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Hundeforum Der Hund
Moony90

Stellas steiniger Weg

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Hallo, alle zusammen!

Wie einige ja vielleicht mitgelesen haben, habe ich vor ungefähr 3 Wochen eine Jack-Russel-Mischlingsdame privat aus schlechter Haltung übernommen.

Finanziell sieht es auf Grund fehlender Lohnzahlung seitens meines Arbgeitgebers denkbar schlecht aus.

An einem Punkt, an dem ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, geschah dann etwas, wovon ich gar nicht wusste und dachte, dass es sowas überhaupt gibt.

Ich postete unsere Geschichte hier im Forum und hatte Glück, dass Fusselnase meinen Beitrag gelesen und sich mal umgehört hat.

Wir telefonierten und sie teilte mir das Unglaubliche mit. Eine gewisse Frau X stellte eine für mich unglaublich hohe Summe für Stellas Behandlung bereit! Einfach so und ohne dass ich groß etwas dafür getan hatte.

Kaum eine Woche später traf ich mich dann mit Fusselnase und dem Hündchen im Gepäck in Berlin bei einem geeigneten Tierarzt.

Ich bekomme vielleicht nicht mehr alles ganz genau zusammen, was der Arzt nach Stellas Untersuchung zu mir sagte, aber vielleicht kann Fusselnase ja bei meinen Erinnerungslücken ein wenig auf die Sprünge helfen.

Zuerst untersuchte der Arzt sie gründlich und tastete schließlich die Gesäugeleiste ab, die ja leider voller Knoten sitzt.

Dann teilte er uns mit, dass es schwierig mit solchen Tumoren ist. Dass er niemals sagen kann, ob die Tumore gut- oder bösartig sind, da ein Tumor in sich völlig unterschiedliche Strukturen aufweisen kann.

Dann sprach er von dem generellen Begriff von Bösartigkeit von Krebs beim Hund und beim Menschen.

Er brachte das Beispiel, dass eine Frau, die mit 55 Jahren die Diagnose Brustkrebs bekommt, noch 30 oder 40 Jahre lang weiter leben will, dass ein Hund wie Stella, der nun schon 6 oder 7 ist, ja schon rein von der Natürlichkeit eine viel kürzere Restlebensspanne hat und man das mit bedenken muss.

Er kann natürlich nicht sagen, dass der Krebs nicht woanders wieder kommt oder sogar schon gestreut hat.

Das müsste man dann im Vorfeld an die bevorstehenden Operationen klären. Wobei man wohl aber auch nur einen winzig kleinen Teil von Metastasen in der Lunge auf einem Röntgenbild auch wirklich erkennen kann.

Wir müssten uns darauf einstellen, dass beide Milchleisten in zwei großen Operationen komplett entfernt werden müssen. Vorher Röntgenbild unter Narkose. Das ganze Programm praktisch.

Wir verblieben so, dass wir warten, bis Stellas Milchleiste so weit zurückgegangen ist, dass der Arzt die Tumore an sich besser tasten kann. Sie ist zur Zeit scheinträchtig. Mittlerweile ist von dem Milchdrüsenumfang her nur noch ein Drittel übrig. Wir haben uns Mühe gegeben und die Anweisung des Arztes befolgt. Viel Bewegung und geistig von der "Mutterschaft" ablenken.

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Nun weiß ich, dass wir gefragt haben, ob es wirklich einen Sinn macht, Stella zu operieren und ob es eine realistische Chance gibt. Die Antwort allerdings ist in meinem Gedächtnis irgendwie mit Passwort gesichert.

Und nun frage ich mich natürlich ernsthaft selbst, ob ich einer 7-Jährigen Hündin, die so top fit ist und hier viel Freude am Leben zeigt, so etwas noch "antun" muss.

Ich fürchte mich vor den Narkosen und der langen Wundheilungsphase von zwei großen Operationen. Habe Angst, dass der Krebs einfach sehr schnell wieder kommt und die ganzen Qualen nun alle "umsonst" waren.

Würde es ihr wirklich helfen, dass sie "geheilt" ist oder die Chance sehr groß ist, dass es für immer besiegt wäre, würde ich das alles auf mich nehmen ohne weiter nachzufragen. Wir würden das durchziehen, ich kann da viel Energie entwickeln.

Aber nun zweifle ich und würde mich über Meinungen diesbezüglich freuen. Im Endeffekt müssen wir wahrscheinlich noch mal zum Tierarzt und die ersten Untersuchungen abwarten, bevor ich mich entscheiden kann.

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Zum Schluss möchte ich noch einmal auf das Unglaubliche Ereignis hinweisen, wegen dem wir uns überhaupt erst überlegen können, ob wir operieren oder nicht.

Hätte Frau X das Geld nicht so selbstlos zur Verfügung gestellt, würde sich die Frage nicht stellen. Ich könnte es nicht allein bezahlen und hätte diese Option nicht.

Das ist für mich der Beweis, dass Tierschutz nicht nur im Ausland passiert, sondern genau hier bei uns in Deutschland. Für mich als private Halterin, die in eine berzwickte Situation geraten ist.

Frau X möchte anonym bleiben und das respektiere ich. Aber trotzdem möchte ich ihr von Herzen danken, dass sie uns diese Möglichkeit gibt.

Viele liebe Grüße, Kristin mit Ronja und Stella

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7 Jahre sind beim einem JRT kein Alter, da können locker noch 10 Jahre dazu kommen, andererseits weiß man nie was passiert, sie kann in einem Jahr auch tödlich verunglücken. Du weißt nicht was passieren kann. Die Entscheidung ob OP oder nicht kann dir wohl niemand abnehmen.

Aber-ich würde es machen lassen

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(bearbeitet)

Hallöchen,

es freut mich für euch, das ihr so viel Unterstützung bekommt, Hut ab :klatsch:

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Und nun frage ich mich natürlich ernsthaft selbst, ob ich einer 7-Jährigen Hündin, die so top fit ist und hier viel Freude am Leben zeigt, so etwas noch "antun" muss.

Ich fürchte mich vor den Narkosen und der langen Wundheilungsphase von zwei großen Operationen. Habe Angst, dass der Krebs einfach sehr schnell wieder kommt und die ganzen Qualen nun alle "umsonst" waren.

Ehrlich ein kliener JR ist mit 7 doch noch nicht alt :think: und Stella nach der OP auf Dauer gesund bleibt, kann ja keiner genau vorhersagen ;)

Aber ich erzähl dir mal kurz die Geschichte meiner kleinen Geli ;)

- letztes Jahr im April hatte sie eine geplatzte Gebärmutter und mein Tierarzt hat es einfach nicht diagnostiziert, obwohl wir mit der fast fertigen Diagnose schon vom Nachtdienst kamen, er hat und wieder heim geschickt. Kurzum 3 Tage Später fand ich einen Tierarzt der sich ihr wirklich angenommen hatte.

Sie wurde notoperiert mit 9 Jahren und während der OP haben mich dann die TÄ angerufen und meinten, sowas haben sie noch nie gesehen, das Bauchfell und der Darm waren schlimm entzündet, sie würden sie nicht mehr aufwachen lassen, so wie das aussieht, schafft sie das nicht :(

Ich habe sie gebeten, doch weiter zu machen und was soll ich sagen, sie hat es geschafft, auch wenn sie den ganzen Sommer gebraucht hat um ihre alte Kondition wieder zu erreichen :)

Danach der nächste Schock, sie hatte eine Patellaluxation und die Kniescheibe war dann permanent neben den Innengelenk, nächste OP mit 9 1/2, eine die weit über 2 Stunden gedauert hat hat :( auch das hat sie prima gemeistert.

Mitllerweile ist sie 10 Jahre und 5 Monate und nimmt es noch immer mit jeden Jungspund auf.

Übrigens, der OP-Maraton hat bei uns leider noch kein Ende, sie hat jetzt einen Leistenbruch :( auch den werde ich, wenn etwas Zeit vergangen ist und trotz ihres Alters operieren lassen, aber etwas Zeit, weil sie erst wieder wegen ihrer Zähne eine Vollnarkose hatte ;)

Wenn es mein Hund wäre, ich würde ihr die Chance nicht nehmen und wenn ich mir meine kleine Geli so anschaue, dank ich noch immer den lieben Gott, das ich damals den Rat der TÄ nicht befolgt habe :)

Ich hoffe, ich konnte dir etwas Mut mit Gelis Krankengeschichte machen, denn sie ist trotz allen, ein super agiler glücklicher kleine Wuff

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Wie wunderbar, dass es solche Menschen gibt...! :respekt:

Ich bin sicher, auch wenn du dich nicht persönlich bedanken kannst, irgendwo "im Buch des Lebens" gibt das eine Menge Pluspunkte für denjenigen!

Zur OP :

Wenn der Hund sonst fit ist, nirgendwo Metastasen zu finden sind, würde ich ihn operieren lassen.

Diese Tumore wachsen manchmal sehr schnell, dann können sie aufbrechen und dann muss der Hund womöglich eingeschläfert werden, obwohl er sonst noch o.k. ist.

Eine Freundin von mir, bei deren Hund mit 15 Mamma-Tumore festgestellt wurden und die auf Anraten des Tierarzt (wegen des Alters) erst nicht mehr hat operieren lassen, musste das dann noch noch machen lassen, da war der Hund 15.

Einer der Tumore war aufgebrochen.

Es wurde allerdings nicht mehr die ganze Milchleiste entfernt, sondern "nur" dieser und 2 andere grössere Tumore.

Der Hund wurde dann noch fast 17 Jahre alt.

Eine Garantie kann natürlich niemand geben, aber ich finde auch, dass 7 Jahre bei einem Jack Russel noch gar kein Alter ist.

Dann dürfte man ja diese OP gar keinem Hund zumuten, so viel jünger sind ja die meisten bei der Diagnose nicht!

Ich wünsche euch das Beste!

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Das ist für mich der Beweis, dass Tierschutz nicht nur im Ausland passiert, sondern genau hier bei uns in Deutschland. Für mich als private Halterin, die in eine berzwickte Situation geraten ist.

Und genau das ist der Beweis, das es Wunder immer wieder gibt und du solltest, meiner Meinung nach, deiner Hündin ein gesundes Leben ermöglichen, so lange es geht.

Diese Frau X ist ja wie vom Himmel gefallen und du solltest dein Glück nicht mit Füßen treten.

Ich glaub, in dieser Situation würde ich die OP wagen.

Ich drück euch alle Daumen die ich habe.

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Diese Frau X ist ja wie vom Himmel gefallen und du solltest dein Glück nicht mit Füßen treten.

Ich glaub, in dieser Situation würde ich die OP wagen.

Ich drück euch alle Daumen die ich habe.

Dem schließe ich mich an :)

Und an Kerstin: Manchmal könnte ich heulen vor Freude, wenn ich lese, was du alles auf die Beine stellst :respekt:

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Ich würde die OP auch wagen. Ohne hat sie ja sicherlich kaum eine Chance.

Und ich finde es total wunderbar zu lesen, dass so etwas von einer Dir Fremden Person möglich gemacht wird.

Ich hab schon oft gedacht, es gibt soviele Menschen, die zu wenig Zeit für einen Hund haben, aber das Geld locker übrig hätten und dann widerum anders herum, dass jemand zwar Zeit aber kein Geld hat.

Ich drücke Euch die Daumen.

LG

Susanne

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Ich würde die Chance nutzen.

Meine Baghira war 11 als wir die OP haben machen lassen und sie hat uns noch zwei Jahre geschenkt.Wundervolle Jahre und für uns hat sich das sehr gelohnt und ich bin unserer TÄ die es damals gemacht hat sehr dankbar,auch heute noch,auch wenn der Krebs am Ende trotzdem gesiegt hat.

Es mussten bei Baggi auch beide Leisten entfernt werden und bis auf diese Ärztin rieten alle ab.

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Ein JR ist mit 7 Jahren noch nicht alt.

Du hast finanzielle Hilfe von Frau X zugesagt bekommen, dann nimm sie auch an und lass die Hündin operieren. So hat sie doch noch gute Chancen, wieder gesund zu werden. Was in der Zukunft noch passieren kann, da steckt man nicht drin!

Alles Gute für euch!

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Und an Kerstin: Manchmal könnte ich heulen vor Freude, wenn ich lese, was du alles auf die Beine stellst

Ich habe gar nichts gemacht! Ich bin nur Mittelsmann oder meinetwegen -frau. :)

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