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Hundeforum Der Hund
asti

Besondere Geschichten aus dem Tierheim Gießen

Empfohlene Beiträge

Huhu,

ich habe überlegt, euch an den besonderen Geschichten des Tierheims Gießen teilhaben zu lassen. Oftmals sind es sehr glückliche Geschichten über Tiere, die ein Zuhause gefunden haben, aber manchmal sind es auch traurige Geschichten.

Nicht immer spielen Hunde die Hauptrolle, aber vielleicht lest ihr ja auch gerne die Geschichten über Katze, Maus und Co.

 

Beginnen möchte ich mit einer Einfangaktion von ausgesetzen Hühnern (gestern und heute) an der ich persönlich beteiligt war.

 

 

Im Wettlauf gegen den Fuchs

Dass Hunde, Katzen und Kleintiere ausgesetzt werden und somit ihrem Schicksal überlassen werden, das erleben wir nur zu oft.
Dass aber uns Tierheimmitarbeiter (Ehrenamtliche wie Angestellte) ausgesetzte Hühner zwei Tage in Schach halten werden, damit haben wir nicht gerechnet.
Aber tatsächlich wurde am Montag den 12.10.15 ein Huhn mitten im Wald von einer Autofahrerin entdeckt. Als die Tierheimmitarbeiter vor Ort eintrafen, um das "entflogene" Huhn einzufangen, entdeckten sie, dass dort weitere Hühner frei liefen.
Die Mitarbeiter zählten 13 lebende Tiere und ca. 7 tote Hühner bzw. deren Überreste.
Weit und breit befindet sich kein Hof oder Wohnhaus von dem die Hühner stammen könnten. Die Hühner muss daher jemand absichtlich ausgesetzt haben.
Stundenlang versuchten die Mitarbeiter am Montag die lebenden Hühner zwischen Brombeersträuchern, dichten Tannenwald und dornigem Unterholz einzufangen.
Bei sechs Tieren gelang dieses auch. Die restlichen Tiere mussten sie schweren Herzens erst mal dort zurück lassen, denn sie verkrochen sich so tief im Unterholz, dass ein Einfangen völlig unmöglich war.
Am Dienstagmittag fuhren sie in ihrer Mittagspause gleich wieder hin, um ihr Glück erneut zu probieren. Enttäuscht mussten sie feststellen, dass ihnen wohl der Fuchs zuvor gekommen war.
Ein einziges lebendes Huhn konnten sie zwischen dem Geäst entdecken.
Egal, was die Mitarbeiter auch probierten, das letzte Huhn wollte sich in seiner Panik einfach nicht fangen lassen.
Nach drei Stunden entschieden sie, dass das Warten so keinen Sinn macht und fuhren wieder zum Tierheim, um dort die Tiere zu versorgen.
Das Huhn ließ ihnen aber keine Ruhe und sie fuhren schon eine halbe Stunde später in neuer Besetzung wieder in den Wald.
Sie versuchten das Huhn mit Futter, Hühnergackern vom Band und Wasser zu locken - keine Chance. Sie krochen auf allen Vieren durchs Dickicht, versteckten sich mit Köchern hinter Bäumen, um das Huhn zu überraschen und es so zu fangen - keine Chance.
Als die Dämmerung begann, schien der Wettlauf gegen die Uhr schon fast verloren. Mit einem Handy suchten sie im dunklen die Bäume ab, ob es sich schon irgendwo niedergelassen hatte.
Doch sie fanden nichts. Schlussendlich war der Akku leer und die Suche musste abgebrochen werden.
Als sie gerade fahren wollten, hörten sie es gackern. Sie fuhren langsam mit dem Auto und angeschalteten Fernlicht, den Weg ab und entdeckten das Huhn sitzend auf einem Stück Zaun.
Die Mitarbeiter stellten in einiger Entfernung das Auto ab und pirschten sich langsam an das Huhn an. Als sie kurz vor dem Huhn waren, mussten sie sich ganz langsam und behutsam durch das Gebüsch zum Zaun vortasten. Das Huhn gackerte immer wieder aufgeregt, da es zwar hörte, dass sich etwas nähert, es aber die Menschen nicht sah (Hühner sehen im Dunkeln ziemlich schlecht). Aber auch die Menschen konnten das Huhn im Dunklen kaum ausmachen, denn das dichte Laub über ihren Köpfen schluckte so ziemlich das ganze Licht. Nun ging es ganz schnell. Ein Griff, ein lautes Gackern und das Huhn war gefangen.
 Nun sitzt das letzte Huhn bei seinen Freunden sicher und geschützt im Tierheim.
Nach all den Stunden Arbeit für die Mitarbeiter ist dies für das Huhn (sowie die sechs weiteren) und die Mitarbeiter ein schönes Happy End. – Diese dürfen nun Leben.
Eine Frage jedoch lässt uns nicht los: Wieso macht sich jemand die Mühe, zwanzig Hühner mitten im Wald auszusetzen?
Waren es lästig gewordene Nutztiere die auf diese Weise entsorgt wurden? Wäre es nicht einfacher gewesen, sie an einen anderen Bauern weiterzugeben? Oder zumindest in einer Box zu uns ins Tierheim zu bringen? Es hätte uns so viel wertvolle Zeit geschenkt.
Oder wurden sie aus schlechter Haltung heraus gekauft und in die „Freiheit“ entlassen? Dann wäre es eine unüberlegte Aktion gewesen und wäre für die Hühner ein sehr kurzlebiges Geschenk.
Das Aussetzen eines Tieres ist eine Straftat, egal ob Nutz- oder Haustier.
Ein domestiziertes Tier hat in freier Natur keine Überlebenschance! Das mussten auch die dreizehn Hühner feststellen, welchen wir leider nicht mehr helfen konnten.

 

Die Hühner am Montag trauten sich erst noch raus aus dem Dickicht ans Futter:

 

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Das letzte Huhn:

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Überreste:

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Die geretteten Hühner von Montag:

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Das ist ja eine denkwürdige Geschichte. Wer mag so viele Hühner aussetzen? Schon merkwürdig. Aber um so schöner, dass diese geretteten Hühner nun leben dürfen. Wir haben mal acht Hühner derselben Sorte wie eure aus einer Legebatterie aufgenommen. Die trauten sich zuerst gar nicht von den Stangen runter oder sich überhaupt zu bewegen. Es war dann wirklich schön zu sehen, wie sie langsam anfingen zu scharren, ihre Flügel ausbreiteten und mit ihren (leider gekürzten) Schnäbeln pickten.

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Schön und für die meisten ja ein Happy end

 

Warum sowas Menschen tun frage ich nicht mehr weil das bringt leider nichts :(

 

Bin schon auf weiterer Geschichten gespannt Astrid

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Schön, dass du uns mit Geschichten aus dem Tierheim versorgen möchtest. So ein Einblick ins Tagesgeschehen ist ja wirklich interessant.

 

Was ausgesetzte Tiere angeht - hier in einem Bachlauf wurden vor Jahren eine ganze Reihe Koikarpfen ausgesetzt. Der Halter hatte versucht, sie zu verkaufen, was wohl nicht mit allen gelang. Da er sie nicht behalten wollte/konnte, wurden die dann im Bach ausgesetzt. Sie lebten dort ein paar Jahre lang - 3 Stück leben immer noch dort.

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Gerne lese ich noch mehr!

Wie geht's Jo? Er ist ja immer noch da :(

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Ja, Jo wartet und wartet. Aber da er nicht so wirklich unproblematisch ist, hat er auch nicht die besten Chancen.

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Das Leid der langhaarigen Hunde...

Immer wieder kommen Tiere in unser Tierheim, für die ihre Menschen schon länger keine Zeit mehr hatten.
Während bei kurzhaarigen Tieren die vernachlässigte Pflege oft nicht so auffällt, zeigt sich die Vernachlässigung bein Langhaartieren deutlich schlimmer. Das Fell ist verfilzt, Futterreste und Kot haben sich darin verfangen und ab und an finden wir in dem Fell noch kleine Ästchen und Blätter. Für das Tier ist es zudem sehr unangenehm, denn das Fell ziept und riecht sehr streng
Durch zuwenig Luft an der Haut können sich schnell juckende oder schmerzhafte Ekzeme bilden.
Auskämmen ist in dem Zustand meist kaum möglich, denn das tut weh und die gerade erst angekommenen Tiere sind so durch den Wind, dass sie erstmal in Ruhe Vertrauen zu den neuen Bezugspersonen aufbauen müssen.
So bleibt uns kaum was anderes über als die Tiere zu scheren, um sie von ihren Verfilzungen zu befreien. Bei manchen Tieren geht dies leider nur unter Narkose, denn es wäre sonst zu stressig für das Tier.

Jüngst kam der blinde Bobtail-Mix Sammy in unser Tierheim. Durch seine Blindheit fiel es ihm besonders schwer, sich im Tierheim zurcht zu finden. Um ihn von seinen Filzklumpen, die sogar zwischen den Zehen wuchsen, zu befreien, mussten wir ihn in Narkose legen und einen Teil des Fells abscheren, bis wir den Rest auskämmen konnten. Sammy stank sehr. Sein Po war mit Kot verklebt und im Filz am Bauch klebten Urinreste. Sein "Bart" waren nur noch gelbe Filzlocken und so mussten wir diese auch abschneiden.
Nach etwas über einer Stunde scheren, kämmen und schneiden zu Dritt sah Sammy zwar deutlich zerrupfter aus als vorher, aber wenigstens ist er seine Filzklumpen los.
Nun lernt er Bürste und Kamm auch ohne Narkose kennen und wird sicherlich in ein paar Wochen wieder ein sehr schöner Hund mit weichem, langen Fell sein.

 

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Spannende Geschichten.....die Hühner sehen garnicht ungepflegt und ziemlich jung aus, sehr merkwürdig. Ich freue mich für den Bobtail, es muss scheußlich sein, so in einem Fellpanzer gefangen zu sein.

Grüße Christine

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Was für eine herzerweichende Geschichte!

Und :

"Nicht die Tage des Lebens zählen, sondern das Leben in den Tagen!"

Und davon haben die beiden ja schon jetzt eine Menge gehabt!

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