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Hundeforum Der Hund
Lemmy

"Führung" - was ist das? Wie geht das?

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BRAVO Fritzi, für diese treffende Beschreibung!

Mein Senf dazu:

Doch Steffen, lernen kann man das meines Erachtens schon. Und es wirklich zu wollen hilft dabei ungemein. Dann kann sich die innere Einstellung auch dementsprechend formen.

Wenn man also kein Naturtalent ist und sich so gar nichts darunter vorstellen kann, kann als Zwischenlösung hilfreich sein, sich ein Vorbild zu überlegen - meinetwegen der eigene Vorgesetzte (wenn er gut ist ;) ), irgendein Filmheld, egal - so wie man sich einen guten (!) Führer halt vorstellt. Jemand, dem man vertraut und dem man gerne folgt. Eine Respektsperson.

Wichtig finde ich dafür noch, dass man zum einen seinen Willen auch tatsächlich durchsetzt, und zum anderen nicht auf Dinge beharrt, die man eigentlich gar nicht will, z. B. das Befolgen von "Hausregeln", die man eigentlich selbst doof findet, nur "damit klar ist, wer hier der Chef ist" .

Damit erarbeitet man sich nicht Respekt beim Hund, man wird allenfalls unglaubwürdig.

Genauso wie man durch Wutausbrüche höchstens den Respekt des Hundes verliert. Wer würde schon einen Vorgesetzten ernst nehmen, der mit hochrotem Kopf herumschreit und unsachlich wird?

Oder wer nimmt einen Lehrer in der Schule ernst, der einen irgendwelche Sätze 100 mal aufschreiben lässt, damit man lernt, brav zu sein? Ist doch eher eine Witzfigur, hinter dessen Rücken die Schüler sich kichernd einen Vogel zeigen. ;)

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Unheimlich wichtig ist Authentizität.

Friederike, du hattest es angeschnitten.

Bestimmte Dinge sind wichtig (vielleicht auch nur situativ) und manche nicht.

Es bringt nichts, nur einem Schema F zu folgen, welches vorgibt, was wichtig ist und was nicht. Das muss man für sich herausfinden, denn eines kann man gewiss nicht lange: Einem Hund vormachen wollen, was wichtig zu sein hat. Hier ist das Scheitern vorprogrammiert.

Es ist aber nicht nur von Bedeutung, für sich auszumachen, was ist mir wichtig und was soll mein Hund für mich tun, sondern was ist ihm wichtig und wie kann ich ihm gerecht werden. Das sollte in einer gesunden Sorge münden und nicht im bedingungslosen Betüddeln und Verwöhnen.

Wichtig ist, dass der Hund dennoch eines spürt (und das kann man nicht vorspielen): Weil du mir wichtig bist, gibt es gewisse Regeln, die ich durchsetzen werde aber im Zweifel werde ich dich auch schützen können.

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Wie bitte "übernimmt man Führung"?

Ich persönlich mag das Wort "Führung" nach wie vor nicht , speziell in diesem Forum wo HTS so präsent ist , kommt man aber wohl nicht drum rum ;)

Ich denke das wichtigste im Umgang mit Hunden ist , dass man sich sicher ist in dem was man tut und das auch rüberbringt.

Egal ob man an einem Problem mit Clicker, Rütteldose oder "Körpersprache" arbeitet.

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Boah, spannend :D Aber auch so komplex.

Steffen sagt, die innere Haltung muss sich ändern. Aber die Frage ist ja, wie?

Ich frage mich halt, was macht Menschen aus, denen man gerne folgt und vertraut?

Jeder kennt es aus seiner Schulzeit. Da gibt es Lehrer, zu denen schaut man auf, die liebt man, es ist mucksmäuschen still in deren Unterricht. Und man glaubt ihnen(fast) alles.

Meistens sind sie gerecht, sie wissen viel "vom Leben", haben Erfahrung und man hat das Gefühl, sie glauben an einem. Außerdem nehmen sie einen ernst.

Aber ob man das auf die Hundeerziehung übertragen kann?

Und ich möchte noch anmerken, dass Respekt Zeit erfordert. Und gemeinsame Erfahrungen, in denen sich der "Führende" beweisen muss.

Meine Gedanken dazu...

LG

Birgit

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Originalbeitrag

Unheimlich wichtig ist Authentizität.

Friederike, du hattest es angeschnitten.

Bestimmte Dinge sind wichtig (vielleicht auch nur situativ) und manche nicht.

Es bringt nichts, nur einem Schema F zu folgen, welches vorgibt, was wichtig ist und was nicht. Das muss man für sich herausfinden, denn eines kann man gewiss nicht lange: Einem Hund vormachen wollen, was wichtig zu sein hat. Hier ist das Scheitern vorprogrammiert.

Es ist aber nicht nur von Bedeutung, für sich auszumachen, was ist mir wichtig und was soll mein Hund für mich tun, sondern was ist ihm wichtig und wie kann ich ihm gerecht werden. Das sollte in einer gesunden Sorge münden und nicht im bedingungslosen Betüddeln und Verwöhnen.

Ich bin seit ein paar Monaten so, dass ich Lemmy immer weniger sage. Und je weniger ich ihn zutexte, desto mehr achtet er auf mich. Ich lasse ihn (schon immer allerdings) auf unserer "Hundewiese" buddeln solange er will - er kennt den Weg den ich gehe, und ich WEISS zu 100%, dass er beim Einholen von mir nicht mal seinem ärgsten Feind ans Fell gehen würde. Er hat dann nur noch Augen darauf, hinterher zu kommen.

Im Wald traue ich ihm immer noch nicht 100%. Reh jagen.. der Reiz ist schon sehr hoch. Ich würde mir nicht anmaßen ohne Beleg zu sagen, dass er nicht mehr stiften geht. Aber: ich habe ihn nicht mehr so fest unter Kontrolle - sprich die Schleppleine schleift bis zu dem Moment, wo er deutlich aufmerksam in die Büsche wittert, und sobald wir die Verlockung hinter uns gebracht haben, lass ich sie wieder fallen.

Klar, das ist auch der Weg, den man eigentlich mit Schleppleinen gehen sollte ;) Für mich ist es aber schon ein Vertrauensbeweis an meinen Hund (für ihn eventuell auch? Wer weiß...), den ich vor ein paar Monaten einfach nicht gewagt hätte.

Aber: Lemmy ist geistig "bei mir". Er achtet auf mich, ohne mich permanent im Blick zu haben, er ist ansprechbarer als er es je war.

Es fühlt sich richtig an, ihm mehr Freiraum zu geben, weil ich ahne, dass er den nicht ausnutzt - im Gegenteil.

Das soll nicht heißen, dass ich vorher alles komplett falsch gemacht hab! Ich würde jedem, der sich nicht sicher ist raten, den Hund lieber angeleint zu lassen, als dass man sich geirrt hat - aber vielleicht brauchte ich einfach die Zeit, um soweit zu kommen. Ich weiß ja auch noch immer nicht, warum es auf einmal klappt :D

Hoffe, es ist kein vorübergehender Zustand ;)

edit:

Birgit, ich denke das mit der Zeit und dem "erarbeiten" des Respekts ist eine ganz wichtige Sache. Manch einer beweist sich sofort, oder ist einfach von Geburt an so eine Persönlichkeit, dass alle Hunde einem folgen (und oft auch ne Menge Menschen ;) ), und manch einer muss durch 20 Jahre mit Chaotenhunden gehen, bis er/sie raushat, was man wissen muss.

Aber so ist das ja mit allem: manch einer kann Mathe m Schlaf, und manch ein anderer lernt es nur sehr mühsam. Beides aber nicht schlimm, oder gut: ist halt so. Wenn man es wirklich will, dann klickt es irgendwann.

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Freddy das hast du echt supertoll geschrieben. :)

Ich sehe hier bei meinen beiden Hunden auch genau, dass das passt.

Die Ältere, unsere Hündin, bedarf nur noch wenig Führung. Sie kennt mich, kennt meine Entscheidungen, weiß genau wann ich was will und kann mich einschätzen. Umgekehrt ich auch und wir verlassen uns aufeinander.

Das ist aber ein Prozess, der sich mit diesem Ergebnis im Laufe der Zeit eingestellt hat.

Man muss sich mal als Mensch überlegen, auf was sich Hunde zum Teil einlassen.

Die werden von uns von Pontius nach Pilatus mitgenommen, haben ständig gewünschte und zum Teil auch ungewünschte Kontakte, denen sie sich von Natur aus vielleicht gar nicht aussetzen würden. Da würden sie von sich aus einen riesigen Bogen machen.

Jetzt komme ich Mensch und sage, wir gehen da jetzt vorbei. Ich suggeriere dem Hund, du bist sicher. Er lässt sich darauf ein, unterschreitet zum Teil auch für ihn und den anderen Hund gesteckte Distanzen, aber es passiert ihm nichts. (Das ist der Optimalfall)

Aus dieser Begegnung, die hier im Beispiel gut abläuft, zieht Hund seine Schlüsse. (Man kann auch andere Beispiele nehmen)

So baut man dann wieder für eine andere Sache aus dem von mir als Mensch diktierten Hundealltag auf.

Der Hund lernt sich auf mich und meine Entscheidungen zu verlassen. Er muss es auch, denn für ihn - so sehe ich das als Mensch - müssen manche Dinge schon paradox sein. Aber selbst wenn sie paradox sind, wird er mit der Zeit lernen, der Mensch entscheidet das jetzt so und ich folge ihm.

Führung und auch Bindung ist nichts, was in ein paar Wochen entsteht. Junge Hunde, weil sie eben noch keinen Einblick haben, was in welcher Situation gefordert ist, benötigen Zeit unser individuelles Schema zu erlernen oder lesen/erkennen zu können.

Zum Teil wird es auch Negativerfahrungen geben, das bleibt ja leider nie ganz aus, und dann, gerade bei einem jungen Hund, kann das einen natürlich zurückwerfen.

Aber eine gute Basis, ein gutes Miteinander, wird das nicht bis ins Mark erschüttern.

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Bei Yerom hatte ich nach 6 Wochen das Gefühl, er ist seelich bei mir, wir sind ein Team.

Er hat nur eine "blöde" Eigenschaft entwickelt, bei seinen Problemen kommt er sofort zu mir und quetscht sich zwischen meine Beine.

Führung heist ebend auch Verstanden zu werden.

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Nun ,

VERSUCH einer Antwort :

Führung im Bereich der Hundeerziehung , beschreibt das Streben nach Lenkung des Hundes durch den Alltag , welche sowohl die individuellen Bedürfnisse des Hundes , als auch die des

Halters und der Umwelt berücksichtigt.

Dieses sollte mit sowenig Beeinflussung der Persönlichkeit des Hundes wie möglich ,

aber mit soviel wie nötig erfolgen , um allen Beteiligten ein Maximum an Lebensqualität

zu ermöglichen.

Als Gradmesser für den Erfolg sollte das Verhalten des Hundes gelten , welcher zeigt , das er die

Führung annimmt und sich dennoch wohlfühlt.

: manch einer kann Mathe m Schlaf

...irgendwann wird auch der letzte "Hundeflüsterer-von-Gottes-Gnaden " folgendes beweisen :

" The widest mouth , has the widest grave "

Sprichwort der maori

LG Jörg

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Führung heist ebend auch Verstanden zu werden.

Das empfinde ich auch als ganz wichtigen Punkt. Es geht eben, wie auch Mialour schon so richtig beschrieben hat, nicht nur darum, was der Mensch will, sondern darum, was der Hund will bzw. was er braucht. Und das kann von Hund zu Hund eben sehr unterschiedlich sein. Darum ist Führung individuell und es gibt kein Kochrezept dafür.

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