale Reaktion zeigt. 

Somit bin ich sehr gespannt, wie er reagiert, wenn man ihm deutlich zeigt, dass er auch im Auslauf einfach weggehen darf und sich nicht von seiner Angst steuern lassen. 

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Was soll einem dieser Beitrag nun sagen, Caronna?

*kopfkratz*

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Das frühkastrierte Hunde sich genau so verhalten können wie unkastrierte!

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