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Hundeforum Der Hund
Juliawo

Pflegehund - Fragen über Fragen

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Hallo ihr lieben :)

Seit genau einer Woche fungieren wir für einen tollen Verein als Pflegestelle. 

"Unser" Hund kam aus Rumänien... Wir sind ehrlich gesagt recht blauäugig an die Sache ran gegangen :blush:

Wir (und der Verein) haben einen Hund ausgewählt der scheinbar gut geeignet ist für Anfänger (kein Straßenhund, im "kleinen" Tierheim geboren und augewachsen).. Dachten wir alle jedenfalls :D 

Aber unser Soly ist wohl äußerst sensibel und trägt tiefe Trauer :(

Er hat die ersten drei Tage seine Transportbox gar nicht verlassen, nicht gegessen und nicht getrunken.

Zum Glück frisst und trinkt er jetzt sehr ordentlich, sogar aus der Hand :)

Seitdem liegt er nun auch auf einem Sessel, den er aber seitdem auch nicht wieder verlassen hat. Ich möchte mir nochmal neue Meinungen einholen :)

Machen wir es richtig, dass wir ihn weiterhin in Ruhe lassen? Wir versuchen ihn wenig zu beachten und füttern ihn aus der Hand mit zugedrehten Rücken, kein Augenkontakt..

Der Verein ist der Meinung wir sollen warten, bis er auf uns zukommt..

Wir haben für seine "Geschäfte" Zeitung ausgelegt, die er allerdings nur nachts benutzt. Er hat das Haus bisher nicht verlassen... Wir haben oft die Terassentür auf, von dort könnte er auch wirklich (!) nicht weglaufen. (Komplett eingezäunt und überdacht = katzenauslauf :)

Wir haben Angst, dass er sich aus lauter Trauer und Heimweh aufgibt. Er schaut stundenlang auf den Boden oder an die Wand.. Wahrscheinlich übertreiben wir? 

Unsere Hündin ignoriert er übrigens. Aiwi hat versucht mit ihn zum spielen aufzufordern, da hat er geknurrt. Seitdem rufen wir sie schneller von ihm ab... Ist das richtig? 

Entschuldigt meinen Roman, ich könnte noch viel mehr schreiben :D

 

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Ich finde es toll dass ihr dem Hund als Pflegestelle eine Chance gebt. Meine Erfahrung mit vielen rumänischen Hunden ist, dass im Normalfall die die auf der Straße gelebt haben die einfacheren sind, da diese mehr Selbstbewusstsein haben. 

 

Die Methode dem Hund die Zeit zu geben die er braucht empfinde ich als die Richtige. Ich würde ihn aber schon immer mal wieder versuchen nach draußen locken oder vom Sessel runter, aber niemals zwingen. Wenn er jetzt erst eine Woche da ist, ist es doch schon toll dass er aus der Hand frisst. Aufgeben tut er sich sicherlich nicht, er wird merken dass er jetzt ein viel schöneres Leben hat als vorher. Er liegt eigentlich sehr "offen" auf dem Sessel, nicht verkrampft oder total eingeschüchtert. Ich hatte eine Hündin die hat sich anfangs mit dem Kopf nur Richtung Wand gekringelt. Jetzt ist sie ein ganz normaler Hund. Gebt ihm einfach viel Zeit und ihr werdet merken jeder kleine Fortschritt macht unglaubliche Freude.

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@Doris2 Vielen Dank für deine Info :)

Dann ist es ja gar nicht so schlecht, was wir machen... Vielen Dank! 

Eine Herausforderung wird für uns bestimmt der erste Spaziergang... Am zweiten Tag hat der Hund so viel gebrochen - in seine Transportbox :(

Wir haben ihn an der Leine rausziehen wollen, um die Box zu säubern... Da hat er die direkt durchgebissen :blink: Das ging Ruck Zuck... Und das war wirklich eine gute breite Biothane Leine :(

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Ich hatte mal eine Hündin aus Portugal, die hat Monate lang die Wohnung nicht verlassen. :/ 

Habe sie gelassen, bis mir mein Gefühl sagte, dass es nun Zeit für den nächsten Schritt ist. :) 

Sie ist nach und nach komplett aufgetaut und wurde ein lebensfroher, entspannter Hund.

 

Ihr habt ihn erst 1 Woche und wenn es tendenziell besser wird, dann ist euer Weg nicht so falsch ;) . 

 

vor 6 Stunden schrieb Juliawo:

Seitdem rufen wir sie schneller von ihm ab... Ist das richtig? 

 

Würd ich vielleicht nicht machen, sondern es den Hunden selbst überlassen. Aber ich habe die Situationen nicht vor Augen und kann deshalb nur raten. 

Meine Hündin wurde von meinen anderen Hunden aus der Reserve gelockt, das hätte ich allein lang nicht so gut geschafft. 

P.S. Vielleicht hat er auch vor dem Geschirr Angst? 

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vor 35 Minuten schrieb Estray:

 

Würd ich vielleicht nicht machen, sondern es den Hunden selbst überlassen. Aber ich habe die Situationen nicht vor Augen und kann deshalb nur raten. 

Meine Hündin wurde von meinen anderen Hunden aus der Reserve gelockt, das hätte ich allein lang nicht so gut geschafft. 

P.S. Vielleicht hat er auch vor dem Geschirr Angst? 

Ja, ich denke auch dass Hunde viel selber regeln können/ vielleicht auch öfters sollten. Ich befürchte nur, dass es für den Soly zu stressig oder beängstigend wird. Aber vermutlich sind wir wirklich übervorsichtig.. 

Mit dem Geschirr ist es auch so eine Sache... Es konnte ihm vor dem Verladen in unser Auto nur locker umgemacht werden, weil er sich so zusammengeduckt hatte. Jetzt ist es auch nicht möglich es enger zu machen, er zuckt vor jeder Berührung zurück.

Manche sind der Meinung wir sollten ihn doch schon hin und wieder streicheln?

Im Tierheim soll er sehr freundlich und verschmust gewesen sein... Ich denke es ist ihm unangenehm, deshalb vermeiden wir es..

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Bitte berichtet doch immer mal wieder von der Entwicklung des neuen Hundes, es ist wirklich interessant.

 

Ich glaube auch, dass ihr es richtig macht (habe aber selbst keine wirkliche Ahnung in so einem Fall).

Man kann ja immer mal was Neues anbieten und sehen, wie er reagiert. Im Zweifelsfall es wieder beim Alten belassen.

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vor 3 Stunden schrieb gatil:

Bitte berichtet doch immer mal wieder von der Entwicklung des neuen Hundes, es ist wirklich interessant.

Das mache ich gerne :)

Eine tolle Nachricht gibt es schon:

Soleille ist heute selbstständig durch die Terassentür in den Katzengarten gegangen und hat sich erleichtert. 

Das war für ein wohl so aufregend, dass er sich danach in die letzte Ecke gelegt hat - nämlich ins Katzenklo :D

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So für Interessierte ein kurzes Update: 

Soleille war gestern Abend zum ersten mal im Garten und hat nicht nur sein Geschäft verichtet, sondern sich auch in Ruhe hingelegt und geschaut.

Währenddessen hat er aber die ganze Zeit gezittert.. Es muss wirklich aufregend für ihn gewesen sein! Aber toll, dass er sich getraut hat. 

Heute Morgen habe ich ihn in der Frühe im Wohnzimmer auf dem Sofa gefunden :wub:  

Als ich jedoch gerade nach Hause kam, waren alle Blumentöpfe von der Fensterbank geräumt :( Er muss wohl versucht haben rauf zu springen... Zum Glück hat er sich nicht verletzt :( 

Da war die kurze Euphorie von heute morgen wieder etwas gedämpft...

 

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Wieder sind ein paar Tage mit unserem Soleille vergangen. Und es wird nicht gerade einfacher :( 

Er hat das Sofa für sich entdeckt und wollte gar nicht mehr runter. Das Problem: wir hatten dort seiner Meinung nach auch nichts zu suchen :D Das haben wir natürlich sofort unterbunden. Das Sofa gehört wieder uns :D

Seit circa zwei Tagen läuft er selbstständig durchs Haus, schnüffelt und ist an vielem interessiert. Das ist toll :)

Seitdem knurren beide Hunde sich jedoch auch an und es gab schon einen kleinen Beissvorfall. Wahrscheinlich klären die beiden nur ihre Rangordnung - trotzdem für mich ziemlich heikel und ich sehe das nicht gerne... :mellow:

Heute Morgen habe ich nach dem Aufstehen entdeckt, dass er nachts ziemliche Randale gemacht hat. Unsere schöne Haustür ist komplett zerkratzt :( Das zeigt mir recht deutlich, dass er raus möchte, vermutlich sogar fliehen :(

Bisher hat er nur den Katzen Auslauf als Gartenfläche kennengelernt. 

Auch wenn die Damen vom Verein der Meinung sind wir sollten mit ihm spazieren gehen, ist mir das noch viel zu gefährlich :(

Ich bin mir sicher er würde wieder die Leine zerbeissen und versuchen abzuhauen. Unser Garten ist zwar eingezäunt, aber auch nicht so gut, dass er es nicht schaffen könnte wegzulaufen... 

Im Grunde habe ich das Gefühl, er macht zwei Schritte vorwärts und drei zurück :D Also noch viel Arbeit. Aber jetzt ist er hier und jetzt meistern wir das auch, bis er ein wunderbares zu Hause gefunden hat ( es sei denn die Stimmung zwischen beiden Hunden wird deutlich schlechter)...

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Hallo Juliawo,

 

das ist eine Aufgabe. Ich hatte mal einen solchen Hund auf dem Hundeplatz im Training und habe zwei Monate gebraucht, bis er sich überhaupt anfassen ließ. Das ging aber nur bei mir, von anderen Menschen wollte er das überhaupt nicht. Nach weiteren zwei Monaten konnten Fremde sich in seiner Nähe aufhalten, aber anfassen ließ er sich immer noch nur von mir. Langer Rede kurzer Sinn - es hat ein halbes Jahr gedauert, bis dieser Hund halbwegs alltagstauglich war. Wirklich frei ist er nie geworden.

 

Wenn dein Pflegehund mit euch klar kommt, muss er wieder weg. Dann kann alles von vorne anfangen. 

Ich wünsche euch weiterhin ein gutes Händchen für ihn.

 

Grüße von

Rita

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