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Hundeforum Der Hund
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Hund lässt sich beeindrucken, aber was ist wenn nicht?

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vor einer Stunde schrieb gatil:

Hund die Hinterbeine auseinanderreissen, dann lässt der los. Das hat mich als Kind verfolgt, da ich mir immer vorgestellt habe, dass meine Arme gar nicht so lang sind, dass ich das bei einem großen Hund könnte.

Damit war wohl die "Schubkarre" gemeint. Alleine geht die eh nicht und sie baut darauf auf, dass die Hunde ihren Griff lockern, wenn sie erst kurz nach vorne geschubst werden. Das machen aber leider nicht alle Hunde, von daher wäre mir das zu riskant..

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vor 11 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Niemand hat verrissen, sondern schlicht nicht geglaubt. Ich glaube das auch immer noch nicht, Wenn dein Hund um sein Leben schreit, dann hilfst du ihm, das glaube ich ganz fest. Einen am Halsband gewürgten Hund kann man wirklich gut halten - wenn der eigene Hund sich nicht prügelt kann man ihn da auch greifen. Man kann das glaube ich auch nicht wissen, bevor man in der Situation war und es wenigstens versucht hat.

Man mag das vielleicht nicht glauben, aber dabei lassen sich wirklich übermenschliche Kräfte entwickeln.

 

im Ausgangspost geht es nicht um einen wehrlosen Hund, der von einem anderen getötet wird, sondern davon, dass einer böse auf den anderen zugerannt kommt. In meinen Augen sind das zwei verschiedene Situationen, zwischen denen ein meilenweiter Unterschied besteht. 

 

 

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Zwei Situationen, beide sind schon viele Jahre her.

 

Ein oder zwei Tage vor Weihnachten 1985. Ich wohnte mit meinem Freund, seinen Eltern und seinen zwei Geschwistern (mit ihr bin ich heute noch befreundet) in einem Kotten nah bei einem Bauernhof. Zu diesem Bauernhof gehörte ein Hundezwinger in dem tagein tagaus ein riesiger DSH wohnte vor sich hin vegetierte. Nie habe ich gesehen, daß mal jemand mit dem Hund Gassi ging, mit ihm spielte oder sich sonst irgendwie freundlich mit ihm beschäftigte. Es wurde lediglich zweimal die Woche auf den Hundeplatz gegangen... Da der Hund leider bissig (angesichts der Haltungsbedingungen kein Wunder) war, hatte ich mich da immer von fern gehalten, meine Freundin kannte ihn von klein auf, aber auch sie war sehr vorsichtig.

 

Der DSH hasste Nicky, der im August hier eingezogen war, vielleicht weil der alles hatte? Freilauf, Spiel und immer einer da. Wir waren an dem Tag am Großreinemachen, die Deelentür stand zum Lüften weit auf, Nicky stromerte draußen rum. Mit einem Mal Mordsgetöse, Nicky mit einem Affenzahn rein und direkt hintendran der DSH. Irgendwie muß der es geschafft haben, aus dem Zwinger zu entkommen. Wir beide (15 und 19 Jahre jung) in Schockstarre. Der DSH war definitiv in Tötungsabsicht unterwegs, hatte Nicky, trotz dessen Wendigkeit, gestellt und hing ihm am Hals. Es ging alles unglaublich schnell, Nicky am Schreien und wir haben uns auf den anderen Hund gestürzt, schreiend, tretend, er wollte nicht loslassen. Bis meine Freundin geistesgegenwärtig einen Reisigbesen schnappte und mit diesem immer wieder den Hund schlug. Irgendwie haben wir es dann - bis heute weiß ich nicht wie - meinen Nicky befreit und mit Hilfe des Besens den Schäfi rausbuxiert und die Tür geschlossen. Er randalierte dann draußen noch eine ganze Weile, bis auf dem Bauernhof jemand aufmerksam wurde.

 

Nicky hatte Glück im Unglück, ein Reißzahn des DSH war unten unterhalb der Pelzmasse in die Brusthaut eingedrungen, ansonsten ein paar Kratzer, nichts Ernsthaftes. Wir hatten gar nichts abbekommen, man könnte sagen, mehr Glück als Verstand, denn der Schäfi hatte beim Raustreiben wie wild um sich gebissen. Eins blieb davon zurück, Nicky ist diesem DSH sehr weiträumig aus dem Weg gegangen, hat nie wieder eine Pfote auch nur in die Nähe der Zufahrt gesetzt, an deren Ende der Zwinger stand. Und er hat grundsätzlich Schäferhunde gehasst und hätte sie am liebsten noch etliche Jahre später zum Frühstück genommen - zumindest bis zu dem Moment, wo er festgestellt hat, daß das ja ein Weibchen ist, zu denen war er dann sehr charmant.

 

Ob ich nochmal so handeln würde? Keine Ahnung, echt nicht. Ganz einfach, weil man im Falle eines Falles gar nicht die Zeit hat, nachzudenken und einfach handelt, wohl auch auf die Gefahr hin, selbst erheblich verletzt zu werden.

 

 

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Ich glaube auch das sollte man gut differenzieren. Wenn ich bei dieser Situation nicht so geblockt  hätte, wäre auch nicht viel passiert. Es wäre eine Ansage vom Hund gekommen, war ja nun eindeutig territoriales Thema, meine hätte kurz gequiekt, sie hätte sich bei dieser Situation nicht direkt gewehrt, dann wäre es auch gut gewesen.

 

Das meiste ist ja nun eher Geraufe und Imponiergehabe, kurzes lautes kebbeln , das wars. 

 

Ich habe natürlich, wie ihr auch, oft Begegnungen mit anderen Hunden. Auf freiem Feld und Wald laufen wir immer ohne Leine, da habe ich noch nie Probleme gehabt, da genug Raum da ist. Kommt mir jemand entgegen an der Leine, frage ich früh ob ich anleinen soll, meist kommt dann ja, ach nein, ich mach meinen auch los. Oder es kommt ein, das wäre gut, oder besser anleinen....

 

Ich persönlich, ich wiederhole mich, hab halt noch nie einen anderen Hund so im Tunnel gehabt, dass nix ging, also er möchte wirklich den anderen Töten, wenn es das überhaupt gibt, ausser mal krankheitsbedingt.  Aber dann wäre es ganz gewiss das ich was mache.....

 

Dies normale so aufeinander zulaufen, evtl. Auch mal etwas heftiger, kennen wir wohl alle. Zwar auch eine blöde Situation, aber doch gut zu handhaben. Meine geht dann trotzdem hinter mich, von selbst, ist ihr zu wild, sie erwartet wohl, dass ich reagiere.

 

So zum Verständnis, es geht ja alles immer sehr schnell. Bei mir kommt zwar dieses Verhalten von mir, wenn der Dampf aber raus ist, lade ich den anderen Hund sofort ein, komm ruhig, aber langsam, das Ganze passiert ja innerhalb von 5-10 Sekunden dann. Meist kommt dann ja ein schnuppern und Kommunikation der Hunde.

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vor 6 Minuten schrieb KerstinundTeddy:

Ob ich nochmal so handeln würde? Keine Ahnung, echt nicht.

 

1oo % würdest du, so wie jeder andere auch. Niemand überlegt in solchen Situationen was passieren könnte, man reagiert instinktiv, sofort, in reflexhaften Verhalten. Adrenalin pur, man hat weder Angst noch empfindet Schmerz.

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vor 25 Minuten schrieb BVBTom:

Niemand überlegt in solchen Situationen was passieren könnte

Genau, was passieren könnte, das überlegt man nicht, aber mir ist sofort die Geschichte mit der Frau eingefallen -.tatsächlich habe ich schon überlegt wie ich das mache , was ich vorhabe, wo ich am besten wie wann wohingreife. Man ist in dem Moment ganz klar und hat tatsächlich gar keine Angst um den eigenen Körper. https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwi73ZHii8fmAhUOsKQKHQ-bAKoQFjAAegQIBxAH&url=https%3A%2F%2Fweb.de%2Fmagazine%2Fwissen%2Fmystery%2Fhysterische-kraft-gefahr-ploetzlich-superhelden-32248928&usg=AOvVaw1sB995ahaSmAZSwTDExFPR

Auch wenn es dank der Tatsache, dass es dazu keinen Versuchsaufbau geben kann, nur anekdotische Belege gibt.

 

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@gebemeinensenfdazu dann bist du gut vorbereitet, aber ob du dann wirklich so handelst und diese  Situationen so handhabst, kann man trotzdem nicht genau sagen. Aber gut. Vorbereitet ist sicher gut.

 

Muss da gerade an meinen Freund denken, auch Thomas. Wir sind früher sehr viel und sehr schnell Motorrad gefahren. Waren gut vorbereitet, haben viele Kurse belegt.

Unter anderem lernt man dort, bei Baumreihen nicht auf den Baum, sondern auf die Lücken dazwischen. Zu schauen. Es ist ja schon verrückt, bisschen Baum, dazwischen viel Platz und dennoch fährt man vor den Baum. Man lernt also auf ein Ziel zu steuern im Extremfall, schaut man auf den Baum, trifft man diesen leider. Also lernt man, auf die Lücken zu blicken für den Fall der Fälle.

 

Wir haben das immer und immer und immer und wieder geübt...... R.I.P Thomas, auch nach über 10 Jahren, es hat nichts gebracht, du hast trotzdem den scheiss Baum erwischt.....

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Das mit deinem Freund tut mir sehr leid.:(

vor 14 Minuten schrieb BVBTom:

dann bist du gut vorbereitet, aber ob du dann wirklich so handelst und diese  Situationen so handhabst, kann man trotzdem nicht genau sagen. Aber gut. Vorbereitet ist sicher gut.

Deshalb erzähle ich das, damit sich jemand vielleicht ähnlich in einer Notsituation- die hoffentlich nie eintritt- erinnert. In dem Moment hatte ich mich eben auch an diese Geschiche erinnert und es hat ja auch gut geklappt, ich hatte nur ein kleines Loch.

Es ist- und das steht ja auch im BBC Link des Artikels eben die einzige Möglichkeit -die man hat, handelt man nicht, hat man keine Möglichkeit - also setzt man alles daran. Das heisst leider nicht, dass das auch ausreicht oder ,man schnell genug schaltet, aber es heißt, dass man tatsächlich ungeahnte Kräfte aktivieren kann. Und ein großer schwerer Hund ist nochmal deutlich leichter als ein Eisbär oder das Gewicht das auf einem lastet, wenn man ein PKW Heck seitlich anhebt.

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Wollte das nicht abwürgen mit meiner Schilderung, ist doch auch gut, wenn man an die Lieben mal denkt, die nicht mehr da sind.

 

Also wer noch Lust hat seine Erfahrungen mit solchen Begegnungen zu schildern, ich hab schon viele gute Tipps von euch bekommen.

 

Und einen schönen besinnlichen 4. Advent euch allen.

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