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Hundeforum Der Hund
KleinEmma

Müssen alle Straßenhunde gerettet werden? - Gerd Schuster unterwegs

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Von unseren 4 Hunden sind 3 "Strassenhunde", wobei Theo (Ungarn) bestimmt kein " echter" ist, der war, als er mit seinen 10 Monaten aufgelesen wurde, schon viel zu krank, der hätte das nicht lange überlebt.

Simon und Sophie (Griechenland) sind auf der Strasse geboren worden, von einer Mutter, die selber wohl schon länger dort lebte und dort haben sie auch ihre ersten 6 Monate verbracht.

Die Familie wurde kastriert (jaaa, Frühkastration, aber dort über den passenden Zeitpunkt einer Kastratiin nachzudenken, wäre ein Luxusproblem) und geimpft und wieder an den Platz gebracht, wo sie eingefangen worden waren und wo sie dann auch alle 2 Tage von einer griechischen Tierschützerin Futter bekamen.

Kurze Zeit später war einer der Junghunde überfahren worden und 2 andere vergiftet!

Keine Chance für die Familie, dort zu bleiben.

Simon und Sophie kamen dann direkt von der Strasse zu uns, haben ganz schnell eine Bindung zu uns aufgebaut und ziehen, so wirkt es jedenfalls, das Leben als Sofahund dem eines "freien" Strassenhundes durchaus vor.

Mir fällt immer wieder auf, und ich meine jetzt niemanden hier, dass es ganz oft diejenigen sind, die das Strassenhundleben romantisieren, die selber einen Züchterhund zu Hause haben.

Für mich sieht das oft so aus, als hätten sich diejenigen einfach noch viel zu wenig mit diesem Thema beschäftigt!

Dabei sollten sie sich einfach ihren Hund mal in Rumänien oder sonstwo als "Strassenhund" vorstellen, ob der sich wohl auch diese "Freiheit" wünschen würde?

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Das Ideal ist für mich, dass es keine Hunde mehr auf den Straßen gibt!
Ideal ist für mich, dass kein Hund eingesperrt ist und alle ein Zuhause finden. 

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Minyok war sicherlich sehr begeistert von seiner Freiheit in Rumänien - mit 13kg konnte er ja in den karpatischen Winden mitfliegen. Rumsi fand es auch total toll, von einem Auto an der Strasse angefahren zu werden. (Tuuli kann da nicht mitreden, die kam in einem Shelter auf die Welt und hat nur mitbekommen, wie durch den Streß in einem überfüllten Auffanglager es zu häufigen, oft tödlich endenden Beißereien kam.)

 

Und nun hat die arme Snoti diese Rumse an der Backe!  :lol: (Wobei sie sich wundert, warum sie als Hündin aus einer Zucht nicht wieder zu ihrem Züchter zurück ging, als ihre Erstbesitzer an ihr scheiterten... komisch, komisch...)

 

so anmerkend

Maico

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(...)

Und Hunde möchten mit Menschen zusammen sein, das macht sie aus. Sie suchen Anschluss und gehen Beziehungen mit Menschen ein, das ist genetisch verankert. 

Das ist leider eine ähnliche simple Verallgemeinerung, wie du Herrn Schuster vorwirfst.

Dass Hunde "Beziehungen" zu Menschen eingehen (was ja auch schon bedeuten kann, dass sie ihren Nutzen erkennen bzgl Futter usw), heißt noch nicht, dass sie hier in 4-8 Zimmer Küche Bad mit ihnen zusammenleben möchten, noch dass sie sich an menschliche Gesellschaftsnormen anpassen möchten.

 

Ja, Anpassungsfähigkeit macht sie aus - deshalb kommen viele ja so gut auf der Straße klar.

 

Herr Schuster unterscheidet auch ganz klar zwischen Tieren, die auf der Straße geboren bzw. großgeworden sind und solchen, die als ehemalige Familienhunde einfach ausgesetzt wurden. 

Letztere kommen selten auf der Straße klar und denen muss man sich annehmen. Das sagt/schreibt er überdeutlich.

 

Angesichts der Massen an Hunden, die täglich bis wöchentlich auf "Vermisste/entlaufene Hunde" auftauchen (und damit meine ich nur die, die drin stehen haben "erst seit kurzem in Deutschland, sehr scheu, lässt sich nicht anlocken" etc), muss man sich einfach die Frage stellen, wie sinnvoll es ist, diese Individuen "gerettet" zu haben.

Denn selbst wenn ich davon ausgehe, dass diese Hunde froh sind, hier nun in Deutschland zu sein (was absolut nicht gewährleistet ist), so sind sie immer noch nicht in der Lage in unserer modernen Gesellschaft zurecht zu kommen. Andernfalls müssten sie nicht mit doppelt- und dreifacher Sicherung durchs Leben gehen.

Ich finde es gut, dass in den letzten 5-10 Jahren ein langsamer Wandel stattgefunden hat und die guten Orgas sich auf Projekte vor Ort konzentrieren und nur wenige Hunde, die es wirklich nötig haben, nach D und co vermitteln. 

Aber leider - so muss man die täglichen Vermisstenfälle interpretieren - trifft dies offenbar nicht auf alle Tierschutzhändler zu.

Da muss ein Umdenken noch stattfinden.

Herr Schuster ist nun einfach jemand, der seine Sicht der Dinge zum Besten gibt. Auch eine (von vielen) Wahrheiten, die man sich durch den Kopf gehen lassen darf. 

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Das ist leider eine ähnliche simple Verallgemeinerung, wie du Herrn Schuster vorwirfst. Dass Hunde "Beziehungen" zu Menschen eingehen (was ja auch schon bedeuten kann, dass sie ihren Nutzen erkennen bzgl Futter usw), heißt noch nicht, dass sie hier in 4-8 Zimmer Küche Bad mit ihnen zusammenleben möchten, noch dass sie sich an menschliche Gesellschaftsnormen anpassen möchten.
Das ist keine Verallgemeinerung, sondern das ist die Grundlage der Haustierwerdung. Wir sprechen von Haushunden und nicht von Wölfen, Dingos oder Parias. 

 

Ja, Anpassungsfähigkeit macht sie aus - deshalb kommen viele ja so gut auf der Straße klar.
Sie kommen nicht gut auf der Straße klar, zumindest nicht automatisch. Was meinst du mit gut klar kommen? Viele Straßenhunde jagen Autos, was oft ihren frühen Tod bedeutet. 

 

Herr Schuster unterscheidet auch ganz klar zwischen Tieren, die auf der Straße geboren bzw. großgeworden sind und solchen, die als ehemalige Familienhunde einfach ausgesetzt wurden. 
Und was ist der Hund auf dem von mir eingestellten Video? Wie trifft Herr Schuster diese Unterscheidung? Die Hunde, die keinen Bock auf Menschen haben, kriegt er doch gar nicht zu Gesicht. Die leben nicht mitten in den Städten und lassen sich den Bauch kraulen. Die kann man auch nicht mal eben so einfangen und nach Deutschland vermitteln.

 

Angesichts der Massen an Hunden, die täglich bis wöchentlich auf "Vermisste/entlaufene Hunde" auftauchen (und damit meine ich nur die, die drin stehen haben "erst seit kurzem in Deutschland, sehr scheu, lässt sich nicht anlocken" etc), muss man sich einfach die Frage stellen, wie sinnvoll es ist, diese Individuen "gerettet" zu haben.
Wenn diese Hund nicht ihren dusseligen Besitzern schon nach wenigen Tagen abgehauen wären und die Vereine besser aufklären würden (Sicherung), dann wären genau diese Hunde in der Mehrzahl der Fälle schon kurze Zeit später gar nicht mehr so scheu und unnahbar. Das habe ich dutzende Mal erlebt, nicht nur bei meinen eigenen Hunden.

 

Herr Schuster ist nun einfach jemand, der seine Sicht der Dinge zum Besten gibt. Auch eine (von vielen) Wahrheiten, die man sich durch den Kopf gehen lassen darf. 
das ist wohl wahr. Seine Meinung vertritt er ja schon lange, hat sich ja schon an einem anderen Projekt versucht ( https://www.facebook.com/pages/Importhunde-und-schwarze-Schafe/809350699078382?fref=ts ) und geht nun diesen Weg.

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Um nur mal kurz auf die "Doppel- und Dreifachsicherung" einzugehen, verschwindet wenig Hunde müssen so durch's Leben gehen, ich kenne keinen Hund, der das auf Dauer gebraucht hätte, da geht es doch allermeistens um die Eingewoehnungszeit und das ist doch wohl kein Indiz dafür, dass solch ein Hund besser dort geblieben wäre, wo er herkommt?

Und auch diese Hunde leben auf der Strasse in Rumänien, Bulgarien oder sonstwo genauso unter Stress, mit dem Unterschied, dass sie den dort ihr ganzes Leben lang haben werden, potenziert durch Hunger, die verschiedensten Krankheiten und nicht selten durch berechtigte Angst vor jedem Menschen, der ihnen begegnet.

Simon und Sophie sind genau 4 Wochen doppelt gesichert durch ihre neue Welt spaziert, wären sie uns anfangs "ausgekommen", weil sie sich erschreckt hätten, wären sie weg gewesen, da konnte aber nach kurzer Zeit keine Rede mehr von sein!

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...noch ganz kurz: er filmt im Sommer in touristischen Gebieten und Großstädten. Da sind die Hunde gerne mal propper.

Im Winter und in wenig belebten Gegenden, sieht das Ganze schon anders aus. 

 

Die Frage ist doch auch: was sind Straßenhunde? Wie landeten sie auf der Straße? Viele Straßenhunde sind entsorgte Familienhunde. Diese Hunde waren zu Anfang ihres Lebens bei Menschen, sind darauf geprägt.

 

Die Frage: "Müssen Straßenhunde gerettet werden?" lässt sich ganz sicher nicht kurz mal beantworten, sondern ist in höchstem Maße individuell zu sehen. 

 

Ich finde die Aktion von diesem Mann absolut unseriös!!!

Klar kann ich im Sommer Hunde filmen, die von Touristen gefüttert und von deren Abfällen gut leben können. Mich selbst erreichten in den letzten Wochen mehrere Hilferufe von Urlaubern in Italien, die den Hunden helfen wollten (was leider wirklich nicht immer möglich ist).

 

Wir waren jahrelang im Winterhalbjahr in Italien im Urlaub. Da sieht die Welt der auf der Straße lebenden Hunde schon ganz anders aus. Logisch. Ganze Orte, die im Sommer proppenvoll mit Urlaubern sind, sind im Winter wie ausgestorben. Gut für die Hunde, wenn sich die paar Anwohner, die ganzjährig dort leben, um die Tiere kümmern. Aber das ist nicht immer der Fall und wenn, dann zumeist maximal mit Futter und Wasser. Medizinische Versorgung? Fehlanzeige. Kastration sowieso.

 

Und meine Erfahrung mit Hunden aus Italien ist die, dass viele Hunde als Welpen in die Familie geholt und als erwachsener Hund auf die Straße gesetzt werden oder im Garten an die Kette kommen. Die anderen Hunde, die frei herumlaufen, sind meist Jagdhunde, die von Jägern während der Jagd entsorgt wurden, weil sie nichts taugen. Diese sind oft verletzt und wenn sie es noch nicht sind, werden sie nicht selten angefahren.

Eine SERIÖSE Aussage kann daher nur getroffen werden, wenn man übers gesamte Jahr die Tiere filmt und auch deren Herkunft mit in seine Aussagen einbezieht. So, wie das bei dem Herrn abläuft, wird das einzig wieder miese Stimmungmache gegen Hunde aus dem Ausland werden.

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..und was mir an Gerd Schusters Berichten besonders sauer aufstösst, ist, dass er immer und immer wieder betont, dass es auch hier in Deutschland Tierqälerei gibt. 

 

 

Erschossen werden Hunde auch in Deutschland und Beine abgehackt auch, was keine Entschuldigung sein soll, dass es hier so etwas nicht gibt. Neulich habe ich einen Bericht aus Deutschland gelesen wo ein Schaf von einem Perversen zerstückelt wurde. Einen Bericht wo ein Dobermann gefesselt wurde und verstorben ist. Hunderte Berichte von Giftködern - in DEUTSCHLAND 

 

Das ist ein alter Taschenspielertrick, ein Leid gegen ein anderes auszuspielen. Hört man dieser Tage übrigens leider wieder häufiger beim Thema Flüchtlinge (unsere deutschen Kinder haben doch auch nix..die Obdachlosen u.s.w.). 

In Deutschland geht es Mensch und Tier hammermäßig, wir haben mehr als genug für alle! Und natürlich gibt es in Deutschland auch Tierquälerei, aber darüber berichten die Medien und urteilen Gerichte. Das ist in den von Gerd Schuster bereisten Ländern nicht so. 

Es wäre fatal, nicht mehr über unseren Luxustellerand zu schauen und unser Gewissen damit zu beruhigen, dass es bei uns auch Probleme gibt. Das ist überhaupt kein Argument! 

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Denn selbst wenn ich davon ausgehe, dass diese Hunde froh sind, hier nun in Deutschland zu sein (was absolut nicht gewährleistet ist), so sind sie immer noch nicht in der Lage in unserer modernen Gesellschaft zurecht zu kommen. Andernfalls müssten sie nicht mit doppelt- und dreifacher Sicherung durchs Leben gehen.

 

Hmmm .... Nonna lebt nun seit 1,5 Jahren bei uns und läuft immer noch doppelt gesichert durch die Gegend. Klar hätte ich AJT bei ihr durchführen können, als sie mit 14 Jahren zu uns kam. Aber bei dem Jagdtrieb, den sie nach wie vor zum Besten gibt, wäre ich damit noch länger beschäftigt. So läuft sie halt mit Sicherheitsgeschirr und 10 Meter-Schlepp, die zusätzlich mit einer Kette am Geschirr gesichert ist. Dabei ist Nonna absolut kein Angsthund, liebt alle Menschen, alle Hunde und kam vom ersten Tag an im Haus klar, obwohl sie nie zuvor in einem Haus lebte.

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@ EMS

Die Grundlage der Haustierwerdung beinhaltet aber nicht nur den Willen eines Hundes ("der möchte bei Menschen sein"), sondern zusätzlich äußere Zwänge, Selektionsdruck, gegenseitigen Nutzen, uvm. Nur aus der Kombination vieler verschiedener Faktoren, war dieser lange Prozess möglich (der im Übrigen keine Einbahnstraße ist).
Fällt einer dieser Faktoren aus: welche Auswirkungen hat das auf eine Hundepopulation? (und da reden wir immer noch von ganz normalen Hunden). 

 

 

 

 

"Viele Straßenhunde jagen Autos, was oft ihren frühen Tod bedeutet." - offenbar gibt es genug, die das nicht tun. Andernfalls gäbe es in einigen Staaten ja keine massive Überpopulation in einzelnen Städten und nicht die Notwendigkeit jeden von der Straße zu retten.

 

 

"Die Hunde, die keinen Bock auf Menschen haben, kriegt er doch gar nicht zu Gesicht. Die leben nicht mitten in den Städten und lassen sich den Bauch kraulen."

Nochmal: nur weil Hunde den Kontakt zu Menschen suchen, sich füttern und den Bauch kraulen lassen, heißt das nicht, dass sie hier in Deutschland oder anderswo nach den menschlichen Regeln in Wohnung oder Haus leben möchten. Vielleicht heißt das auch einfach nur, dass sich manche gerne füttern und ab und zu den Bauch kraulen lassen wollen... mehr aber nicht. 
Andere wiederum suchen festen und Dauerhaften Anschluss - den darf und soll man ihnen geben.

 

Das Video zeigt doch nur einen Hund in der freundlichen Kontaktaufnahme. Daraus lässt sich weder das eine, noch das andere ableiten. Vor Ort den Hund beobachten über einen längeren Zeitraum kann Aufschluss geben.
Du siehst darin einen Hund, den man schnell in einen deutschen Vorort verschicken sollte; Herr Schuster einen, den man auf der Straße lassen sollte, selbst wenn das heißt, dass er in zwei Jahren platt gefahren wird.

 

 

Ich habe selber Auslandshunde, die sicher froh sind, nun hier zu sein, weil es faule und anpassungsfähige Gesellen sind.
Ich kenne aber auch die Negativbeispiele, die einfach in Ungarn hätten bleiben sollen. Vielleicht wären sie dort nicht sehr alt geworden - aber ein langes, bequemes Leben im Leinenknast wäre ihnen erspart geblieben (und da beziehe ich mich ganz konkret auf mir bekannte Hunde).

Von daher ist die Sache individuell und die Aussage von Herrn Schuster: 'Nicht alle Hunde muss man retten', trifft absolut zu.
Man streitet sich nun lediglich um die Hunde, welche man nicht retten muss, wie mir scheint.
 

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