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Hundeforum Der Hund
Shaping-Dog

Wer von euch hat Erfahrung mit dem Vestibularsyndrom?

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Hallo ihr Lieben,

 

mein lieber alter Spikey, der ja schon 14 ist, musste sich letzten Freitag auf der Autofahrt zum Wochenendausflug plötzlich übergeben und wir sind schnell rausgefahren, um ihn an die Luft zu lassen (und das Auto zu putzen...)

Doch dann haben wir festgestellt, dass er selbst nicht mehr stehen kann. Er torkelte, schwankte und fiel sofort wieder hin... Ich hab total das Zittern angefangen und wusste gleich, dass ihm nicht einfach nur schlecht war...

Auch wenn wir in der Pampa waren wollte ich sofort zum Tierarzt. Zum Glück hat mein Freund gleich den nächsten Arzt gegoogelt, der dann zufälligerweise nur 90 Meter! entfernt war. Und dann war das sogar eine Tierklinik. So viel Glück im Unglück hätte ich mir ja nie bestellen können...

 

Also den Hund hineingetragen, -denn selbst mit Geschirr und Leine war keine Stabilisierung mehr möglich. Mein armer Opi musste beim Tierarzt vor lauter Übelkeit und Aufregung sogar den Boden vollpinkeln und seine rechte Gesichtshälfte war gelähmt, sodass der Speichel raustropfte... :(

Echt krass! Nur eine halbe Stunde zuvor war alles wie immer. Das konnte man sich in diesem Moment gar nicht mehr vorstellen...

 

Jedenfalls hat er an dem Freitag und am Samstag nochmal je zwei Spritzen mit Cortison und eine gegen die Übelkeit bekommen. Das Wochenende verbrachte er hauptsächlich im Liegen. (Mit Wickelunterlagen im Zimmer...) Ansonsten war ich rund um die Uhr bei ihm und er hat Wasser nur aus der Hand trinken können.

Die Tierärztin meinte, dass sich Hunde sehr gut von dem Schlaganfall bzw. Vestibulärsyndrom erholen können. Die ersten Verbesserungen müssen in den ersten 2-3 Tagen deutlich sein, ansonsten kann es sein, dass der Hund kein Vestibulärsyndrom, sondern einen Tumor oder ein geplatztes Blutgefäß im Körper hat - von dem er sich dann vermutlich nicht erholen kann..

 

Wir also gebetet, dass der Hund Fortschritte zeigt. Am Samstag lag er nur, fraß fast nix, nur ein paar winzige Kügelchen Trockennahrung (immerhin) und Wasser konnte er nur aufnehmen, wenn er aus der Hand trank. Am Sonntag konnte er schon wackelig stehen und paar Schrittchen gehen, um sich dann in die Wiese zu legen und wieder einzuschlafen.

- Meine Güte, wie ich mich gerade freu, dass er gestern und heute schon richtig gehen kann. Noch sehr torkelig das ganze, so als wäre er besoffen und der Kopf ist noch schief, aber das ist ja alles nicht so schlimm. Ok, wenn er sich schüttelt, fällt er um, aber ansonsten kann er seine Torkelschritte sehr gut abfangen. Ich freu mich besonders, dass er wieder normal pinkeln und AA machen kann... Wahnsinn! Ich hätte nie gedacht, dass das mir mal so ne Freude macht...

 

Da gerade erst vier Tage vergangen sind interessiert es mich sehr, wie deine Erfahrungen damit sind, wenn du das auch schon erlebt hast. Eine Bekannte von mir, deren Hündin das auch erst vor einem halben Jahr hatte, hat jetzt auch einige Gewohnheiten geändert. Ihre Carlotta darf z.B. nicht mehr auf glatte Böden, wenn sie nicht daheim ist. (z.B. Bad ist zu und Küche) Carlotta hat sich zwar sehr gut erholt, aber absolut spurlos ist es wohl doch nicht vorübergegangen...

 

 

 

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Keine eigene Erfahrung, aber ich kann etwas Ermutigendes zitieren, was ich mir irgendwann abgespeichert habe, als ein Cattle aus unserem Hundeverein diese Krankheit hatte und ich mich bissel belesen habe.

 

 www.tierklinik-heilbronn.de/cms/files/1/24163388673700.pdf

 

Wichtig ist dann die häusliche Ruhe und Pflege. Für die Erholung braucht es ein wenig Geduld

von Seiten der Tierbesitzer. Oft sind es zunächst nur kleine Fortschritte, beispielsweise verschwindet

der Nystagmus meist schon nach einigen Tagen. Innerhalb von 2-3 Tagen sollte insgesamt

eine Besserung feststellbar sein, die sich dann kontinuierlich fortsetzt. In der Regel ist das

Vestibular-Syndrom beim Hund nach spätestens 2 Wochen abgeklungen.

Prognose

Die meisten Tiere genesen vollständig. In Einzelfällen können kleine Einschränkungen wie eine

leichte Kopfschiefhaltung zurückbleiben. Das Tier wird dadurch aber nicht beeinträchtigt und

durch Physiotherapie ist das Problem häufig auch zu korrigieren.

Auf jeden Fall wünsche ich alles Gute für den alten Herrn!!!

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Das tut mir leid für Deinen Spikey, wie gemein, dass er das im Alter noch erleiden musste :(

Ich selbst habe es nicht erlebt, aber im Bekanntenkreis. Die Hunde haben sich alle gut erholt, bei 2 Hunden sind ein paar Beeinträchtigungen geblieben, oft wackeliger Gang, Kopfschiefhaltung, aber sie konnten weiter ganz normal am Leben teilnehmen.
Eine Schäferhündin hat 3 x ein Vestibular-Syndrom gehabt, das erste Mal mit 10 Jahren, das letzte mit 14 und sie ist 15 Jahre alt geworden. Sie war eine tapfere Kämpferin!

Ich wünsche Deinem Spikey gute und schnelle Besserung und wünsche euch noch eine lange und schöne Zeit! :)

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Hallo, unsere Golden Retriever Hündin hatte mit 11 Jahren, an einem Sonntag Abend die gleichen plötzlich auftretenden Symptomehinzu kam, dass sie mit dem Kopf hin und her gewackelt hat und die Agen "rollten". Sofort zum Tierarzt gerast.

Diagnose war auch Vestibularsyndrom.

Cortison gespritzt bekommen und eine Infusion (weiß nicht mehr, für was die war....ist schon 8 Jahre her).

Amber konnte auch 24 Stunden nicht aufstehen oder war zu irgend was in der Lage.

Sie hat sich dann aber nach weiteren Cortisonspritzen, die ich ihr gegeben habe, recht schnell erholt, so dass wir am Freitag in der gleichen Woche mit ihr zum Tierarzt laufen konnten (10 Minuten Weg). Die Tierärztin war selbst total erstaunt.

Amber hatte dann dauerhaft Karsivan erhalten, womit es ihr auch gut ging.

Lediglich kleine Zuckungen ab und an sind zurück geblieben und eine minimale Kopfschiefhaltung.

Sie ist dann mit Karsivan ohne weitere Anfälle noch 14,5 Jahra alt geworden.

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Die Diagnose Schlaganfall oder Vestibular- Syndrom ist irreführend. Hunde haben so gut wie nie Schlaganfälle.

Das Vestibular- Syndrom ist ein Geschehen im Gleichgewichtsorgan. Mein lieber alter Nachbar, ehemaliger Leiter der Berliner Tierklinik, hat es mir so erklärt, wie er es den Hundebesitzern in der Klinik auch immer erklärte (also für Laien *g):

In den Gängen des Gleichgewichtsorgans schwimmen Kristalle in einer Flüssigkeit, die sich den Bewegungen des Tieres anpassen und so für Gleichgewicht im dreidimensionalen Raum sorgen. Verkantet so ein Kristall, ist es augenblicklich vorbei mit dem Gleichgewicht.

Typisch ist Übelkeit, Augenzucken (die versuchen, das Ungleichgewicht auszugleichen, schaffen es aber wegen Fehlinformation nicht), Kopfschiefhaltung, Biegung des Körpers in eine Richtung, Drehschwindel.

Was hilft: Tropf (Flüssigkeitszufuhr), Durchblutungsförderung (darum ist Karsivan oft hilfreich), Kortison (entzündungshemmend und abschwellend), Mittel gegen Reisekrankheit und Handfütterung, da die Hunde den Napf nicht sicher sehen.

 

So, und nu kommt's: Von alten Menschen, die das immer wieder haben oder ewig wegen Schlaganfall behandelt wurden ohne dass es Besserung gab, weiß ich, dass aufgeklärte Ärzte, Physiotherapeuten und Heilpraktiker es in einer einzigen Sitzung wieder hinbekommen. Der Patient wird hingelegt, dann in einer bestimmten Reihenfolge gedreht, gebeugt und aufgerichtet und schon ist das Problem im wahrsten Sinne des Wortes gelöst. Dauert keine 5 Minuten.

Blöderweise weiß ich nicht mehr, wie diese Handgriff- Folge genannt wird...

.

.

.

... Stunden später: Gefunden! Lagerungsmanöver nach Semont: http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Deutsches-Schwindelzentrum-IFB-LMU/de/Patienten/Informationen_zu_Schwindel_und_Gleichgewicht/Therapie/index.html

 

Wie gesagt, das ist für den Menschen. Aber vielleicht findet Ihr einen ehrgeizigen und engagierten Tierarzt, der das für Hunde umsetzen kann.

Ich habe das mal bei einer Frau gesehen und war schwer beeindruckt von der mirakulösen Heilung!

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Unser vorheriger Rüde Lucky hatte auch das Vestibular Syndrom (er war etwa 12 Jahre alt) und die Symptome waren die gleichen, die auch dein Spikey gezeigt hat, nur das wir mit Lucky zuhause waren.

 

Wir sind dann auch sofort zum Notdienst mit ihm gefahren und er hat Medikamente bekommen. Die ersten zwei Tage danach konnte er auch quasi gar nicht laufen. Dann wurde es aber mit unserer Unterstützung immer besser. Die Kopfschiefhaltung hat sich dann in der nächsten Zeit auch immer mehr gegeben. 

 

Rein äußerlich war ihm dann irgendwann auch nichts mehr anzusehen, aber was sich dann gezeigt hat war, dass er "nöliger" geworden war. Als Spitz-Mischling war er immer schon gesprächig, nur nach dieser Sache kam es verstärkter vor, dass er gejammert hat, ohne das ich einen Grund dafür finden konnte. 

 

Wir haben ihn dann noch mit Bachblüten behandelt, weil wir davon ausgegangen sind, dass er vielleicht einen Schock durch diese Sache erlitten hat. 

Gebracht hat das allerdings wenig.

 

Ich wünsche deinem Spikey gute Besserung und das er bald wieder so hergestellt ist, wie er vor dieser Sache war. :knuddel 

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Danke vielmals für eure Antworten!!

Echt gut zu lesen, dass es vielen Hunden danach wieder richtig gut ging.

 

Ich hoffe ja sehr, dass Spike das nicht noch ein- oder gar zweimal erleben muss. Meine Bekannte gibt ihrem Hund auch Karsivan für die Durchblutungsförderung und zwar dauerhaft, also täglich. Ich werde die nächsten Tage nochmal zum Tierarzt gehen und mich beraten lassen, ob das sinnvoll ist. Auf der einen Seite denke ich mir, es ist gut, damit es nicht nochmal auftritt. Auf der anderen Seite stelle ich es mir echt doof vor, wenn der Hund sich doch mal verletzt und blutet... Irgendwie kann man es ja nur falsch machen...

 

Das mit dem Augenrollen hatte Spike am Wochenende auch ohne Ende. Oh man, wie es den gedreht haben muss... Da hätte ich auch keinen Appetit. Zum Glück ging es jetzt auch ohne Infusion. Das war auch ein Vorschlag von der Tierärztin, wenn es nicht schnell besser wird. Sie meinte am Samstagmorgen, dass wir noch einen ganzen Tag abwarten sollen. Und am Sonntag zeigten sich die Besserungen schon ein wenig. Seit Montag kann er alleine aufstehen und richtig herumspazieren - torkel, torkel.

 

Das mit der Dreh-Reihenfolge ich ja echt der Hammer!! Ich hab mir grad die Schemen angesehen und mich dann dabei ertappt, dass ich mich mit den Darstellungen mitbewege - hihi - sah sicher total albern aus...  :D

Ich habe einen Kontakt von einer Tierärztin, die auch Heilpraktikerin ist. Vielleicht kann ich die ja auch nochmal fragen.

 

Aktuell verbessert sich alles, bis auf die Tatsache, dass Spike extrem wenig frisst, und wenn, dann nur ungesunde Leckerlis, Essensreste und ein paar getrocknete Fische. Vielleicht braucht er doch nochmal was gegen die Übelkeit. Mein Eindruck ist aber eher, dass er mit seiner schief hängenden Zunge nicht so richtig Kauen kann. Jedenfalls kann er nur sehr kleine Stücke aufnehmen und tut sich schwer das zu zermahlen... :wacko:

 

Danke erstmal für eure Daumen

 

 

 

 

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Danke vielmals für eure Antworten!!

Echt gut zu lesen, dass es vielen Hunden danach wieder richtig gut ging.

 

Ich hoffe ja sehr, dass Spike das nicht noch ein- oder gar zweimal erleben muss. Meine Bekannte gibt ihrem Hund auch Karsivan für die Durchblutungsförderung und zwar dauerhaft, also täglich. Ich werde die nächsten Tage nochmal zum Tierarzt gehen und mich beraten lassen, ob das sinnvoll ist. Auf der einen Seite denke ich mir, es ist gut, damit es nicht nochmal auftritt. Auf der anderen Seite stelle ich es mir echt doof vor, wenn der Hund sich doch mal verletzt und blutet... Irgendwie kann man es ja nur falsch machen...

Ich glaube, Du verwechselst hier etwas, Karsivan fördert die Durchblutung, es ist kein Blutverdünner ;)

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Meine 13jährige Hatte das vor 3 Monaten. Bis auf leichte Koordinationsstörungen, hat sie sich gut erholt, läuft wieder rum, hat Spaß beim Mäuseln und ist nur etwas vorsichtiger geworden. Sie bekommt dauerhaft Karsivan. Tut ihr sehr gut. Geistig ist sie damit fitter wie zuvor und auch wieder weniger ängstlich.

Hat ca 4 Wochen gedauert, bis sie sich auch wieder schütteln konnte ohne umzufallen, aber auch das klappt wieder.

 

 

Lasst den Kopf nicht hängen - das wird schon wieder. Gute Besserung!

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