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Hundeforum Der Hund
Tjorven

Ich brauche Tipps zu meinem Verhalten in der Junghund-Erziehung

Empfohlene Beiträge

(Liebe Tinnu, ich hab mir mal Deinen Fragenkatalog ausgeliehen :) )

# Wie alt ist der Hund? Bootsmann ist jetzt 8,5 Monate alt.

# Wie lange hast du den Hund schon? Seit 6 Monaten, also seit seiner 8. Woche

# Was für eine Rasse ist dein Hund? Nun ja... das ist eine gute Frage, Labrador x ?

# Beschreibe den Charakter deines Hundes (eher ruhig, sehr lebhaft, bellt viel, spielt gerne, aufmerksam, hibbelig etc....) Ich würde Bootsmann im Großen und Ganzen als recht ausgeglichen bezeichnen. Sicherlich schäumt er mal über und tobt wie irre durch die Gegend, doch er lässt sich i.d.R. auch gut "wieder runter holen". Er ist lauffreudig, "arbeitet" sehr gerne mit mir zusammen und legt dabei eine für einen so jungen Hund irre Aufmerksamkeit an den Tag.

Ist er jedoch nicht ausgelastet, so kann er durchaus sehr nervig werden, was ich aber auch absolut legitim finde.

# Wie wird der Hund ernährt? Bootsmann bekommt morgens Wolfsblut (unterschiedliche Sorten) und abends BARF.

# Beschreibe deine Lebensumstände (Familienmitglieder- menschlich wie tierisch, Kinder im Haushalt und deren Alter, Berufstätigkeit bzw Wie lange muss der Hund alleine bleiben?)

Bootsmann lebt mit meinem Freund und mir in einer 80m² 2-Zimmer Wohnung über unserem Restaurant. Ebenfalls bei uns leben Bonnie und Clyde, ein Katzenpärchen, mit welchem er sich bestens versteht.

Ich bin Nachtschwester in einer Kinder und Jugendpsychiatrie und studiere Medizin, meinem Freund gehört eben das Restaurant. Der Hund ist eigentlich nie alleine, Roman nimmt ihn mit ins Rerstaurant oder ich bin eben zuhause.

Wenn wir beide mal weggehen, so ist er bei einer engen Freundin und ihrem Hund.

Er kann aber durchaus mal 1-2 Stunden alleine bleiben, dies haben wir geübt. Man weiß ja nie, wie sich Lebensumstände ändern ;)

# Wer geht mit dem Hund nach draussen? Das ist unterschiedlich. Eigentlich geht jeder von uns einmal am Tag mit ihm eine größere Runde, wobei ich diejenige bin, die sich mit dem Hund überwiegend beschäftigt und auch für die Erziehung sorgt :Oo

# Wie oft wird er ausgeführt? Mindestens 2x am Tag eine "große Runde" zwischen 45min. und 1,5h, während dieser wird (zumindest bei mir) auch immer "gearbeitet", d.h. wir apportieren, mal lege ich eine Fährte etc.

# Habt ihr einen festen Tagesablauf, feste Gassi/Futter-Zeiten? Nein. Durch meinen Schichtdienst und die unterschiedlichen Vorlesungszeiten eher nicht. Es sind eher ca. Zeiten (gegen ca. 9h gibt es Frühstück).

# Hat der Hund einen festen Schlafplatz in der Wohnung? Einen im Schlafzimmer und einen im Wohnzimmer. Diese kann er frei wählen.

# Beherrscht dein Hund Kommandos bzw betreibst du mit ihm Hundesport o.ä.? Bisher noch nicht so wirklich.. Er kann einige unnötige (aber lustige) Tricks und dann eben das apportieren und die Fährtenarbeit. Außerdem gehen wir bei dem Wetter sehr viel schwimmen.

# Schildere die Problematik deines Hundes so genau wie möglich: Jaaa.. Die Problematik.

Ich habe schon ganz viel gelesen über die Problematik der Pubertät bei Hunden und in der Therorie ist mir auch alles klar. Ich habe nun aber ein Problem mit der Umsetzung, bzw mit der Konsequenz!

Ein Beispiel: bis vor ein, zwei Wochen, kam Bootsmann auf Ruf oder Pfiff freudig wedelnd und SOFORT zu mir gelaufen, setzte sich vor mich und himmelte mich an. Ich habe mich immer bemüht, ihn nicht "sinnlos" abzurufen, sondern immer was folgen zu lassen. Mal eine kurze Übungseinheit, mal ein gemeinsames Spiel o.ä.

Sonst natürlich, wenn ein anderer Hund kam, ein Jogger o.ä. aber auch hier war der Ablauf klar: Bootsmann setzt bzw. legt sich an den Wegrand, ich passe auf, dass der fremde Hund z.B. nicht auf ihn zustürmt/ ihn in Ruhe lässt.

Kurze Rede langer Sinn: ein Ruf von mir und ICH hatte seine Aufmerksamkeit und zwar vollständig.

Nun ist es so: ich rufe oder pfeife, Bootsmann guckt mich (vermenschlicht!) mit einem müden Lächeln an und schnuppert erst mal weiter. Rufe ich dann erneut, energischer, so kommt er. Aber: langsam, er geht noch mal eben markieren, wenn ich nicht "dran" bleibe, mit meinem Blick, meiner Aufmerksamkeit, dann dreht er kurz vorher wieder ab und beschäftigt sich wieder selbst.

Mein "Superpfiff", dass Abbruchsignal sitzen (noch) auch bleibt er immer noch in "dem Radius" den ich für ok empfinde, deshalb mache ich mir bisher noch nicht allzuviel Sorgen, aber es NERVT mich.

Meine Frage an euch: noch energischer werden beim Rückruf?

Lob ja oder nein, wenn er angekommen ist?

Wie kann ich auch in anderen Bereichen, "unterstützend" in dieser Phase wirken?

Ich bin momentan oft auch ziemlich gereizt und versuche krampfhaft ruhig zu bleiben, ich glaub das ist der falsche Weg oder??

Er versteht mein "Nein" immer noch sehr gut, dafür muss ich auch nicht lauter werden oder so...

Es fällt mir echt schwer das zu beschreiben. Er ist irgendwie ignorant mir gegenüber...

HILFE :)

Ich weiß eben vor allem nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Am liebsten würde ich mich ihm gegenüber einfach genauso ignorant verhalten, aber das führt vermutlich zu nix :Oo

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Ich weiß eben vor allem nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Am liebsten würde ich mich ihm gegenüber einfach genauso ignorant verhalten, aber das führt vermutlich zu nix

Ganz auf die Schnelle: Hast Du schon mal probiert, Dich zu verstecken, wenn er nicht sofort kommt? Hat bei meinem Trödler sehr gut funktioniert. Seither behält er mich immer im Auge ;) Und wenn er kommt, wird selbstverständlich gelobt!

Gruß Gaby

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Jaaa.. Die Problematik.

Nun ist es so: ich rufe oder pfeife, Bootsmann guckt mich (vermenschlicht!) mit einem müden Lächeln an und schnuppert erst mal weiter. Rufe ich dann erneut, energischer, so kommt er. Aber: langsam, er geht noch mal eben markieren, wenn ich nicht "dran" bleibe, mit meinem Blick, meiner Aufmerksamkeit, dann dreht er kurz vorher wieder ab und beschäftigt sich wieder selbst.

Er testet dich, wie klar du noch bist, wie sicher in dem was du von ihm willst. Schnüffeln ist für viele Hunde selbstbelohnend...

Mein "Superpfiff", dass Abbruchsignal sitzen (noch) auch bleibt er immer noch in "dem Radius" den ich für ok empfinde, deshalb mache ich mir bisher noch nicht allzuviel Sorgen, aber es NERVT mich.

Kann ich verstehen.

Meine Frage an euch: noch energischer werden beim Rückruf?

Definiere bitte "energischer" für dich. Ich hätte bei meiner mehrere Möglichkeiten: hingehen, ruhig anleinen, los marschieren und einige Meter die kalte Schulter zeigen, oder tatsächlich rum drehen und entschlossen gehen. Dabei in die Richtung sehen in die ich gehen will... und ihn von mir weg schicken, wenn er hinterher will bzw. komplett ignorieren dass er hinter mir ist. Auch nicht mehr nach vorn überholen lassen.Ihn quasi "blocken".

Lob ja oder nein, wenn er angekommen ist?

Loben wofür? Also ICH würde da nix loben.

Wie kann ich auch in anderen Bereichen, "unterstützend" in dieser Phase wirken?

Ich bin momentan oft auch ziemlich gereizt und versuche krampfhaft ruhig zu bleiben, ich glaub das ist der falsche Weg oder??

Hunde kennen dich besser, als du selbst. Das "versuchen" und dazu "krampfhaft" kannst du dir also sparen, denn das allein lässt die Sache schon scheitern. Warum bist du so gereizt? Und warum arbeitest du mit ihm, wenn du weißt, dass du nicht gut drauf bist? Das ist unfair ihm gegenüber, da der Rahmen nicht der selbe ist wie sonst. Du bist anders, riechst anders etc.....Sei du selbst, aber trainiere an "Bad Days" nicht

Er versteht mein "Nein" immer noch sehr gut, dafür muss ich auch nicht lauter werden oder so...

Es fällt mir echt schwer das zu beschreiben. Er ist irgendwie ignorant mir gegenüber...

HILFE :)

Ja, weil du ihm derzeit keine Grenzen setzt. Du musst einen Weg, für dich vertretbar, finden, ihm ganz klar und eindeutig zu sagen, was du jetzt von ihm willst. Und dies eben durchsetzen... was bei euch das richtige ist, und in welcher Form mit welchem Maß, wirst nur du heraus finden können.

Ich weiß eben vor allem nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Am liebsten würde ich mich ihm gegenüber einfach genauso ignorant verhalten, aber das führt vermutlich zu nix :Oo

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http://www.polar-chat.de/topic.php?id=70827&goto=1497708

Überdenke deinen gesamten Alltag mit ihm... mag sein, dass es am Alter liegt, oder an deiner derzeitigen gereiztheit, mag aber auch sein, dass sich einfach etwas bei euch eingeschlichen hat, was ihn annehmen lässt, er muss dieses oder jenes nicht mehr. Es zeigt sich mal kooperativ-aber so wirklich klar, dass gilt, was DU sagst, scheint es nicht zu sein.

Die Pubertät als solches, lässt Hunde schonmal kurzfristig anders sein.. aber dies beschränkt sich eigentlich nur auf wenige Wochen. Das es den meisten Leuten so lang vorkommt, liegt meiner Meinung nach eher daran, dass sich in dieser Zeit Fehler einschleichen, weil die Besitzer ihre Hunde machen lassen, ind er Hoffnung, nach der Pubertät ist wieder alles beim alten. Dem wird nicht so sein.....

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Klar hab ich das schon probiert, das ist für ihn dann kurzzeitig ein lustiges Spiel und dann ist auch gut.

Zumal sein Radius um mich herum auch zu klein ist, als dass er das nicht merken würde.

@ Enjoy: und genau DA liegt das Problem.

Ich finde die Fehler die ich im Augenblick mache einfach nicht. Zuhause ist alles beim alten, da verhält er sich auch wie immer.

Auch draußen funktionieren die meisten Sachen einwandfrei "wenn er denn mal da ist".

Es geht eben um diese Ignoranz und diese Selbstständigkeit, die für mich schwierig sind und auf die ich glaub ich auch nicht adäquat reagiere. :kaffee:

Okay, jetzt erst hab ich Deinen ganzen Beitrag gelesen :D

Mit "energischer" meine ich genau dass von Dir beschriebene, wobei ich ihn eher nicht anleinen würde, denn an der Leine gehen macht meinem Hundetier Spaß :Oo

Gestern hab ich ihm mal die Leine an die Stelle gepfeffert, an der er grade schnüffeln wollte, dass hat funktioniert...

Und zum Thema gereizt: ich bin nicht allgemein gereizt, ich gehe auch nicht gereizt los, ich WERDE gereizt, wenn er sich so verhält, wie er sich verhält.

Natürlich versuche ich dann nichts mehr mit ihm zu machen, wo sich meine Stimmung verschlechtern könnte, ich versuche dann eher, noch "als guten Abschluss", etwas für uns beide interessantes zu tun (z.B. Apportieren).

So das wir wenigstens "zusammen" den Spaziergang beenden.

Verstehst Du was ich sagen will???

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Nun ist es so: ich rufe oder pfeife, Bootsmann guckt mich (vermenschlicht!) mit einem müden Lächeln an und schnuppert erst mal weiter. Rufe ich dann erneut, energischer, so kommt er. Aber: langsam, er geht noch mal eben markieren, wenn ich nicht "dran" bleibe, mit meinem Blick, meiner Aufmerksamkeit, dann dreht er kurz vorher wieder ab und beschäftigt sich wieder selbst.


http://www.polar-chat.de/topic.php?id=70827&goto=1497708

Ganz ehrlich, wenn mein Hund mal wieder solch Tage hat, wo er mir meint, den hündischen Stinkefinger zu zeigen, dann setzt es was.

Nix Verstecken oder so ein KRams, da fliegt die Leine.

Ich verlange nicht in jeder Lebenslage Respekt oder Strammstehen, aber wenn ich rufe, dann soll er kommen und nicht erst noch das Bein heben.

Kleiner Tip, der bei Lemmy Wunder gewirkt hat:

Nimm dir einen Stein mit, nicht zu groß aber auch nicht zu klein. Nimm dir fest vor: bei der nächsten Frechheit dieser Art fliegt das Ding dem Bootsmann vor die Füße, zwischen die Füße, meinetwegen auch (mit Aufsetzer!) gegen den Fuß.

Sieh mal zu, wie schnell er dann kommen :D

Übrigens, bei meinem Hund reicht es schon, wenn ich den Stein nur mitnehme und genau weiß, dass ich ihn auch einsetzen werde! Anscheinend ist meien Körpersprache dann sehr viel deutlicher und er kommt viel zuverlässiger.

Aber der kennt ja auch das Werfen von Gegenständen, vielleicht muss Bootsmann das einmal kennen lernen.

Wichtig: nicht absichtlich auf den Hund zielen. Es ist nicht erwünscht, dass er Schmerzen hat, er soll nur sehen, dass du das verflixt ersnt meinst und das auch von 4 m Entfernung durchsetzen kannst!

Loben kannst du ihn, wenn er sofort und zügig kommt. Nicht, wenn er trödelt. Dann gibt es von mir meist nur ein "naja..." ;)

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Siehe oben :D

Bootsmann kennt fliegende Gegenstände aller Art, bei der Leine reicht es meist schon, wenn ich sie nur in die Hand nehme (hab sie sonst immer umgehängt)

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Ah, das war vorhin noch nicht da :D

Ja, bei Lemmy aber auch bei unserem Dumdödel Higgins ist das Klickern der Leine, bzw das "kscht" als letzte Warnung sehr hilfreich. Nach dem "kscht" oder dem Leineklickern wird geworfen.

Mehr als das wüsst ich auch nicht. :think:

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Ich bleib einfach dran *seufz*

Momentan denk ich mir auch viel zu oft: mach doch einfach was Du willst, Du blöder Hunde :D

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Dreh den Spieß um. Dein Hund ist ignorant zu dir - DAS kannst du doch wohl auch.

Heißt sei nicht so berechenbar für den Hund. Wechsel beim Spaziergang, wenn er irgendwo rumschnüffelt und dich nicht beachte die Richtung und gehe KOMMENTARLOS in eine andere Richtung und zwar zügig. (Natürlich nur in einem Gebiet, wo nix passieren kann also keine Straße ist)

Ruf ihn nicht, schau nicht nach ihm. Kommt er, NICHTS tun. Weitergehen.

Wieder Richtung ändern. Sei einfach nicht so berechnenbar in der Richtung die du einschlägst.

Mach dir mal den Gag und "finde" etwas super interessantes. Hat er ein Lieblingsspielzeug, dann "finde" es in solch einer Situation mal ganz auffällig am Boden. Spiel selber damit - NICHT dem Hund geben.

Mach dein Ding und schau nicht danach was dein Hund macht. Der hat sich gefälligst an dir zu orientieren und nicht anders herum.

Wenn du merkst, er orientiert sich dann etwas mehr an dir, kannst du natürlich auch mal ein tolles Spiel mit ihm machen. Aber solche Zickereien, dass er sein eigenes Ding durchzieht - das kannst du auch ;)

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Super Sabine, vielen Dank!!!!

genaudas meinte ich, als ich schrieb: am liebsten wäre ich genauso ignorant wie er...

Mir sind da nur keine konkreten Ideen gekommen :Oo

Jetzt freu ich mich auf den Spaziergang später ;)

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