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Hundeforum Der Hund
Seelenhaus

Unsicherheit beim Gassi gehen, komsequentes Üben hilflos

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Hallo ihr Lieben, 

 

Es geht um meinen bald einjährigen Jimmy. Wir leben in einer eigentlich sehr sehr ruhigen Umgebung, kaum Autos, viel Wald, viel Feld, dafür aber viele Hunde, viele Katzen. 

 

Trotzdem habe ich das Problem mit ihm, dass er bei fast jedem Gassi gehen TOTAL aufgeregt ist und unsicher. Ich übe seit über einem halben Jahr konsequent, dass er, sobald er in die Leine geht (was er ja wegen der Aufregung ständig macht), sofort stehen bleibe. Er korrigiert sich ja mittlerweile auch IMMER wieder und kommt zurück, steht wieder mit den Vorderpfoten neben mir und weiter gelaufen wird erst, wenn Blickkontakt seinerseits aufgenommen wird. 

 

Aber kaum wir ein Fuß vorausgesetzt, schießt er wieder nach vorne. Das geht den gaaaanzem Weg lang so. Ich bleib stehen, er kommt zurück, Blickkontakt, er schießt wieder vor, ich bleib stehen, er kommt zurück... etc. pp. 

Dass Gassi gehen so kein bisschen Spaß macht (vor allem so mit 0,0 Erfolgserlebnissen) ist wohl klar. Er ist eigentlich ein super lernwilliger, lernFÄHIGER und schnell lernender Hund (Aussie-Border). Ich weiß also einfach nicht, wieso es einfach nicht und wieder nicht klappen möchte. 

 

Vertraut er mir so wenig, dass er mich nicht vor ihm, oder höchstens neben ihm laufen lässt?! Dabei bin ich seit erstem Tag an immer sofort parat gewesen, wenn was war. Also sprich, ich sah er pulstert auf, geht in die Leine, weil er Müllsäcke draußen stehen sieht, ich ZACK sofort dazwischen und nähere mich immer nur mit Blickkontakt bis er in Ruhe das Zeug beschnüffeln kann. 

 

Manchmal glaube ich der Fehler liegt an den Hundebegegnungen. Da ich eine relativ junge Hundebesitzerin bin, werden auf meine (für andere Hundehalter - vermeintlich) klugen Ratschläge kein Wert gelegt. D.h. die "Erwachsenen-Erwachsenen" wissen dass SIE Ahnung haben und Hunde alles unter sich regeln. 

 

Ich hab aber schon öfter gehört, dass Hunde eben NIE miteinander "spielen" sondern es zu 99 % immer um Rangkämpfe geht. 

 

Jimmy ist ein Hund mit 0 Aggressionen. D.h. wenn er andere Hunde sieht, schießt er nach vorne (ab da ist dann eh alles vorbei und ich Luft), wedelt mit dem Schwanz (Aufregung, nicht aus Freude sondern wegen Stress), hechelt, winselt, dreht einfach völlig durch und ich könnte Kopfstände machen. Er ist sogar einmal quer über die Straße gerannt, fast wie ihm Wahn, als er einen anderen Hund gesehen hat. Das war echt nicht schön. Er ist zwar wirklich nicht aggressiv, aber dominant und ich habe wirklich angst dass ihm das mal zum Verhängnis wird. 

 

Zu weit ausgeholt. Jedenfalls denke ich, dass die Aufregung evtl auch daher rühren könnte. Also, dass er, kaum dass er aus der Tür ist, nur noch Ausschau nach anderen Hunden macht. Sobald er ja auxh Menschen sieht, wird das Leinenziehen schlimmer, weil er denkt die könnten einen Hund dabei haben. 

 

Also, der Grund des Problems ist EVENTUELL bekannt. Aber was mach ich nun dagegen? Ihn gar nicht mehr an Hunde ranzulassen fände ich auch blöd. Aber die Leute hier in unserer Umgebung haben bisher eben immer schön groß auf uns eingeredet: "Ach, jetzt lass doch mal den armen Hund fetzen, der regelt das schon" und wir haben halt jedes Mal uns kleinschlagen lassen, weil ... ja... ihr könnt meine Situation sicher nachvollziehen. Sind alles gut bekannte Nachbarn und man fühlt sich als 20 Jährige 50-Jährigen nicht wirklich überlegen... :( 

 

dadurch habe ich mir jetzt vermutlich natürlich das entspannte Gassi Gehen total verbaut im letzten Jahr und das ärgert mich zutiefst.

 

Hat hier also irgendjemand Tipps, was ich machen kann oder wo ich überhaupt anfangen sollte, die Aufregung abzubauen? Denn das Leinenlaufen üben funktioniert ja scheinbar gar nicht. Wo fange ich also am besten an? Ich bin sehr überfragt und hoffe, mir kann jemand Antwortenoder Tipps gebem. 

 

Liebe Grüße

Jimmy und Frauchen

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Erstmal willkommen, von einer 23 jährigen Hundehalterin.

Zu aller erst einmal: Fang bei dir an. Was ich raus lese ist, dass du dir unsicher bist. Du redest dich selber klein. Du bist schonmal unsicher gegenüber eurer älteren Nachbarn und setzt dem nichts entgegen. Und du hast vermutlich auch schon die Unsicherheit, wenn du andere Menschen siehst. Das strahlst du aus. Hinzu kommt Frust.

 

Versuch es mal ganz anders: Ich gehe jetzt mit MEINEM Hund vor die Tür und wir werden einen wunderschönen Spaziergang haben. Wenn ich irgendwo Menschen und Hunde sehe, setze ich mich zu meinem Hund und erkläre ihm die Welt: "Guck mal da kommt Nachbar Karl, mit seinem Hund Hasso." Mach dich interessant, wenn dein Hund auf Futter steht, immer rein damit, und ruhig reden. Strahl Sicherheit aus. Du kennst deinen Hund am besten.

Bring dir bei, dass Hundesichtungen nicht schlimm sind, und betrachte alles erst einmal aus der ferne.

Und natürlich darf man auch 50 Jährigen Nachbarn etwas entgegensetzen und sagen, dass man etwas nicht möchte. Du springst doch auch nicht aus dem Fenster weil die das sagen ;)

 

 

Und nimm Abstand vom Wörtchen dominant, dass kommt aus alten Erziehungszeiten. Dein Hund klingt eher, als hänge er mit Umweltreizen hinterher und habe in der Sicht defizite. Er weiß nicht wie er damit umgehen soll und kann und geht eher in Richtung übersprungshandlung. Das ist keine Sache die man von einem auf den anderen Tag ausradieren kann und braucht durchaus Zeit.

Zeit, Verständnis, Geduld, Selbstsicherheit und Liebe. Immer wenn er etwas macht, dass in die Richtung geht, die du möchtest, dann Lob ihn dafür.

 

In welcher Art und Weise wird er ausgelastet? Border-Collie und Australien Shepard sind ja Arbeitshunde. Viele übertreiben es in der Hinsicht aber auch und die Hunde finden keine Ruhe mehr. Eine Beschreibung des Tages- oder Wochenplans könnte helfen.

 

 

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Hallöchen und Willkommen auch von uns. 

 

Wir hatten so ein ähnliches Problem mit Motte. Sie ist in einer ruhigen Gegend aufgewachsen und ist mitten in der Pubertät zu uns gekommen. Sie hat gezogen wie ein Ochse und hat zusätzlich noch alle Hunde angebellt, Fell aufgestellt und ist richtig durch gedreht. Auch sie hat keine Probleme mit Hunden sondern war nur unsicher da sie nie gezeigt bekommen hat wie man ruhig Kontakt annder Leine aufnehmen kann. 

Wir haben das folgendes gemacht:

alle uns bekannten HH haben wir das Problem erklärt(Erst bei Hunden die sehr ausgeglichen waren und sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen) . Dann konnte Motte hin und Kontakt aufnehmen. Irgendwann wurde ihr Verhalten ruhiger,irgendwann konnte Motte dann auch ein Leckerchen nehmen und mittlerweile sind wir soweit das wir sie dran vorbei lotsen können ohne das sie komplett ausflippt. Zusätzlich sind wir oft mit einer ruhigen älteren Hündin spazieren und lassen sie als ersten zu anderen Hunden hin. Wir bleiben mit Motte etwas entfernt stehen(soweit weg das wir wissen das Motte noch ansprechbar ist), lassen sie das ganze beobachten und gehen dann langsam mit dazu. Ja wir arbeiten wirklich viel mit Leckerchen, aber irgendwann wirds soweit sein das wir die Leckerchen langsam absetzen können. Außerdem braucht Motte auch das freie Spiel mit Kumpels. Das alles zusammen hat bei uns geholfen und danach haben wir angefangen das ordentlich an der Leine laufen zu üben. Was wir genau so machen wie du beschrieben hast. Aber da Motte so viele Reize hatte, wäre das am Anfang gar nicht möglich gewesen. 

Motte ist jetzt 1,5Jahre alt und seit einem Jahr bei uns. Und wir haben noch Potential nach oben. 

Also sei geduldig, mach Witze drüber das hier wieder der Jungspund kommt damit du positiv bleibst. 

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Hi, 

 

Ich lese raus, dass du an den Symptomen arbeitest und nicht an der Ursache. Kommt dein Hund gut zur Ruhe? Ich würde nicht permanent auf ein Wieder zurück kommen bestehen, bei solchen Hunden wird sowas gerne zu einer endlos Schleife entwickelt (d.h., die sind dann nur noch am vor und zurück drehen.) wieviel kontakt hat er zu anderen Hunden? 

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vor 7 Stunden schrieb Seelenhaus:

Ich hab aber schon öfter gehört, dass Hunde eben NIE miteinander "spielen" sondern es zu 99 % immer um Rangkämpfe geht. 

Ich habe auch schon gehört, dass Leute Hitler für einen netten Mann hielten.

Sorry, da wurde dir Quatsch erzählt.

Junge Hunde in Einzelhaltung wollen meistens spielen- nicht mit jedem, das ist reine Sympathiesache (erst recht, wenn sie erwachsen sind). Aber mit einem netten Artgenossen, der ähnliche Spielweisen interessant findet , ist das sehr einerseits sehr lehrreich für ihn, andererseits kann er dadurch auch Stress abbauen. Es gibt nur sehr wenige junge Hunde, die nicht von einem netten Artgenossen profitieren.

 

Dein Hund hat dadurch, dass er so wenig Übung in Begegnungen gekriegt hat, Anlaufschwierigkeiten. Das erfordert besondere Auswahl der Spielpartner und mehr Management von deiner Seite. Den Hund nicht aus Lauerstellung losschiessen lassen um den anderen Hund zu erschrecken, sondern gemeinsam den anderen Hund begrüssen usw.

Ich glaube, ihr würdet sehr von einer*m gute*n Trainer*in profitieren. Du klingst sehr unsicher und das macht einen jungen reizoffenen Hund eben auch unsicher und gestresst.

Lass' dir hier jemand guten empfehlen:). Dazu bräuchte es eine ungefähre Ortsangabe.

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Wir hatten in dem Alter quasi exakt das selbe Problem und haben es heute anderthalb Jahre später immer noch, weil wir meiner Einschätzung nach keine Hundekumpels / Trainingspartner finden konnten, weshalb wir heute in einem Teufelskreis stecken. Je weniger Hundekontakte wir haben, desto frustrierter/gestresster ist er bei Hundebegegnungen, desto weniger Hundekontakte haben wir. Also auf Basis meiner Erfahrung würde ich dir empfehlen, daß du dir nicht so viel Zeit wie ich lässt und dir einen Trainer suchst mit dem du schnell den Fuß in die Tür bekommst. 

Oder wenn du es ohne Trainer versuchen magst und im Gegensatz zu mir Trainingsparter findest, würde ich folgendes machen: Keine aufgeregten Kontakte mehr an der Leine. Durchsetzen und Kontakte nur noch mit Hundekumpels und Trainingspartner, die ebenfalls immer nett bleiben. Bei Treffen Anfangs erstmal gemeinsam ohne Kontakt ein gutes Stück nebeneinander herlaufen. Sind beide relativ entspannt Kontakt mit langer Leine zulassen. Entspannte Kontakte und gutes Verhalten markern. Sobald einer auch nur das kleinste Anzeichen zeigt, daß er den Kontakt gerne abbrechen würde (abwenden, schnüffeln, wegrennen, …), den Kontakt freundlich unterbrechen und wieder ohne Kontakt weiterlaufen. Immer wieder Pausen machen. Stehen bleiben / hinsetzen, Wasser anbieten, die Natur geniessen, entspannendes Verhalten markern. Bei einer längeren Pause vielleicht was zu knabbern geben. Pausen mit jedem Spaziergang etwas verlängern. Also Gelassenheit = Kontakte –> Irgenwann Kontakte = Gelassenheit. 

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Wie viel Freilauf bekommt der Hund, wie oft kann er mit anderen Hunden spielen?

Wann kann er machen, wonach ihm ist?

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Findest du vielleicht jemanden, der einfach mit euch spazieren geht? Ohne grosses Tamtam, einfach miteinander laufen, falls es am Anfang  nicht nebeneinander geht könntest du erst mit genug Abstand hinter dem anderen herlaufen, so kann dein Hund den anderen beobachten, dann langsam aufholen.

Klappt vielleicht nicht die ersten paar mal, aber ich denke, er wird dann ruhiger und schliesst sich dem anderen an.

 

Wegen deinem Alter... das ging meiner  Mutter, damals 82jährig, auch so, dass irgendwelche 'Experten' meinten, sie müssten ihr erklären, wie sie es mitder jungen Wega machen soll. Abhaken :)

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Hallo ihr Lieben und danke erst einmal für eure schnellen Antworten!

 

Eine Hundetrainerin haben wir bereits. Wir hatten schon BEVOR er bei uns war eine. Die war jedoch sehr teuer (60 Euro die Stunde und meinte dann irgendwann, das wäre auch noch ein Entgegenkommen 😳), und dann seit ca. letztes Jahr Oktober sind wir bei einer anderen (20 Euro günstiger) und bei der fühlen wir uns auch vieeeel wohler. Die Arbeitet überhaupt nicht mit Berührung oder so, sondern sehr, sehr viel mit Körpersprache und viel Belohnen, höchstens mal Einschränken (also vor ihn stellen und dafür belohnen), wenn er etwas fixiert usw. Das klappt (eigentlich) echt gut. Und in den Übungsstunden wo sie ihren Hund dabei hat (weil wir das mit den Hundeproblemen z.b. auch angesprochen haben), ging das nach einer Stunde total gut, da hat er sich kaum noch für ihre Hündin interessiert, aber es war eine eeeechte Herausforderung und nur weil es bei dem einen Hund klappt, klappt das dann bei dem anderen auch nicht gleich. Also für mich hieß das, wir müssten eigentlich mit JEDEM Hund dem wir begegnen ne Stunde lang dieses Annähern versuchen (weil es hat wirklich mindestens ne halbe Stunde gedauert, bis er mal anständig neben uns der Hündin nähern konnte und dann nochmal mindestens ne halbe Stunde, bis die sich auf einen Meter Entfernung gegenübersitzen konnten -seinerseits- so dass Trainerin und ich uns in Ruhe begrüßen konnten). Aber welcher andere Hundehalter macht das schon mit, versteht ihr?

 

Ganz den Hundekontakt verbieten wollte ich ihm deshalb nicht, deswegen habe ich ihn halt auch oft dann von der Leine gelassen, um mit unseren Nachbarshunden zu toben. Wir haben einen Nachbarshund (franz. Schäferhund) der nur 2 Monate jünger ist und die waren eigentlich sowas wie "beste Freunde". War super schön denen zuzusehen... Und der Besitzer von ihm ist echt hammer. Sein Hund lief schon mit 5 Monaten PERFEKT bei Fuß, hört wie dressiert, einfach krass - und macht uns auch ein bisschen depressiv, wenn wir das sehen 😅, aber wir sagen uns halt immer: Okay, er ist ein erfahrener Hundebesitzer mit mehr (Lebens)Erfahrung. Bei uns muss es nicht perfekt sein.

 

Nur ist der Hundehalter eben so, dass wir mit ihm auch nicht hundert Jahre üben können, bis die sich mal begrüßen können.

 

Mal kurz zum Alltag.

 

Das ist eigentlich schwer zu erklären. Vorab: Wir versuchen immer eine gute Balance zu finden zwischen, damit er weder unter- noch überfordert ist. Das ist bei seiner Rasse natürlich nicht einfach. Laut Trainerinnen (beiden) hieß es, das, was wir aktuell mit ihm machen, reicht absolut. Mit mehr wäre er überfordert.

 

Unter der Woche sieht es so aus: Ich arbeite von 11 - 17 Uhr (darf ihn wenn ich will auch mitnehmen). Um 8 klingelt der Wecker, ich ziehe mich an, wir machen eine Weiher-Runde (ca. 20 Minuten) ODER in den Wald (15 - 20 Minuten). Dort erledigt er sein Geschäft, wenn er gerade nicht so aufgeregt ist und entspannt(ER) - (ganz entspannt ist er zurzeit beim Gassi gehen NIE), dann apportieren wir mit ihm Stöckchen. Das lastet ihn eigentlich ganz gut aus, habe ich das Gefühl, und macht ihm auch viel Freude. Wir hören immer auf, wenn es noch schön ist. So als positiven Abschluss. Im Wald darf er auch frei laufen. Er läuft auch nicht kreuz und quer. Also bevor er wirklich vom Weg ab will, muss er sich das mit einem Blickkontakt und einem "Okay" abholen. Und wenn wir "stopp" sagen, hält er auch an und wartet. Manchmal dauerts paar Schrittchen länger, aber immerhin tut er es (weil wenn er nicht hört, kommt er wieder an die Leine, das ist sozusagen die Konsequenz).

 

Nach diesen Gassi Runden kriegt er sein Frühstück. Wir legen ihm noch einen Kong zum Ausschlecken hin und dann gehen wir ohne großes Tamtam zur Arbeit. Meistens schläft er durch. Durch unseren Umzug vor zwei Monaten (dieselbe Straße, nur das andere Ende, also keine völlig neue Umgebung), fängt er hin und wieder an zu bellen, weil er jetzt das Gefühl hat das neue Zimmer bewachen zu müssen und ich meine, er ist unsicher(er), wenn er alleine ist. Früher hatte er eine Box, da hat er sich viel wohler gefühlt, wenn sie geschlossen war. Die ist ihm jetzt aber zu klein und da wollen wir ihn ungern reinstecken. Sie steht zwar offen bei Bedarf, scheint ihn aber nicht so viel Sicherheit zu vermitteln, als wenn sie geschlossen ist. Wie auch immer, ist aber ein geringes Problem.

 

Meistens geht dann so um 13 oder 14 Uhr eine Mitbewohnerin mit ihm Gassi. Das variiert von einer halben bis zu einer ganzen Stunde. Sie erzählt die Spaziergänge ähnlich wie ich sie erlebe. Gestern schrieb sie mir, er sei total entspannt an der lockeren Leine gelaufen (das hat mich überrascht und mir gleichzeitig zu denken gegeben, ob es vielleicht wirklich an meiner Energie liegt???). Danach darf er mit ihr im Wohnzimmer bleiben. Meistens schläft er oder beobachtet (bewacht) jede kleinste Bewegung. Aber das ist ja auch typisch Hütehund und das will ich ihm auch nicht verbieten (oder?). Um 17:30 bin ich dann meistens wieder da. Wir gehen dann meistens unsere große Runde mit Übung! (solange ich es nervlich aushalte, weil eine große Runde komplett übend spazieren gehen... da wäre ich um Mitternacht noch nicht Zuhause. Meine Trainerin meinte auch, ich soll nur üben mit ihm, wenn ich wirklich motiviert bin, sonst schlägt der Frust nur auf ihn über). Das heiß also quasi... den ersten halben Weg üben wir so konsequent wie möglich die Leinenführigkeit + jeden Blickkontakt bestätigen, Gegenstände die ihm Angst einjagen in Ruhe annähern etc. Und den Rest des Weges an der langen Leine - er darf machen was er will (nur sobald er zieht bleiben wir eben wieder stehen, bis die Leine nachlässt). Wenn wir am Feld sind darf er auch mal frei fetzen.

 

Nach diesem Spaziergang kehren wir wieder Heim. Er kriegt Abendessen, ich mache mir Abendessen... und den Rest des Abends darf er "einfach Hund" sein und machen was er will (also ... bis auf gewisse Grundregeln), es wird gekuschelt, bisschen alte Tricks "spielen"... gegen 22/23 Uhr kommt noch einmal eine letzte sehr kurze Runde (nur ums Haus). Und so sieht unser Tag aus.

 

Bzgl. der übertagenden Energie und den Menschen... also es ist meistens so, dass ER die Menschen/Hunde vor uns sieht. Das heißt, es kann nicht sein, dass er unsere Nervosität spürt. Und soweit ich das richtig beurteilen kann, reagiere ich da auch überhaupt nicht drauf (innerlich), selbst wenn ich mal als erstes einen Hund entdecke oder Menschen. Ich bin mir also nicht sicher, ob das wirklich von uns aus rührt?

Die einzigen Menschen die mir wirklich Angst einjagen sind Menschen in dunklen Kapuzenklamotten. (Das hat aber auch seine sehr guten und noch aktuellen Gründe!) und das sind eigentlich auch die einzigen Menschen, die Jimmy dann mit aufgestelltem Kamm anknurrt und bellt (das finde ich aber gut...). ICH will ihm zwar hauptsächlich die Sicherheit geben. Aber in dem Punkt habe ich persönliche noch aktuelle Probleme und bin ganz froh, wenn ich einen Hund habe der dann auf "diese Art" von Menschen aggressiv wirkt (auch wenn er es nicht ist, sondern aus Unsicherheit bellt, aber das schüchtert andere ja auch schon ein). Andere Menschen oder Hunde bellt er nicht an!!! Nie.

 

So viel zu uns und unserem Alltag, hoffe das war jetzt nicht zu lang.

 

Liebe Grüße von uns

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Ich habe zwei Ideen, die ihr versuchen könntet.

1. Geh ein paar Mal die Woche nicht mit ihm spazieren, sondern setzt euch zusammen an einen zunächst eher ruhigen Platz und "guckt Leute" (auch wenn keine da sind). Ich würde mir eine lange Leine mitnehmen, mich hinsetzen und ihn dann machen lassen, was er möchte. Bei Dir sitzen, die Gegend abschnüffeln, Leute/Tiere/Wolken/wasauchimmer beobachten. Das kann ihm helfen, sich einfach besser zurechtzufinden. Er kann alles in seinem eigenen Tempo machen und ist nicht immer unter Strom, alles richtig zu machen und Deine Kommandos zu befolgen. Kommandos üben ist auch wichtig, aber das kann man später immer noch machen. Wenn das gut klappt, könnt ihr die Orte auch anspruchsvoller wählen, z.B. mit mehr Leuten/Autos/Hunden oder was auch immer. Wie lange das gehen soll ist unterschiedlich, so als ganz grobe Idee würde ich 20-30 Minuten veranschlagen, aber kürzer oder länger ist auch ok. Du kannst Dir auch ein Buch mitnehmen, falls Dir sonst langweilig wird. :)

2. Es klingt so, als ob er meistens an der Leine ist? Dann würde ich ihn auch noch ein paar Mal pro Woche körperlich auspowern. Für mich wäre das vor allem am Rad laufen, wobei immer der Hund das Tempo vorgibt. Mit dem Rad kann man aber einfach besser für eine Geschwindigkeit sorgen, die für den Hund angenehm ist. Gesunde junge Hunde können genauso locker traben wie sie schlafen können - das ist kaum anstrengend für sie, aber lastet trotzdem gut aus und lenkt die Energie in die richtige Bahn. Man kann natürlich auch joggen, wandern usw. Ich finde aber das Rad optimal, was die Anpassung der Geschwindigkeit und die Konzentration auf die Bewegung betrifft.

Das mag jetzt auf den ersten Blick nicht viel mit eurem Problem zu tun haben, aber ich hab hier auch so eine Granate und habe bei ihr ganz gute Erfahrungen mit der Mischung aus alles-in-Ruhe-erkunden und der körperlichen Auslastung gemacht. Bei uns ist die Situation etwas anders, die Dame ist schon längst erwachsen und schwieriger aus ihren Mustern rauszubringen, als es ein junger Hund in der Regel ist. Aber auch hier zeigen sich schon kleine Erfolge :)

Spielen mit anderen Hunden ist natürlich auch noch eine tolle Sache. Dass Hunde nicht spielen ist Unsinn. Natürlich mag nicht jeder Hund jeden anderen gleich gern, aber meine Hunde haben und hatten immer ihre guten Kumpels und Freunde. Es gibt Hundefreundschaften, die halten ein Leben lang! Meine genießen es sehr, wenn wir z.B. mit den Leuten vom Hundeverein unterwegs sind, da sind dann oft richtig viele Hunde dabei und sie treffen viele bekannte und auch neue Hunde. Klar, kann es auch mal Zoff geben, aber das gehört zum normalen Hundeverhalten dazu. Man selber hat ja auch nicht immer gute Laune und mag auch nicht jeden.

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