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Hundeforum Der Hund
Rabia*

Anknurren/-bellen von Menschen

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Hallo,

 

mein Beagle hat in letzter Zeit was ziemlich blödes entwickelt...als wir noch in der Innenstadt gewohnt haben, hat sie nur ab und zu Menschen angeknurrt und gebellt, wenn wer nachts unerwartet um die Ecke gekommen ist und sie sich erschrocken hat. Da dachte ich okay, muss nicht sein, dass sie das beschützen übernimmt, aber okay sie hat sich erschrocken. 

 

Jetzt wohnen wir seit April etwas außerhalb der Stadt in nem Haus mit großem Garten mit vier anderen Hunden und sie hat ein ausgeprägtes Revierbewachungsverhalten entwickelt. Sicher haben sie auch die anderen Hunde auf die Idee gebracht, aber inzwischen zeigt sie auch schon alleine an, wenn jemand die Straße hoch geht und bellt am Zaun. Das ist zwar nervig, aber sie lässt sich relativ gut unterbrechen und dann ist ne Zeit lang Ruhe. 

Was mich eher stört ist, dass sie beim Spazierengehn vermehrt Menschen anpöbelt. Meist nach wie vor im Dunkeln, wenn sie die Situation nicht genau einschätzen kann, aber letztens auch mal mitten am Tag. Da hat ne Frau vor nem Haus auf wen gewartet und Shinji knurrt und bellt sie scheinbar aus dem nichts an. 

 

Ich bin der Meinung, dass es nicht ihr Job ist, Menschen anzupöbeln, auch wenns vielleicht in erster Linie darum geht, sich selbst zu schützen. Wenn ich der Meinung bin, dass es keinen Anlass gibt zu knurren, sollte sie das auch nicht tun. ich weiß aber nicht wirklich, warum sie das macht und wie ich ihr es abgewöhnen kann...

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Ich hab im Lauf der Jahre ein Gespür dafür entwickelt, wer wahrscheinlich angeknurrt /angebellt werden wird (wenn ich nichts mache) und unterbreche sie dann vorher, 1. indem ich die Aufmerksamkeit auf mich lenke und 2. indem ich ihr signalisiere, okay, sieht bedrohlich aus, ist es aber nicht.

Das sieht in der Praxis so aus, Tschuli sichtet Menschen, läuft minimal steifer, ich sage in ruhigem Ton: alles in Ordnung.

Dieses alles in Ordnung heißt für sie, kein Grund sich aufzuregen.

Manchmal bekommt sie heute noch einen Keks -nach der Begegnung- wenn ich merke, dass es schwierig für sie war.
So hat sich das im Lauf der Jahre erheblich abgemildert, aber Tschuli ist vom Wesen her ein sehr wachsamer und misstrauischer Hund.

Bei deiner scheint da eher die erlernte Komponente reinzuspielen, deshalb kann ich mir vorstellen, dass du es vielleicht komplett "abstellen" kannst.

(abstellen, blödes Wort, klingt nach funktionieren)

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hmm mir wärs ab liebsten dass sie lernt, dass ich ne eventuelle Gefahr regele und dass sie sich da nicht kümmern braucht...

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hmm und ich würde sagen meine soll lernen dass nicht alles, was sie für eine Gefahr hält, auch wirklich eine ist :)

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Wodurch lernt ein Hund denn, dass du die Sache schon regelst? Doch dadurch, dass du ihm sichtbar zeigst, dass du auch in der Lage bist damit umzugehen.

 

Das bedeutet: Er muss merken, dass du das Problem wahrgenommen hast. Dann, dass du es auch bewusst beurteilst und deine Reaktion darauf einrichten kannst. Und schließlich, dass es für ihn von Vorteil ist, sich auf dein Urteil auch zu verlassen.

 

In der Praxis heißt das, ich muss meinem Hund schon zeigen, dass ich die Person gesehen habe. Zum Beispiel, indem ich für ihn sichtbar auch mal hinschaue. Denn die meisten Hunde haben sehr wohl schon mitbekommen, dass Menschen oft echte Nixraffs sind, die riechen selbst deutliche Gerüche nicht, hören nicht sonderlich gut, und im Gucken sind sie auch eher langsam. Woher soll dein Hund also bitte wissen, ob du etwas beurteilst oder nur wieder nicht mitbekommst?

 

Dann ist es wichtig, dass man auch angemessen reagiert. Findet mein Hund jemanden sehr bedrohlich, dann macht es Sinn, auch mal einen Bogen zu laufen. Weiß ich, dass diese Person auf meinen Hund nach dem ersten Schrecken nicht sonderlich bedrohlich wirken wird, kann ich auch mal näher ran gehen. Wichtig ist dabei, dass der Hund merkt, du kannst dich auf die Gegebenheiten einstellen. Und vor allem, du nimmst seine Zeichen wahr und ernst! Nur wenn man sich verstanden fühlt, kann man auch Verantwortung abgeben. Ich würde ja auch niemanden eine Entscheidung treffen lassen, wenn ich den Eindruck habe, der hat das Problem gar nicht verstanden.

 

Auf diese Art kann man dem Hund also deutlich machen, dass man selbst schon ein geeigneter Entscheidungsträger ist. Und dann auch mal einen Keks springen zu lassen versüßt die schwierige Situation durchaus und lässt die Gefühlslage bei "Menschensichtungen" durchaus positiver werden.

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Da kann man viel dran machen:

 

- Fremde durch Gegenkonditionierung als Reiz positiv oder zumindest neutral konditionieren.

 

- Sichere Führung aufbauen.

 

- Individualdistanzen beachten.

 

- Management durch körpersprachliche und verbale Signale für 'Ich habe es gesehen und regele das'.

 

Was man im Endergebnis für das Optimum hält (vermutlich die gelungene Konditionierung) würde ich dabei mal ausblenden weil man sonst schnell die Ideale zu früh zu hoch aufhängt. Zwar ist ein Beagle keine grundsätzlich misstrauische, schutztriebige Rasse aber auch der individuelle Typ Hund und seine Erfahrungen kann da Limits setzen. Ein schönes Buch für Hintergrundwissen und Ansätze zum Training: http://www.amazon.de/Das-Agressionsverhalten-Hundes-Ein-Arbeitsbuch/dp/3936188106/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1440932374&sr=1-1&keywords=das+aggressionsverhalten+des+hundes

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Ich weiß nicht, ob Du es schon mal geschrieben hattest: Hast Du Deinen Hund aus dem Tierschutz oder vom Züchter?

Ich frage, weil ich von Beagles so ein vermeintlich beschützendes Verhalten nicht kenne. Die melden mal, aber Knurren und Anbellen von Menschen finde ich sehr ungewöhnlich.

Klar ist das Ziel, dass sie Dir die Entscheidung überlässt, ob der Mensch bedrohlich ist oder nicht. Aber dass sie überhaupt auf die Idee kommt, der sei gefährlich, spricht für mich sehr dafür, dass sie unsicher ist Menschen gegenüber. Der Umgang mit (zurecht) sehr ängstlichen rumänischen Hunden hat mir gezeigt, dass möglichst viele Begegnungen mit freundlichen Menschen, die den Hund nicht bedrängen und mit denen man eine kleine Strecke zusammen läuft und entspannt plaudert, das Beste sind, was dem Hund passieren kann.

Nutze jede Gelegenheit, mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Der Hund muss dabei gar nicht groß beachtet werden. Zeigt er von sich aus freundliches Interesse, kann er ein Leckerchen bekommen. Ein ängstlicher Hund kann sich nicht so leicht auf seinen Menschen verlassen. Darum müssen verschiedene Blickwinkel her.

1. Es muss geklärt werden, ob und wenn ja, warum und in welchen Situationen der Hund Angst vor fremden Menschen hat.

2. Das Vertrauen vom Hund zu Dir muss gestärkt werden. Das geht gut mit gemeinsamen Aktivitäten wie Spiel, Sport, Beobachten, Tricks üben u.s.w.

3. Alternativen für schwierige Situationen finden, wie z.B. Ausweichen bevor sie in Aktion treten "muss" oder Schönfüttern.

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Danke für eure Antworten! :)

 

Sie hab sie vor 3 1/2 Jahren aus nem Versuchslabor übernommen, da war sie 11 Monate alt. Sie ist gleich in ner WG mit 9 Menschen geladet und ist ansich eigentlich sehr freundlich zu Menschen und verschmust, lässt sich nur draußen nicht so gern anfassen. 

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