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Hundeforum Der Hund
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Fastet ihr?

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Nein, ich habe da keinen Bezug dazu, ebenso wenig wie gute Vorsätze für's neue Jahr.... ich lebe das ganze Jahr so, wie ich meine, dass es mir gut tut, das reicht mir ^_^ 

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Einige schreiben "kein Bezug" - viele schreiben es erst gar nicht, haben aber eine ähnliche Einstellung.

Einen "Bezug" habe ich auch nicht, wenn man damit das Leben des kirchlichen Jahres meint. Aber irgendwann fand ich es sinnvoll, 6 Wochen auf "Besonderes" zu verzichten. Wir haben heute den Luxus, dass immer alles zur Verfügung steht (gerade gestern sah ich einen Sonderposten Erdbeeren im Supermarkt). Das macht unsensibel und oft ist man angesichts der immer verfügbaren Riesenauswahl schon gelangweilt.

Daher übe ich von Aschermittwoch bis Ostern Verzicht: Der Einkaufzettel bleibt schlicht und enthält noch weniger Fleischprodukte und alkoholische Getränke als sonst. Dann freue ich mich immer mehr auf das Osteressen, meist ist es ein Stück Lamm mit Bohnen im Speckmantel und jungen Kartoffeln, dazu ein Rotwein. Ohne den vorherigen Verzicht könnte ich es nicht so sehr genießen.

In der Folgezeit nehme ich saisonale Angebote ganz anders wahr, freue mich, und genieße Gemüse und Obst zur entsprechenden Erntezeit. Soll es dann doch mal etwas geben, was eigentlich keine Saison hat, wähle ich etwas, von dem ich meine, dass der "Umweltschaden" am geringsten ist.

Zum Abnehmen habe ich die Fastenzeit noch nie benutzt, dazu gewöhne ich mir bei Bedarf einfach kleinere Portionen an. Ist langsam, aber wirkungsvoll.

 

Als Gegenpart der Fastenzeit sehe ich den Zeitraum von St. Martin bis Neujahr. Gänse und anderes Vieh, das man nicht durch den Winter bringen konnte, wurden am Martinstag (11.11.) geschlachtet. Eigentlich setzte nach üppigem Mahl eine Fastenzeit bis Weihnachten ein, aber da biege ich mir meine eigene Version zurecht: In der Adventszeit gibt es traditionell ja auch "Luxus-Lebensmittel", denn nach dem Schlachten waren die Speisekammern voll. Gänseschmalz zum Braten und für Schmalzgebäck war reichlich vorhanden. Zu Weihnachten wird ja bis heute reichlich aufgetischt. Als es noch kalte Winter gab und die Menschen oft in der Kälte arbeiten mussten, waren die zusätzlichen Kalorien sehr willkommen.

Das ist ja nicht mehr notwendig, aber in dieser Zeit gönne ich mir ab und zu etwas, dass ich mir sonst "verkneife": nahrhaften Weihnachtsstollen, Naschereien auf dem Weihnachtsmarkt und natürlich besondere Leckerbissen in der Küche zu den Festtagen.

Daher sehe ich die jetzt anstehende Fastenzeit auch als Ausgleich, damit übers Jahr gesehen die Balance stimmt.

 

P.S.:

vor 2 Stunden schrieb Nasefux:

ebenso wenig wie gute Vorsätze für's neue Jahr

 

Die scheitern oft daran, dass es zu viele Vorsätze sind, zu schwer erreichbare oder zu "schwammig" formulierte Ziele. Da gibt es eine Parallele zum Zeitmanagement bei der Arbeit. Viele Menschen hetzen sich ab, sind völlig erschöpft und haben das Gefühl, sie hätten trotzdem "nichts geschafft". Vor langer Zeit hat mich mein Chef mal auf ein Seminar zum Thema "Zeitmanagement" geschickt und alle Teilnehmer waren sehr verblüfft, als es hieß, "weniger ist mehr!" Neben all der Routinearbeit pro Tag nur eine einzige besondere, wichtige und zeitintensive Aufgabe zu erledigen, wurde dort zum angeratenen Ziel, das man aber trotzdem oft nicht schaffen wird, weil "irgendwas" dazwischen kommt. Wenn man es dann in der Woche auf 3-5 solcher Aufgaben schafft (die man vorher sehr präzise beschrieben hat, damit das Erreichen des Ziels erkennbar ist), die man abschließend erledigen konnte, ist man bereits sehr erfolgreich. Diesen Erfolg muss man sich selber auch anerkennen (falls es nicht auch ein Chef oder Kollege tut ...) und damit ohne Nörgeln ("hätte mehr schaffen sollen) sehr zufrieden sein.

Übertragen auf die "guten Vorsätze": lieber nur einen einzigen, sehr konkreten Vorsatz, den man auch erreichen kann.

Statt "ich will weniger Chips essen" lieber "ich will nur noch 1 kleine Tüte Chips pro Woche essen, das will ich bis Ostern erreicht haben". Verzehrmenge ist definiert, ein Zieldatum auch - so kann es klappen.

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Ja, ich mache das mehrmals im Jahr und merke, wie es Körper und Geist guttut. Fasten ist für mich weder religiös noch "nur" der Verzicht auf irgendetwas (z.B. Handy, Internet, Zucker, ...), sondern der Verzicht auf Nahrung, aber keine Diät. Ich faste dann, wenn ich das Bedürfnis danach habe, nicht wenn Fastenzeit ausgerufen wird. Sowohl während des Fastens als auch danach verspüre ich innere Ruhe und Balance und viel freigesetzte Kreativität.

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vor 3 Stunden schrieb Naschkatze:

 

Ich fände es auch gut wenn wir nicht Fasten und Abstinenz durcheinander bringen. Ansonsten würde ich schon viele viele Jahre lang fasten :D

 

Der Unterschied zwischen Fasten und Abstinenz liegt meiner Ansicht nach in der Dauer. Abstinenz auf Dauer angelegt. Fasten ist der bewusste Verzicht für einen bestimmten Zeitraum (z.B. für 4 Wochen bewusst auf alle asozialen Medien verzichten, aber von Anfang an wissen: nach diesen 4 Wochen wird FB, WA oder wasauchimmer wieder zu meinem Leben gehören).

 

Ich tue beides nicht. Ich verzichte weder dauerhaft noch zeitweise auf Dinge, die ich eigentlich gern will. Passt für mich einfach nicht. Und wenn ich es Dinge sind, die mir nicht wichtig oder gar zuwider sind, dann ist es kein Verzicht, diese Dinge nicht zu tun/essen/trinken.

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Wenn man nach längerer (Heil-) fastenzeit als erste feste Nahrung eine Kartoffel mit Kräuterquark ohne Salz bekommt, hat es nie etwas Köstlicheres gegeben.  Die Sinne sind sehr viel mehr geschärft. Und das kann man genießen. Es würde mir fehlen, hätte ich die Erfahrung nicht gemacht.

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In der evangelischen Kirche gibt es jedes Jahr eine neue Anregung in den 7 Wochen vor Ostern auf liebgewonnene, aber nicht immer guttuende Angewohnheiten zu verzichten. Das kann Alkohol, Fernsehen oä sein. In diesem Jahr wurde angeregt 7 Wochen lang auf Pessimismus zu verzichten. Das ist für manchen Menschen sehr schwer. Schwerer als aufs Fernsehen oder solche Dinge, von denen einem durchaus bewusst ist, wie süchtig sie machen können. Ich werde mich drauf einlassen, obwohl ich auch gerade in einer Lebensphase bin, in der mir das viel schwerer fallen wird als sonst...

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So richtig gefastet habe ich auch schon, ist wirklich eindrücklich und geht gut, passt aber im Moment nicht.

Ich werde irgendwas, wie @Julika es schreibt,  machen. So als persönliche Challenge :P 

Wahrscheinlich Alkohol, wird nicht ganz einfach, aber die Rosé-Saison fängt ja erst nachher an ;)

 

 

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@Julika

 

Ach das mit dem Pessimismus ist eine schöne Idee, das übernehme ich. 

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Ich faste hin und wieder, aber nicht unbedingt zur Fastenzeit.

Obwohl ich es in der Fastenzeit persönlich leichter finde zu fasten, da man in der Zeit nicht allein fastet (man darf also jammern und findet Leidensgenossen) und die Umwelt es auch akzeptiert wenn gefastet wird.

Fastet man außerhalb der Fastenzeit kommen gerne blöde Sprüche "machst du gerade Diät? / Also wenn du abnehmen willst darfst du auch nicht .... / Ach komm ein bisschen geht doch." 

 

Was ich gerne mal probieren wollte ist Heilfasten. Eine Freundin macht das jedes Jahr. 

Aber dazu fehlt mir der Biss. Ich faste auch keine sieben Wochen. Das ist mir zu lange. Mein Fasten hat auch nicht immer mit Essen oder Trinken zu tun. Sondern mit ungesunden Angewohnheiten wie Fernsehen/Zeit am PC/.... 

 

Ich finde das persönlich super. Manchmal kann man in dieser Zeit einfach seine Gewohnheiten ein wenig ändern und manches behält man auch bei. Bei manchem anderen ist man aber auf froh wenn die angesetzte Zeit wieder vorbei ist. :D Ich habe schon ein paar Wochen ganz ohne Fertigprodukte verbracht, da lernt man auch wie schnell man manche Dinge frisch macht wie Gemüsebrühe die man sonst eben doch gern aus der Tüte nimmt (ich jedenfalls). Ich habe Zucker gefastet und drei Kreuze gemacht als ich es wieder essen "durfte". Ich habe fernsehen gefastet und das ist mir bis heute geblieben, ich schaue nur noch wenige Male im Jahr und finde die Zeit kann man viel sinnvoller nutzen. Ich habe auch schon Sporteinheiten gemacht (fasten ist ja nicht nur Verzicht) und einige Übungen mache ich heute noch gern, aber nicht mehr zwingend jeden Morgen. Vor der Arbeit zusätzlich eine Dreiviertelstunde Sport ist wirklich ein guter Wachmacher und hat mir wirklich was gebracht, aber ich schlafe eben auch gern.

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vor 1 Minute schrieb Michelle003:

Obwohl ich es in der Fastenzeit persönlich leichter finde zu fasten, da man in der Zeit nicht allein fastet (man darf also jammern und findet Leidensgenossen) und die Umwelt es auch akzeptiert wenn gefastet wird.

 

Genau dieses 'Gruppengefühl' mag ich nicht, ich leide lieber einsam :D

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