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Hundeforum Der Hund
Juline

Erhöhtes Krebsrisiko durch Kastration

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Ich war mit meiner Hündin mit dem rupturierten Hämangiosarkom der Milz auch in Hofheim bei einer sehr netten blonden Ärztin mit Brille.

 

Wir wurden ehrlich aufgeklärt dass wir eine Chemo versuchen könnten, die Überlebenszeit aber sehr kurz ist. Es wurde nichts beschönigt.

 

Sie meinte dann wir sollten sie sich erstmal von der OP erholen lassen, dann könnte man über eine palliative Chemo nachdenken. Aber nur wenn sie sie verträgt, bei den leisesten Anzeichen von Übelkeit etc sollten wir aufhöre da die Prognose nun mal einfach so schlecht ist. Das wäre dann bei unserem Haustierarzt gewesen.

 

Also zu einer Chemo gedrängt oder überredet habe ich mich überhaupt nicht gefühlt.

 

Aber natürlich wollen die Kliniken auch gerne Geld verdienen. Eine starke Chemo würde mein Hund nicht bekommen.

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Aber mit dem Lymphom ist dass echt so eine Sache. Eine Freundin von mir ist Tierärztin und sie erzählte auch mal von einem Berner der Chemo bekommen hat. Der hätte vor Schmerzen  nur noch um sich gebissen. So etwas würde ich nie, niemals tun. Das sollte auch nicht angeboten werden meiner Meinung nach.

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Warum soll denn Motsi überhaupt kastriert werden? 

 

Als ich zum intakten Herrn Maier meine damals noch junghündische Lulu dazu bekam, wollte ich "zur Sicherheit" einen der Hunde kastrieren lassen und bin auf Meinungssuche von TA zu TÄ gerannt. Einhellige Meinung: Eier ab! 

Kein Wort über mögliche Folgen einer so drastischen Hormonveränderung bei einem 4- jährigen fröhlichen Rüden, kein Wort über mögliche Veränderungen im Dialog mit anderen intakten Rüden (z.B. Aufreiten). 

Immerhin spricht dieses Ergebnis gegen die Giertheorie, denn eine Rüdenkastration ist deutlich weniger teuer als die einer Hündin. 

Zudem ist der Eingriff weniger invasiv als bei der Hündin. Selbst bei einer minimalinvasiven Methode muss man doch in die Bauchhöhle einer Hündin vordringen, was immer riskant ist. Außerdem ist das Inkontinenzrisiko bei einer großen Hündin gegeben.

Was mich total wundert: Im Zusammenhang mit Kastrationen an Tieren wird nie über die beim Menschen (neben anderen) bekannte Komplikation der Depression geredet. Dabei gibt es aus meiner Sicht keinen Grund, warum diese Komplikation bei Hunden (u. anderen Tieren) nicht auftreten sollte. Man wird sie leicht übersehen können. Dann ist der Hund eben etwas ruhiger, das gefällt manchem Tierhalter vielleicht sogar ganz gut. Aber was, wenn er tatsächlich depressiv ist? Will man das seinem Hund zumuten? Lustig oder unerheblich sind Depressionen nicht!

 

Maier wurde schließlich mit ca. 11 Jahren wegen einer Zubildung im Hodensack kastriert, Lulu mit 12 o. 13 wegen einer Pyometra (noch frühzeitig genug erkannt, klassische Symptome Durst, Fieber. Op. bestens überstanden). Zu einer Paarung kam es nie. Die wenigen Tage, an denen es anstrengend mit Maier wurde, habe ich gerne hingenommen (aber sie waren anstrengend!). Die späte Kastration ist mMn nicht mehr so dramatisch. Vielleicht lässt die Hormonproduktion auch bei alten Tieren natürlicherweise nach, ganz sicher aber sind es ausgereifte, rollensichere Individuen, die ihr Sein und Wirken kennen. 

 

Ich bin sicher, dass Oggi viel souveräner im Umgang mit Rüden wäre, würde er wegen seines Eunuchentums nicht regelmäßig von anderen Rüden bedrängt. So schafft er sie sich frühzeitig vom Hals, was er sehr gut anstellt und schafft, bisher komplett kampflos, aber ich sehe ihm an, dass er das Bedrängtwerden einerseits und andererseits den Umstand, dass er in seinem "Harem" von anderen (intakten) Rüden kaum wahrgenommen wird, ätzend findet. Ich glaube auch, dass er heller gestimmt wäre, hätte er seine Hoden behalten dürfen. Für sein Bindegewebe, Muskulatur und die lädierten Knochen wäre es auch besser. 

 

Ich sehe ein, dass im Auslandstierschutz Kastrationsprogramme unerlässlich sind, um noch mehr Leid zu verhindern, aber dass auch in und für D so selbstverständlich kastriert wird, finde ich wirklich schlimm. Dieselben Menschen, die mit Feuereifer - und völlig zurecht - Tierschutz betreiben, zögern keine Sekunde, einen gesunden Organismus ohne vernünftigen Grund zu verstümmeln und damit völlig entspannt ausgerechnet gegen das Tierschutzgesetz zu verstoßen. Das will mir nicht in den Kopf. 

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@ Lexx: Sicher sind dort hervorragende Ärzte, die nicht jeden zur Chemo drängen.

Fakt ist aber auch,dass kaum, dass die Diagnose Lymphom gefallen ist,die Ärzte nicht schnell genug mit der Chemo beginnen können. Dabei wird sich auf Statistiken berufen, und Prognosen gemacht. Die sind- was die Lymphomtagebücher und auch meinen eigenen Hund betrifft, der eine einmalige Infusion Chemotherapie in Leipzig erhalten hat und extrem schwere Nebenwirkungen erlitt, einfach falsch.

(Faszinierend, dass Chemotherapeutika es nicht nur in die Krankenkassen geschafft haben,sondern mittlerweile in der Tiermedizin Alltag sind...)

 

Ich wollte damit nur deutlich machen, dass ich viele der Krebsbehandlungen in Hofheim skeptisch sehe, und es nicht verwunderlich ist, dass dort die internationalen Studien, die ua. erhöhtes Krebsrisiko bei bestimmten Tumorarten nach der Kastration beweisen, nicht propagiert werden.

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Andrea, das ist noch ein ganz wichtiger Aspekt:

Die Auswirkungen der Kastration auf die Psyche.

 

Ich kenne einige Hundehalter, die ganz deutlich bemerkt haben, dass ihr Hund nach der Kastration depressiv geworden ist.

Sie waren ziemlich bestürzt, weil sie dachten, sie schalten nur die Fortpflanzung aus.

 

In der Humanmedizin ist das schon lange bekannt.

Früher wurden den Frauen bei jedem Problem schnell eine "Totaloperation" empfohlen - also eine Entfernung der Gebärmutter und Eierstöcke.

Es gibt aus der Zeit unfassbar viel Leid. Die Frauen wurden nicht darüber aufgeklärt, welche Auswirkungen das auf ihr Befinden haben kann.

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Ich werf einfach mal wieder als Gegentwurf meine völlig normalen Kastraten.

Sie sind beide früh kastriert.

Unsicher ist hier nur der Intakt e

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Genau. Und von Männern kennt man es auch. Da gibt es ja reichlich Beispiele: Folge von Tumoroperationen, früher noch die Kastration von "Triebtätern", denen man dann das fehlende Testosteron substituierte, um eine gewisse Lebensqualität zu erhalten. Beim Menschen kommt sicherlich erschwerend noch das Bewusstsein des Verlustes hinzu, aber allein die hormonellen Auswirkungen müssen schon heftig genug sein. 

Wallache werden ja nicht zufällig ruhiger als Hengste, kastrierte Rüden nicht zufällig "entspannter" als unkastrierte. Ich halte das für durch die rosarote Brille betrachtet: Man sieht nur, was man sehen will und kommt gar nicht auf die Idee, dass die Folgen für das Tier weit weniger entspannt und "beruhigt" sind, sondern vielmehr traurig und trüb. 

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Man sieht nur, was man sehen will und kommt gar nicht auf die Idee, dass die Folgen für das Tier weit weniger entspannt und "beruhigt" sind, sondern vielmehr traurig und trüb.

Das ist mir auch schon öfters aufgefallen (nicht bei allen Kastrierten, aber nicht bei wenigen), ich sage dazu, dass sie ihr Feuer verloren haben.

Da funkelt nix mehr in den Augen und Spannung, Neugier und Lebenslust ist irgendwie geschwächt oder gar verloren.

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Ich geb euch 100% recht man sieht nur was man sehen will :)

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Das ist mir auch schon öfters aufgefallen (nicht bei allen Kastrierten, aber nicht bei wenigen), ich sage dazu, dass sie ihr Feuer verloren haben. Da funkelt nix mehr in den Augen und Spannung, Neugier und Lebenslust ist irgendwie geschwächt oder gar verloren.

 

Mir jetzt zum Glück noch nicht, aber ich bin mir dennoch sicher, dass es einen nicht unerheblichen Teil Tiere gibt, bei denen die Kastration so zuschlägt. Es kommt aber natürlich auch drauf an, was man draus macht... ich kann mir vorstellen, dass ein Hund der rein als Haushund, ohne große Aufgabe lebt die Folgen stärker zu Buche schlagen als bei zB Jagdhunden und Hunden mit "Job". Es war sogar Ganßloser der mal schrieb, dass bei Jagdhunden die Kastration selten zu weniger Jagdtrieb (jaja... ich nehm jetzt trotzdem dieses Wort :P ) führe und im Gegenteil mit Wegfall der Sexualhormone die Hunde sich voll und ganz auf dieses "Hobby" konzentrieren könnten. Keine Ahnung ob Polizei-Diensthunde überhaupt kastriert werden - vermutlich schon, oder?

 

Ich weiß, dass mein Hund sicher nicht sein Feuer verloren hat - ich kenn ihn zwar nur kastriert, aber wenn er vorher noch mehr Feuer hatte... weia :D Und auch die meisten Kastraten die ich so kenne sind keine Schlaftabletten. Aber wie gesagt - ich kann mir schon vorstellen, dass dies eben doch bei nicht wenigen Hunden der Fall ist. (wen es interessiert, ich hab den Artikel von Gansloser sogar noch als PDF :)

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