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Hundeforum Der Hund
Renesis

Kommunizieren auf sozialer Ebene = Aversiv?

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vor 2 Stunden schrieb Renesis:

Eben nicht. Aggressivität kann für die Gruppe tödlich enden und bedeutet unter Umständen Energieverschwendung. Stärke ist hier auch irrelevant. Denn es braucht jemanden, der die Sache schnell, richtig einschätzen kann (bei sich bleibt), einen Plan hat und dem entsprechend handelt (agiert) und durch setzt (klare, deutliche Kommunikation, emotional neutral).

 

Wie soll das gehen? Jemandem Vertrauen, der sich nicht durch setzen kann und völlig grün hinter den Ohren ist (dinge nicht richtig einschätzen kann)? So jemandem kann man nett und sympathisch finden aber nicht vertrauen, dass er in bestimmten Lebenslagen die richtigen Entscheidungen trifft und sich ihm anschließen. Sorry, aber in der Natur, wo es ums überleben geht, wäre das völlig fatal.

 

 Sympathie ist hier ehr zweitrangig.

 

Glaube ich nicht. Bzw. ich würde mich an den halten, der durch Strukturen und Strategien (nen Plan hat), dafür sorgt (agiert), dass möglichst immer genügend Futter zur Verfügung steht. Und auch damit Haus halten kann (keine Energieverschwendung).

Wolfsrudel werden im übrigen nie größer als Futter zur Verfügung steht (finde ich voll krass, dass die das können. Der Mensch könnte das nie und nimmer!)

 

Deinen Behauptungen widersprechen Ellis Radingers Beobachtungen an freilebenden Wölfen, die sie in "Die Weisheit der Wölfe" schildert aber ganz gewaltig!

 

Ja, Hunde sind keine Wölfe, allerdings berichtet Bloch in seinem Werk "Die Pizza-Hunde" wohl ähnliches, es gibt keine statischen Rudelstrukturen.

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Am 18.4.2021 um 10:12 schrieb Shiranui:

Darf ich fragen, woher die Erkenntnis hier kommt, bzw. wer das aufgestellt hat? 

 

 

Vielleicht von hier: 


"To benefit from sociality, animals need to maintain group cohesiveness and make collective consensus decisions about which activities to perform and when to perform them (Conradt & Roper 2000, 2003, 2005)."
 

"For social animals, staying together is often of great selective advantage… With respect to group movements, this means group members have to reach a consensus about the timing of group movements (Black, 1988; Stewart and Harcourt, 1994; Boinski and Campbell, 1995; Conradt, 1998; Ruckstuhl, 1999; Conradt and Roper, 2000; Rands et al., 2003; Trillmich et al., 2004; Dostalkova and Spinka, 2007; Sueur and Petit, 2008a) and, often simultaneously, about their direction/destination (Couzin et al., 2005; Biro et al., 2006; Ward et al., 2008; Dyer et al., 2009). If group members fail to do this, the group is likely to split and the benefits of group living are reduced (Krause and Ruxton, 2002; Trillmich et al., 2004; Conradt and Roper, 2007)."

 

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Hallo zusammen,

 

ein allgemeines Wissen über Hunde, Wölfe und artverwandte Tiere erscheint immer sehr hilfreich. Es gibt aber ein "Aber" : nichts ist statisch, alles entwickelt sich weiter. Ich finde es immer wieder schrecklich wenn einzelne Hundefreunde der absoluten Überzeugung sind recht zu haben. Der Anspruch auf Deutungshoheit in diesen Fällen erscheint mir immer wie Kompensationsverhalten. Kann man nicht auch mal unterschiedlicher Meinung sein? Vielleicht schläft dieses Forum ja ein, weil ein Satz wie "Ich finde Cesar Milan toll" eine ganz schnelle Ächtung zur Folge hat, ähnliches scheint für Martin Rütter zu gelten. Und nur, weil man eine englischsprachige Literaturstelle  zitiert geht man noch lange nicht so gut mit seinem Hund um wie manch Obdachloser, der vielleicht noch psychisch krank ist. Eine solche Literaturstelle, aus dem Gesamtzusammenhang gerissen, in Englisch, was nicht jeder versteht, mit zusätzlichen Querverweisen versehen - wenn ich nach einem "Totschlagargument" suchte, dann wäre das die erste Wahl...Ein Forum lebt doch auch von der Vielfalt und der Unterschiedlichkeit der Beobachtungen und Meinungen. 

Wenn jemand ein Problem mit seinem Hund hat finde ich es auch nur mäßig produktiv zunächst mehr oder weniger subtil heraus zu arbeiten wer hier Ahnung hat und wer nicht. Manchmal reicht es vielleicht auch einfach, einen hoffentlich zielführenden Vorschlag zu machen und darauf zur verweisen, daß dies tatsächlich nur ein Vorschlag ist und man sich freut, vom Ergebnis zu hören wenn der Vorschlag den TE tatsächlich weiter gebracht hat. 

Wenn das ganze dann noch ohne Namen, nur mit Avatar veröffentlicht wird, dann kommt auch noch ein gewisser Schutz der Anonymität hinzu. Klar, hier sollen keine vollen Namen publiziert werden, aber du lieber Gott, man kann doch seinen Vornamen nennen und damit zumindest ein bisschen mehr zu einem realen Menschen werden! 

Weiß hier jemand was ein "WAKA" ist? Nein? Ein "WAKA" ist ein "Weiß Alles Kann Alles".

Eine Spezies, die oft sehr einsam ist.

 

Herzliche Grüße,

Bernd

 

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Am 18.4.2021 um 13:46 schrieb Shiranui:

Danke für die Erklärung, @Renesis. Da keine Quellen oder ähnliches kommen, nehme ich an, ist das eine rein eigene Feststellung/Eindruck von dir persönlich, dass das so ist. Das ist mir persönlich wiederrum zu wenig.

Ich habe deinen Text gelesen (und auch im anderen Forum mitgelesen), immerhin kann jeder immer neues lernen und sich auch auf andere Gedanken einlassen ist wichtig, finde ich. Denn, wie gesagt, jeder kann immer noch dazulernen und Dinge besser machen, egal ob Neuling oder alter Hase.

 

Ich bleibe aber eindeutig beim Team "rosarote Welt" (oder wie das im anderen Tread so herzig genannt wurde :D I love it). Einfach, weil es bei mir und meiner Hündin phänomenal gut funktioniert. Und weil mein Hund für mich immer ein Partner sein wird, mit dem ich mein Leben teile, und es nicht einfach nur ein Hund ist, nice to have, aber eben doch "nur" ein Hund, der sich halt einfach meinem Leben anzupassen hat. 

 

Ich bestimme als HH immerhin schon über die aller grundsätzlichsten Bedürfnisse des Hundes (wann darf er Essen, wann darf er Pippi/Kacka). Das reicht. Alles andere funktioniert (bei uns) perfekt durch ein Leben in Partnerschaft. Mein Hund muss in seinem Leben nur noch eines: Hund sein und glücklich sein (ich nehme ausschließlich Tiere vom Tierschutz auf). Das heißt bei uns: Dafür, dass mein Hund sich meiner Menschenwelt anpasst (gehen zusammen ins Büro, Besuche bei Familie, Tierarzt, etc.), passe ich mich zum Ausgleich ihrer Hundewelt an. Ich gehe für sie Gassi, dass heißt, dort tauche ich mit ihr in ihre Welt ein, sie darf nach Herzenslust schnuppern und toben, und wenn sie eben mal wieder eine 60-Seiten-Doktoranten-Arbeit über den ordinären Grashalm, dessen Ernährungs- Rudel- und Lebensgewohnheiten schreiben möchte, so what, dann warte ich auf sie. Und erfreue mich daran, welche Freude sie dabei hat. So, wie sie auf mich geduldig wartet, wenn ich im Büro mal wieder ein bisschen länger machen muss, weil ich ein Angebot fertig bekommen muss. Sie darf beim Gassi nach Lust und Laune hin, wo sie möchte, ja, wir wechseln auch die Pfade, wenn sie eine andere Richtung lieber gehen mag, weils da spannender riecht. Weil wir für sie gehen! Mir ist das ganz gleich, ich will, dass meine Hündin Spaß hat und den Ausgleich dafür, dass sie für mich in der Menschenwelt so brav und dabei ist. Das Ergebnis? Wir sind beide super ausgeglichen und tun einfach gerne etwas für den anderen, das ist bei uns eine perfekte Symbiose. Sie ist eigentlich total unerzogen - wir haben nie 'trainiert' oder spezielle Wörter geübt, auf die sie zu reagieren hat. Da bin ich einfach voll und ganz bei @Zurimor und unserer rosarot-Gang. Ich weiß nicht wie oder warum, aber wir funktionieren, schlicht und ergreifend durch gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis. Gut, ich habe eine super sensible Hündin, sie weiß sofort, wenn mir was wichtig ist (ich zb. "Halt" sage, oder "Stopp", wenn wir an eine Straße kommen, oder "Pfui", "Bäh", wenn sie was nicht aufheben darf, oder beim Rückruf, "Hier" oder "Komm" oder "Wo ist die Maus!" es ist völlig egal, welche Worte ich benutze, sie versteht, was ich von ihr will, an meiner Tonlage, meiner Besorgnis um sie und weil sie zu wissen scheint, durch unsere so enge Beziehung auf Gegenseitigkeit beruhend, die nie durch irgendwas ansatzweise aversives erschüttert wurde, ich passe auf sie auf. Und wenn ich was von ihr möchte, dann muss es wichtig sein. Wir machen nämlich auch keine sinnlosen Trainingseinheiten, wo der Hund sich halt irgendwann zu fragen anfängt, warum jetzt und wieso das Sinn machen soll. Und es dann halt in wichtigen Situationen einfach nichtmehr als "jetzt wichtig" versteht. Könnte ja auch wieder nur ne "sinnlose" Trainingseinheit sein. Und meine würde das, hundertpro, sie ist ein sehr, sehr schlauer Hund, der durchaus Sinnhaftigkeiten hinterfragt.

 

Und ja, klar, auch sie hat manchmal Knete im Kopp. Und wo ich zustimme, ist auf jeden Fall: Ich bin für ihre Sicherheit verantwortlich. Das heißt auch, wenn sie mal Knete im Kopp hat und in ihrer Hundewelt versunken mal nicht den heranrasenden Radler bemerkt, oder aber auf die Straße taumelt vor lauter Schnuppern, liegt es natürlich an mir, für ihren Schutz zu sorgen! Und da man selbst auch nicht immer 100% da sein kann und auch mal in Gedanken kurz ist, kommt es leider halt doch mal vor, dass ein zurückziehen leider nötig ist, bevor ein Unfall passiert .__. Allerdings sehe ich das als meine Schuld an, weil ich eben nicht bei der Sache oder schnell genug war und es tut mir ehrlich leid und dann entschuldige ich mich sofort bei meiner Maus, mit knuddeln und/oder Leckerli. Ja, kann man jetzt super albern finden. Ich entschuldige mich bei meinem Hund. Auch hier: Sie scheint zu merken, dass es nicht "böse" gemeint war, sondern grade wichtig war. Und sie spürt, glaube und hoffe ich, dass es mir wirklich leid tut. Zumindest habe ich das Gefühl und sie gibt mir dieses Gefühl, indem sie es mir nicht "übel" nimmt, oder sich fürchtet oder so. Und sie selbst auch wieder mehr auf ihre Umwelt achtet.

 

Ich betone aber ganz arg: Das funktioniert für mich und meine Hündin. Das kann bei einem anderen Hund ganz anders aussehen oder auch nach hinten losgehen.

Ich werde alaber dennoch weiterhin an Partnerschaft und gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme glauben. Mein Hund läuft nicht in meinem Leben nebenher. Er gehört zu meinem Leben. Seine Bedürfnisse und was er sich wünscht, sind mir genauso wichtig, wie meine. Hab schon oft genug gehört "Es ist ein Hund, da muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen." (zb. bei der ewigwährenden Diskussion, Hund im Bett, ja oder nein) - Nö. Für mich ist das halt nicht so. Für mich ist es nicht "nur ein Hund". Sondern mein Partner. Und das ist mein Bier, meine Einstellung, mit der wir beide sehr sehr glücklich und ausgeglichen sind :D

 

Also nein. Für mich wird "Ich lebe mein Leben in meiner Geschwindigkeit, mir doch egal was am anderen Ende der Leine passiert" niemals richtig sein.

 

Das ist mal ein Beitrag den ich voll unterschreibe!!! Hier wird kein Anspruch auf Universalität erhoben, hier wird Raum für eigene Gedanken gelassen... Du sprichst mir da aus der Seele!

Herzliche Grüße,

Bernd

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