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Hundeforum Der Hund
Corinna77

Wie erreicht man einen "abgestumpften" Hund?

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Ich kann zu den Verhaltensproblemen zwar nicht viel beitragen, weil mir diesbezüglich die Erfahrung fehlt, aber du schreibst ja, dass die Hündin auch körperlich steif und blockiert ist. Vielleicht kannst du der Halterin ja mal Physiotherapie vorschlagen? Das wäre zwar eine rein körperliche Massnahme, aber vielleicht hilfts ja auch auch bei den anderen Problemen ein bisschen und macht sie lockerer...

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Jetzt hat sie es deutlich besser, aber die 7 Jahre davor haben finstere Spuren hinterlassen.

Der ganze Hund ist körperlich und geistig "steif wie ein Brett".

Sie hat Momente, wo sie sich "bemüht", sprich, sich konzentriert und auch mitmacht, aber ein normaler Spaziergang ist kaum möglich.

Dein Vergleich mit Pferden ist nicht so falsch:

Gerade bei Pferden ist es häufig so, daß der Körper über den Geist dominiert.

Wer Gebäudemängel oder Verspannungen hat, blockiert im Training.

Bonny ist die Blockade herself! :(

Hier im Pensions/Gassiservice-Alltag muß ich also eine Lösung finden:

1. "Miles make manners" - Viel Bewegung hilft viel! Wir fahren Fahrrad.

2. Bonny muß Chancen kriegen, überhaupt etwas richtig zu machen.

3. Ich muß still Mantras runterleihern und weniger Kaffee trinken. :Oo

LG Corinna

Hallo Corinna,

die 7 Jahre davor und daraus eventuell tatsächlich resultierende Blockaden kann man aber auch nicht einfach vom Tisch wischen, indem man ihr ein völlig neues und fremdes Leben bietet. Man holt ja auch keinen Alm-Öhi von der Alm und setzt ihn in New York in eine Hippie-WG und einen New Yorker setzt man nicht am Fuß des Berges zum Gipfel-Kraxeln aus. ;-)

Zunächst würde ich mal checken lassen, inwiefern eventuell 7 Jahre Zwinger (vor allem im Winter) schon irgendwelche Gebrechen (Arthrosen o.ä.) hervorgerufen haben, denn wenn Hunde in der eigenen Sch... sitzen, dann stimmt meist auch der Rest nicht.

Bevor ich einen Hund dann am Fahrrad oder in Begleitung einer Meute hochpushe, würde ICH zunächst mal Bindungsarbeit machen: mit ihr spielen innerhalb umzäunter Fläche, immer wieder für Ruhe sorgen. Für irgendein Spiel ist jeder Hund zu haben, z-B. Reizangel. Parallel mit Grunderziehung und Sozialisierung anfangen, als wäre sie ein Welpe - erst ohne große Ablenkung durch andere Hunde, dann steigern. Aber eben nicht direkt ins Wasser werfen zum (Mit-)Schwimmen - damit ist sie nach 7 Jahren "Lieblosigkeit" vermutlich völlig überfordert und gestresst und Stress braucht weder sie noch Du. Ich denke, mehrfach 1/4 Stunde intensive Einzelbetreuung würde sie vermutlich eher brauchen als inmitten von "New York" mitzuhalten, wo Du gar nicht wirklich auf sie eingehen kannst. Ein Hund aus einer Einzelhaltung im Zwinger kann schon ziemlich authistische Züge haben - da geht man nicht gleich in Gruppentherapie - Überfordern geht da nicht, sondern erstmal nur fördern - dafür brauchst Du weder Klicker noch Leckerchen, sondern gemeinsam Erfolg und Spaß haben (Hauptsache, Du bestimmst, wann Anfang und Ende ist, statt Dich ZUR ZEIT ziemlich von ihr (vor)führen zu lassen). Meine Meinung.

LG

Marita

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gegen den Stress und das unwohlsein würde ich es mal mit Zylkene und/oder DAP-Spray versuchen.....

Zylkene hat bei uns Wunder gewirkt.

Den Rat mit der Physiotherapie finde ich sehr sinnvoll.

Ich wünsche dir bzw. euch - Bonny gehört ja auch dazu - weiterhin viel Erfolg :)

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@ Marita:

Findest Du Radfahren generell "aufpushend"?

Meiner Erfahrung nach baut so eine gleichmäßige trabende Bewegung ordentlich Stress ab, sodass die Hunde danach deutlich aufnahmefähiger sind.

Reizangel u.ä. dreht doch viel mehr auf?

Ich glaube übrigens nicht, dass Corinna jetzt jeden Tip gleich an den Hund bringt, sondern hatte den Thread eher als Brainstorming verstanden :)

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@Bine

sehe ich auch so

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@ Marita:

Findest Du Radfahren generell "aufpushend"?

Meiner Erfahrung nach baut so eine gleichmäßige trabende Bewegung ordentlich Stress ab, sodass die Hunde danach deutlich aufnahmefähiger sind.

Reizangel u.ä. dreht doch viel mehr auf?

Ich glaube übrigens nicht, dass Corinna jetzt jeden Tip gleich an den Hund bringt, sondern hatte den Thread eher als Brainstorming verstanden :)

Ja, für einen Hund, der 7 Jahre im Zwinger saß, nur ein "Voranziehen" an der Flexi kannte, halte ich alles für "aufpushend", was völlig unbekannt und widernatürlich ist und deswegen stresst - und vermutlich wäre Radfahren etwas, was sie eher nach Huskie-Manier (wie an der Flexi) unter "Zugzwang" (im zweideutigen Sinne...) setzt.

Ein Hund, der körperlich platt ist, ist auch im Kopf nicht mehr aufnahmefähig und belastbar - eher denke ich dann an Resignation, also ein "wehrloses über sich ergehen lassen" beim Hund, wenn er stupide neben einem Rad herläuft, dabei Millionen vielversprechender Reize wahrnimmt, aber dummerweise so ein Anhängsel von Mensch hinderlich ist.

Worin liegt dann der Erfolg des Hundes ? Der macht sich jedenfalls keine Gedanken über körperliche Fitness.

Währenddessen sind Jagdspiele für Hunde positiver Stress - da sie Erfolg bringen. Ob es direkt die Reizangel sein muss, oder lieber erst die ruhigere Art von gemeinsam etwas tun (z.B. Futter suchen, fährten) kann ich aus der Ferne natürlich nicht beurteilen, mir geht's um das "gemeinsam tun" und nicht um stupides nebeneinander oder voreinander rennen/strampeln, wo jeder nur "sein Ding" macht und Mensch höchstens körperliche und störende Kontrolle = Leine festhalten übrig bleibt. Wer be"achtet" werden will, kein Störfaktor sein will (in den Augen des Hundes), muss dafür was anbieten. Respekt erreiche ich nicht mit Festhalten einer Leine, sondern damit, interessanter als anderes (Umweltreize, Hundemeute usw.) zu sein.

Nur der "Kontrollfreak" am anderen Ende der Leine zu sein, heisst nicht, dass man souverän "führt" oder Leine eine "Bindung" darstellt.

LG

Marita

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"Zwischenbericht":

Sie ist "angekommen" und das Handling wird entspannter, solange ich Situationen meide, in denen sie in ihren alten Trott fällt.

Im Endeffekt läuft Bonny jetzt überall, wo es mir möglich erscheint, mit 5 m Schlepp frei.

Da ihr Rückruf ja nicht so 100%ig funktioniert, habe ich ein neues Signalwort etabliert und rufe sie ab, sobald sie weiter als 7 m weg ist. Das Wort lautet "Kehrt!" und sie soll dann umdrehen, bis vor meine Füße laufen und mich bitte schön angucken.

Das liegt ihr und ich habe endlich eine Möglichkeit, mal etwas zu loben!

Auch Radfahren im Freilauf klappt jetzt und siehe da:

Der vierbeinige Kasper Hauser tut "Hundedinge" wie schnüffeln, sich wälzen and so on..

Auch der Umgang mit Artgenossen, die mit uns gemeinsam unterwegs sind, ist besser geworden.

Sie würde so gerne mit ihnen toben, ist aber zu grob.

Ich lasse sie jetzt machen, bis die anderen Hunde "zu Hilfe!" signalisieren und dann lässt sie sich abbrechen.

Hundebegegnungen sind immer noch laut und prollig, werden aber je nach Konstellation meiner anderen Hunde ruhiger.

Wie immer ist der Pflegehund also kurz vor der Abholung (fast) okay; Dienstag ist das Theater vorbei.

Nochmal vielen Dank & liebe Grüße

Corinna

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